StreamOn: Deutsche Telekom wird alle rechtlichen Schritte für Erhalt des Angebots ausnutzen


Wir berichteten neulich über die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Köln, aus der hervorgeht, dass das Angebot StreamOn rechtswidrig ist. Nun äußert sich die Telekom auch selbst zur Entscheidung und stellt gleich einmal heraus, dass die Entscheidung keine unmittelbare Auswirkung auf das Angebot hat. Man wird weiterhin alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, damit den 1,7 Millionen Kunden und über 350 Inhalte-Partnern keine Nachteile entstehen.

Zur rechtlichen Seite sagt die Telekom:

Wir sind nach wie vor der Auffassung, dass unser Angebot nicht gegen EU-Recht verstößt. StreamOn ist in Deutschland ein absoluter Erfolg. Und nicht zuletzt hat das Angebot den Wettbewerb im deutschen Mobilfunkmarkt belebt. Wir sind überzeugt, dass die EU-Roaming-Verordnung auch nationale Tarife erlaubt, und dass StreamOn als kostenloser Zusatzvertrag in Deutschland nicht EU-weit angeboten werden muss. StreamOn ist von vorne herein als ein kostenloses Angebot zur Nutzung im Inland konzipiert worden. Das haben wir klar kommuniziert. Das wurde 100prozentig akzeptiert. Es gibt keinerlei Beschwerden von Kunden oder unseren Partnern.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Bandbreiten. Wir halten die Übertragung in DVD-Qualität für die Darstellung auf mobilen Endgeräten für absolut ausreichend. Das zeigen gerade auch die hohen Buchungszahlen unserer Kunden und das große Interesse unserer Partner. Auch hier sehen wir keinen Verstoß gegen EU-Recht, zumal andere Qualitäten im Bedarfsfall jederzeit genutzt werden können.

Nun kann man dazu natürlich eine Meinung haben, anders sieht es aber aus, wenn tatsächlich Gesetze und Regelungen missachtet werden. Ich verstehe die Argumentation der Telekom, allerdings bin ich auch der Meinung, dass die Punkte, die vom Verwaltungsgericht bemängelt wurden, leicht abstellbar wären. Soll das Ganze doch auch im EU-Ausland funktionieren. Und soll die Übertragungsqualität doch angehoben werden.

Bei laut Telekom 1,7 Millionen Nutzern wird das den Kohl nicht fett machen. Nicht jeder gehört zu der Gruppe der Ausnutzer eines solchen Angebots, das sollte ein Unternehmen der Größe der Telekom locker verkraften. Warum man sich hier auf Krampf querstellen muss, verstehe ich nicht. Es ist nicht so, dass die Telekom bei ihren Verträgen mit sehr knappen Margen arbeitet, im Gegenteil.

Insofern mal sehen, was das Oberverwaltungsgericht entscheiden wird. Und mal sehen, ob die Telekom dann tatsächlich das Angebot einstellen würde anstatt auf ein paar Euro Gewinn zu verzichten, weil man durch die Erweiterung des Dienstes höhere Kosten hat. Das wäre dann nämlich wieder null im Interesse der Kunden und Inhalte-Partner.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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26 Kommentare

  1. Deutschland ist relativ margenschwach, weil die regulatorischen Kosten so enorm sind. Der Finanzminister will Milliarden für die Verwaltung des Gemeinguts Frequenzspektrum, das ist nahe an einer Steuer auf Luft. Bis dahin, dass „elektrosensible“ Bürger erzwingen, dass relativ schwache Sender eingesetzt werden, so dass es vergleichsweise viele Funktürme braucht, mehr als in anderen Ländern auf Fläche.

    Der Hebel zu möglichst hohen Umsätzen, um das zu kompensieren ist das Geizen mit Datenvolumen. Nicht weil es so teuer in der Bereitstellung ist, sondern weil die Rechnung nicht funktioniert wenn alle möglichst billige Tarife buchen. Gleichzeitig hat man die Kundschaft damit sehr frustriert.

    StreamOn hat den strategischen Sinn die Kunden zu motivieren teure Tarife zu buchen (vgl die Staffelung der Leistungen bzw wann es überhaupt StreamOn Audio gibt), aber wenigstens aufzuhören die Kunden dann standig zu frustrieren weil das Datenvolumen nicht reicht, wenn sie schon teure Tarife gebucht haben.

