Schufa CheckNow: Neues Produkt soll Einblick in unsere Kontoauszüge gewähren, Datenschützer warnt

Photo: jbrinkhorst auf unsplash.com

Wer von euch schon mal eine Finanzierung oder ähnliches abgeschlossen hat, der kennt die Schufa bereits, eine privatwirtschaftliche deutsche Wirtschaftsauskunftei, ohne deren Score heutzutage kaum noch etwas geht. Schlechter Schufa-Score? Keine Finanzierung fürs neue Kfz und auch Mietverträge können schon mal platzen, wenn eure persönliche Bewertung bei der Schufa negativ ausfällt. Aktuell bekommt die Gesellschaft aber anscheinend noch zu wenig von euren Daten zu Gesicht, denn laut einer internen Mail der Schufa, arbeite man dort aktuell gemeinsam mit der Telefonica o2 an einem Praxistest für ein neues Produkt namens CheckNow.

CheckNow sei laut der Schufa für Menschen gedacht, deren Score bereits negativ ausfällt und die nun doch die letzte Chance nutzen wollen, um eine anstehende Finanzierung oder dergleichen bewilligt zu bekommen – die letzte Chance in eurer größten Verzweiflung quasi… CheckNow erlaubt es der Schufa, in eure Kontoauszüge zu schauen, um die Bewertung anhand der zusätzlich gewonnenen Informationen gegebenenfalls noch einmal anpassen zu können.

„CheckNow“ sei zweckgebunden, versichert die Schufa auf Anfrage. Nur relevante Daten würden gesichtet und auch nur kurz gespeichert. – Tagesschau.de

Doch als Schritt Nummer 2 werdet ihr von der Schufa dann gebeten, freiwillig zuzustimmen, dass diese noch weitergehende Rechte eingeräumt bekommt, mit euren Daten umzugehen. Demnach dürften eure Kontoauszüge dann auch gespeichert und weiter ausgewertet werden. Laut Recherchen des WDR, NDR und der Süddeutschen Zeitung wolle die Schufa jene Daten aber systematisch auswerten und so nach und nach ein deutlich umfangreicheres Bild von euch erstellen.

Eine geltende EU-Richtlinie deckt den Plan der Schufa auch noch. Demnach sei es erlaubt, dass Kontoinformationsdienste (wie die Finapi GmbH, welche von der Schufa 2018 aufgekauft worden ist) Einblick auf die Konten seiner Kunden haben dürfen. Ein Mitarbeiter des Unternehmens erklärte auf einer Veranstaltung folgendes:

„In Kontoauszügen könne man 65 Kategorien erkennen, darunter Gehalt, staatliche Leistungen, Unterhaltszahlungen, Ausgaben für Heimwerken und Garten. Zudem könne man „Risikofaktoren“ wie Glücksspiel oder Zahlungen an Inkassoinstitute identifizieren.“ – Tagesschau.de

Der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftragte Schaar gibt zu bedenken, dass die Einwilligung in so etwas selbstverständlich nicht nur positiv enden muss, der Kunde sich am Ende „nackig machen“ muss. Zudem sei nicht garantiert, dass die Schufa über die Kontoauszüge nicht auch Daten Dritter abgreifen könnte. Der Schufa sind die Datenschutzbedenken durchaus bekannt, aber man verlasse sich dabei auch auf die Faulheit der Kunden, wenn es darum geht, Datenschutz-relevante Textpassagen lesen zu müssen.

Als es um den Blick auf Konten ging, stellten Sparkassenvertreter Fragen zum Datenschutz. Eine Schufa-Vertriebsleiterin beschwichtigte. „Datenschutzhürden“ könne man überwinden, indem man Kunden die Ängste nehme. „Ihr Verbraucher wird sich da durchklicken, weil die Leute sind faul und bequem. Die haben keinen Bock auf sowas, und die wollen einfach den Service haben. Und sie klicken das durch. – Tagesschau.de

Bislang seien bei dem Test in Zusammenarbeit mit der Telefonica keinerlei Daten erhoben worden. Bei o2 gibt man sich besonnen. Derzeit arbeite man lediglich gemeinsam an einem Pilotprojekt, die datenschutzrechtliche Verantwortung liege einzig und allein bei der Schufa. Schufa CheckNow werde derzeit noch vom Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht geprüft, ein Statement zum Ausgang der Prüfung wollte die Behörde bisher nicht abgeben.

