Cisco Headset 730: Kabelloses Headset mit aktiver Geräuschunterdrückung im Test

Regelmäßige Leser des Blogs und unserer Testberichte sind sicher schon über den einen oder anderen Test zu Headsets für das heimische Büro gestolpert. Ich habe in den vergangenen Jahren eine Menge probieren dürfen, die meisten wohl von Jabra, da der Hersteller verschiedenste Modelle im Angebot hat. Im Bereich Telefon- oder Videokonferenz-Technik ist aber auch Cisco schon ein paar Jahre am Start und hat natürlich auch das eine oder andere Headset im Angebot. Mir bot sich die Gelegenheit, mal ein Auge auf das Headset 730 zu werfen.

Das Modell rangiert aktuell an der Spitze der Auswahl des Unternehmens und bietet auch eine aktive Geräuschunterdrückung. Heutzutage müssen Headsets nicht nur zum Telefonieren gut sein, sondern auch musikalisch etwas „können“. Ist das beim Cisco Headset der Fall? Spoiler: Im Großen und Ganzen: ja! Aber schauen wir mal auf die Details.

Wenn ihr Käufer des Headsets seid, dann bekommt ihr das Gerät nebst einem Wireless-Dongle und einem USB-Kabel (natürlich liegt auch eine Beschreibung bei). Eine Docking-Station kann auf Wunsch separat dazu erworben werden. Diese besitzt einen Metall-Fuß, das Headset kann hier praktisch eingehängt werden. Ich persönlich bin dennoch nicht Fan von den Dingern, da sie unnötig viel Platz auf dem Schreibtisch wegnehmen

Beim Einhängen müsst ihr außerdem beachten, dass das Headset richtig sitzt, denn ansonsten berühren sich die kleinen Kontakte zum Laden nicht und ihr steht am Ende mit einem leeren Headset da. Ich bevorzuge das Laden per Kabel und hänge das Headset an meine Schreibtischlampe. Aber das kann ja jeder handhaben, wie selbst gewünscht. Ist auf jeden Fall gut, dass es die Variante gibt.

Das Headset als solches ist gut verarbeitet und besteht fast komplett aus Kunststoff. Der ist aber nicht von der billigsten Sorte und fühlt sich wertig an. An der Verarbeitung habe ich nur zu kritisieren, dass ich tatsächlich Kanten gefunden habe, die nicht sauber entgratet sind. Wer nun bemängelt, dass man doch hätte Metall etc. verwenden können, liegt ebenfalls nicht falsch.

Das würde das Konstrukt aber teurer und obendrein noch schwerer machen. Ich nutze hauptsächlich die AirPods Max als Headset und im Vergleich zu den Apple Kopfhörern, ist das Cisco Headset 730 erstens ein Schnapper und zweitens ein reines Leichtgewicht. Wer die AirPods Max schon mal länger am Stück auf dem Kopf hatte, weiß, dass dadurch ordentlich Muskulatur aufgebaut wird. Es ist schon von Vorteil, wenn die Kopfhörer nicht so schwer sind.

Besonderheiten gibt es an dem Exemplar sonst keine. Ich würde mir wünschen, dass man das Konstrukt kompakter zusammenfalten könnte. Aber so wie es ist, reiht man sich in den von Jabra und Co. gegebenen Standard ein. Die Muscheln lassen sich wegklappen und dann kann das Ganze in der Softcover-Hülle verstaut werden. Die ist hervorragend verarbeitet und beherbergt den Wireless-Dongle, der in meinem Test jedoch keinen Vorteil gegenüber dem normalen Bluetooth hatte.

Cisco hat noch ein paar Steuerelemente in den Hörmuscheln verstaut. Man setzt auf gummierte Flächen, die fühlbare Buttons besitzen. Rechts findet ihr die Mediensteuerung für Lauter, Leiser, Play/Pause, Vorwärts und Zurück und links findet ihr einen Button, mit dem Anrufe angenommen oder abgelehnt werden.