    Der Staat macht es sich verdammt bequem wenn er das untersagt aber durch seine Regulierung die Unkosten so in die Höhe treibt. Das hemmt im Ergebnis die mobile Datennutzung und damit die Entwicklung der hiesigen Wirtschaft.

    Danke, Neuland.

    • Sascha Ostermaier says:

      Also wenn ich mir die Bilanz der Telekom aus 2017 anschaue, sehe ich da nichts von margenschwach. Wo kommt dieses Märchen her?

    • StreamOn hat den strategischen Sinn die Kunden zu motivieren teure Tarife zu buchen (vgl die Staffelung der Leistungen bzw wann es überhaupt StreamOn Audio gibt), aber wenigstens aufzuhören die Kunden dann standig zu frustrieren weil das Datenvolumen nicht reicht, wenn sie schon teure Tarife gebucht haben.

      Der Sinn liegt wohl eher darin, Kunden an die eigenen Tarife und die kooperierenden Dienste zu binden. Hierdurch verhindert die Telekom Wettbewerb nicht nur im Internetmarkt sondern auch bei Streamingdiensten. Als Infrastrukturanbieter und Teil des Oligopols im Markt sollte sie sich aber neutral verhalten müssen!

    • Hallo Sabine, ich hoffe du weißt was eine Marge ist, denn die Margen der dt. Telkos sind ziemlich prächtig. Also bitte nicht mit falschen Annahmen/Behauptungen in einen Kommentar steigen, da hat man wenig Lust den Rest zu lesen.

    • Sabine kein BWL in der Schule gehabt? „Unkosten“ gibt es in der Buchhaltung nicht!!

    • Finde nur ich es auffällig, dass Sabine bei Telekom Nachrichten zu StreamOn diese als unschuldiges Opfer darstellt?

      • Sascha Ostermaier says:

        Nein. 🙂

      • Ich bin mir gar nicht sicher, ob die Telekom bezahlte „Shills“ braucht (gibt es dafür einen deutschen Begriff?). Gibt ja genug Fanboy-Kunden, die die Telekom in ihrer Opferrolle unterstützen. 😉

  2. „Wir sind nach wie vor der Auffassung, dass unser Angebot nicht gegen EU-Recht verstößt. StreamOn ist in Deutschland ein absoluter Erfolg.“

    „Wir halten die Übertragung in DVD-Qualität für die Darstellung auf mobilen Endgeräten für absolut ausreichend. Das zeigen gerade auch die hohen Buchungszahlen unserer Kunden und das große Interesse unserer Partner.“

    Da kann ich nur sagen: Man frage Google mal, was „Non-sequitur“ bedeutet.

    Wenn man nicht belegen kann, dass man rechtskonform handelt, dann muss man halt so krude argumentieren. Ich wünsche ihnen, dass sie scheitern. Dann wären sie vielleicht mal gezwungen, den Kunden mehr Datenvolumen anzubieten, mit dem diese dann machen können, was auch immer sie wollen. Zum Beispiel auch Inhalte in mehr als HD-Qualität konsumieren!

    Und das sage ich als jemand, der gezwungenermaßen auch so ein dämliches Angebot nutzen muss (allerdings bei Vodafone). Ich will das nicht. Ich will ausreichend Datenvolumen für meine Zwecke zu einem fairen Preis, und will mir dann nicht vom Provider vorschreiben lassen, dass ich damit gefälligst Netflix in schlechter Qualität zu gucken habe. Zumal ich das mobil ja eh nicht kann – lediglich beim Bahnfahren würde ich das nutzen, und dafür reicht die Netzabdeckung nicht.

    • Was du willst, vielmehr möchtest, tut nur absolut nichts zur Sache, zumal du hier Äpfel mit Birnen vergleichst.
      Es geht um ein kostenloses Zusatzangebot von Telekom-Kunden und nicht, wie im Beispiel Vodafone, um kostenpflichtige Zusatzoptionen.

      • Schön, dass du den Telekom-Sprech vom kostenlosen Zusatzangebot so gedankenlos übernimmst.