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Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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70 Kommentare

  1. Schwierig.

    Einerseits sehe ich die datenschutzrechtlichen Belange.
    Andererseits: Jeder von uns hat bereits einen „Score“. Und der wird – mangels valider Daten – mehr oder weniger halbherzig und grob errechnet. Auch der Wohnort fliesst in den „Score“ ein. Das mag nicht gefallen, aber Banken und Lieferanten finden Zahlungsausfälle natürlich nicht schön. Mehr Daten würden ein genaueres Bild abgeben.

    • Zahlungsausfälle gehören zum unternehmerischen Risiko und müssen entsprechend mit einkalkuliert werden.

      • Ja, und man muss sich entsprechend dagegen absichern. Das macht jeder eBay-Verkäufer so, der erst nach Geldeingang die Ware versendet. Und den Ansatz, dass ehrliche Käufer die unehrlichen mitfinanzieren finde ich wenig pralle.

        • Ja kann man auch datenschutzfreundlich: wer nicht zahlt, kommt auf die Liste. Warum 80mio Bürger unter Generalverdacht stehen, erschließt sich mir nicht.

      • Werden sie ja auch, trotzdem ist es absolut nachvollziehbar, dass kein Unternehmen Verträge mit Personen abschließen möchte bei denen von Anfang an klar ist, dass sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eh nicht bezahlen werden.

    • Da gebe ich doch lieber dem Datenschutz Vorrang. Die Datensammlung der Schufa ist schon schlimm genug. Dass der Score nicht gerade die beste Aussagekraft hat, sollte kein Grund sein, der Schufa gegenüber alles offenzulegen. Das Unternehmen und seine Kunden möchte das natürlich, aber der (schlecht bewertete) Verbraucher wird durch dieses Angebot auf lange Sicht vermutlich gezwungen, sich nackig zu machen.

      Das letzte Zitat im Artikel spricht Bände, über die gewünschte Art der Verbreitung:
      „Als es um den Blick auf Konten ging, stellten Sparkassenvertreter Fragen zum Datenschutz. Eine Schufa-Vertriebsleiterin beschwichtigte. „Datenschutzhürden“ könne man überwinden, indem man Kunden die Ängste nehme. „Ihr Verbraucher wird sich da durchklicken, weil die Leute sind faul und bequem. Die haben keinen Bock auf sowas, und die wollen einfach den Service haben. Und sie klicken das durch. – Tagesschau.de“

      • Unglaublich, dass über so was überhaupt nachgedacht wird. Der nächste logische Schritt wäre dann ein „Social Scoring“ System wie in China, mit dem man dann volle Kontrolle über die Bevölkerung hat:

        https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialkredit-System

        • Und nein, man kann nicht sagen: „Aber wir leben hier doch in einer Demokratie, da kann so was nicht passieren“.

          An anderen Ländern kann man sehen, wie schnell eine Demokratie in ein autokratisches System kippen kann. Schaut nur mal z.B. nach Ungarn, Polen, Türkei. Auch die USA waren knapp auf der Schwelle. Und solche Typen mit faschistoiden Plänen gibt es auch in Deutschland. Demokratie ist sehr fragil, und solche Scoring-Systeme können dann extrem missbraucht werden.

        • Der Zugriff auf so weitreichende Daten sollte auch meiner Meinung nach für die Schufa gesetzlich unterbunden werden.

    • Schufa und Co. sollten verboten werden . Das sind mafiöse Strukturen , Wohnort in „Scores“ einordnen ist praktische Diskriminierung . Mich wundert immer wieder warum sich Attack und co. wegen ein paar Vögelchen die aussterben aufregen , man sollte mal die Büros der Schufa , Bürgl und Co. stürmen und besetzen und dort protestieren , da werden menschen wegen pseudo-sachlicher Einordnungen wirtschaftlich diskriminiert.

  2. Stefan aus Oldenburg says:

    Super, alle zahlen jetzt bargeldlos und die Schufa sammelt. Passt irgendwie in die Kategorie Steuer für Homeoffice…
    Corona hat schon komische Auswirkungen.

    • Sogar eTicket im ÖPNV die nur gekauft werden können, wenn das Geld drauf ist, werden an die Schufa geschickt. Eigentlich kann man sagen, das nahezu alles über die AGB und über Dritte die Daten bei der Schufa landen

      • Warum sollte da was bei der Schufa landen?

