Facebook prüft angeblich Ausnahmeregelung: keine Daten in die USA

20. Oktober 2011 Kategorie: Social Network, geschrieben von: caschy

Ich lache. Ich kann es nicht glauben. Oder doch? Vielleicht werden die Daten von Facebook nicht mehr in die USA gesendet… wenn….ja wenn ihr aus Schleswig Holstein kommt! Um es mal leicht abgewandelt auszudrücken: Wir befinden uns im Jahre 2011 n. Chr. Die ganze Welt ist von den Facebook besetzt… die ganze Welt? Nein! Ein von unbeugsamen Nutzern bevölkertes Bundesland in Deutschland hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten. Warum ich lache? Weil jetzt wahrscheinlich jeder mit diesem Anliegen bei Facebook ankommen wird.

Ich haue euch den Text hier rein, der gerade auf Google+ bekannt wurde und zudem vom NDR stammt – da es sich um eine Pressemitteilung des NDR handelt, zitiere ich mal voll (Quelle: NDR Schleswig-Holstein Magazin):

Facebook prüft Ausnahmeregelung: Daten von Nutzern in Schleswig-Holstein sollen nicht weitergeleitet werden
Hamburg (ots) – Facebook prüft nach Informationen des NDR „Schleswig-Holstein Magazin“, die Übermittlung von Nutzerdaten aus Schleswig-Holstein in die Konzernzentrale in den USA zu stoppen. Dies ist nach Aussage des Schleswig-Holsteinischen Datenschutzbeauftragten Thilo Weichert das Ergebnis des heutigen Treffens (20. Oktober) mit dem Facebook-Europa-Repräsentanten Richard Allan in Kiel. Weichert sagte dem „Schleswig-Holstein Magazin“, dass Facebook überlege, anhand der IP-Adresse den Standort der Nutzer zu ermitteln. Daten von Nutzern in Schleswig-Holstein sollen dann nicht zur weiteren Verarbeitung in die Konzernzentrale in den USA weitergeleitet werden. Diese Ausnahmeregelung für Schleswig-Holstein wäre weltweit einmalig.

Hintergrund der Überlegungen von Facebook ist ein Konflikt zwischen dem Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz in Schleswig-Holstein und Facebook um den sogenannten „Gefällt-mir“-Button. Weichert kritisiert, dass Facebook Profile von Nutzern erstellt, die den Button anklicken, ohne dass diese darüber informiert werden. Das widerspreche dem europäischen Datenschutzrecht.

Und, was sagt ihr? Hat da jemand dem NDR nen Streich gespielt?

Über den Autor: caschy
Dortmunder im Norden. Blogger, Freund gepflegter Technik, BVB-Maniac und Hausmeister dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, XING und YouTube.

27 Kommentare

ulf_der_freak (twitter ) 20. Oktober 2011 um 19:01 Uhr

Ich möchte, daß Facebook meine Daten nicht nach Turkmenistan sendet.

Das3Zehn (twitter ) 20. Oktober 2011 um 19:05 Uhr

Ich sehe es schon kommen:

“Sorry, this userprofile can’t be viewed from your location” :D

JürgenHugo (twitter ) 20. Oktober 2011 um 19:09 Uhr

Wenn es Fakebook morgen nicht mehr gäbe, ich würd das gar nicht merken… :mrgreen: außer in den aufgeregten Kommentaren von anderen.

juppe 20. Oktober 2011 um 19:22 Uhr

“Warum ich lache? Weil jetzt wahrscheinlich jeder mit diesem Anliegen bei Facebook ankommen wird.”

Ja und?
Warum auch nicht. Scheinbar geht es, und scheinbar geht Facebook nicht kaputt dadurch.
Und wenn das ganze gar nicht nötig ist, sollte auch darauf verzichtet werden.
Die Paar Euro um ein paar Server in Deutschland aufzustellen sollte FB doch noch haben.

Ben 20. Oktober 2011 um 19:23 Uhr

Jetzt fühle ich mich in Niedersachsen benachteiligt. Das will ich auch :)

CuBe (twitter ) 20. Oktober 2011 um 19:25 Uhr

Na toll, dann werten sie die Daten halt innerhalb Deutschland aus. Was ein Fortschritt.

tux. (twitter ) 20. Oktober 2011 um 19:26 Uhr

Ich nicht – bei mir wird Facebook selbstverständlich vom Filter abgewiesen. Daten, die es nicht bekommt, darf es meinetwegen auch zu seiner Oma schicken.

Johannes 20. Oktober 2011 um 19:28 Uhr

Ich mach dann man einen Antrag für RLP.

smk 20. Oktober 2011 um 19:40 Uhr

Und wenn der Nutzer zwar eigentlich in SH wohnt, aber mal bei nem Kumpel in Niedersachsen sein Profil aufruft? Dann gehen die Daten doch in die USA und das vorherige Blockieren war sinnlos?

Also dann doch ne bundesweite Regelung, am besten generell den Datenstrom (zB in die USA) einschränken.

Jens 20. Oktober 2011 um 19:52 Uhr

Schleswig-Holstein, meerumschlungen,
deutscher Daten hohe Wacht,
wahre treu, was schwer errungen,
bis ein schönrer Morgen tagt!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
wanke nicht, mein Datenland
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
wanke nicht, mein Datenland.