An der rechten Seite ist außerdem noch ein Schieberegler für das An-/Ausschalten der Geräuschunterdrückung oder des Ambient-Modus, der in etwa dem Transparenzmodus anderer Modelle entspricht. Links sind noch der Anschluss für das Kopfhörerkabel und der USB-C-Ladeport zu finden.

Das Headset ist ein On-Ear-Modell und rangiert in etwa auf dem Niveau des Jabra Evolve2 75 (hier mein Test). Es sitzt bequem auf dem Kopf, obwohl die Polsterung am Kopfband nicht wirklich dick oder besonders stabil ist. Reicht aber offensichtlich aus, um einen lockeren Sitz zu vermitteln. Auch die Spannung des Bandes und der dadurch erzeugte Druck auf die Ohren gehen in Ordnung. Da bin ich als Brillenträger immer etwas empfindlich.

Was mir jedoch auffiel, ist, dass das Headset offensichtlich nicht für große Köpfe gemacht ist. Ich würde nun nicht behaupten, das voluminöseste Haupt zu haben, nutze das Headset aber in der größten Einstellung, damit die Muscheln direkt auf den Ohren sitzen. Solltet ihr zu den größeren Menschen gehören, probiert mal aus, ob das für euch überhaupt passt.

Bevor wir zum Klang kommen, noch ein paar Worte zur Geräuschunterdrückung und zum Ambient-Modus. Die Geräuschunterdrückung ist meiner Meinung nach einen Tick schlechter als beim Evolve2 75, aber auf einem guten Niveau. Stetige Geräusche werden gut gefiltert, kommen aber gelegentlich dann doch durch. Da scheint es noch ein wenig an Konstanz zu mangeln. Auch merkt man deutlich, dass durch ANC auch das Mikrofon und der Klang gedämpft werden. Hört sich alles etwas dumpf an. Der Ambient-Modus ist besser, aber nicht auf dem Niveau von Sonys Kopfhörern oder den AirPods Pro / Max. Dennoch hört man die Umgebung gut und muss das Headset nicht absetzen, um ein Gespräch zu führen oder Ähnliches.

Und wie macht sich das Headset klanglich? Wenn ich erneut mit Jabra vergleiche, muss man auch in diesem Bereich beim Cisco-Modell ein wenig Abstriche machen. Auch hier rangiert das Headset auf einem guten Niveau, doch in allen Frequenzbereichen ist noch Luft nach oben. Ohne Ausnahme fehlt es dem Headset ein wenig an Punch und auch an Detailtreue. Man kann nicht sagen, dass das Gehörte als Matsch beim Anwender ankäme – es ist ein guter, angenehmer Sound. Doch in puncto Klarheit und Präsenz geht noch ein wenig mehr. Ansonsten kann man dem Gerät ein ausbalanciertes Soundprofil attestieren, dass weder besonders basslastig wäre, noch den Fokus auf die Mitten oder Höhen legte.

Auch eine App bietet Cisco an, mit der sich die Firmware aktualisieren lässt. Ihr könnt damit auch aus drei verschiedenen Soundprofilen auswählen, mit denen sich aber nicht besonders viel im Klang ändert. Die Akkulaufzeit gibt Cisco mit 20 Stunden mit angeschaltetem ANC an. Da bin ich auch ungefähr gelandet. Nun muss man hierbei immer beachten, dass diese Laufzeiten mit einer Standard-Lautstärke und einem bestimmten Mix aus Kommunikation und Musik ermittelt werden. Das kann also von Nutzer zu Nutzer unterschiedlich sein.

Was bleibt noch zu sagen? Rundum macht das Cisco-Headset meiner Meinung nach einen ordentlichen Eindruck und liegt mit knapp 280 Euro etwa auf dem von der Konkurrenz vorgegebenen Wert. Wenn ich die Qual der Wahl zwischen dem Jabra Evolve2 75 und dem Cisco Headset 730 hätte, würde ich vermutlich zum Jabra-Modell greifen, da dieses in allen Bereichen ein wenig besser abschneidet. Am Ende empfindet aber jeder den Sitz etc. etwas anders. Hier kommt man also mit Probieren am besten weiter.