        Auch wenn man bargeldlos mit Karte oder Smartphone zahlt, landet nichts bei der Schufa.

        • Stefan aus Oldenburg says:

          Das Geld geht vom Bankkonto ab und das will die Schufa jetzt scannen.
          Ein schlechter Score geht schnell, ein guter dauert lange. Und ein schlechter Score heißt : kein anderes Bankkonto keine günstigere Wohnung und kein Internet Vertrag etc. Willkommen in der Steinzeit.

          • Hallo Stefan , daher so viel wie möglich mit Bargeld zahlen . Und nichts per kredit , zumindest nicht dinge des alltäglichen Lebens.

            • Auch keine gute Idee. Wenn die Schufa überhaupt keine Daten von Dir hat führt das ebenfalls zu einem schlechten Score da sie Dich nicht einschätzen können :).

        • Vielleicht nimmst du die in Zukunft Zeit in die AGBs und Datenschutzbestimmungen eines jeden Unternehmens durchzulesen

    • Warum sollte es für CheckNow einen Unterschied machen, ob man mit Bargeld oder mit Karte zahlt?

  3. Erst freiwillig in die Schufa, später als Regelabfrage durch alle FAs.

    Sind die technischen Voraussetzungen erst einmal geschaffen, werden private und öffentliche Unternehmen und Behörden sie nutzen.

    Frei nach der alten chinesischen Weisheit: „Überwachung ist gut!“

    • Die Aluhutträger sehen da natürlich eine Verschwörung.

      • Und das Schlafschaf trottet unverrichteter Dinge weiter…
        Die hinterlegten Daten im Restaurant werden ja auch nur und ausschließlich zur Corona Kontaktverfolgung genutzt… *määäh*

        • Für was sollen die denn sonst genutzt werden? Denke mal der Staat hat andere Sorgen, als über dich ein Profil zu erstellen, wie oft du dir bei McDonald‘s die Karte hoch und runter bestellst.

          Nimm den Aluhut ab, damit an dein Hirn mal wieder Frischluft kommt. Oder noch besser: Wenn dir nicht passt, welche Regeln und Gesetze der Staat beschließt, dann hast du, anders als in der DDR, die Möglichkeit in ein anderes Land zu ziehen und dort zu bleiben. Von mir aus auch schon vorgestern…

          • Guter Mann und guter Kommentar.
            PS: Dein Username mag für ein Techblog gut sein,aber viele werden ihn falsch auffassen,aufgrund einer gewissen Website.

            • Daniel FPunkt says:

              Du scheinst dich ja bestens auszukennen 🙂 Ich kenne die „ominöse“ Webseite von der du hier sprichst nicht.

            • Öhm, find ich gut wenn man damit potentielle Straftäter besser findet

              • Nein, ist es nicht. Das ist sogar unfassbar dumm von der Polizei weil es nur dazu führt, dass die Leute das Vertrauen in solche Maßnahmen verlieren und in Zukunft falsche Angaben in die Liste reinschreiben.

          • Tja nun. Wir wohnen in Casper, WY (USA), meine Lebensgefährtin arbeitet bei einer größeren Versicherung. Es ist schon interessant wie viele keine Versicherung abschließen können, nur auf Grund – der isst zu Fett, er kauft regelmäßig im Tabakladen, er trinkt zu viel Alkohol, er war schon > 5x im Krankenhaus, usw.
            Das wird aus deinen Bankdaten ersichtlich, Zucker oben drauf deine Social profiles. Kann mir nicht vorstellen, dass das jemand will. Das hat nichts mit Aluhut zu tun, sondern das ist die Realität. Diese Art von Scoring gibts hier schon seit den 00ern, und das hat nichts gutes.

            • Da können wir echt froh sein, dass wir in Europa noch nicht so weit sind. Gerade mit der zunehmenden Bereitschaft zur Kartenzahlungen landen ja viel mehr Daten bei Visa und Mastercard, die diese Daten wiederum bereitwillig mit ihren Geschäftspartners teilen.
              Ähnlich schlimm sieht es ja mit dem Social Scoring mittlerweile in China aus und da begrüßen die Menschen sogar diese Systeme.

