Spezielle Filteranlagen können CO2 aus der Luft filtern und unter anderem Baustoffe daraus machen

Umweltschutz geht uns alle an! Das ist auch einer der Beweggründe, das nachfolgende Thema hier in einem eigentlich rein auf Technik ausgelegten Blog zu erwähnen. Im Grunde möchte ich diejenigen unter euch, die jetzt noch Interesse am Weiterlesen haben, darüber informieren, welche Technologien uns in der heutigen Zeit dabei helfen sollen, noch ein wenig länger auf diesem Planeten existieren zu können und zu dürfen.

Bekanntermaßen ist einer der zahlreichen Faktoren, mit dem wir unsere Erde so hart belasten, der enorm hohe Ausstoß von Kohlenstoffdioxid. Ich möchte an dieser Stelle gar nicht erst zerpflücken, warum und inwieweit jene chemische Verbindung alles andere als gesund für unsere Umwelt ist, das können andere sicher wesentlich besser erklären. Fakt ist: es bedarf Technologien, die sich um den Dreck, den wir produzieren, kümmern und ihn am besten auch noch zu positiven Zwecken umwandeln können.

Da gibt es derzeit vor allem einen wirklich sinnvollen Ansatz, die sogenannten Direct-Air-Capture-Anlagen (DAC), deren Hauptaufgabe darin besteht, Kohlenstoffdioxid aus der Luft zu extrahieren und die gebundenen Stoffe für andere Verwendungen umzuwandeln.

Bisher recht erfolgreich in der Industrie eingesetzt wird ein Verfahren namens Bio-energy with carbon capture and storage (BECCS), welches versucht, den bei der Verbrennung von Biomasse in Kraftwerken entstandenen Kohlenstoff abzutrennen und ihn dann in die Tiefe zu pumpen, wo die Treibhausgase in geologischen Formationen eingeschlossen werden. Der Nachteil hier liegt darin, dass sich das Ganze lediglich direkt in Fabrikschornsteinen einsetzen lässt, was den global bereits verbreiteten Kohlenstoff nicht berücksichtigt.

DACs wiederum können als Anlage an vielen unterschiedlichen Standorten aufgebaut werden und ihre Arbeit verrichten. Sie arbeiten im Allgemeinen so, dass sie Luft an einer Sorptionsmittelchemikalie (z.B. Kalziumhydroxidlösung) vorbeiströmen lassen, die sich dann an das Kohlendioxid bindet, aber anderen Molekülen den ungehinderten Durchgang ermöglicht. Das abgetrennte CO2 wird dann vom Sorptionsmittel gelöst, gereinigt und für den Einsatz in industriellen Anwendungen konzentriert. Nachteil hier: die Kosten. 1.000 Dollar pro gereinigte Tonne CO2 sind leider eine Hausnummer, die derzeit kaum zu stemmen ist.

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Video-Link: https://youtu.be/_l-0zOnULQQ

Das schweizer Unternehmen Climeworks gehört zu denjenigen Vorreitern, die zeigen wollen, dass der Prozess mit der Zeit auch durchaus wirtschaftlich günstiger werden kann. Sie haben ein kleines DAC auf der Verbrennungsanlage einer nahegelegenen Bergstadt errichtet. Für das gereinigte CO2 zahlt ein anliegendes Gemüseunternehmen rund 225 Dollar pro Tonne, um damit seine Gewächshäuser versorgen zu können.

Doch statt Wiederverkauf des gereinigten CO2 lassen sich damit auch andere Dinge realisieren. Die Healthy Climate Alliance (HCA) hat einen Prototypen am Start, der auf ein harzbasiertes Sorptionsmittel setzt, das CO2 sammelt, wenn es der Luft ausgesetzt ist, es aber freisetzt, wenn es unter Wasser getaucht wird. Damit kommt der Prototyp auf derzeit zwei bis zehn Pfund gebundenem Kohlenstoff pro Tag. Die endgültigen Kosten sollen dann bei vermutlich 30 Dollar pro gereinigter Tonne CO2 liegen.

