Netflix wird künftig auch Filmabgabe nach deutschem Filmförderungsgesetz zahlen

Amazon tut es, Google und Apple weigern sich hingegen. Und Netflix hatte bislang auch keinerlei Interesse daran, dies zu tun und hatte stattdessen sogar in der Vergangenheit Klagen eingereicht, um drum herum zu kommen. Die Rede ist von der sogenannten Filmabgabe nach dem deutschen Filmförderungsgesetz.

Nun ist wohl aber noch während der diesjährigen Berlinale bekannt geworden, dass eben jene Klagen vom Streaminganbieter fallen gelassen wurden und Netflix zukünftig seine Abgaben leisten wird. Elisabeth Motschmann, kultur- und medienpolitische Sprecherin der CDU/CSU, begrüßt diesen Schritt.

Netflix zeigt damit: Deutschland ist als Filmmarkt international attraktiv und man kann auch mit nationaler Gesetzgebung global agierenden Internetkonzernen sehr wohl die Stirn bieten. Dass neben Amazon nun auch der zweite große Streaminganbieter seiner Abgabepflicht nachkommt, trägt zur Fairness bei. Wer in Deutschland mit Filmen Umsätze macht, muss darauf auch Abgaben leisten. Ich fordere Google auf, diesem Beispiel zu folgen und für seinen Dienst Google Play Movies ebenfalls an die Filmförderungsanstalt zu zahlen.

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Benjamin Mamerow

Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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11 Kommentare

  1. Der_Hanseat says:

    Soso, das soll also zeigen, dass Deutschland als Filmmarkt international attraktiv sei. Klar, der Markt ist so attraktiv, dass man Investoren mit staatlicher Gewalt zwingen muss, zu investieren. Macht Sinn.

    PS: Bei Planwirtschaft kommt immer Scheiße bei raus. Der deutsche Film ist auch deswegen so bedeutungslos, weil man als Filmemacher keine Zuschauer locken, sondern die richtigen Beziehungen zur Verteilung der Zwangsabgaben haben muss.

    • Vollkommen richtig!

      Spätestens mit der Einführung der EU Zwangsquoten (DDR lässt grüßen) sollte dies klar sein.

      Man sieht ja auch am ÖR was bei staatlich gestützten und kontrollierten Zwangsfinanzierungssystemen raus kommt…

      Mit Artikel 13 sind wir nun auf dem allerbesten Weg der damaligen DDR in Sachen Medienplanwirtschaft und Zensur den Rang abzulaufen.

      Aber der Bürger muss ja schließlich auf Richtung gehalten werden…

  2. Ah ja, das zeigt also, das Deutschland als Filmmarkt attraktiv ist. So attraktiv, das man mit Zwangsabgaben den deutschen Film unterstützen muss, wenn man keine staatlichen Drangsalierungen will.
    Ohne Frau Motschmann zu nahe treten zu wollen……da stand wohl die Schaukel zu nahe an der Wand, das man auf solch skurrile Theorien kommt.

  3. Sehr geil! Klar, wenn man auf immer wieder die selbe Geschichte, neu aufgebrüht ohne nennenswerte Story aber mit viel Spezialeffekten steht, ist man bei Hollywoodproduktionen gut aufgehoben. Sind ja auch nicht alle schlecht. Für neue innovative Stoffe ist diese Industrie aber mittlerweile viel zu feige, da stehen Investoren dahinter, da muss Gewinn eingefahren werden. Und das geht eben am besten, wenn man möglichst den Durchschnittsgeschmack befriedigt. Filme abseits vom Mainstream werden da nicht produziert, sowas wie z.B. Forrest Gump würde in Hollywood heute niemand mehr finanzieren, viel zu großes Risiko. Lieber auf Nummer sicher und irgendwas altbekanntes nochmal verfilmen, mit noch mehr Budget. Wenn man 300 Millonen Dollar alleine ins Marketing steckt gehen die Leute schon ins Kino, ob der Film gut ist oder nicht.
    Damit der Einheitsbrei nicht alleine dasteht, ist Filmförderung absolut unerlässlich, kleine Projekte würden sonst nie zustande kommen. Das bezieht sich nicht nur auf Deutschland, Förderung gibt es in vielen Ländern.