          • Nix für ungut, leg dich wieder hin 🙂

        • Und warum? Da wir wegen dem Datenschutz so viel Angst haben etwas vernünftiges zur Kontaktverfolgung auf die Beine zu stellen, bleibt es beim worst case, dem offen Buch, wo jeder nach belieben rein gucken kann.

      • Ich bin wahrlich kein Verschwörungserzähler aber es ist schon unglaublich naiv zu denken, dass sowas nicht in der breite eingesetzt wird wenn es sich erst einmal bei der Schufa etabliert hat.

  4. Da die Schufa derzeit fast ausnahmslos negative Meldungen bekommt, hat jemand mit schlechtem Score kaum eine Chance, wieder einen besseren Score zu bekommen. Ich würde der Schufa einmalig einen Blick auf mein Konto erlauben, um wieder einen besseren Score zu bekommen.

    Aber anderen, deren Bankguthaben und Einkünfte nicht eindeutig besser als ihr Score sind, würde ich von sowas abraten. Vermutlich handelt man sich damit nur zusätzliche Probleme ein.

    • Daniel FPunkt says:

      Tut mir leid, aber was du da schreibst ist wirklich grober Unsinn.

      Die Schufa bekommt alle Daten von angeschlossenen Unternehmen. Habe ich bspw. einen Kredit, so ist dieser in der Schufa eingetragen. Ist der Kredit abgeschlossen so bleibt der Kredit mit einem erledigungsmerkmal in der Schufa gespeichert. Dies ist dann ein positives Zahlungsmerkmal da es zeigt das ich meinen Zahlungsverpflichtungen immer nachgekommen bin. Dies gilt auch für alle anderen Finanzdienstleistungen die man so kennt.

      PS:

      Ich hatte 2000-2004 eine Menge schulden die ich alle bezahlt habe. Heute habe ich einen Schufascore von 98%. Es ist also ein Irrglaube das man sich nicht wieder verbessern kann.

  5. Wieder mal so ein auf Bequemlichkeit und Dummheit der User aufbauendes Geschäftsmodell. Dreist das man das auch noch zu gibt. Ganz abgesehen von der gänzlich fehlenden Wertschätzung der Verbraucher. „Schufa – Wir schaffen Vertrauen.“

    • Die Vertriebsmitarbeiterin der Schufa die das gesagt hat, hatte sicher nicht damit gerechnet, dass sie damit zitiert wird. Das war wahrscheinlich ein Gespräch im Vertrauen.

  6. Das ist ja nur das, was öffentlich von der Schufa bekannt gegeben wird! Infos, über die im großen Maße nur Firmen und Unternehmen Zugriff haben, darüber weiß kaum einer was. Die Schufa verstößt nicht kur seit in Kraft treten gegen die DSGVO, sondern wird nach wie vor scheinbar geschützt. Laut DSGVO MUSS die Schufa digital und zwar kostenlos Einblick gewähren. Da sie aber daraus ein Geschäftsmodell kreiert hat, denkt sie nicht ansatzweise daran, der DSGVO folge zu leisten. Die Argumente ihrerseits wurden bereits mehrfach zerrissen! Der BDA wollte sich der Sache schon vor 2-3 Jahren annehmen. Na, hat er etwa die Finger davon gelassen? Warum wohl?

    Das Geschäftsgebaren der Schufa ist äußerst widerwärtig und es gibt eine Menge, das der Normale niemals zu sehen bekommt, da geht es vor allem um Nutzerprofile, Cookies und aber natürlich auch generell was Kredite angeht.

    Der BDA geht beim Thema seltsamerweise nicht so aktiv gegen vor, wie gegen andere Firmen. Firmen, die dem Staate nahestehen, sowieso nicht.

    • So, ich habe schon mehrfach kostenlose Selbstauskünfte angefordert und immer anstandslos erhalten. Hat das bei dir nicht geklappt?

      Zu Bedenken möchte ich noch geben, dass die Schufa nicht die einzige Auskunftei in Deutschland ist, da gibt es noch viele andere. Die Schufa ist sicherlich die bekannteste, aber wohl auch noch die seriöseste.

      Das ganze spielt sich natürlich in einem Spannungsverhältnis ab: Der Unternehmer/die Bank/der Vermieter möchten verlässliche Schuldner, diese wiederum wollen natürlich den Vertrag abschließen und haben ein Interesse am Schutz ihrer Daten.

