UltraViolet macht dicht: Das Aus für die digitalen Kopien

UltraViolet kennt ihr sicherlich: Über die Plattform, an der große Filmstudios wie Warner Bros, Universal und Lionsgate teilgenommen haben, konntet ihr digitale Kopien verwalten bzw. nutzen. Dazu liegen bis heute vielen Filmen auf Blu-ray und Ultra HD Blu-ray entsprechende Codes zum Einlösen bei. Praktische Sache: Ihr kauft den Film für beste Qualität auf einem physischen Datenträger, habt aber eben auch eine digitale Kopie in der Hinterhand – etwa für unterwegs. Bald ist damit, zumindest über UltraViolet, aber Schluss.

Variety hat zuerst darüber berichtet, auch auf der deutschen Website prangt aber schon ein entsprechender Hinweis zum Exitus. So rät man bisherigen Nutzern ihre UltraViolet-Bibliothek über ihr Konto auf der Website mit einem externen Anbieterdienst zu verlinken. In den USA wird es da schon konkreter und man empfiehlt etwa vudu. Jene sind hierzulande aber leider keine Option. Ist eine Verknüpfung hergestellt, soll der Zugriff auf die UltraViolet-Kopien auf diesem Wege später noch möglich sein.

Auch das Einlösen von noch im Handel herumfliegenden Codes soll weiterhin funktionieren. Richtet sich aber je nach Studio, wie lange das noch klappen dürfte. Überhaupt klingt das mit der Zukunft aber noch alles etwas vage und zeigt wohl die Unsicherheit, welche digitalen Kopien weiterhin im Gegensatz zu physischen Medien innewohnt: „Ihre UltraViolet-Bibliothek wird automatisch geschlossen, und Ihre Filme und Fernsehsendungen bleiben mehrheitlich bei zuvor verlinken Anbietern zugänglich.“ Tja, „mehrheitlich“ klingt jedenfalls leider nicht nach Vollständigkeit und kann im Einzelfall vieles heißen.

Hinter UltraViolet steckte das Digital Entertainment Content Ecosystem (DECE), welches wiederum ein Konsortium verschiedener Anbieter ist. Dicht gemacht wird UltraViolet endgültig am 31. Juli 2019. Warum man die Plattform schließt? Es heißt, dass sich der Markt für digitale Entertainment-Inhalte verändert habe. Dabei deutet man indirekt auch in Richtung Streaming. 30 Mio. Nutzer soll UltraViolet aktuell noch vorweisen. Da dürften viele von der Einstellung enttäuscht sein.

Es bleibt abzuwarten, was das insgesamt für digitale Kopien bedeutet. Disney hat etwa mit „Movies Anywhere“ in den USA ein Konkurrenzangebot am Start und andere Unternehmen ermöglichen das Einlösen digitaler Kopien via Apple iTunes. Zuletzt waren UltraViolet auch langjährige Partner wie 20th Century Fox, Universal und Lionsgate abgesprungen.

Am Beispiel UltraViolet sieht man aber auch ein wenig: Auch wenn in Zukunft das Gros der Kunden mit Streaming zufrieden sein dürfte: Titel können herausfallen, digitale Kopien verschwinden. Hat man aber eine Disk im Regal stehen, dann braucht man da deutlich weniger Befürchtungen zu haben, dass der Film oder die TV-Serie plötzlich nicht mehr verfügbar ist. Ein paar Gründe physische Datenträger zu kaufen, verbleiben also eben doch.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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26 Kommentare

  1. Für die Blu-ray zum Film Ted, habe ich einen iTunes Code bekommen. Seitdem habe ich das nie wieder gesehen. Die eigenen Lösungen der Studios waren immer furchtbar zu nutzen. Ich werde es wohl nicht mehr verstehen, warum man nicht auf etablierte Lösungen von Apple oder Google gesetzt hat

  2. Man kauft keine DRM-verseuchten Medien. Das hat man eigentlich bei Musik gelernt. DRM ist für Streaming OK (Spotify, Netflix), für „Besitzen“ aber keine Option, da der Besitz von externen Servern abhängig ist. Und die lohnen sich irgendwann für die Anbieter nicht mehr.

  3. Hm, noch nie davon gehört …

    • Martin Deger says:

      Echt? Hatte eine Weile lang fast jede BluRay.

      • Peter Brülls says:

        Ich musste erst diesen Artikel lesen, die diversen Überschriften auf Twitter und in RSS die ich las sagten mir auch nichts. Erst hier machte es wieder klick, dass ich das mal in einer BluRay- Packung gesehen habe.

