Ein knapper Monat Mac OS X – Erfahrungen Teil II – auch bei Apple gibt es Schwächen

Teil II: Mein Netzwerk allgemein – und was mich am Mac nervt. Im ersten Teil schrieb ich ein wenig über meine Beweggründe warum ich nun unter anderem auch Gerätschaften aus dem Hause Apple habe. Wichtigster Punkt war natürlich: ich bin echt durch einen Freundschaftspreis an die Geräte gekommen, sonst hätte ich sie mir (wahrscheinlich) nicht gekauft. Es gab seit dem gestrigen Beitrag übrigens eine weitere Veränderung in meiner Computernutzung. Der 20er iMac, den ich vor kurzem erst von einem Blogkollegen günstig gekauft habe ist schon wieder weg. Er begibt sich auf die Reise zu einem anderen Blogger. Dafür steht jetzt ein 24er iMac auf meinem Schreibtisch, den ich gestern als Einzelstück (bei voller Garantie) einiges unter Preis geschossen habe. Der Sprung vom 20er zum 24er kostete natürlich Asche – aber in meinem Falle wesentlich weniger als bei einem Normalkauf. Wenn mich der Apple-Kram irgendwann annervt – na dann kann ich ihn wenigstens mit wenig Verlust verticken. Gelingt bei Hardware aus dem Windows-Bereich leider nicht so einfach.

Statt wie bisher einen extra Fileserver zu nutzen ist nun mein Windows-PC in diese Rolle geschlüpft. Dort verrichten nun drei Terrabyte Plattenplatz ihren Speicher- und Arbeitsdienst. Als Betriebssystem kommt Windows Vista Business zum Einsatz. Die Problematik lag auf der Hand: ich wollte für zwei Benutzer nicht dauerhaft einen Fileserver zusätzlich laufen lassen. Meine bessere Hälfte greift eh nur auf die Fotos zu, während ich bei meiner Arbeit immer jetzt den Mac, den Windows-PC und den Fileserver hätte laufen lassen müssen können.

Auf dem Windows-PC läuft als upnp-Server die kostenlose Software TVersity. Sie verteilt via LAN und WLAN Musik und Filme. So kann ich mittels meiner beiden Musicpals überall in meiner Bude Musik hören. Wer will kann mit Tversity auch Geschichten auf seine Playstation 3 streamen. Ist ein echtes Multitalent und bei mir schon nicht mehr wegzudenken.

Fassen wir zusammen: aus der Trennung von Windows Fileserver auf Basis von XP Professional und einem Arbeitsrechner mit Windows Vista Business wurde ein Gerät, welches nun als Arbeitsgerät, Fileserver und Printserver dient. Meine FritzBox 7270 machte leider gelegentlich Probleme beim Dienst als Printserver. Aber auch ein unter Windows Vista freigegebener Drucker sorgt nicht immer für Freunde bei Benutzern eines Mac.

Die Einrichtung eines Druckers

cups

Es ist wirklich nicht einfach einen unter Windows Vista freigegebenen Drucker auf dem Mac einzubinden. Die Druck- und Faxeinstellungen der Apple-Kiste haben mir nämlich nix gebracht. Wurde einfach kein freigegebener Drucker gefunden. Auch die Eingabe von IP oder sonstigem war nicht von Erfolg gekrönt. Also musste Freund Google befragt werden. Dieser sagte mir, dass es manchmal nicht möglich ist, einen Drucker unter Mac OS X zum Laufen zu bringen, sofern dieser an einer Vista-Kiste hängt – es sei denn, man verzichtet auf Klicki-Bunt und verwendet CUPS. CUPS erreicht der geneigte Apfelbenutzer unter diesem Link. Sofern beide Kisten sich in einem IP-Adressbereich (z.B. 192.168.0.x) befinden und die Arbeitsgruppe passt, kann der freigegebene Drucker per SMB eingebunden werden. Quasi: smb://Computername/Druckername. Danach taucht der Drucker auch in der bunten Welt des Mac-ianers auf:

drucker3000

Datenaustausch zwischen Windows Vista und Mac OS X

Tja – auch das ist gar nicht so einfach. Auf dem Mac kann ich (wie bei Windows auch) Ordner freigeben und diese mit Rechten ausstatten. Nur Windows Vista wollte mich auf keinen Fall von Mac OS X aus auf freigegebene Ordner zugreifen lassen (was unter XP 1a funktionierte). Es wurde immer ein User / Passwort abgefragt – was aber nach korrekter Eingabe nicht funktionierte. Lösung: im Anmeldefenster musste als Benutzername die IP des Vistarechners nebst Benutzernamen eingegeben werden – also in meinem Falle: 192.168.0.105\caschy – gefolgt von meinem Passwort. Diesen Umstand kann man beseitigen – einfach diese Anleitung befolgen.

