Samsung: Niederländisches Gericht stellt sich in Sachen Update-Politik auf Samsungs Seite


Samsung trifft man vor Gericht häufig wegen irgendwelcher Patentklagen an, sei es von Samsung oder anderen Firmen ausgehend. Diesmal musste sich Samsung mit Verbraucherschützern in den Niederlanden vor Gericht treffen, es ging um die Update-Politik des Herstellers. Samsung garantiert in den Niederlanden 2 Jahre lang Sicherheit-Updates – 2 Jahre nach Erstveröffentlichung eines Smartphones. Wer also erst nach einer gewissen Zeit ein Smartphone von Samsung kauft, erhält eventuell nie ein Sicherheits-Update, auch wenn das Smartphone noch verhältnismäßig aktuell ist.

Das hat den Verbraucherschützern in den Niederlanden nicht so gut gefallen, deshalb wurde dagegen geklagt. Mindestens vier Jahre Updates nach Erstveröffentlichung oder zwei Jahre nach letztem Verkauf wollten die Verbraucherschützer gesichert wissen. Auch sollten diese Updates zeitlich schneller kommen, laut Consumentenbond dauere dies zu lang und setzt die Nutzer einer Gefahr aus.

Samsung rechtfertigt sich damit, dass man den Kunden bereits vor Kauf über die Updates informiere. Auch würden Updates in einem akzeptablen Rahmen verteilt, die müssen vor der Verteilung schließlich erst getestet werden.

Das Gericht hat in diesem Fall zugunsten Samsung entschieden. Und das auch nicht unbegründet gelassen. Es handle sich bei der Forderung um zukünftige Handlungen. Das Gericht ist der Meinung, dass Samsung bei Auftreten einer schweren Lücke durchaus alle Smartphones updaten könne, aber man eben nicht festlegen könne, ob auch alle Smartphones technisch in der Lage sind, entsprechende Updates zu erhalten.

Die Verbraucherschützer sind über dieses Urteil natürlich enttäuscht, sehen aber durchaus auch etwas Positives darin. Denn immerhin hätte Samsung im Verlauf der Klage für mehr Information bezüglich der Updates gesorgt. Manchmal sind es die kleinen Dinge.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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15 Kommentare

  1. unbedeutend says:

    Enttäuschendes Urteil.

  2. Man bin ich froh auf ein Huawei P10 Plus umgestiegen zu sein. Bis jetzt gab es fast jeden Monat ein Update

    • Die Frage ist nur wie lange…

      • Ich bin erstmal froh das überhaupt Updates und sogar recht zeitnah kommen. Bei Samsung habe ich immer ein halbes Jahr oder länger auf den nächsten Sicherheitspatch warten dürfen.

        • Hatte erst das S6 und dann das S8 und immer die mtl. Sicherheitspatches erhalten seit Einführung derer. Also solange man die Flagschiffe nutzt sind diese Updates auch gegeben.

          • Ich selbst hatte auch das S6 und dem war nicht so. Hättest du ggf. ein Gerät aus dem Ausland?

            • „Tobi“ ist ein Samsung Fanboy, der schon des öfteren solche Aussagen getätigt hat, allerdings ohne jemals Belege erbracht zu haben.
              Also nicht allzu ernst nehmen…

              • Ich habe mir das Samsung Galaxy Note 2 zum Release gekauft und es wurde im Januar 2017 durch das Huawei Mate 9 ersetzt. Bis zum Zeitpunkt des Tausch hat mein Samsung auch die monatlichen Sicherheitsupdates bekommen. Ganz regulär. Das S7 Edge meiner Frau bekommt diese auch regelmäßig.

                Sowohl das Note 2, als auch das S7 Edge sind deutsche Geräte, welche separat, also ohne Vertrag im Fachhandel erworben wurden. Ich muss da also sagen, dass ich den Aussagen von Tobi aus eigener Erfahrung mehr glauben schenke. Bzw. frage ich mich, ob die Geräte, die angeblich keine monatelichen Updates bekommen, eventuell Vertragsgeräte und keine freien Geräte sind.

                • Das kann ich nur zum Teil bestätigen. Hatte für 4 Monate ein S8 Deutsch ohne Branding.
                  Das Teil wurde schon mit veralteter Android Version auf dem Markt gebracht und von vier Monaten kamen nur zwei Mal die monatlichen Fixes.

                  Bin dann auf ein Nokia 8 umgestiegen. Da kann man die Uhr nach stellen um den 15. des Monats kommen die Patches.

  3. Werde die Updatepolitil auch mehr in den Fokus rücken und alles andere für die Großfamilie meiden.

  4. phrasemongerism says:

    Da hätte man mit etwas nachdenken ja selber drauf kommen können dass das nix wird, aber ne, man muss ein Gericht bemühen…

    • Für viele Menschen sind Updates eh lästig, die sind davon eher genervt.
      Kommen dann immer so Fragen: Was ist denn ein Update? Wozu braucht man das? Dann ist wieder irgendwas anders! Schon wieder, das dauert so lange.
      Schon wenn ein Icon eine andere Farbe hat, finden die sich nicht mehr zurecht.
      Ein Update von Nougat auf Oreo kommt einem Weltuntergang gleich. Kaufen die sich dann aber ein neues Handy sind die begeistert was das alles kann. Obwohl das Alte mit Update EXAKT das gleiche wäre…
      Von daher passt die Updatepolitik schon. Für Leute wie mich gibt´s eben Pixel oder alternative Roms.

  5. Gerichte sprechen Recht auf der Basis der geltenden Rechtslage. Mal die natürlich nie ausgeschlossenen Fehlurteile außen vor, können Richter nur das beurteilen, was ihnen die Parlamente oder immer häufiger direkt oder indirekt die EU vorgeben.

    Daher sind solche Urteile häufiger auf ungenügende Rechtsetzung als Rechtsprechung zurückzuführen.

    Ich habe es ja schon öfter geschrieben. Die EU könnte ähnlich wie bei Autos wo an sicherheitsrelevanten Teilen auch nach Jahren noch Rückrufe gemacht werden, die Softwaresicherheit bei technischen Geräten handhaben und eben zB Sicherheitsupdates für 5 Jahre verpflichtend einführen.

  6. „Samsung rechtfertigt sich damit, dass man den Kunden bereits vor Kauf über die Updates informiere. “
    Ach, echt? Als ich meine Samsung Geräte gekauft habe, wurde ich nirgends darüber informiert wann u. wie viel Updates da noch folgen werden. Nach viel lesen nachträglich in verschiedenen IT Blogs fand man irgendwann die Erleuchtung, aber nicht durch Samsung selbst.
    Nachdem die nun einen richterlichen Freibrief aus Holland bekommen haben, kann man sich ja vorstellen wie es zukünftig weiter geht mit Updates bei denen. Sich damit zu rechtfertigen informiert zu haben (was nicht zutreffend ist) reicht leider nicht aus u. begründet weiterhin nicht warum Updates so dünn u. langsam bei denen verteilt werden (wenn überhaupt). Billige Ausrede u. Die Holland-Richter fressen das einfach so.
    Bedeutet für mich: Nach ca. 7 Samsung Geräten werde ich meinen Focus nun auf andere Hersteller werfen. Denn nicht nur die Verbaucherschützer in Holland finden das nicht gut, sondern auch die Deutschen Verbraucherschützer finden es nicht gut. Nur hat man hier halt wieder gepennt u. nicht geklagt.

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