Im Langzeittest: Danfoss Link als smarte Heizkörperregelung

Beleuchtung, Fenster- und Türensicherungen und zig andere Geräte im privaten Haushalt lassen sich mittlerweile dank Smart Home-Technologien zahlreicher Hersteller intelligent ansteuern und sogar untereinander vernetzen. Nun ist nicht jeder diesem Thema gegenüber so offen eingestellt, wie es bei mir aussieht. Muss ja auch nicht, schließlich gibt man die Berechtigung zum Steuern der eigenen Heimelektronik in den meisten Fällen an Dienste im Internet ab, welche man am Ende per App, etc. jederzeit von überall ansteuern kann.

Da ich hingegen ein Freund dieser Technologien bin und im Hause bis auf ein einzelnes Thermostat in der Wohnstube noch nichts weiter in meinem Heizkreislauf habe „smart“ regeln können, war ich auch alles andere als böse, als mich ein umfangreiches Paket des dänischen Unternehmens Danfoss A/S erreichte.

Danfoss entwickelt Lösungen im Bereich der Wärme- und Kältetechnik und beschäftigt weltweit über 22.500 Mitarbeiter. Vielen (wie auch mir) wurde der eigentlich weit bekannte Name zuletzt erst wieder durch neue Werbespots des Unternehmens in Erinnerung gebracht. Tatsächlich sitzen Technologien von Danfoss in vielen heimischen Heizanlagen.

Im Paket das mich erreichte, befanden sich neben dem Danfoss Link Starter Kit – bestehend aus dem Zentralregler, drei elektronischen living connect Heizkörperthermostaten, notwendigen Accessoires und einem Adapter Kit für alle gängigen Thermostat-Anschlüsse – noch sieben weitere Thermostate, zwei Winkeladapter und ein Signalverstärker.

Somit konnte ich im Grunde alle Heizkörper in unserem Hause mit den neuen Thermostaten ausstatten und hatte dadurch auch die Möglichkeit, für den Test herauszufinden, wie gut die einzelnen Signale sich über mehrere Stockwerke verteilen und regeln lassen. Bei uns betrifft das neben dem Erdgeschoss mit Flur, Küche, Gäste-WC und Wohnstube auch noch das erste Obergeschoss mit Bad, Kinderzimmer, Arbeitszimmer und Schlafzimmer, sowie den mittlerweile ausgebauten Dachboden, der später einmal als weiteres Kinderzimmer fungieren soll.

Für den Test ergab sich bei uns außerdem auch vom Nutzungsverhalten das perfekte Szenario: Meine Frau und ich sind beide hauptberuflich tagsüber unterwegs, der Kleine ist im Kindergarten. Zwar gehen zur Versorgung der Katzen auch die Schwiegereltern am Tage ab und an ins Haus, dennoch müssen die einzelnen Heizkörper unterschiedliche Heizprofile je nach Werktag einnehmen. Am Wochenende schlafen wir gern mit dem Kleinen aus – Kuscheln mit der Family ist wichtig, Freunde 😉 – sind dann aber spätestens ab Mittag unterwegs und kommen am späten Nachmittag oder abends wieder.

Somit bedarf es eines Systems, welches umfangreich individuell einstellbar ist und doch auch spontane Regeländerungen zulässt, wenn sich die Tagesplanung einmal ändern sollte. Ob Danfoss dies mit seinem System Danfoss Link realisieren kann, das habe ich über die letzten Wochen herauszufinden versucht.

Installation der Thermostate

Bereits aus einem ausführlichen Einführungs-Telefonat mit Danfoss wusste ich, dass ich für die Komplettinstallation aller Thermostate im Haus selbst als Laie nicht mehr als zwei Stunden einzuplanen bräuchte. Und tatsächlich habe ich schnell herausfinden dürfen, dass man kein Profi sein muss, um binnen weniger Minuten ein einzelnes Thermostat durch zu tauschen.