Benutzung und Verwaltung von Musik und Fotos

Einer der größten Nervpunkte in der schönen sauberen, sterilen Welt von Apple. Alle meine Fotos lagern auf dem Fileserver. Anschauen und verwalten geschieht auf dem Mac mittels dem mitgelieferten iPhoto. Geile Software, easy zu bedienen – scheiss Verwaltung. Ich musste dem Programm erst einmal in den erweiterten Einstellungen mitteilen, dass es meine Fotos (knapp 30.000) nicht in die eigene Libary importieren soll. Zur schnelleren Suche legt sich das Programm natürlich trotzdem einen Index an, was in meinem Falle mehrere Stunden dauerte. Des Weiteren wurden natürlich flotte Vorschaubildchen angelegt die mal eben knappe SECHS Gigabyte Speicherplatz fraßen. Nebenher gibt es auch eine Gesichtserkennung – ich muss mal schauen ob sich die deaktivieren lässt. Die rödelt schon ewige Stunden hier rum und ich kann nicht wirklich sagen ob sich was tut.

iphoto

Das nervige: Änderungen an den Bildern wirken sich nicht auf den Datenbestand auf meinem Fileserver aus. Auch werden neu hinzukommende Ordner nicht automatisch erkannt. Lösche ich Fotos aus der Libary verschwinden diese lediglich aus der Ansicht – nicht vom Server. Apple will wohl damit erreichen, dass man deren Format / Arbeitsweise übernimmt und alle Fotos in die Libary importiert und diese von dort verwaltet. Nervt.

Ähnlich verhält es sich mit iTunes. Ich muss nicht importieren – ich kann direkt Musik vom Fileserver zerren (siehe auch: iTunes Mediathek mit Freigaben nutzen). Aber die typischen Features habe ich nicht. Neue Lieder in irgendwelchen Ordnern auf dem Fileserver werden von iTunes nicht übernommen. Wenn ihr dann auch mal auf eurem Fileserver oder NAS was löscht – dann müsst ihr zudem noch die Libary von iTunes mit einem Script von den Leichen befreien. Die ganze Albenverwaltung nervt mich eh an – ich besitze aus den 90ern (da kaufte man noch massig Maxis) viele Einzeltitel die ich in irgendwelche Ordnern habe. Rechtsklick – Play in WinAmp gibt es auf dem Mac nicht – dort kann ich entweder dafür den VLC nutzen – oder eben den Ordner in die Sidebar von iTunes ziehen – dort entsteht dann eine Playlist. Gut gefällt mir aber die Libary als solches. Habe ich unter Windows noch bei keine Programm genutzt – dort suchte ich mir die Musik immer von Hand heraus. Hier tippe ich ein worauf ich Bock habe – und ab geht es.

Wie ihr seht – so einfach, bunt und Granatenstark ist das alles gar nicht. Diese Äußerungen kommen wahrscheinlich von Apple-Fanyboys die eben nur ihren Mac benutzen und nichts Netzwerktechnisches rumstehen haben. Klar, sofern ich nur einen Mac mit Router und Drucker habe dann kann ich nichts verkehrt machen. Doch wer hat so einen Aufbau zuhause? Bundfaltenhosen tragende Sparkassenazubis die über ihr pinkes Poloshirt noch einen Pullunder geworfen haben und schlimmstenfalls noch wenig bis keinen Kaffee trinken?

So, das muss erst einmal langen – im dritten Teil schreibe ich noch ein wenig über die von mir verwendete Software.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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42 Kommentare

  1. Hi Caschy,

    schau Dir als Alternative zu iTunes doch mal Cog (http://cogx.org/) an, ich empfehle Dir aber die Nightly Builds unter „Development“ (laufen sehr stabil).

    Cog bietet Dir eine klassische Ordneransicht, ohne irgendwelche Libraries.

    Greetings

  2. 6 GB Vorschaubilder machen bei 3 TB Speicherplatz ja wohl nix aus 😛

  3. Die Vorschaubilder liegen lokal auf dem Mäcces.

  4. Hallo Carsten,

    ich bin mache meine Ausbildung zum Fotografen und wie so oft in der Kreativ-Industrie wird hier mit MAC gearbeitet. Ich bin also seit gut 3 Jahren nun ein sogenannter „Switcher“. Meine Erfahrungen lassen sich folgendermaßen bündeln:

    PC – Kostengünstig, sehr individuell anpassbar, bei falscher Bedienung sehr Fehleranfällig, Schwierigkeitsgrad definitv höher als bei MAC

    MAC – Sehr einfache Bedienung, für Standartaufgaben perfekt geeignet bei Sonderwünschen aber nicht einfacher (eher gegenteilig) als Windows, auch bei MAC gibt’s reichlich Bugs und Hardwarefehler – believe me 😉 aber immernoch tendenziell weniger als bei WinPCs

    Ubuntu – Natürlich habe ich mal reingeschaut…auf’n Laptop installiert und dann wollt ich einfach erstmal Online…mit einem D-Link WLAN-Stick der immerhin 54Mbits unterstütz. Um es kurz zu machen…nach 5 Stunden hab ich aufgegeben.