        Aber eben nie benutzt. Wozu auch? Wenn ich die BluRay unbedingt auch virtuell brauche, dann rippe ich sie.

  4. Total Sinnlos, wundert mich absolut garnicht.

  5. Und da haben wir ihn. Den Beweis, dass die Disk im Regal ihr Geld wert ist und man den proprietären Digitalmüll der Studios nicht braucht.
    Ich digitalisiere mir meine Filme jedenfalls selbst. Abspielbar auf jedem Gerät. Wann immer ich möchte. Sooft ich möchte.

    • Dito, wenn viele Disks vorhanden sind, dann ist der Servier schon fast so groß wie bei einem mittleren Unternehmen (bei mir 40TB net bei Raid 5) kostet auch ein paar Groschen.

      • Wow Hut ab! Das hätte ich auch gern, aber mir fehlt die Zeit dafür. Hatte damals meine 300 CDs in MP3 gerippt. Das hat gefühlt ewig gedauert. Mittlerweile höre ich fast nur noch Streaming und frage mich, ob es die Zeit wert war. Und ist es mit Filmen nicht ähnlich? Es kommt regelmäßig so viel neuer Content. Ich schaffe schon den nicht, also brauche ich die alten Sachen objektiv betrachtet gar nicht mehr.

        • Ja, das hat sich in den letzten Jahren massiv verändert. Ich bin ein bisschen Old School und will mir nicht vorschreiben lassen ob und wie es einen Film gibt. Aber im Prinzip hast Du Recht heute würde ich das wahrscheinlich auch nicht mehr machen (ist alles über die Jahre gewachsen).

        • Peter Brülls says:

          Naja, wenn man es nebenbei macht, ist der Aufwand überschaubar. Dauert halt, aber die eigentlichen Aktionen sind halt nur Minuten. Einlegen, Wandeln starten, Meta-Daten überfliegen – das ist in zwei Minuten erledigt. Hatte ich gerade erst mit den Margaret-Rutherford-Filmen gemacht.

          Aber es stimmt schon, man braucht es nur bedingt. Bei mir verstauben die meisten Discs. Das gleiche gilt auch für die elektronischen Filme – seien sie nur erzeigt, gekauft, geladen oder Teil des Streaming
          – nur fällt es bei denen nicht so auf.

      • Sicher. Aber ist doch eine gute Investition. Die ich bisher nicht getätigt habe. Bluerays digitalisiere ich nämlich nicht. Habe immer noch kein Blueraylaufwerk im Rechner. 😀
        Und hauptsächlich geht es mir auch darum, auf der Urlaubsfahrt des Nachwuchs‘ liebste/n Serie/Film bei Langeweile auf dem Tablet parat zu haben. Die Fire-Tablets bieten sich mit ihrem SD Slot bei den Preisen dafür geradezu an. Da reicht dann auch ein mp4 Container. Und bei Schlechtwetter im Ferienhäuschen wird dann auch gerne mal via Chromecast ein Disney-Filmeabend mit der Familie gemacht.

        Aber wenn ich wollte, stünde mir eben nichts im Wege. 🙂

  6. Schade, dass es Komfort und Sicherheit nur bei illegalen Downloads gibt. 🙁

    • Das ist ja der größte Witz überhaupt, dass man als ehrlicher Käufer immer noch der Dumme ist, und nicht legale Alternativen das höherwertige Angebot darstellen.

      • Ingo Podolak says:

        In Deutschland kommt auch noch erschwerend dazu, dass das Angebot sehr unvollständig ist.
        Trotz Netflix,Amazon und sonst was Abo kann man viele Filme/Serien nirgendwo legal finden.
        Oft hat man gar keine andere Wahl als es irgendwo runterzuladen.
        Die Qualität ist bei den Downloads meist ohnehin besser als bei Streams vor allem bei 4K.
        Früher hatte ich seeehr viele DVDs aber bei Bluray haben sie es mit Kopierschutz so übertrieben das es für mich keine Option mehr war.
        Inzwischen bin ich recht glücklich mit Netflix, Amazon und meiner eigenen 20TB großen Sammlung mit schöner Datenbank.
        Vom Look&Feel von Kodi oder Plex können sich die ganzen Streaminganbieter ne große Scheibe abschneiden.

        • Man muss man Netflix und Amazon (Amazon wird es m. E. aber schon weniger) auch zugute halten, dass diese für nahezu allen Content auch den O-Ton vorhalten und einem nicht die synchronisierte Kacke aufzwingen wie es vorallem Google im Play Store macht.

