Qualcomm Snapdragon 855: Details zum neuen Smartphone SoC


Qualcomm hatte die neue Snapdragon 855 Mobile Platform schon kurz angerissen, blieb aber Details erst einmal schuldig. Die wurden nun nachgeliefert, sodass man einen etwas besseren Eindruck erhält, was man vom neuen Chip erwarten kann, den man wohl nächstes Jahr in einigen Flagship-Smartphones zu sehen bekommen wird. Während der Snapdragon 855 auch ausgerüstet für 5G sein wird, beinhaltet das SoC aber auch eine neue 4G-Konnektivität, Multi-Gigabit wird durch das neue X24 LTE-Modem ermöglicht.

Bei der Konnektivität geht Qualcomm auch auf Elite Gaming ein, ein weiteres Merkmal der Snapdragon 855 Mobile Platform. AR und VR werden dadurch ruckelfrei über das Display flimmern, hochaufgelöst versteht sich. Wobei hier sicher mehr die Power des Snapdragon 855 zum Tragen kommt. Die kann sich nämlich sehen lassen.

Die verbaute Qualcomm Kryo 485 CPU bietet bis zu 45 Prozent mehr Performance als beim Snapdragon 845, die einzelnen Kerne erreichen dabei Geschwindigkeiten von bis zu 2,84 GHz. Gleichzeitig wird natürlich weniger Strom verbraucht, sodass man weniger häufig laden muss oder einfach besser mit der Akkuleistung durch den Tag kommt.

Wobei das Laden selbst durch die Unterstützung von QuickCharge 4.0 auch richtig schnell vonstatten geht. 50 Prozent in 15 Minuten verspricht Qualcomm, wobei dies natürlich auch von der Gesamtkapazität des verbauten Akkus abhängig ist.

Die verbaute Adreno 640 GPU bietet hingegen 20 Prozent mehr Leistung als der Vorgänger, selbst anspruchsvolle Anwendungen sollten grafisch dafür kein Problem sein.

Gleichzeitig wurde der Hexagon 960 Prozessor neu aufgebaut. Dieser ist spezialisiert für AI, Vector und Tensor Accelerators sorgen hier vor allem beim Umgang mit Audiobefehlen oder Noise Cancelling für Vorteile. Unterstützt werden zum Beispiel die Assistenten von Baidu, Google und Amazon.

Erwähnt wird auch noch einmal der neue Ultraschall-Fingerabdruckscanner, der hinter dem Display verbaut werden kann und eben die Snapdragon 855 Mobile Platform voraussetzt.

AI erhält durch den Snapdragon 855 noch einmal mehr Power direkt auf dem Gerät. Bis zu einer dreimal besseren Performance als beim Vorgänger soll dies ausreichen. Das wirkt sich auf verschiedene Bereiche aus. So kann bei Bild- und Videoaufnahmen die bestmöglichen Einstellungen wählen, inklusive des Porträtmodus.

Aber auch Hintegrundgeräusche lassen sich so bei Gesprächen oder Videochats eliminieren. Oder Text in Echtzeit übersetzen, die Möglichkeiten sind vielfältig. Das Ganze eben ohne Cloud-Anbindung, direkt auf dem Gerät. Hier kommt dann auch wieder die Privatsphäre der Nutzer ins Spiel.

Bleiben wir im Bereich der Aufnahmen, dort kommt nämlich auch der Computer Vision Image Signal Processor (CV-ISP) zum Einsatz. Dieser kann bei 60 FPS-Aufnahmen auch den Porträt-Modus anwenden, laut Qualcomm wird der Snapdragon 855 so zur ersten Mobile Platform, die 4K-Aufnahmen mit HDR und Porträt ermöglicht. Gleichzeitig wird weniger Energie verbraucht als noch beim Vorgänger.

HDR10+ wird unterstützt, 10-bit Farbtiefe wird hier geboten. Ebenso wird das HEIF-Format unterstützt, Bilder lassen sich so in der Dateigröße reduzieren. Spart Platz auf dem Speicher während alle Bildinformationen für eine spätere Nutzung oder Änderung erhalten bleiben.

4K HDR mit HDR10+ wird durch den Snapdragon 855 auch bei der Wiedergabe unterstützt. Bei der Betrachtung von HDR Videos via YouTube lässt sich außerdem jede Menge Energie sparen.

Den Abschluss der Funktionen bilden die Audioeigenschaften. Unterstützt wird aptX Adaptive, welches das bestmögliche Audiosignal via Bluetooth bereitstellt. Zusammen mit Qualcomm TrueWireless Stereo Plus ergibt sich so die bislang beste Art der Audioübertragung ohne Kabel, die Gründe für das Beibehalten eines Klinkenanschlusses schmelzen also so langsam komplett dahin.

Das sind durchaus interessante Eigenschaften, die Qualcomm hier nennt. Mal sehen, was die Hersteller dann nächstes Jahr alles an Funktionen in ihre Smartphones packen. AI, Foto/Video und Audio bieten hier relativ viel Spielraum, um die Geräte noch weiter zu verbessern.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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Ein Kommentar

  1. Da ich nächstes Jahr wahrscheinlich ein neues Smartphone erhalten werde, bin ich schon richtig gespannt, was die Hersteller und Entwickler aus diesem Chip rausholen werden. Ich hoffe, sie schöpfen die Möglichkeiten vernünftig aus.

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