Anstatt das Kohlendioxid, welches das DAC sammelt, zu reinigen, verkauft HCA das CO2 an das Bauunternehmen Blue Planet, das Bauprodukte auf Kohlenstoffbasis verkauft, die in Materialien wie Beton verwendet werden. Bleibt zu hoffen, dass den Ingenieuren nicht auf dem letzten Meter noch Steine in den Weg gelegt werden, es wäre doch zu schön, wenn wir es wirklich irgendwann einmal schaffen könnten, der Umwelt wieder ein Stück entgegenkommen zu können.

via Engadget

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Benjamin Mamerow

Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter und Google+. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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23 Kommentare

  1. Interessanter Ansatz!
    Aber es ist immer wieder erstaunlich, dass sich die Menschen beharrlich weigern, die eigentliche und grundlegende Ursache unserer Probleme zu erkennen und Lösungen dafür zu entwickeln:
    Die Probleme sind direkt mit der Zahl der Menschen auf diesem Planeten verbunden. Abgesehen davon, dass die Menschen in der 1. Welt über ihre Verhältnisse leben und die der 3. ausbeuten ist der „Verbrauch“ an Fläche und die Vernichtung von natürlichen Ökosystem (Stichwort Regenwald) durch die immer stärker wachsende Weltbevölkerung begründet.
    Solange die Menschen nicht endlich einsehen, dass eine hemmungslose Vermehrung letztlich zum Kollaps führt und beginnen diese in den Griff zu bekommen, steuern wir weiterhin auf die Katastrophe zu.
    Statt 10 Milliarden Menschen könnte die Erde bequem 2 bis 3 Milliarden bei gleichen hohem Lebensstandard wie in der 1. Welt „ertragen“.
    Das ist jetzt natürlich kein Aufruf zum Massenmord an den „überzähligen“ 7 Milliarden (wer will schon entscheiden, wer „über“ ist und wer nicht)!
    Ich wage auch zu bezweifeln, dass bspw. Die UN dafür überhaupt einen Ansatz entwickeln kann, denn jeder Politiker will ja „seine“ Landsleute (Wähler) behalten….
    Man kann also eigentlich nur auf eine globale Seuche oder andere Katastrophen hoffen, denn ansonsten wird Menschheit kaum eine Zukunft haben.

    • Menschenverachtendes Ökogeschwätz, wiedermal typisch.
      Die Weltuntergangspropheten waren sehr fleißig und bei jedem Umweltthema taucht irgendein verwirrter Mensch auf, der darauf reingefallen ist.
      Damit wächst jetzt eine hoffnungslose Generation auf, der alles egal ist, weil sie glaubt, dass alles zu spät ist. Mit solchen Leuten kann man alles machen.

      Die Fakten sprechen eine andere Sprache.
      Hier eine schöne Doku dazu: https://www.youtube.com/watch?v=cRBBH72j8ao
      Oder auch das hier (Population Boom): https://www.youtube.com/watch?v=lCJrLNcqgg8

      Und wer die große Seuche herbeisehnt, dem bleibt nur zu wünschen, dass seine Lieben die ersten Opfer werden.
      Wer meint, eine Antwort auf die Frage zu haben „Wer von uns ist zuviel?“ ist entweder ein Fanatiker, ein Mörder oder ein Dummkopf.

      • Oh, da habe ich wohl ins Schwarze getroffen was?
        Aber verstanden hat du schon, dass ich genau diese Frage (wer will entscheiden wer „übrig“ ist) niemandem zur Entscheidung überlassen kann. Aber trag ruhig weiter deinen Aluhut und glaube an die Verschwörung und dass der Klimawandel nur ein Märchen ist.
        Folge weiter Donald T auf Twitter und sonne dich in seinem Glanz!

        • Es ist soo traurig…
          Als ein Mensch, der schon vor 25 Jahren lebhafte Diskussionen zu dem Thema in diversen Foren geführt hat, versinke ich heute vor Scham im Boden, wenn ich sehe, wer heute da mit die neue Rechte kritisiert. Und vor allem wie. Da wundert einen nichts mehr, auch nicht, dass die braunen Kameraden so erfolgreich sind – wenn sie gegen Schlaumeier wie den da oben antreten müssen.

