EU hat abgestimmt: Streaming-Anbieter müssen 30% europäische Inhalte anbieten

Anfang September deutete sich bereits an, dass die EU vorhat, den Streaming-Anbietern wie Netflix und Amazon eine pauschale Quote für europäische Inhalte vorzuschreiben. Nun hat man im europäischen Parlament abgestimmt und eben jene Quote verabschiedet. 30 Prozent der verfügbaren Inhalte bei den Anbietern müssen zukünftig aus Europa stammen. Damit möchte man die Vielfältigkeit sicherstellen und auch die europäischen Produktionen fördern, die Anbieter sind angehalten in diese zu investieren.

In order to support the cultural diversity of the European audiovisual sector, MEPs ensured that 30% of content in the video-on-demand platforms’ catalogues should be European.

Video-on-demand platforms are also asked to contribute to the development of European audiovisual productions, either by investing directly in content or by contributing to national funds. The level of contribution in each country should be proportional to their on-demand revenues in that country (member states where they are established or member states where they target the audience wholly or mostly).

Nach wie vor ist offen, wie die aktuelle Quote ist, denn Netflix bietet beispielsweise mit The Rain, Dark und Co. schon gute Produktionen aus unserem Kontinent an, selbiges gilt für Amazon. Man erwartet, dass wir noch in diesem Monat mit den Statistiken rechnen können.

Doch nicht nur über die Quote hat man abgestimmt, auch über Werbung und über den Schutz von Minderheiten und unserer Jugend. So darf Werbung nicht mehr als 20% der Sendezeit von 6:00 bis 0:00 einnehmen und die Anbieter müssen dafür Sorge tragen, dass für terroristische, gewaltverherrlichende Inhalte und ähnlichem entsprechende Schutz- und Filtermaßnahmen implementiert werden. Der Gesetzesvorschlag muss noch vom EU-Ministerrat verabschiedet werden und bekommt dann seine Gültigkeit.

Von zu viel Regularien halte ich persönlich nichts, auf der anderen Seite kann ein solches Gesetz den europäischen Produktionsfirmen noch einmal einen kleinen Schub geben, denn ein großer Teil der Produktionen ist meiner Meinung nach qualitativ noch nicht auf einem Level mit den besten amerikanischen Titeln.

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Oliver Posselt

Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail. PayPal-Kaffeespende an den Autor

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47 Kommentare

  1. Nun ja. 100% US Filme + 30% EU ist OK, aber nur noch 70% US Filme + 30% EU ist nicht OK.
    Dafür liefert die EU zu wenig Filme von Relevanz bzw. wollen überhaupt gesehen werden. Die meisten EU Filme taugen ja nicht einmal fürs Öffentlich Rechtliche Fernsehen.
    Da will man wieder was erzwingen was keine Berechtigung bzw. Abnehmer hat.

  2. Und in Zukunft muss ich dann schauen was mir vorgeschrieben wird. Netflix, Google und Facebook sollten sich wirklich überlegen aus Europa zurückzuziehen. Die EU ist derart digital daneben, dass es einem gruselt. Am Deutschlisten wurde das bei der Befragung von Marc Z..
    Und das sage ich als Befürworter der Europäischen Idee.

  3. Ich bin entsetzt, und vestehe die Briten jeden Tag besser. ich kann schon jetzt viele Zeitschriftenangebote aus USA nicht lesen, weil die keine Bock auf das Netzwerkdurchsetzungsgesetz haben, und viele Angebote sperren. Und über Trump meckern… woher nehmen sich diese Typen eigentlich das Recht zu einer solchen Doppelmoral.

  4. Die Politik schaut sich um, wem es denn schlechter geht und siehe da: Wer schlecht oder teuer produziert, der kommt nicht so recht auf die Beine.
    Nun werden Gelder von funktionierenden Unternehmen in nicht funktionierende geschleust. Das raubt der Industrie Wettbewerbsfähigkeit und erlaubt der wirklich schlechten deutschen Filmindustrie, trotzdem gut zu leben. Im Gegenzug achtet man darauf, die etablierten Parteien nicht zu verärgern. Das ist das mindeste, um sich für die Subventionen und Filmförderung zu bedanken bzw. diese nicht zu verlieren.

    Eine Lösung, bei der alle verlieren. Die heimische Filmindustrie braucht nicht besser zu werden, hat ja garantierte Quoten, die Steuern steigen und der Bürger muss sich fragen, wie er die unerwünschten Inhalte möglichst heraus filtert, obwohl er sie zwangsweise mit bezahlt. Das läuft ja schon bei den Öffentlich Rechtlichen so über die GEZ. Großartig, das jetzt auch noch auf die Filmbranche zu übertragen. Im übrigen verhandelt die Regierung auch darüber, das ARD und ZDF Nachrichteninhalte per Zwangsquote bei Facebook gebracht werden sollen. Stückchenweise geht die Pressefreiheit den Bach runter. Als ob die Medienbranche nicht schon eng genug mit dem Staat verknüpft wäre und es nicht genug Deutsche Filmförderfonds gebe, die Öffentlich Rechtlichen nicht das teuerste Medienangebot weltweit hätten ohne das sich das in der Qualität spiegeln würde. BBC ist um ein vielfaches besser als ARD oder ZDF.

    Und weil das alles so ein mief ist, gehen die guten Regisseure ohnehin in die USA, da können sie dann ihre Filme ohne große Einmischung drehen und verdienen ein Vielfaches, so ganz ohne staatliche Förderung und dem „Prädikat Wertvoll“.

  5. „Swing tanzen Verboten“ stand einst zu Zeiten einer Reichskulturkammer in deutschen Tanzlokalen . Von „Niggermusik“ war auch noch in den 50er Jahren der Adenauer-Ära die Rede wenn Opis sich über die Musikvorlieben der Jugend ausließen . In der zweiten deutschen Dktatur pöbelte ein herr Ulbricht auch gegen die westliche Musik wie „Rock ’n‘ Roll “ und Co. Kennen wir bislang vor allem von Diktaturen das vorgeschrieben wird wie sich „Kultur“ anzusehen und anzuhören habe. Das EU-Parlament sollte sich vielleicht auch in „Reichskulturkammer“ umbenennen um der historischen Tradition in die man sich begeben hat durch transparente Namensgebung gerecht zu werden !

  6. Was gut ist setzt sich durch!

    Man kann bei der EU in jeder Hinsicht nur noch den Kopf schütteln.

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