Wer bereits einmal ein handelsübliches Heizkörperthermostat mit einer Rohrzange vom Heizkörper gelöst hat, der wird hier wenig Schwierigkeiten haben. Aber auch alle anderen müssen sich nicht sorgen – ein dünnes Tuch zwischen Schraube und Zange, damit nichts zerkratzt und mit Vorsicht das Ganze nach links gedreht. Schon lösen sich die Thermostate vom Gewinde, der komplett herausragende Ventilstift sorgt allerdings für den Moment dafür, dass die Temperatur der Heizung auf Maximum eingestellt ist.

Dank der mitgelieferten Gewinde-Adapter für die gebräuchlichsten Anschlüsse, lassen sich die neuen Thermostate problemlos auf so gut wie jedes Gewinde aufsetzen. Hier im Haus waren es vorinstallierte Heimeier-Thermostate – dafür habe ich die enthaltenen K-Adapter verwenden müssen. Eine von Danfoss mitgelieferte Schablone hilft außerdem zusätzlich beim Identifizieren der richtigen Gerätschaften.

Die neuen Thermostate werden mit zwei AA-Batterien bestückt (im Gegensatz zu den Einzelthermostaten sind im Starter Kit keine Batterien enthalten, hier muss man im Vorfeld sechs zusätzliche einplanen). Dann setzt man das Gerät auf das Gewinde (den Adapter) auf und hält den mittleren Button auf der Vorderseite für wenige Sekunden gedrückt. Daraufhin zieht der Motor im Thermostat dieses selbstständig heran und fixiert es – fertig installiert.

Nachdem alle Thermostate verteilt und installiert sind, geht es an die Einrichtung des Zentralreglers und des eventuell notwendigen Signalverstärkers.

Der Zentralregler

Hierbei handelt es sich gewissermaßen um die Hauptsteuerungseinheit der ganzen Anlage. Der Zentralregler dient zur Registrierung sämtlicher Thermostate und weiterer Geräte wie dem Signalverstärker oder auch weiteren Raumthermostaten (als Messpunkt für genauere Raumtemperatur-Bestimmungen) und verbindet außerdem Smartphone-Apps mit dem System. Außerdem lassen sich hierüber sämtliche Räume definieren oder auch als Verbund kombinieren.

In obigem Installationsvideo des Herstellers kann man bereits erkennen, wie sich einzelne Räume benennen oder aus vordefinierten Bezeichnungen erstellen lassen und dass man am Ende dieses Schrittes einen Netzwerkstest vornimmt, um zu prüfen, ob der Zentralregler tatsächlich alle verteilten Thermostate angesteuert bekommt.

Bei uns traf es zum einen das Kinderzimmer, aber auch den Heizkörper auf dem Dachboden, welcher sich einfach nicht ins Netz melden wollte. Hierbei sind wohl mehrere Umstände schuld: Der Zentralregler befindet sich im ersten Stockwerk im Schlafzimmer an einer Außenwand angebracht zwar recht zentral im Haus, ist jedoch durch eine Stahlbeton-Decke beziehungsweise mehrere Zimmerwände von den beiden betroffenen Thermostaten getrennt. Zusätzlich dürfte auch das bestehende WLAN-Netz im Haus auf selber Ebene für ein wenig Einschränkung im Funkverkehr sorgen, auch wenn die Geräte hier mit der eigenen Danfoss Link Connect-Funktechnologie (erweitertes z-wave) untereinander Verbindung aufnehmen.

Hier im Bild zu erkennen ist, dass sich zumindest das Kinderzimmer irgendwann doch entschieden hat, mit dem Regler Kontakt aufzunehmen. Nichtsdestotrotz fehlte immer noch der Dachboden und auch das schwache Signal aus dem Kinderzimmer durfte gern Unterstützung bekommen.

Also habe ich in unserem Arbeitszimmer (exakter Mittelpunkt im Haus) den Signalverstärker angebracht und mit dem Zentralregler verbunden. Das Ganze kostete mich inklusive Wandinstallation knapp 15 Minuten Zeit. Fortan wird jedes Signal der einzelnen Thermostate hier noch einmal verstärkt (vergleichbar mit einem WLAN-Repeater) und an den Zentralregler weitergeleitet – natürlich auch vice versa.

