MJYun M1 im Test: True Wireless-Kopfhörer für knapp 40 Euro

Spätestens mit den AirPods von Apple sind kabellose In-Ear-Kopfhörer (Stichwort „True Wireless“) überall zu sehen und sorgen nicht nur beim Sport, sondern auch daheim dafür, dass man sich keine größeren Kopfhörer mehr auf den Kopf schnallen muss, um seine Musik zu hören und bei Bedarf über dieselben Geräte auch telefonieren zu können. Bisher halte ich es persönlich noch immer so, dass ich am liebsten auf eine Over-Ear-Variante setze, da mich die Knöpfe in den Ohren eigentlich eher stören.

Nun erreichten mich aber die MJYun M1 als Testgerät und ehrlich gesagt war ich schon ein wenig gespannt, ob ich mit meiner eben genannten Vorliebe und dem Hang, regelmäßig Dinge zu verlegen/verlieren, wirklich der geeignete Testkandidat für Geräte bin, die kleiner als eine Zwei-Euro-Münze ausfallen und nicht einmal mehr über Kabel verfügen. In einem kleinen unscheinbaren Karton befinden sich unspektakulär verpackt: ein Ladecase mit den zwei eingelegten In-Ears, ein USB Typ-C-Ladekabel, ein extra Paar Silikonohrpolster und eine kurze Bedienungsanleitung.

Die Specs zum Gerät gibt es natürlich auch umgehend:

MJYun M1
  • Preis: 39,99 €
  • Maße (Gehäuse): 68 x 27 x 33 mm
  • Gewicht: 99,8 g
  • Kapazität der In-Ears: 50 mAh
  • Ladedauer: knapp 1,5 Stunden
  • Kapazität des Ladecase: 500 mAh
  • Bluetooth v4.2, Reichweite 10-12 Meter
  • A2DP/AVRCP
  • Laufzeit: bis zu 2 Stunden Musik, bis zu 4 Stunden Telefonat
  • dank Ladecase bis zu acht Stunden Gesamtlaufzeit möglich (80 Stunden Standby)

Die Verpackung eines Testgeräts erwähne ich sonst eigentlich selten bis gar nicht. Dennoch erweckte sie einen Ersteindruck, dem die ausgepackten Kopfhörer mitsamt Ladecase dann am Ende Gott sei Dank doch nicht mehr entsprechen. Nichts wackelt oder klappert, fast alles wirkt einwandfrei verarbeitet. Lediglich der an beiden In-Ears angebrachte einzelne Button fühlt sich für meinen Geschmack etwas zu schwammig an. Hat man die Geräte dann nämlich erst einmal in den Ohren, drückt man schon recht spürbar daran rum, bis die gewünschte Funktion ausgeführt wird.

Ansonsten befinden sich an den beiden In-Ears noch jeweils zwei Ladekontakte, worüber die Geräte im Case aufgeladen werden und eine kleine LED, die diverse Zustände des MJYun M1 signalisiert:

  • blinkt grün/weiß, sobald sich der Kopfhörer im Pairing-Modus befindet
  • langsam blinkende, grüne LED: Verbindung wurde getrennt
  • grüne LED blinkt alle fünf Sekunden: Verbindung ist erfolgreich hergestellt worden
  • blinkende weiße LED: Batterie muss geladen werden

Die Steuerung der In-Ears fällt bei einem Knopf pro Gerät zwar nicht unbedingt umfangreich aus, dennoch fehlt es hier eigentlich an nichts, okay bis auf die Möglichkeit, die Lautstärke zu ändern:

  • beide Knöpfe für rund 2,5 Sekunden gedrückt halten: schaltet Kopfhörer ein/aus
  • Knopf einmal drücken: pausiert/startet aktuellen Titel
  • Knopf doppelt drücken: zum nächsten Titel wechseln
  • eingehende Anrufe können mit einem Druck auf den Knopf des rechten Ohrteils angenommen und beendet werden

Das Ladecase verfügt außerdem ebenfalls über eine eigene LED, die den Ladestatus der integrierten 500 mAh-Batterie anzeigt. Gelbes Licht heißt in dem Fall, dass das Case noch geladen wird, beziehungsweise dass der Akku bei geöffnetem Case unterhalb von 40 Prozent angekommen ist. Grün steht für fertig geladen/Akku über 40 Prozent (wenn das Case geöffnet ist).

Das Pairing der beiden Ohrteile geht flott. Dafür werden beide Knöpfe an den Geräten gleichzeitig für knapp 2,5 Sekunden gedrückt gehalten, damit diese aktiviert werden. Anschließend gehen sie direkt in den Pairing-Modus über, in welchem man die MJYun M1 direkt über die Bluetooth-Suche seines Smartphones findet und sich mit ihnen verbinden kann.

Zum Einsetzen der beiden Geräte steckt man sich diese jeweils ins richtige Ohr und dreht jedes Gerät dann vorsichtig so ins Ohr, dass sich das dicke Ende der Geräte am hinteren Teil der Ohrmuschel verkeilt. Auch wenn das unangenehm klingen mag, die Dinger sitzen so ziemlich fest und verursachen (vorerst) keine Schmerzen oder andere Probleme beim Tragen.