        • Die Entscheidung „wer übrig ist“ muss nicht getroffen werden und kann man auch wirklich niemandem zumuten. Statt dessen könnte man mal nach China schauen wo es eine Zeit lang die 1-Kind Politik gab.
          Dazu ist die notwendige „Technologie“ für die CO2-Reduktion doch bereits vorhanden und ausreichend erprobt. Nur wird diese leider fleißig zerstört, statt die Regenwälder abzuholzen sollte man sie aufforsten und noch einiges extra pflanzen.
          Grün ist doch ne schöne Farbe 🙂
          Ansonsten, ja war wohl ein Treffer.

          • Du möchtest also für Geburtenkontrolle sorgen? Natürlich bei den anderen, nehme ich an?
            Du möchtest also den Schwarzen in Afrika vorschreiben, wie viele Kinder sie zu kriegen haben, aufgrund deiner überlegenen Erkenntnisse über die Welt und ihre Entwicklung.
            Und diejenigen, die sowas menschnenverachtend finden, sind Anhänger von Trump und Aluhutträger.
            Ich verstehe. Wenn Menschen wie du heute Bertolt Brecht treffen würden, der wäre für euch ein Nazi. Und Mengele wohl ein Humanist, immerhin hat er sich verdient gemacht bei der Beseitigung der menschlichen Seuche auf diesem Planeten.

            • Die Schlüsselwörter sind Bildung und Einsicht. Für manchem sind das natürlich Fremdwörter. Zwischen sinnvoller Geburtenkontrolle und der Nazi-Vernichtungsmaschinerie sind Welten, aber das zu verstehen setzt dann auch wieder Bildung voraus. Wünsche noch einen schönen Sonntag und zum Abend einen fetten Fisch.

              • Wer mit Trump um sich wirft, kriegt auch ab und zu einen Mengele zurück, kein Grund zum Heulen.
                Also halten wir mal fest:
                Wenn die Gründe ‚Bildung‘ und ‚Einsicht‘ sind, dann ist es nicht menschenverachtend, den Schwarzen in Afrika vorzuschreiben, wie viele Kinder sie zu kriegen haben.
                Moment… also fehlt ihnen die weiße ‚Bildung‘ und ‚Einsicht‘? Habe ich das richtig verstanden?
                Jetzt kommst du aber in eine Zwickmühle, mein Lieber, da wird es auch im höchsten Elfenbeinturm langsam schwierig, auf einen ‚grünen‘ Zweig zu kommen. *g*
                Da tun sich die braunen Kameraden leichter, diesen Faden weiter zu spinnen. Aber manche Ökos wollten da unbedingt mitmachen, also bitte sehr. Auch wenn es ein wenig abgestanden und eklig riecht.

                Da nehme ich lieber den Fisch.

            • @TVB: Du bist soo dumm, da lohnt keine Diskussion. Geh wieder schlafen.

            • ähm, Du bist der einzige, der davon spricht eine Geburtenkontrolle nur Afrikanern vorzuschreiben. Von daher würde ich mich an Deiner Stelle fragen, warum Du nur an sie denkst, statt an die gesamte Menschheit, wovon auszugehen ist wenn nicht weiter differenziert wird.
              Am besten leg ich mal die Kommentare meiner farbigen, zukünftigen Gattin vor und frage, ob sie zu dem gleichen Schluß kommt wie Du.

              by the way, Hasttest Du Brecht mal persönlich getroffen? Der hatte eine Ferienhütte in Dänemark in der Nähe unsere Camping-Platzes. Reichlich arrogant und selbstgefällig war der Kerl und hatte Probleme Andersdenken zu akzeptieren. Mit anderen Worten, irgendwie auch ein Fanatiker, was untergegangen durch die eine oder andere gute Lektüre von ihm.

        • Zitat:
          „Aber verstanden hat du schon, dass ich genau diese Frage (wer will entscheiden wer „übrig“ ist) niemandem zur Entscheidung überlassen kann. “

          Ich habe es genau verstanden. Du bist kein Fanatiker, kein Mörder und auch kein Dummkopf. Du hoffst, dass eine Naturkatastrophe oder eine Seuche dir deinen frommen Wunsch nach Milliarden von Toten erfüllen wird. Also bist du nur ein Feigling. Wie ich schon oben schrieb, menschenverachtendes Ökogeschwätz.