      • Es geht um die Onlineauskunft, die nur für zahlende Kunden zur Verfügung gestellt wird. Außerdem macht es die Schufa (und einige andere Erzkonservative Auskunfteien) den Leuten besonders umständlich in dem du deinen Personalausweis als Kopie digital hochladen musst, auch das ist bei zahlenden Kunden NICHT der Fall. Das ist nicht DSGVO-konform.

        Andere, nur wenige Auskunfteien, schicken dir ohne großen Aufwand an deine aktuelle Wohnanschrift einen Auszug.

        Wobei mir da aufgefallen ist: Nicht jede Auskunftei präsentiert dir alles, was die über dich wissen. Datenlöschfristen was alte Daten angeht, wird auch fast von keiner Auskunftei ordnungsgemäß gemacht. Vielleicht konnte ich es dir jetzt „nahe“ bringen mit der Erläuterung.

        Der Bundesdatenschutzbeauftragte hat Samthandschuhe an, wenn es um Unternehmen geht, die dem Staate nahe stehen. Die verstoßen zuhauf gebauso gegen DSGVO wie Firmen, die bereits eine Strafe zahlen mussten

    • Auskunft bekommen und Einträge löschen sind leider 2 verschiedene Schuhe.
      Das perfide ist: Du bekommst ziemlich einfach Auskunft über Deine Daten. Mehr aber auch nicht. Damit ist juristisch die DSGVO erfüllt. Deine Einträge sind aber immer noch da, und Du musst drum kämpfen oder gar juristische Schritte unternehmen, um sie los zu werden.
      Staatliche legalisierte Wegelagerei….

      • Juristisch wäre die DSGVO erfüllt, wenn ich Auskunft darüber erhalten würde, mit wem die Daten geteilt wurden, wo die Daten herkommen und wenn man der Aufforderung zur Löschung nachkommen würde.

        Ferner ist der Kunde benachteiligt, da er zwar zustimmen muss, er aber nicht anders kann. Das ist damit einseitig und unfair.

        • Du sagst es… .. ich kann der Übermittlung der Daten an die Schufa zwar widersprechen, aber dann kann ich halt nix größeres kaufen…..“freiwilliger“ Zwang auch zur Weitergabe der Daten an „der Schufa angeschlossene Unternehmen“. Und das sind in Deutschland alle, die Kauf auf Rechnung oder vergleichbares anbieten.
          Datenschutz sieht wirklich anders aus.
          Aber ich bin natürlich nur ein Aluhutträger und Verschwörungstheoretiker…..

  7. Ich würde es sofort machen, wenn es wirklich etwas bringt. Ich bin letzten Sommer, nach einem Streit mit meiner ehemaligen Hausbank im Bezug auf Gebühren für ein Anlage, über eine nichtige Summe von 2000 Euro, von einem perfekten Schufascore von 99,6 auf einen Score von 17 runtergeklatscht. Da alles unter 94 eigentlich schon negativ sein kann, war das für mich eine Art wirtschaftlicher Todesschuss. Die Bank hat mir den Eintrag übrigens während eines laufenden Rechtsstreites verpasst und am Ende kam es zu einem Vergleich, dass ich der Bank noch 500 Euro erstatten sollte. Aber der Schaden war und ist angerichtet, Selbst jetzt stehe ich noch bei um die 50. Ich bekomme kein Auto mehr geleast und musste bei Sixt ein Dauermietfahrzeug für den dreifachen Preis eines Leasings nehmen, hab keinen Kfw.-gebürgten Kredit im Bezug auf Corona bekommen und es wird vermutlich über 5 Jahre oder länger dauern, bis ich wieder über 95 bin. Daher sollen sie Einblick auf mein Konto haben, sehen dass dies immer im Plus war und nie etwas zurück ging.

    Ich will die Schufa auch nicht verteufeln, da ich sie als wichtig empfinde. Aber solche Reformen wie nun mit CheckNow, wurden auch langsam mal Zeit. Gerne darf auch so etwas wie das polizeiliche Führungszeugnis, Arbeitsverträge, Bilanzen, Steuererklärungen u.ä mit einfließen. Ich bin zu allem bereit, um wieder in den grünen Bereich zu kommen.

    • Ja. Ich finde die DNA Probe sollte auch noch gehen, da man sicherlich aus der genetischen Disposition die Kreditwürdigkeit ermitteln kann. Dann einen GPS Tracker am Bein denn dein Bewegungsprofil wird auch zeigen wie du lebst und natürlich die Kamera im Haus.