Marv (twitter ) 20. Oktober 2011 um 19:57 Uhr

Wie war das nochmal mit dem Thema Netzsperren? Bald hat jedes Land sein “eigenes” Internet da gibbet dann kein Stress mehr nur ist halt auch net mehr soviel los wie jetzt. :P

Martin 20. Oktober 2011 um 20:10 Uhr

Konsequent wäre es, wenn alle Firmen die von den Datenschutzbeauftragten der Welt kritisiert werden ihre Dienste in den Ländern/Bundesländern komplett einstellen. Also Google, Facebook und so..
Für willige Nutzer bietet man eine Software an die auf einen eigens dafür aufgesetzten Proxy verweist worüber diese das World Wide Web weiterhin nutzen dürfen.

Axel (twitter ) 20. Oktober 2011 um 20:52 Uhr

Um die IP zu analysieren, werden sämtliche Daten vorsorglich schon Mal nach facebookland transferiert ;-)

manuel 20. Oktober 2011 um 21:00 Uhr

Endlich ein dezentrales Social Network :D

Schneewitchen 20. Oktober 2011 um 21:45 Uhr

Ach wie gut dass niemand weiss,
dass ich auf das Facebook scheiss!
Gehst du zu dem Zuckerberg,
bist du schnell ein kleiner Zwerg,
der schneller als er denken kann,
schwubdiwub ein nackter Mann.
Ach wie gut dass niemand weiss
dass ich auf das Facebook scheiss!

Volker 20. Oktober 2011 um 21:51 Uhr

Perfekt! 100% Netzwerk KnowHow. QSC Adressen sind wo? Nur so als kleine Testfrage :)

Tim (twitter ) 20. Oktober 2011 um 22:23 Uhr

Ich sehe da einen Markt für VPN-Server, mit IPs aus SH! :)

Helge (twitter ) 20. Oktober 2011 um 22:56 Uhr

Ich sehs schon kommen: Dann wird sich der Weichert sicher darüber aufregen, das anhand der IP der Standort abgefragt wird. Das geht ja auch mal gaaaaaaaaaar nicht ;-)

Also sorry – ich hab für den ganzen Käse kein Verständnis mehr. Erst Google Maps, jetzt facebook… Sollen sie doch das Internet bei uns in Schleswig-Holstein gleich abschalten.

Toby 21. Oktober 2011 um 10:57 Uhr

@Ben sehe ich genau so +.+

Hans van Aken 21. Oktober 2011 um 11:42 Uhr

Das Firefox-Addon ShareMeNot von der Universität Washington
löst das Problem, ähnlich wie die 2-Klick-Lösung von Heise,
ohne Gedöns, vor allem blockiert es auch die Weiterleitungen
von Daten, die OHNE Anklicken des Facebook-Buttons, bei
reinem Ansurfen einer Webseite, getätigt werden.
https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/sharemenot/
Funktioniert auch für die anderen “Social Networks” und
nicht nur in Schleswig-Holstein

JürgenHugo (twitter ) 21. Oktober 2011 um 11:43 Uhr

Mir kommt da gerade ein verwegener Gedanke: WIESO macht Fakebook das nicht überall so wie in SH? :mrgreen:

PS: Share me not hab ich auch…

Chris 21. Oktober 2011 um 17:11 Uhr

Man man man. Gruß an die zuständige Behörde in SH. Kopf anmachen!
Nach IP Adressen ist doch lächerlich. Schützt eure Bürger richtig.
Wie schützt Ihr eure Bürger, die sich nicht im IP Bereich, der SH zugeteilt ist? Bsp: Urlaub etc.
Schon mal ans mobile Internet gedacht? UMTS Sticks etc.

Das Ergebnis ist zwar ein Fortschritt, jedoch sieht das danach aus, als würden bei Ihnen Leute arbeiten, die vom Datenschutz recht wenig verstehen.

Thorsten 22. Oktober 2011 um 12:45 Uhr

zitat: Schon mal ans mobile Internet gedacht? UMTS Sticks etc.

Sehe ich ganz genauso! Die meisten sind doch heute mobil im Internet.

Plumsi 23. Oktober 2011 um 06:53 Uhr

Was soll das doofe Lachen? Leute wie Du begreifen die Probleme erst, wenn sie ihnen ins Gesicht springen. Dieses gestelzte Ich-bin-cool-und-brauche-keinen-Datenschutz ist sowas von lächerlich. Durch das Bloggen kommen leider mittlerweile nicht nur Computerexperten im Internet zu Wort, sondern auch Fanboys die absolut Null Schimmer haben – so wie in diesem Blog.

Tchooe 23. Oktober 2011 um 15:50 Uhr

@ Thorsten:
„Die meisten sind doch heute mobil im Internet.“

Wie bitte? Woher hast du denn diese Zahl? Gibt es dafür eine Quelle außer deinem Bauch?

d.g. (twitter ) 23. Oktober 2011 um 19:54 Uhr

In Hessen ist facebook kein Thema ,die Juristen sind hier mit der Klagewelle vom Flughafen in Frankfurt beschäftigt.



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