Ab sofort werden alle Geräte gefunden und sind direkt ansteuerbar. Das funktioniert natürlich nicht nur per Zentralregler, sondern auch von unterwegs per App – sowohl für Android als auch für iOS. Über die „App-Optionen“ in den „WiFi und Apps“-Einstellungen des Reglers lassen sich die installierten Apps per Code mit dem Regler verbinden. Das gelingt unter beiden Betriebssystemen ausgesprochen schnell und zuverlässig.

Die App – minimalistisch schön und trotzdem umfangreich

Die Hauptoberfläche der App besteht aus drei einzelnen per Wisch erreichbaren Bildschirmen. Mittig befindet sich der aktuelle Betriebszustand mit den zusätzlichen Optionen „Anwesend/Abwesend“, „Urlaub“ und „Pause“. Über den linken Bildschirm erreiche ich diverse Einstellungen, über den rechten kann ich die einzelnen Momentan-Temperaturen der Zimmer aufrufen und zur Not über das Stiftsymbol auch nachsteuern.

Über „Heizprogramm“ kann ich für jeden Tag ein separates Heizschema definieren (zum Beispiel von 06:00 bis 08:00 heizen, dann Pause bis 15:30, anschließend bis 22:00 wieder heizen und zur Nacht wieder Pause). Ebenso kann man hier aber per Copy & Paste-Verfahren einfach das für Montag definierte Programm auch auf die anderen Werktage übertragen usw. Das ist alles wirklich mehr als selbsterklärend – zur Not sind die meisten Funktionen aber auch zusätzlich erklärt.

Für die Modi „Anwesend/Abwesend“ und „Urlaub“ lassen sich die entsprechenden Temperaturen vom Nutzer im Vorfeld über die Einstellungen definieren.

Sind wir im Haus, so ist der Regler auf „Anwesend“ gesetzt und heizt auf humane 17,5 – 20° Celsius. Gehen wir aus dem Haus, schaltet sich entweder irgendwann das Tagesprogramm ein oder aber ich definiere manuell per App den Zustand auf „Abwesend“. Die Temperatur wird nun überall auf 14° Celsius herunter geregelt. Möchte ich einmal alle Heizkörper auf Frostsicherung einstellen, so wähle ich „Pause“ aus. Hier stellt sich die Anlage dann immer auf 6° Celsius ein.

Wer kurz einmal die Bude lüften möchte, der kann sich auf die zwei Temperaturfühler in den Thermostaten und deren Fensteröffnungserkennung verlassen. Sinkt die Temperatur innerhalb von drei Minuten um 0,5° Celsius, so schaltet das entsprechende Thermostat für bis zu einer halben Stunde lang auf Frostsicherung um. Feine Sache, denn nicht immer denkt man vorm Lüften daran, den Regler eben einzustellen. Die per Regler, aber auch per App getätigten Eingaben werden binnen weniger Minuten (hier sind es im Durchschnitt 2-3 Minuten) an die Thermostate weitergegeben.

Die einzelnen Thermostate verfügen außerdem über eine Kindersicherung, damit Haushaltszwerge diese nicht als neues Spielzeug anerkennen. Ebenso lässt sich der Zentralregler per Zugangscode vor ungewollten Zugriffen sichern.

Probleme? Ja, aber wenige.

Was mich wirklich an der Danfoss-Lösung so begeistert ist, dass das ganze System nicht nur simpel (selbst für den Laien) zu installieren ist, sondern dass auch die Bedienung des Reglers und der App derart selbsterklärend funktioniert. Meiner Frau installierte ich nur eben die Android-Version der App, eine Einarbeitung in diese war schlichtweg nicht vonnöten. Aber natürlich gibt es auch hier und da ein paar kleine Negativpunkte, die man wissen muss.