      Sorry aber 1. hättest du die Korrekturen der Daten verlangen sollen weil der Eintrag erst nach Verurteilung erfolgen darf und du damit sogar Schadenersatz hättest fordern können. Zweitens, wenn dir das Leasing dann zu teuer ist, dann nimm es halt nicht.

    • Naja, das klingt schon etwas nach Stockholm-Syndrom. Die Schufa sorgt dafür, dass du nix gegen deinen (zu unrecht?) schlechten Score machen kannst und jetzt willst du der Schufa noch mehr Daten geben damit sie ein bisschen weniger ungerecht ist.

      Das System ist krank und wird nicht gesünder indem man es mehr füttert und aufbläst. Auskunfteien sind wichtig, keine Frage. Aber es muss dabei alles (inkl. & insbesondere die Score-Berechnung!) transparent laufen – für alle Seiten.

    • Wenn ich Deinen Beitrag so lese finde ich es schon erschreckend wie naiv manche Menschen an das Thema rangehen.

      Und zu dem Thema mit der Bank, Du hättest eine Korrektur der Daten verlangen können, und selbstverständlich Schadenersatz, wenn der Eintrag nicht gerechtfertigt war.

  8. Wie sieht das eigentlich aus, wenn ich mit ApplePay bezahle? Gehen da auch irgendwelche Daten an die Schufa?

  9. Die Schufa ist ja nur eine unter vielen Auskunfteien-Gaunern in Deutschland, aber halt die mit dem größten Datenpool.

  10. Ich habe geschrieben, dass einzelne Transaktionen vermutlich NICHT an die SCHUFA gemeldet werden! Die anderen Infos halte ich aber ebenfalls für relevant, da die virtuelle Kreditkarte im unmittelbaren Zusammenhang mit ApplePay steht, zumindest für diejenigen, die keine „richtige“ Kreditkarte haben

  11. Wenn das die letzte Chance ist und so etwas nur auf aktivem Verlangen des Kunden einmalig vorgenommen wird, dann ist es sogar irgendwie sinnvoll. Aber ich glaube nicht daran das hier was zum Besten für den kleinen Mann gemacht wird. Es geht um die Unternehmen und dort wird es zukünftig einfach in den AGB aufgenommen und als Kunde denkt man an „normale“ Schufa-Auskunft und nicht an das Komplettpaket mit Girokontoprüfung…

  12. Wenn es der Schufa nur darum ginge, dem Eigenheimbesitzer, der in einem sozialschwachen Stadtteil wohnt, zu ermöglichen, eine Hypothek auf sein Häusle aufzunehmen……. Warum wird dann nicht der Score-Algorithmus entsprechend angepasst? Und warum wird der Score-Algorithmus nicht transparent kommuniziert?
    In welchem Paralleluniversum lebt ihr, anzunehmen, dass ihr mit diesem neuen „Geschäftsmodell“ plötzlich doch noch den neuen Handyvertrag bekommt?
    Übrigens ist auch eine virtuelle Kreditkarte mit einem echten Konto verknüpft….. und selbst, wenn die einzelnen Transaktionen der Karte nicht gemeldet werden, lässt sich das ganz einfach anhand der Kontoauszüge des echten Kontos nachvollziehen.
    Wollen wir wirklich amerikanische Verhältnisse und zum Beispiel ohne Krankenversicherung leben oder aber doppelt so viel löhnen für unsere Autoversicherung?
    Jede Bank hat sich verpflichtet, jedem Bürger ein Konto auf Guthabenbasis zur Verfügung zu stellen…..in der Praxis sind wir davon Lichtjahre entfernt. Ohne Konto gibt es auch kein Hartz4, keine Wohnung, keine Arbeit.
    Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man schallend lachen über eure Naivität.

    • Das geht aber schon sehr durcheinander. Was hat die gesetzliche KV mit der Autoversicherung zu tun und beide wiederum mit dem Kontoauszug? Mir erschließen sich die Zusammenhänge nicht.
      Das Problem Nr. 1 ist, dass der Benutzer eine Leistung will, die er so nicht eigenständig bezahlen kann. Das Problem Nr. 2 ist, dass er dann aber auch nicht auf die Leistung verzichten will. Das Problem Nr. 3 ist, dass die Banken da relativ wenig Probleme hatten, das zu unterstützen.

