Royole FlexPai: Verbogene Zukunft auf der CES 2019

Sascha hat erst vor wenigen Tagen über die Verfügbarkeit des Royole FlexPai gebloggt. Auf der CES 2019 in Las Vegas gab es durchaus längere Schlangen, in denen sich Tech-Journalisten tummelten, die mal Hand an das biegsame Smartphone legen wollten. Auch ich habe den Mitarbeitern des Herstellers ein wenig gelauscht und einen Blick auf das Royole FlexPai geworfen.

Der Mitarbeiter vor Ort erklärte dabei, dass ca. 200.000 Verbiegungen des Geräts drin sein sollten, bevor Abnutzungserscheinungen entstehen. Spannend war aber, dass nach dem Biegen durchaus eine Art Streifen verblieb, was ich in folgendem Foto im Messegetümmel versucht habe einzufangen.

Allerdings war es aufgrund der Beleuchtung und der Reflexionen schwer, hier gute Eindrücke auf Bildern zu bannen. Es erschien mir aber so, als würden die Spuren des Verbiegens zudem recht schnell wieder verblassen. Letzten Endes könnte hier aber nur ein ausführliches Hands-On mehr Aufschluss geben. Das war leider am Stand von Royole natürlich nicht über längere Dauer möglich.

Qualitativ konnte mich das Royole FlexPai vom Ersteindruck her übrigens weniger überzeugen. Die gummiartigen Lamellen des Biege-Mechanismus etwa wirken nicht so, als ob sie besonders haltbar wären. Das Plastikgehäuse entspricht zusätzlich auch nicht unbedingt dem, was man bei einem Gerät weit jenseits der 1.000 Euro optisch und haptisch an Material erwartet.

Außerdem hat man im Grunde immer in der Mitte eine kleine Biegung drin, wenn man das FlexPai im Smartphone- statt im Tablet-Modus nutz. Wie man auf dem obigen Foto ja auch sieht, verbleibt eben immer Luft in der Mitte. Es wäre natürlich schöner, wenn die Seiten hier komplett anliegen würden, damit das Gerät möglichst flach ist.

Auch das vorab bereits von Kollegen erwähnte Flackern, wenn die Ausrichtung korrigiert wird, konnte ich wahrnehmen. Letzten Endes zeigt Royole hier also mit dem FlexPai aus meiner Sicht eine sehr spannende Technik, welche Möglichkeiten für die Zukunft aufzeigt – aber noch nicht ganz ausgereift ist. Sowohl an Hard- als auch Software sollte man noch basteln. Zum aktuellen Preis von 1.388 Euro sollten jedenfalls nur diejenigen zuschlagen, die unbedingt mal ein flexibles Display antesten wollen und das Geld ohnehin über haben.

Alle anderen warten lieber auf günstigere Preise und ausgereiftere Technik. Zumal ich persönlich eben nach meinen ersten Eindrücken auch an der Langlebigkeit des Royole FlexPai bzw. des Biege-Mechanismus meine Zweifel habe. Dennoch: Spannende Sache und beeindruckend zu sehen, wie weit man mittlerweile mit flexiblen Bildschirmen gekommen ist.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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4 Kommentare

  1. Tut mir leid, aber beim Screenshot eines leicht gebogenen Tablets musste ich zuerst an ein anderes Produkt denken. 😉

    ps. Ich wünsche mir immer noch, dass das kurze Video von Xiaomis 2x faltbarem Gerät real war und man mal mehr davon sieht.

  2. Wie funktioniert das überhaupt? Das Gerät hat ja eine gewisse Dicke und beim Biegen müsste entweder der obere Teil (Display) gestreckt oder der untere Teil (Rückseite) gestaucht werden weil der Radius innen ja kleiner ist.

  3. Ich vermute, dass an der „Biegekante“ die einzelnen Schichten von Display und Gehäuse nicht starr verbunden sind, da das Display selbst natürlich eine größere Längenänderung erfährt als das Gehäuse. Deshalb auch die leichte Wölbung im aufgeklappten Zustand, da es sich natürlich nicht völlig auf die Länge (oder Breite?) des Gehäuses stauchen lässt. Das ist natürlich eine der Schwierigkeiten bei solch einer Technologie, abgesehen von einem gewissenen Biegeradius, der bei dem Display nicht unterschritten werden darf.
    Angesichts der Bilder scheint das Gehäuse an der Biegekante auch in der Längsrichtung flexibel zu sein, damit es sich besser an die Änderung des Displays anpassen kann.

  4. Also eins muss man der Technik lassen, man hat es geschafft das ganze biegbar zu machen, aber ein totales Umklappen? Das ist physikalisch nicht möglich, weil das Material Platz zum ausdehnen braucht und das geht halt nur an dieser Stelle, oder soll sich etwa die Technik im Gerät verschieben?
    Auch wenn es teuer ist, aber die ersten kommerziellen Computer haben ein Vermögen gekostet, ist halt nicht anders in 10-20 Jahren wird es günstiger zu haben sein.

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