Besitzt man viele Heizkörper im Haus, die in der Wand verbaut sind (beispielsweise unter Fenstern), so kann es passieren, dass das Thermostat eine andere Umgebungstemperatur erkennt, als sie eigentlich existiert. Dies liegt an kleinen Wärmefeldern, die im gestauten Raum neben den Heizkörper entstehen und sorgt natürlich für eine nicht perfekte Abstimmung der einzustellenden Temperatur. Hier hat Danfoss aber eine Lösung parat: ein separates Raumthermostat, welches an einer anderen Stelle im Raum die eigentliche Temperatur misst und diese quasi als Master-Slave-Lösung an das verknüpfte Thermostat weiterleitet, damit dieses seine Temperatur korrekt regulieren kann.

Des Weiteren haben wir auf dem Flur im Erdgeschoss einen Heizkörper, bei dem das alte Thermostat viel zu dicht an der Heizung anliegt, als dass das etwas breitere Thermostat von Danfoss hier installiert werden könnte:

Hier bedarf es erst einer zusätzlich Erweiterung am Ventilanschluss, damit ich das neue Gerät hier angeschlossen kriege. Natürlich liegt das Problem hier am Heizkörper selbst, das Thermostat von Danfoss ist aber eben leider trotzdem zu breit.

Preis und Fazit

Das Starter Kit liegt aktuell bei 280 €, was ich für einen ausgesprochen fairen Preis halte. Bei anderen Lösungen werden teilweise nur für die Basisstation 400 – 500 € veranschlagt, Thermostate exklusive. Hinzu kommen noch der Signalverstärker für rund 77 € und die einzelnen Thermostate zum Erweitern für jeweils knapp 45 €, wenn die drei im Starter Kit enthaltenen Geräte nicht ausreichen sollten.

Wer also auf eine einigermaßen kostengünstige smarte Heizungssteuerung mit zuverlässiger Software und hochwertiger Qualität abzielen sollte, dem würde ich Danfoss Link wirklich ans Herz legen. Ich bin tatsächlich begeistert vom ganzen System und wie simpel und vor allem zuverlässig alles miteinander funktioniert. Außerdem ist auch die Dokumentation auf der Website des Herstellers enorm umfangreich, was man leider nicht überall so erlebt.

Hut ab! Danfoss, mich habt ihr überzeugt. Hier darf sich gern der ein oder andere Hersteller ein Beispiel daran nehmen.

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Blogger, stolzer Ehemann und passionierter Dad aus dem Geestland. Quasi-Nachbar vom Caschy (ob er mag oder nicht ;D ), mit iOS und Android gleichermaßen glücklich und außerdem zu finden auf Twitter und Google+. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

16 Kommentare

  1. sehe ich das richtig, dass die Zentrale tatsächlich eine solche ist und keinen ominösen Webdienst voraussetzt? Wie kommuniziert die Handy-App mit dieser, wenn man außer Haus ist?
    Z-Wave ließe sich zudem auch über FHEM steuern, aber was heißt „erweitertes“ Z-Wave? Macht mich schon wieder mißtrauisch. 😉

  2. Interessanter Beitrag, Danke. Wie lange hast Du das ganze schon im Test? Wenn nicht so lange, wäre eine Statusmeldung in einem haben Jahr auch noch mal von Interesse.
    Funktioniert die Anlage auch ohne Anbindung ans Internet? Und wie lange halten die Batterien an den Reglern?

    Max

  3. Benjamin Wagener says:

    Jaja, alles so schön einfach. Dass in der Regel diese ganzen Geräte aber alles andere als sicher sind was die Konnektivität betrifft und im Bestfall nicht mit dem gleichen WLAN verbunden sein sollten, wie die PCs usw. über die man vertrauliche Daten verschickt, wird hier mal ganz schnell unterschlagen. Ich empfehle mal die aktuelle Ausgabe von c’t uplink zum Thema Smart Home: https://www.youtube.com/watch?v=xgy3tIlu5gw&t=2310s# Da kann ich für mich klar sagen: Aktuell kommt mir das Zeug nicht ins Haus, schon gar nicht bei so kritischen Strukturen.