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Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail. PayPal-Kaffeespende an den Autor

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9 Kommentare

  1. Was all diese On-Ear Headsets aber gemeinsam haben sind unerträgliche Ohrenschmerzen wenn der Call mal länger als eine Stunde geht. Auch empfinde ich die meisten Headsets wie viele andere Geräte fürs Office auch als einfach überteuert

  2. Ich finde das Ding fürchterlich und bereue es, nicht wieder Jabra bestellt zu haben als mein 65 den Geist aufgegeben hat. Im vergleich zum Jabra finde ich es auf dauer zu schwer und zu straff. Die Bedienelemente funktionieren ausgerechnet mit Cisco Webex nicht wie sie sollten. Klanglich geht das Headset für den Träger in Ordnung. Allerdings wird mir immer wieder gesagt, dass man mich schlecht verstehen kann, vor allem im direkten Vergleich mit Jabra-Nutzern, die bei uns in der Firma überwiegen.

  3. Man muss darauf achten, dass die Kopfhöhrer richtig aufgesettzt werden, denn das Headset hat mehrere intelligente Micros, so dass sonst die eigene Stimme dumpf wird, da das Headset denkt, dass es nicht die Stimme ist die es übertragen soll. Sonst kann ich nicht sagen dass es sich schlecht anfühlt, auch lange Konferenzen tun nicht weh, ggf. hab ich einen anderen Kopf als andere. Bzgl. Webex Funktionen, klappt bei mir einwandfrei, ggf. muss ein Firmwareupdate her.

  4. Bin ich blind oder wird kein einziges Wort über den Preis verloren!?

    • Blind.
      Anfang vom letzten Absatz: „Was bleibt noch zu sagen? Rundum macht das Cisco-Headset meiner Meinung nach einen ordentlichen Eindruck und liegt mit knapp 280 Euro etwa auf dem von der Konkurrenz vorgegebenen Wert.“

      Ich finde diese Business-Headsets, egal von welcher Marke, gefühlt mindestens 100 Euro zu teuer. Gaming-Headsets sind nicht viel schlechter, kosten aber deutlich weniger.

  5. stiflers.mom says:

    Augenarzt aufsuchen !
    “ … und liegt mit knapp 280 Euro … „

  6. Gummierte Bedienflächen sehen nach einiger Zeit meist ziemlich pekig aus.
    Ein Tipp für alle denen Tragekomfort am wichtigsten ist: Plantronics Focus Voyager UC – wie ein Wölkchen :-). Ok, das ist sehr subjektiv, ich finde es von meinen vielen Headsets als das mit der am wenigsten störenden Kopfbefestigung. Im Homeoffice nutze ich das allerdings nicht am meisten, da ist mir die Bewegungsfreiheit von DECT wichtiger als die Geräuschunterdrückung.

  7. Das Headset ist nett gedacht, aber schlecht umgesetzt: nach längerem Tragen tut es richtig weh an den Ohren. Die Haptik der Knöpfe ist so lala und man verwechselt gerne Mal links und rechts. Die Ladestation ist so schwer, dass sie bei einem Fall auf 10cm Höhe direkt eine fiese Kerbe in meinen Bambusschreibtisch geschlagen hat.
    Jetzt zum Hauptproblem: der Software! Ich habe mehrere Updates hinter mir und noch immer klappt nicht alles. Je nachdem welche ANC man gewählt hat, wird man unterschiedlich gut vom Gegenüber verstanden. Telefoniert man über das Dongle und es kommt ein Anruf auf dem ebenfalls verbundenen Handy rein, den man annimmt, so ist danach die Verbindung gestört und man muss das Headset und/oder Dongle neustarten.
    Die Idee der Updates über eine Webseite ist nett, allerdings schlägt das in 3 von 4 Fällen fehl, was aber mit der Handyapp nicht besser ist – irgendwann klappt es dann.

  8. Wenn sie nur beim 75 Evo 2 endlich die Mikrofon Empfindlichkeit endlich besser hinbekommen würden. Das Dingen ist viel zu leise für den Gegenüber.

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