    • Ihre Dummheit müsste Ihnen weh tun, dann würden Sie nicht so eine verblendete Geistig orale Diarrhö von sich geben, abscheulicher Menschenverachtender Gesell!

  2. Ich finde diese Techniken immer sehr interessant, nur frage ich mich wie die Ökobilanz bei diesen Anlagen ist. Die bauen sich auch nicht einfach so auf ohne Schadstoffe zu erzeugen. Wann sich diese Anlage amortisiert?!?
    Gleiches bei Elektrofahrzeugen, deren Ökobilanz ist genau so „gut“ wie von einem Diesel.. Sagt auch keiner was, Hauptsache es verkauft sich gut.

  3. Ich kenne ein viel einfacheres Verfahren, um CO2 aus der Luft zu filtern und u.a. Baustoffe daraus zu machen: Bäume, viele Bäume, Wald…

  4. Jegliches dieser Verfahren ist Käse, denn die Physik (Chemie) läßt sich nicht betrügen. Denn wir verbrennen C mit Hilfe von O2, um daraus Energie zu gewinnen. Um aus dem CO2 wieder wieder C und O2 zu machen benötigt man immer deutlich (!!!) mehr Energie, als man am Anfang gewonnen hat. Es gibt kein Perpetuum-Mobile.
    Es gibt nur ein Verfahren, mit dem das effizient erledigt werden kann. Daher: Überlassen wir das der Natur mit Hilfe der Photosynthese… und gut ist es.

  5. Und es geht noch einfacher. Man legt einfach ein paar 1000km2 organische DACs an. Kostet sehr wenig und die Dinger können quasi überall stehen. Einzige Voraussetzung ist etwas Erde. Organische DACs kennt man auch unter dem Namen Baum.

  6. Da stimme ich @Hartmut zu, die Anlagen sind technisch bereits effizient, aber am effektivsten ist hierbei immer noch die Natur.
    In Deutschland sollte es daher wie in Indien und China Aufforstprogramme geben, Schüler, Studenten, Arbeitslose, etc. können dort Bäume pflanzen und sich ggf. was zuverdienen, denn, und das sage ich als technisch affiner Mensch, nicht alles lässt sich aktuell mit Technik besser lösen.
    Die Prämisse bleibt: Was gar nicht erst in die Luft gelangt, muss nicht wieder raus gefiltert werden.

    • Deutschland ist ein dichtbesiedeltes Land und hat eine im Erdmaßstab betrachtet winzige Landmenge. Selbst wenn wir hier 100% mit Bäumen zupflanzen würden, wäre der weltweite Effekt ca. 0.

      Viel wichtiger wäre es die großen Regenwälder in Südamerika zu schützen und Abholzung in Afrika und Asien zu verhindern.

      Den Alibibaum in DE braucht dagegen niemand.

  7. Man holzt den Hambacher Forst ab um dort Braunkohle zu fördern und zu verbrennen.

    Mehr braucht man zu dem Thema nicht sagen.

  8. Gibt es, außer Computermodellen, irgendeinen naturwissenschaftlichen Beweis, dass CO2 einen „Treibhauseffekt“ verursacht und Ursache einer Erwärmung sein könnte?
    Veranstalten wir diesen Irrsinn lediglich aufgrund einer *Theorie*?

    • Gibt hinlänglich Studien dazu, interessiert nur kaum einen, weil TVB Geschwätz bei den meisten besser ankommt und Nachdenken bzw. Mitdenken verpönt ist. Fängt schon damit an, daß Wetter mit Klima gleichgesetzt wird und Zeitabstände keine Beachtung finden.
      Modelle beruhen auf wissenschaftlichen Daten, die dann Prognosen liefern. Ich kann nicht für Klima sprechen, nur für Neuromodelle, aber das klappt sehr gut und sehr genau. Das grobe Ergebnis, die Tendenz oder wie Du es nennen möchtest stimmt dabei stets. Und was besonders interessant ist, es gibt viele verschiedenene Modelle beim Klima, die alle zum gleichen Ergebnis kommen und keines, das dagegen spricht. TVBs sehen darin natürlich eine Verschwörung von Öko-Nazis.

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