Die Laufzeit der MJYun M1 wird vom Hersteller mit bis zu zwei Stunden beim Hören von Musik angegeben, bei Telefonaten sollen diese dann bis zu vier Stunden durchhalten. Hier macht dann am Ende natürlich auch die Lautstärke der Wiedergabe den Unterschied, ansonsten kann ich aus meinem Test die angegebenen Laufzeiten aber durchaus bestätigen. Zwei Stunden Musikhören mag für den Einen zwar nicht wirklich lang klingen. Man darf aber auch nicht vergessen, dass es sich hier um 40 €-Kopfhörer handelt, die mitsamt Case auf immerhin acht Stunden Gesamtlaufzeit kommen. Außerdem reichen zwei Stunden Tragezeit bei den MJYun M1 auch deutlich aus. Warum?

Nun, nach knapp anderthalb Stunden fangen die Dinger dann leider doch an, unangenehm zu drücken. Das geht dann sogar soweit, dass ich nach zwei Stunden regelrecht froh bin, die Geräte wieder aus den Ohren nehmen zu können. Vielleicht sind meine Ohren auch einfach nur verwöhnt, weil ich Musik, wie bereits erwähnt, bisher nur von über- oder auf-dem-Ohr genossen habe. Sicherlich wird es sich auch hier um ein Problem handeln, dass bei jedem einzelnen von euch anders ausfallen wird. Die zwei Stunden Laufzeit eignen sich in meinem Szenario aber dennoch hervorragend für die gelegentlichen Sportsessions, die ich mir hin und wieder geben muss, um einigermaßen fit zu bleiben 😉

Kurz vor Schluss warnt mich dann auch noch eine knappe Ansage, dass der Akku gleich versagen wird. Und mit „gleich“ meine ich „gleich“. Nur wenige Momente nach dieser Ansage, schalten sich die Geräte dann auch schon ab. Andere Hersteller haben das schon geschickter lösen können. Das vollständige Aufladen der leeren In-Ears dauerte bei mir im Test immer knapp anderthalb Stunden, nach dem Sport mal schnell laden und dann flott weitermachen ist so natürlich nicht möglich.

Wichtigster Aspekt bei Kopfhörern? Klar, der Klang. Die MJYun M1 geben für den schmalen Preis einen recht akzeptablen Sound ab. Die wiedergegebene Musik kommt weitestgehend klar rüber, Bässe sind vergleichsweise kräftig, wenn natürlich auch nicht übertrieben wuchtig. Bei Telefonaten fallen diese „Schwächen“ dann aber gar nicht mehr auf, hier kann ich keinerlei Kritik anbringen.

Was mich dann aber gerade beim Hören von Musik wirklich stört, ist die geringe Maximallautstärke der Geräte. Selbst bei voll aufgerissenem Lautstärkereglern auf dem Smartphone, kann ich die nahegelegenen Straßen beim Joggen entlang der Feldwege noch immer gut hören. Ein Vorteil ergibt sich daraus dennoch: selbst auf höchster Stufe kann ich kein Kratzen oder sonstiges Surren feststellen.

Die Reichweite der Geräte wird vom Hersteller mit 10 bis 12 Metern angegeben. In meinem Test kam ich damit bei „freier Bahn“ sogar auf fast 20 Meter, innerhalb des Hauses und den dortigen Wänden/Decken kommen die Herstellerangaben aber ziemlich gut hin.

Wenn ich also am Ende des Tages eine Einschätzung zu den MJYun M1 abgeben soll, dann würde ich wohl Folgendes zum Produkt sagen: wenn ihr euch weder am komplizierten Namen, noch an der etwas zu geringen Gesamtlautstärke und dem unangenehmen Drücken nach maximal zwei Stunden stört, dann handelt es es bei den Geräten um recht gute, kabellose In-Ears, die mit 40 € auch nicht zu teuer sind und einen festen Halt (je nach Ohr) bieten. Die Ausdauer dürfte gern etwas besser sein, reicht aber für viele Szenarien immer noch gut aus.

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Benjamin Mamerow

Blogger, stolzer Ehemann und passionierter Dad aus dem Geestland. Quasi-Nachbar vom Caschy (ob er mag oder nicht ;D ), mit iOS und Android gleichermaßen glücklich und außerdem zu finden auf Twitter und Google+. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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6 Kommentare

  1. Vielen Dank für den Test, hatte noch nie was von den Dingern gehört. Fehlende Lautstärke und nur 2 Stunden Laufzeit sind dann aber doch nicht so toll. Wenn man diese bloß mal irgendwo testen könnte …

  2. Und auf Amazon gerade mit 15% Rabatt.

  3. Ich hab mir vor 2 Wochen die Samsung SM-R140 geholt und war echt überrascht, wie weit die Technik in dem Bereich ist. Die Dinger hier würd ich ggf. mal für meine Frau testen.

  4. Danke für das Review. Ich bin weiterhin ganz begeistert von meinen Zolo Libertys:
    https://stadt-bremerhaven.de/zolo-liberty-im-kurzen-hoertest/
    Hier steht im Vergleich für mich vor allem die tolle Akkulaufzeit im Vordergrund. Ich lade mein Case maximal einmal pro Woche und höre täglich zwischen ein und drei Stunden. Alles top. Und wie im Link nachzulesen: Ich hatte anfänglich auch Schwierigkeiten mit der Lautstärke, nach ROM-Wechsel ist nun alles gut.

  5. 2 h Laufzeit?

    Really?

    MUAHAHAHAHHAHHHAHHA!

  6. Warum werden 90% aller True Wireless Headphones ohne Lautstärkeregelung ausgestattet?

    Das ist doch gerade der Gag eines solchen Headsets, dass ich das Smartphone irgendwo tief in der Tasche lassen kann. Wenn ich es aber zum Regeln der Lautstärke wieder hochholen muß, kann ich auch genausogut ein Kabel dranhängen

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