    • Es ist doch klar dass die den Mainstream bedienen weil ein großer Teil der Kundschaft mit dem geförderten Plunder nichts anfangen kann. Ich denk da zB nur an die Machwerke eines Lars von Trier. Warum soll man etwas fördern, das so gut wie niemand sehen will? Und da sind wir wieder bei den Zwangsabgaben. Ob Öffentlichrechtlicher Rundfunk oder Filmförderung, am Ende bezahlt der Kunde, obwohl er das Angebot nicht will, nicht braucht oder in Anspruch nimmt. Was kommt als Nächstes? Zwangsabgabe auf Printmedien weil es den Verlagen so schlecht geht?
      Für den Kunden bedeutet das am Ende wieder Preiserhöhungen. Egal, das gute am Streaming ist ja, das man ohne weiteres einen Pausenmonat einlegen kann, um höhere Preise zu kompensieren, leider geht das bei den Rundfunkgebühren nicht.

  4. Was ist am Deutschen Filmmarkt attraktiv? Der Einschlaf-Tatort, Lindenstraße, oder Til-Schweiger-Movies? Schuster bleiben bei deinem Leisten. Bezogen auf Deutschland also Autos. Obwohl da macht man ja gerade auch alles kaputt.
    „Filmabgabe nach deutschem Filmförderungsgesetz “ Das ist typisch Deutschsprech und bedeutet: Zwangsabgabe um irgendwelche Vereine finanziell zu finanzieren die dann wieder noch mehr kaputt machen bzw. die Kohle verpulvern.

    • Nein, das ist nicht typisch deutsch, das gibt es in vielen Ländern. Tatort und Lindenstraße sind ÖR Produktionen, die brauchen keine Filmförderung. Aber so grandiose Sachen wie z.B. Soul Kitchen würden ohne Filmförderung nicht entstehen.

      • kOOk, Du kannst doch nicht gleich mit Soul Kitchen kommen, überwiegend tummeln sich eher die Transformers Gucker hier rum, die kennen sowas doch nicht. Neben Soul Kitchen waren es im übrigen auch noch Die Fälscher, Lola rennt oder Der Pianist, um nur ein paar der langen Listen nennen zu wollen.

        Im übrigen finde ich das mit Filmabgabe absolut gut und fair.

        • Finde ich auch gut. Wir sollten staatlich finanzierte Dönerbuden aufmachen, damit wir Qualität bekommen. Und Handwerkerbetriebe, ja die sollte man mit einer extra Gebühr verstaatlichen, damit jeder Bürger ein Recht auf Handwerkerleistungen hat. Und kleine Bücherläden sollte der Staat mit verbeamteten Buchhändlern aufmachen, damit der deutsche Buchmarkt zukünftig nicht von Amazon abhängig ist. Ach was, wir verstaatlichen einfach alles. Zahlen alles aus Steuergeldern und produzieren Umsatz, aus dem wieder Steuern gezahlt werden, aus denen wir das wiederum finanzieren können, das Umsatz macht.

          Klingt doof? Rechnet sich unterm Strich nicht? Ach komm…

      • Tatort und Lindenstraße brauchen keine Filmförderung? Das sind beides Serien die ich freiwillig nicht anschaue aber auch über eine Zwangsabgabe „Filmfördere“. Ob das ganze jetzt GEZ, Rundfunkbeitrag oder Filmförderung benannt wird, ist egal. Es bleibt eine Zwangsabgabe. Und Qualitativ sind keine Tatorte, vom Tatortreiniger mal abgesehen. Aber der wurde eingestellt wegen Schwierigkeiten ein gutes Drehbuch zu finden. .

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