  13. Kurz und knapp: Niemals. Warum? Weil meine Kontendaten der Schufa einen Dreck angeht. Ich hoffe mal stark, dass die Datenschützer und Verbraucherzentralen die mit Klagen überschütten, dass denen hören und sehen vergeht.

  14. Tja, für jemanden der einen schlechten Score hat und dringend auf irgend etwas angewiesen ist, ist das natürlich eine Chance.
    Problem ist natürlich: Wenn das dann in irgendwelche Standard-Konditionen kommt, muss man da in der Praxis auch als „nicht-schlecht-bewerteter“ zustimmen.
    In dem Moment wo man zB einen Leasing-Vertrag für irgendwas abschließen will, weiß der Vertragspartner ja noch gar nicht, wie mein Score ist – also wird er die Einwilligung für alles beides einholen (und selbst wenn er es wüsste – keiner will zwei verschiedene Vertragsformulare und Prozessabläufe für so etwas pflegen).

    Das heisst:
    früher oder später wird das in das „standard-Vorgehen“ Der Schufa einfliessen: „Handy-Vertrag? Dann checken wir doch mal Dein Konto.“ Und das wäre dann ja nun ganz klar über die Grenze.

    Und in der Praxis ist es ja nicht so, als ob man Schufa ablehnen könnte, dann gibt’s halt keinen Vertrag in vielen Fällen…

    Also eine vertrackte Sache.

    Was mir aber besonders sauer aufstösst ist, wie es jetzt heisst „die EU erlaubt solche Praktiken“.
    Die Richtlinie zum Thema „Dienstleister greifen auf Konten zu“ ist gedacht um Fintechs wie etwa outbank etc. zu ermöglichen neue Dienstleistungen zu entwickeln – nicht für so etwas.

  15. Relevantes vom Böhmermann zum Thema: https://www.youtube.com/watch?v=gAGwEONk81Q

  16. Danke für die Infos

    Da hat mir früher meine Betreuerin bei der Sparkasse was vorgelogen ohne rot zu werden.
    Sie meinte sie haben ihr eigenes Rating und sind nicht bei der Schufa.
    Das hat sich also endweder über die Jahre geändert und ich hab es nicht mitbekommen oder es wurde von vorn herein verschwiegen. So oder So äußerst enttäuscht das man dies nicht Richtig kommunitiert hat.
    Da werd ich die Tage mal dort nachhacken und das ist das i-Tüpfelchen den es gebraucht hat nach über 25 Jahren doch von der Bank zu verschwinden.

    • Verwechselst du nicht was? Die Freigabe für den Blick auf den Kontoauszug kommt, wenn es denn so umgesetzt wird, immer noch vom Kunden. Nicht von der Sparkasse.

  17. Ok, offtopic, aber ich lese hier immer wieder Handyvertrag. Wisst ihr, wenn das euer Problem ist und ihr nicht das Geld habt für ein teures Handy und einen teuren Vertag, dann lasst es doch einfach. Versucht doch nicht krampfhaft Geld auszugeben welches ihr nicht habt. Niemand zwingt euch zu einem solchen Vertrag. Wenn es nicht zu mehr reicht, dann nehmt halt das Mobiltelefon für 200€ und packt für 10€ im Monat ne Prepaidkarte rein. Oder wenn ihr das Geld habt, dann kauft euch das Handy, fertig.

    • Ne, das passt schon genau hier hin.
      Keiner ist verpflichtet, seine Ware an jeden zu verkaufen. Der Verkäufer schlägt einen Preis vor, der Käufer kauft oder eben nicht (wenn er will und das Geld hat). Inzwischen gibt es die dritte Partei: Diejenigen, die ihrerseits einem Interessenten Geld verkaufen. Und auch diesen Handel kann man, muss man aber nicht eingehen. Aber wenn man ihn eingeht, bestimmt eben der Verkäufer des Geldes auch die Spielregeln. Kann man doof finden, aber es gibt ja eine Alternative.

  18. Ich bin kein Freund von der Schufa, zumal die Kriterien intransparent und teilweise absolute Kaffeesatz Leserei sind, was zu massiven Fehleinschätzungen führen kann und in Einzelfällen immer wieder führt.

    Aber ganz ohne eine solche Einrichtung wie die Schufa geht es halt auch nicht bei der Zahlungsmoral vieler Mitmenschen.

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