EU-Roaming: Auch Gespräche in andere Länder sollen günstiger werden

Seit einiger Zeit können Mobilfunknetze innerhalb Europas etwas unbeschwerter die Landesgrenzen überschreiten – Stichwort EU-Roaming. Innerhalb Europas gelten die gleichen Vertragsbedingungen wie im Heimatland, der Anruf zuhause oder die Nutzung von mobilem Internet wird so schnell nicht mehr zur Kostenfalle. Aber das EU-Roaming ist eben auch nur so definiert, das sollte man als EU-Politiker eigentlich wissen. Nicht so Verbraucherschutzministerin Katarina Barley von der SPD. Aber ihrem Missgeschick haben wir es eventuell bald zu verdanken, wenn wir innerhalb der EU gar keine Unterschiede mehr haben, von wo ein Gespräch startet oder in welchem Land es ankommt.

Katarina Barley ist nämlich selbst in die Kostenfalle getappt. Laut DPA-Meldung erhielt sie eine Rechnung über 400 Euro – für Gespräche von Deutschland in die Niederlande – und erfuhr erst vom Anbieter, dass die Roaming-Regelungen hier nicht greifen. Ach was. Hätte man natürlich wissen können, egal ob Politiker oder als Verbraucherschützer oder als normaler Handytarifnutzer.

Aber egal, denn Frau Barley möchte nun, dass auch grenzübergreifende Gespräche innerhalb der EU günstiger werden. Nach ihrer Aussage sind entsprechende Beschlüsse bereits auf dem Weg, um diese Kosten signifikant zu senken. Gleichzeitig fordert sie aber auch, dass Anbieter besser über anfallende Kosten informieren, zum Beispiel wenn ein bestimmter Betrag überschritten ist oder auch im Schiffsverkehr – denn die EU-Regelung gilt nur für Verbindungen auf dem Land. Auf dem Meer kann das schnell teuer werden, Verbindungen werden hier über Satelliten realisiert, das lassen sich die Anbieter fürstlich bezahlen.

Man kann also davon ausgehen, dass dieses Jahr noch von der EU beschlossen wird, auch an den Preisen für Gespräche in andere Länder zu schrauben. Das dürfte dem ein oder anderen Nutzer durchaus entgegenkommen. Ich halte die EU-Roaming-Regelung für eine der besten Neuerungen der letzten Jahre auf dem Mobilfunkmarkt. Das darf gerne weiter ausgebaut werden.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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10 Kommentare

  1. Man stelle sich mal vor, die Auswirkungen der Gesetzgebung oder „Schlupflöcher“ würden alle Politiker Ihrer Ressorts mal am eigenen Leib erfahren. Wie würde die Politik wohl aussehen oder handeln. Hier im genannten Fall ist es zu begrüßen, es ist absurd, dass man meist außerhalb des Heimatlandes günstigere SMS oder Minutenpreise hat (ohne Flat).

  2. Tja, komischerweise werden die Politiker erst aktiv, wenn’s die es selbst merken. Schon traurig wie die kleinen Leute abgezockt werden.

  3. maria gander says:

    Es ist schon beachtlich, daß eine Ministerin nicht weiß, wie die Gebühren geregelt sind. Immerhin zeigt die Doppelbürgerin hiermit, wie sie nicht die Realität und die beschlossenen EU Regelungen kennt. Es ist ein Armutszeugnis.

    Aber immerhin ist die Idee gut, diese Gebühren zu senken bzw. abzuschaffen. Sie aber auch schon Jahre früher kommen können.

    PS: Möglicherweise hat sie vorher auf Staatskosten mit ihrem Diensthandy telefoniert. Aber nicht desto trotz sollte sie als informierte Bürgerin solche Regelungen kennen. Und Dummheit schützt vor Strafe nicht…

    • So ein Käse. Bloß weil sie Ministerin ist, muss sie auch nicht gleich alles wissen. Ich wüsste weder von meinem Festnetzanschluss noch Handy, was es kostet, in die Niederlande zu telefonieren. Man muss kein Fan der Politiker sein, um ihnen zuzugestehen, dass es auch nur Menschen sind.
      Bei der Mülltrennung müsste auch jeder Bürger wissen, wie es funktioniert. Wie die Realität aussieht, will ich jetzt hier mal nicht ausführen.

      • Sie muss ja nicht *alles* wissen, aber die Dame ist nicht einfach nur irgendeine Ministerin, sondern steht dem Ministerium vor, dass für den Verbraucherschutz zuständig ist und insbesondere das EU-Roaming befürwortet und unterstützt hat. Insofern sollte man schon annehmen können, dass Regelungen, die innerhalb des eigenen Hauses getroffen oder zumindest mit erarbeitet worden sind, bekannt sind. Ich selbst wüsste auch nicht, was ein Anruf ins EU-Ausland kostet, aber ich weiß, *dass* es was kostet.

  4. Martin Deger says:

    Endlich! Das war schon seit langer Zeit ein Ärgernis. Bei vielen Prepaid-Tarifen fast zwei Euro pro Minute, und auch in anderen Verträgen viel teurer als nationale Anrufe. Flatrates so gut wie nicht verfügbar oder Mondpreise. Warum die EU-Regulierungen nicht etwas weitergefasst wurden und auch Gespräche aus dem Heimatland in andere EU-Ländern reguliert haben, habe ich noch nie verstanden.

  5. Mal gut so das ihr das passiert ist, lernen durch verstehen, nicht alles am Schreibtisch ist nachher auch gut, besser hätte es gar nicht passieren können. So wird dann wenigstens mehr Druck gemacht, als wenn sich der kleine Karl Hans beschwert. Das würde ich mir auch mal wünschen das Politiker mal 2-3 Monate 2 Jobs gleichzeitig ausüben müssten, am besten Steuerklasse 1+6 dann würden sie auch nicht schlecht gucken

  6. Wenn man einen gescheiten Tarif hat kosten Gespräche ins Ausland sogar weniger als Gespräche im Inland. Bei CallYa kosten Gespräche ins Ausland ab 3cent/min +15cent je Verbindung. Vodafone Vertragskunden zahlen ohne option 0,69-1,99€/min.

    Ich hoffe das bei einer Regulierung auch Gespräche zu Zielen außerhalb der EU reguliert werden, denn sonst wird z.B. das Gespräch in die Schweiz statt 5cent/min bald 2,99€/min kosten.

  7. Gerade zurück aus Sri Lanka, was soll ich sagen…
    Dem Land geht es zumindest mobilfunktechnisch super, 4G weit verbreitet, geringe Kosten, extrem hohes Datenvolumen und Sonderservices – zB wird über die alten Cell Broadcasts vor Gefahren gewarnt oder über USSD-Codes ein Menü zur Verwaltung angeboten, da häufig kein weiterer Internetanschluss besteht.
    Ich habe sehr viel über VoIP telefoniert und hatte nie Probleme, keine Drosselung oder Sperrung dieser.
    Am Flughafen Dubai dann ganz andere Welt, für Asiaten ist IP-(Video)-Telefonie Gang und Gebe.
    Frau Barley, kennen Sie die Telefonie-Funktion von Whatsapp? Oder Dinge wie Sipgate Satelite? Die Provider ja, und sie fürchten sich zu Tode, weil dann ihre Anruf-Pakete disruptiv zu Grunde gehen werden, Flat für alles 😀 VoLTE und co – ja warum kommt es denn nicht? Guess what…

    Europa, aufwachen!

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