        Klar tut zur Sache, was ich will. Wenn die Telekom behauptet, alle Kunden fänden das toll, ich das aber nicht finde, dann sage ich das auch. Mag sein, dass der Großteil der Kunden nicht bis drei zählen kann, aber das muss ja nicht für jeden gelten. Was bitte wäre schlecht daran, wenn man als Kunde einfach selbst entscheiden könnte, was man mit seinem Datenvolumen machen will? Stream On ist in allererster Linie eine Datensparmaßnahme der Telekom und nicht ein Geschenk für die Kunden. Ohne Stream On könnten sie es sich nicht leisten, so unverschämt kleine Datenvolumina so teuer zu verkaufen. Also „schenken“ sie den Kunden unbegrenztes Streamingvolumen mit Datensparmechanismen. Und alle potenziellen Kunden, die sich in ihrem Nutzungsverhalten nicht auf Musik- und Videostreaming einengen lassen wollen, sind dann halt die Deppen. Genau deshalb sind solche Angebote nicht diskriminierungsfrei: Sie diskriminieren beim Nutzungsverhalten der Kunden.

        Klar, kann man toll finden und verteidigen. Man kann aber auch sagen, dass man das für Mist hält. Und das tue ich hier.

        Äpfel und Birnen: Mir ging es hier überhaupt nicht um irgendeinen Vergleich, die Nebelkerze kannst du dir also sparen. Tatsache ist, dass ein Vodafone Pass in meinem Vertrag kostenlos enthalten ist und genauso gestaltet ist wie Stream On (nur Deutschland, Videostreaming nur in mäßiger Qualität). Bloß beschränkt sich der _kostenlose_ Pass auf einen Bereich der Wahl (Musik oder Video oder Social).

        • Ich finde das toll und bin Kunde. Bist du Kunde?

          Jetzt mal ernsthaft, ich finde nicht das die Telekom „unverschämt kleine Datenvolumina“ bereitstellt. Was hast du denn für Vorstellungen? Wenn dann betrifft das alle Provider in Deutschland.

          • Ja, ich bin Kunde. Sogar Telekom-Kunde und Nutzer mehrer Telekom-Verträge. Und wie sieht’s mit Argumenten aus?

            Genau darauf wollte ich allerdings hinaus: „Unsere Kunden finden das toll, also kann/darf das nicht rechtswidrig sein“ ist eine selten dämliche Logik.

            Die Volumina sind besser geworden, ja. Ich habe einen Vertrag, bei dem ich Preis und Volumen okay finde. Allerdings haben da tatsächlich alle deutschen Provider Verbesserungsbedarf.

            Unabhängig davon halte ich StreamOn für eine Verletzung der Netzneutralität, und darum geht es ja. Nicht darum, ob viele Kunden es toll finden.

            • Wenn ich sage „Ich finde das toll“ brauch ich keine Argumente! Du brauchst Argumente weil du nörgelst!

              Als Kunde ist mir egel welche Logik du oder irgendwer anderes an die Sache anlegt.
              Das Gericht hat nichts zur Netzneutralität gesagt.

  3. Hier wird ein PR-Statement der Telekom verbreitet – und im Artikel wird kein einziges Mal das Wort „Netzneutralität“ erwähnt? Dagegen verstößt die Telekom nämlich.

    • Hier wird sich leider sehr selten kritisch oder inhaltlich mit den Themen auseinandergesetzt. Ob nun positiv oder negativ ist ja erstmal egal, aber es wird lieber keine Stellung bezogen und irgendwie begründet.

      Nach diesem Blog sind die wichtigsten Themen der digitalen Welt derzeit Klinkenanschluss und Notch.

    • Deshalb auch der Verweis auf den vorherigen Artikel. Man muss ja nicht alles 20x schreiben.

  4. Bei einem 45-55€ Vertrag mit deutlich unter 10GB / Monat von „kostenlosen“ Paketen zu sprechen, ist schon eine harte Nummer! Die Telekom rückt sich immer wieder in eine Opferrolle und stellt sich als Engel dar.
    Mit geht die DVD Qualität total auf den Sack! Vor allem, weil ich auch manchmal das Handy mit einem HDMI Adapter an einen Monitor anschließe. Und natürlich lade ich Filme so gut es geht vor dem Urlaub runter, und zwar nur deshalb, weil ich meinen Handyvertrag mit dieser Option eben nicht im EU Ausland nutzen kann, als wäre ich Zuhause!
    Gebt mir einfach unlimited LTE EU-weit für 50€ und ich bin ruhig!