  4. @Benjamin Wagener: Und direkt heißt es „unterschlagen“- hältst du das nicht selbst für ein wenig übertrieben? Dass dieser Service selbstverständlich auch per WLAN angebunden ist und demnach als angreifbar gilt, sollte eigentlich spätestens ab dem Punkt „WiFi und Apps“ klar geworden sein. Niemand wird gezwungen, sich so etwas zu installieren – aber gelegentlich müssen einige Menschen doch immer noch ohne den Text ganz gelesen zu haben, ihren Senf abgeben. Sorry, aber genügend Leser stehen dem Thema wesentlich offener gegenüber.
    @Torsten Appelhagen und Max: Wie nun bereits erwähnt ist das Ganze natürlich rein per WLAN erreichbar. Kein WLAN, keine Steuerung. Dafür sind die Thermostate aber dann im Notfall immer noch manuell regelbar. Der Hersteller spricht bei seinem Funkstandard von einer Erweiterung von Z-Wave. Wie genau das im Detail aussieht, konnte ich allerdings nicht herausfinden 😉 Die Gerätschaften nutze ich nun seit knapp einem Monat und werde gerne in einem halben Jahr oder etwas später noch einmal ein weiteres Statement abgeben. Schließlich kommt ja nun auch erst einmal die warme Jahreszeit.
    Die Batterien sollen laut Danfoss dank sparsamer Ansteuerung bis zu 2 Jahre durchhalten-mal schauen 😉

  5. Also wenn ich diesen Touchscreen sehe, der mir sagt das ich nun die Heizung von morgen hab, das Interface aber nichtmal Schlafzimmer in einer Zeile darstellen kann, und zudem 2008 anruft und ihre Buttons zurück ruft, frag ich mich doch echt ob das deren ernst ist.

  6. Für mein Haus würde diese Lösung gut 1.100 € kosten und ich hab keinerlei Ahnung, wie hoch die Einsparung ausfallen könnte. Ich glaube, dass ich mit meiner Heizungssteuerung (Aussen-/Innenthermometer) mit einigermassen sinnvoll gestalteter Tag-/Nachtabsenkung ganz gut zurecht komme.

    1.100 € – unglaublich

  7. Benjamin Wagener says:

    @Benjamin Mamerow: „Dass dieser Service selbstverständlich auch per WLAN angebunden ist und demnach als angreifbar gilt, sollte eigentlich spätestens ab dem Punkt „WiFi und Apps“ klar geworden sein.“
    Du solltest dir auch mal den Beitrag bei c’t Uplink anschauen. Die Sicherheitsproblematik reicht da noch viel weiter als die Angreifbarkeit als Device das über WLAN an das Internet angeschlossen ist, ganz insbesondere bei denen die so super einfach bedienbar und dabei noch günstig sein sollen. Und selbst wenn Du und so manch anderer kundiger Leser sich der Problematik bewusst sein sollte, so gilt das für sehr viele unbedarftere nicht. Die sehen hier in erster Linie ist alles prima einfach zu verwenden. Und ja, das Thema Sicherheit wird in dem Artikel komplett unterschlagen, besonders im Vergleich dazu wie idealisierend die Lösung dargestellt wird. Fakt ist, dass man beim Thema Smart-Home im Moment immer noch extremst skeptisch sein muss und ganz viel Ahnung von Netzsicherheit haben sollte, ansonsten am besten die Finger davon lassen, weil eben derzeit keine ordentlichen Sicherheitsstandards vorgegeben sind und daher auch sehr viel Mist auf Seiten der Produktanbieter betrieben wird, weil man eben viel zu sehr nur schaut, dass das Zeug möglichst komfortabel benutzbar ist. Und daher gehört, insbesondere für jene die nicht so viel Ahnung haben, unter Artikel wie diese zumindest ein Disclaimer, der im Groben auf die potentiellen Gefahren hinweist. Alles andere ist meines Erachtens grob fahrlässig.