        • Ich habe früher als armer Schüler auch quasi alles geladen, zumal es zu der Zeit keine legalen digitalen Alternativen gab.
          Mittlerweile bin ich davon aber schon länger abgerückt. Mein Netflix und Prime Abo decken schon einen Großteil ab, soviel Zeit habe ich eh nicht um den ganzen Kram zu sehen.

          Und wenn dann mal ein Film nicht dabei ist den wir sehen wollen, beiße ich halt in den sauren Apfel und zahle die 4 Euro für den Leih Download.
          Der Preis ist zwar auch in meinen Augen (deutlich) zu hoch für eine einmalige digitale Leihe, aber ich fange sicher nicht an mir die DVD zu besorgen, diese zu digitalisieren (habe schon ewig keinen DVD Player mehr hier rum stehen), und danach wieder die DVD zu verkaufen oder im Schrank zu stapeln weil ich Filme eh nicht doppelt ansehe.

          • Dann hat das Prinzip, dass du auf den Wert deines Eigentums – die freie Entscheidung, wann du deine jederzeit verfügbare Disk ansehen möchtest – freiwillig zugunsten der Bequemlichkeit verzichtest, doch wunderbar zugunsten der Anbieter funktioniert. So hat eben jeder seine persönlichen Präferenzen.
            Ich schaue mir meine Filme gerne auch mehrfach an, weil ich mir nur Filme kaufe, die mir auch – mehr oder weniger – gefallen. Das kann man anhand der Trailerflut heutzutage noch besser einschätzen, als früher.

  7. Auch im E-Book-Bereich gibt es ja leider immer noch „hartes“ DRM, ganz vorneweg Amazon für die Kindle-Plattform. Adobe DRM ist auch so eine Kathastrophe . Gut daß immer mehr Verlage auf Wasserzeichen für E-Books setzen – man kann sie mit jeder Software auf jeder Plattform öffnen und dennoch sind urheberrechtsverstöße nachvollziehbar . Warum so was einfaches nicht auch bei Musik und Film – auch im Streaming ? Kann man nicht einfach dem Stream ein Wasserzeichen überlagern , daß auf den Abonnenten verweist der Dateien weitergibt ? . .
    In Sachen E-Books wäre ich für eine Stärkung der Verbraucherrechte bei hartem DRM : wenn ich ein E-Buch einmal gekauft habe z. B. bei Amazon , sollte ich das Recht haben es auch außerhalb der Kindle-Welt z. B. in iBooks oder mit einem anderen Reader zu lesen . Erworbene „harte“ DRM -Schlüssel sollten portierbar sein damit man bei einem Plattformwechsel nicht seine rechtmäßig erworbenen Inhalte verliert. Das sollte dann analog auch auf andere medien ausgedehnt werden.

    • Insbesondere da Preisbindung ja gilt, warum also das Gleichr zahlen, wenn ich nicht das Gleiche machen darf.

    • „Gut daß immer mehr Verlage auf Wasserzeichen für E-Books setzen“

      Nein. Wasserzeichen sind nichts wert. Weder bei Büchern noch bei Musik oder bei Filmen. Nehmen wir nur mal an, du lässt dein Handy, Tablet oder was auch immer z.B. im Zug liegen oder es wird dir geklaut. Wenn jetzt der „Finder“ den Content irgendwo hochlädt führt das Wasserzeichen wohl kaum zum schuldigen. Das Wasserzeichen beweist nur, dass du den Content ursprünglich gekauft hast, nicht mehr.

      • Korrekt, aber das ist dann doch ein sehr unwahrscheinliches Szenario. Und mir persönlich ist ein Wasserzeichen deutlich lieber als ein hartes DRM das den Komfort und das Handling mit den Mediendateien erheblich einschränkt.

        Und ganz ehrlich sollte ich wirklich mal meinen MP3 Player verlieren, jemand das Ding finden und dann nichts besseres damit zu tun haben als die Musik irgendwo hochzuladen, und dann auch noch dabei erwischt werden, und der Anbieter das zum Uploader und zu mir über das Wasserzeichen zurück verfolgt dann lasse ich es da liebend gerne auf das Gerichtsverfahren ankommen.

        Kein Richter dieser Welt wird Dich in so einem Fall zu irgendwas verurteilen.

  8. Es gibt doch schon lange Flixter: habe mein Ultra Violett Konto mit Flixter gekoppelt und alle meine Filme sind jetzt bei Flixter. Ich finde es einen schönen Mehrwert die Filme auch digital zu haben

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