    • Das stimmt aber mal so gar nicht. Wenn Du vom normalen preis ausgehst, dann gibt es nur wenige Tarife mit 10 und mehr Datenvolumen. Aber bei mydealz.de, MobilCom & Co bekommt man recht häufig 10GB Verträge für unter 30€, Datentarife sogar für 15€ von der Telekom.

      Und wenn du dein Handyvertrag als billigen Festnetzersatz verwendest, wofür er gar nicht gemacht ist, kannst Du dich auch nicht beschweren. Zudem klingt Deine Beschwerde auch sehr konstruiert für mich. In weniger als 10 Sekunden kann ich StreamOn jederzeit abbuchen bzw. deaktivieren, warum kannst Du das nicht? Wenn Du als Golem einen ein stündigen Film gucken willst, aber dir keine 10 Sekunden Zeit nimmst um Streamon auszuschalten, dann ist das eigentlich nur dein Problem.

      Außerdem ist dein Beitrag sowieso inhaltlich falsch, weil bei den 50€ Tarifen der Telekom kannst Du kostenlos StreamOn Music&Video MAX buchen und damit kannst du auch Videos in HD schauen.

  5. Der größte Hohn ist ja noch, dass die Telekom so tut, als würde sie alles für uns tun, dass die Pakete bloß so erhalten bleiben, wie sie sind.

    Viel mehr geht es doch bei bei der ganzen Angelegenheit darum, dass die Telekom die Pakete zu Gunsten aller Beteiligten (außer der Telekom selbst) nachbessert.

  6. M. E. ist StreamOn sowieso der falsche Weg. Echte Datenflatrates ohne Volumenbegrenzung wären der einzig richtige Weg. Und Preise gestaffelt nach Geschwindigkeit wie im Festnetz üblich . Dabei würden mir mobil schon 6 oder 10 MBit/s reichen – denn ich versorge nicht , wie zu Hause über meinen DSL-Router , eine ganze Reihe von Geräten über diesen einen WAN-Anschluß sondern nur ein oder vielleicht über Mobilfunk-Tethering 2 oder 3 Geräte . Da sollten 10 MBit/s reichen und bezahlbar als echte Flat angeboten werden. Wer mehr Bandbreite will soll sie dann zusätzlich zahlen. Für mobilen Internetradioempfang , Musikstreaming oder 720 p – Filme sollten 6 oder 10 MBit/s locker ausreichen . Und Sabine hat insoweit recht, daß sich der Bund hier über die Auktionen bereichert . Entweder man vergibt die Bandbreite gegen Auflagen zur Versorgungsdichte , Netzneutralität und zu Verbraucherfreundlichen Preisen kostenlos oder aber der Bund errichtet selber ein Netz wie bei den bundesfernstraßen und läßt dann alle Anbieter gegen gleiche Bedingungen dieses nutzen und damit Ihre Kundenprodukte aufbauen. FlixBus hat ja auch keine eigenen Autobahnen , die gehören dem Staat. Warum ist man beim Mobilfunk diesen irrweg gegangen Frequenzen auf Zeit zu verkaufen ?

    • Bei einer echten Flatrate würden die Leute aber ihr DSL zu Hause kündigen und nur noch LTE nutzen. Ob dafür selbst das gute Telekomnetz ausgelegt ist, wage ich zu bezweifeln. Andererseits wird die in anderen Ländern teilweise auch schon so gemacht und die Netze halten dem auch Stand.

  7. LTE oder Mobilfunk generell als „DSL-Ersatz“ hängt vor allem an den Streaming-Volumina, denn jeder Radiosender , jeder TV-Sender den man über die üblichen Protokolle streamt, ist eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung und addiert ihre volle Bandbreite. Broadcast ist Punkt-zu -viele und viel ökonomischer. Meines Wissens werden für 5G Broadcast -protokolle entwickelt die dann zumindest Streaming linearer TV-und Radio-Angebote effizienter machen. Das könnte helfen daß Mobilfunk eine Chance als DSL-Ersatz hätte.

  8. Matthias Lange says:

    Nutze jetzt seit ca 2 Jahren den MagentaMobil XL Premium und muß mir um so nen Kram zum Glück keine Gedanken machen.

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