  8. Infrastruktur im Haus aus bequemlichkeit ans Netz anbinden, was soll da schon schief gehen ;D Ich wünsche BrickerBot und dessen Nachfolgern viel Erfolg 🙂

  9. Hey, danke für den ausführlichen Bericht. Wie sieht es mit der Alexa Integration aus?

  10. @Julian gemäß danfoss-website ist diese leider nicht gegeben – sonst hätte ich im nächsten Monat echt zugeschlagen!

    Quelle: https://linkapp.danfoss.com/hc/de/articles/212037289-Funktioniert-Danfoss-Link-mit-Systemen-anderer-Hersteller-

  11. Ach ich weiß nicht. mir scheint dieses ganze Smarthome auch gerade ein Trend zu sein, um wieder ein paar Dinge zu verkaufen. Es erscheint mir ein wenig wie vor vielen Jahren, als Bus-Lösungen in die Haushalte einziehen sollten. Tool, ich kann vom Wohnzimmer aus das Licht im Keller einschalten. Nur was nutzt das, wenn ich nicht im Keller bin?
    Ich gestehe, ich bin dem ganzen gegenüber recht skeptisch eingestellt.

    Gerade Heizungen sind doch ein recht träges System, die herkömmlichen Steuerungen eigentlich schon sehr gut. Das man wie in der Werbung gern gezeigt, von unterwegs die Heizung einschalten kann, wenn ich mal 30min früher nach Hause fahre – geschenkt. Ob das wirklich einen großartigen Effekt hat sei noch dahingestellt. Sollte man die Heizung wirklich lange aus haben, so muss sie dann volle Pulle arbeiten, um schnell auf die Temperatur zu kommen. Zumindest für kleine Heizungsanlagen (Eigenheim, zwei oder Mehrfamilienhaus) ist das wahrscheinlich völlig unsinnig. Hier wird die Heizung dann oft nach kurzer Zeit wieder heruntergetaktet, weil die Vorlauftemperatur in einem solchen Fall zu hoch wäre. Und das nur um kurz darauf wieder mit voller Kraft arbeiten zu müssen.
    Das ist, als würde man mit dem Auto kurz vollgas fahren und dann wieder nur im Standgas.
    Ökonomischer wäre wahrscheinlich, die Heizung längere Zeit im optimalen Bereich arbeiten zu lassen.
    Es stellt sich ja auch die Frage, ob es wirklich clever ist, die Absenktemperatur so niedrig zu halten. Sollten die 14 Grad wirklich erreicht werden, so besteht eher ein Problem mit der Wärmedämmung als mit der Heizung – oder man läßt die Heizung wirklich zu lange aus. Hier stellt sich wieder die Frage, ob das wirklich sinnvoll ist oder ob das Aufheizen (s.o.) nicht mehr Energie und Geld verbraucht, als man durch die lange Zeit der Absenktemperatur vermeint einzusparen.

  12. Bei Pollin gab es vor einigen Jahren ein Sonderangebot von elektronischen Heizkörperthermostaten (3 für €40,-), ähnlich diesen hier:
    http://www.pollin.de/shop/dt/MTYyNjMxOTk-/Haustechnik_Sicherheitstechnik/Heizung_Sanitaer/Thermostate/Heizkoerper_Thermostatkopf_eQ_3_Model_N_2er_Set.html
    Die sind völlig autark und man kann mit einer geschickten Programmierung sein gesamtes Haus sehr gut regeln. Im ersten Jahr habe ich eine Rückzahlung von über €300,- von meinem Energieversorger bekommen; das Haus ist Baujahr 1947. Die Thermostate für meine 19 Heizkörper haben mich dagegen nur etwas über €250,- gekostet.
    Smarthome ist im Bereich Heizkörpersteuerung nicht nötig und in Angesicht dieser riesigen Sicherheitslücken wirklich NICHT empfehlenswert!
    Mir graust es schon davor, wenn in 2-3 Jahren laut der Gesetzgebung unserer naiven Bundesregierung auch diese sogenannten intelligenten Stromzähler für Privathaushalte Pflicht werden. Völlig unnützes Zeug, die nicht nur falsch zählen (http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/geld-ausgeben/studie-smart-meter-messen-falsch-kunden-zahlen-14918447.html) sondern auch eifrig Daten Sammeln, die meinen Energieversorger nichts angehen.

  13. Ich suche noch neue Thermostate, die eine offene Schnittstelle haben, damit ich die in meine Smarthome-Steuerung einbinden kann und vor allem getrennte Wandthermostate für jeden Raum. Die Temperaturmessung direkt am Stellantrieb funktioniert bei unseren Heizkörpern nicht, da die Ventile knapp übern Boden sitzen.

    Bisher habe ich die Homematic-Systeme benutzt, aber ich bin nicht mehr sonderlich zufrieden damit, weil auch einzelen Stellantriebe mittlerweile kaputt sind.

  14. Ich habe vor ca. 1 Jahr Jahr das danfoss-System nach einem Umbau für Fußbodenheizung und verbliebene Heizkörper angeschafft.
    Da noch mehr am Haus gemacht wurde, lässt sich die Energieeinsparung nicht beurteilen. Die vorprogrammierbare Zeitsteuerung ist aber sehr praktisch, gerade um während kürzeren Abwesenheitsphasen alles mal um 1-2°C herunterzuregeln. Fußbodenheizungen sind sowieso sehr träge und mehr an Temperaturunterschied macht bei kurzen Abwesenheitszeiten keinen Sinn.
    Batterien in der Heizkörpern mussten noch nicht gewechselt werden. Laut meines Heizungsinstallateurs hängt die Laufzeit von der Anzahl der Steuerungszyklen ab.

    Grundsätzlich funktioniert das Ganze auch ohne Internetanbindung. Die einzelnen Thermostate verbinden sich mit dem Zentralregler und dort kann man die Zeiten und Programme einstellen.
    Wenn man natürlich per App darauf zugreifen will (und damit u.a. auch die hübschere Oberfläche zum Einstellen der Programme haben will), muss man logischerweise die WLAN-Verbindung am Zentralregler aktivieren.
    Also sollte mal eine Sicherheitslücke auftreten bzw. man selber auf Nummer sicher gehen will, kann man die Internetverbindung trennen, aber das System ist trotzdem noch voll einsatzfähig.

  15. Also ich führe hier keine Monologe, dass zur Einleitung 😀

    So ein Raumthermostat kann man sich meiner Meinung nach sparen: Die Einrichtung der einzelnen Räume hat ca. 2 Tage gedauert. Thermometer in die Mitte des Raumes gestellt und die Solltemperatur am Regelthermostat an der Heizung soweit erhöhen, bis man die Raumtemperatur hat, die man will. Bei mir sind das ca. 1,5°C am Heizkörper mehr als es dann im Raum sind.
    Also alles gut!

    Habe die Dinger bei Pollin doch noch gefunden: https://www.pollin.de/shop/dt/OTY0NzMxOTk-/Haustechnik_Sicherheitstechnik/Heizung_Sanitaer/Thermostate/Energiespar_Heizkoerperthermostat_HEIZLUX_3_Stueck.html

    Wer die „Fenster auf“ Funktion vermisst: Es gibt an den Thermostaten die Funktion des Ausschaltens. 😉 Man steht ja sowieso an dem Fenster mit der Heizung und kann dann eben kurz den Aus Knopf drücken. „Früher“ hat man ja auch die Thermostate zu gedreht und nach dem Schließen des Fensters wieder aud.
    Man muss nicht alles automatisieren, nur weil es die Hersteller einem suggerieren, dass dies unbedingt nötig ist.

  16. Ich nutze für mein Penthouse in Berlin das Max! System von ELV und bin damit sehr zufrieden. Das Danfoss sieht schick aus und kann sicherlich mehr, aber mir reicht es wenn ich in Sachsen losfahre die Heizung aufzudrehen im Bad und dem anderen Zimmer. Aber wie immer Danke für den ausführlichen Test!!!

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