    Ich habe seit mind. 10 Jahren mit Computern zutun und daher viel Gedult und Erfahrung mit störrischen Problemen. Ubuntu hat es geschafft das mir der Gedultsfaden gerissen ist, weil es partout nichtmal geklappt den Stick zu installieren…

    Ich kenne die Diskussionen und Vorwürfe die so hin und her geschmissen werden zwischen den Anhängern verschiedener Betriebssysteme. Natürlich macht es Sinn mal was anderes aus zu probieren aber mal ganz ehrlich: Es gibt mehr als 1 Betriebssystem und für jeden ist irgendwo das passende dabei. Ich für meinen Teil bleibe bei Windows – ganz einfach nur wegen dem Preis, mir ist eine einfachere Handhabung nicht ein paar Hundert Euro mehr wert wenn ich im Endeffekt mit beiden Systemen doch trotzdem das gleiche Ergebnis erzielen kann.

  5. Der hat doch sicher auch genug 😀

  6. DancingBallmer says:

    Die Druckergeschichte kenne ich auch. Keine Ahnung wie ich das damals hinbekomme habe, als Resultat ist jetzt jedenfalls auf dem Win2000-Rechner auch Bonjour installiert.

  7. Gut gefällt mir aber die Libary als solches. Habe ich unter Windows noch bei keine Programm genutzt – dort suchte ich mir die Musik immer von Hand heraus. Hier tippe ich ein worauf ich Bock habe – und ab geht es.

    Nun da muss ich dir widersprechen! Eine ordentliche Bibliothekverwaltung haben viele Windows Player. WinAmp, um ein Beispiel zu nennen, bringt in der 5er Version eine super Bibliotheksfunktion mit.

  8. Und wo widersprichst du mir? Ich weiss das es die Funktionen gibt – hab sie nur nie genutzt- steht doch da 😉

  9. @Picera – Teste mal die neue Ubuntu-Version (9.04) sobald sie raus ist , dann sollten die Probleme mit dem W-Lan der Geschichte angehören. Ansonsten dem Beitrag folgen: http://wiki.ubuntuusers.de/WLAN/NdisWrapper

    Linux ist schon relativ benutzerfreundlich. Hat man ein Problem, ist es ratsam online nach zu lesen. Wer dazu zu faul ist, bleibt auf seinem Problem sitzen. So einfach ist das (Freiheit kostet ein wenig Mühe).

    Mittlerweile funktioniert es so gut, dass man Ubuntu bedenkenlos auf einem DAU-PC installieren kann. Da der DAU nur noch den Update-Knopf drücken muss um sein komplettes System aktuell zu halten. Das ist ne feine Sache – auch für die DAU’s.

    Grüße

    Klau3

  10. Medienfuzzi says:

    Wie immer: deine Beiträge sin toll und bringen einen auf Ideen! Den Beitrag mit dem Musicpal hatte ich schon vergessen, jetzt gibts endlich ein Radio für die Küche 🙂

    Meine Erfahrung in dreieinhalb Jahren mit dem Mac: weniger Probleme, aber wenn was ist, kommts richtig dicke. Falsche Zugriffsrechte können einen viel Zeit bei der Fehlerbehebung kosten. Ein Netzteil im G4 zu wecheseln bringt einem mehr Kratzer und Quetschungen ein, als der Kampf mit dem Hund meines Chefs. Das System (Tiger) läuft sehr stabil und wenn etwas abstürzt, dann ist es ein Programm (Illustrator CS3 ist so ein Problemkind) und das OS werkelt munter weiter. Typische Designer-Software (von Adobe und Quark) ist nunmal für den Mac gemacht, bestes Beispiel sind die 4 Funktionstasten (Shift, Ctrl, Alt, Cmd), unter Windows bekommt man da immer einen Krampf in den Fingern (geht mir zumindest so).

  11. Sich über das Outfit von Sparkasseazubis lustig machen, aber selbst auch nicht unbedingt in den Modetopf gefallen.

  12. Wenn Picasa für den Mac gleich gut läuft wie für Windows, kann ich dir das Ding nur empfehlen: Picasa für den Mac (bei Google natürlich mit einem Beta-Tag 😉
    Hab unter Windows meine Pics auf einem Share und funktioniert super mit dem erkennen und löschen.

    Die Änderungen an Dateien werden bei diesen Programmen nie über das Original geschrieben (wie auch bei Lightroom und Aperture). Das „neue Bild“ kommt nur durch exportieren auf die Platte.

  13. Das iPhoto-Problem sollte sich mit einfachen Mitteln lösen lassen:
    Die komplette Bibliothek auf den Fileserver schieben; dort ein Alias von der Bib erzeugen und an die alte Stelle der Bibliothek auf dem Mac ablegen. Dann sind die 6 GB auch wieder frei. 😉

    Ansonsten zu neuen Bildern / iPhoto: iPhoto ist sehr eigen. Die eigene Bibliothek ist da schon fast Pflicht. Und neue Bilder müssen natürlich auch über iPhoto rein. Allerdings ist iPhoto auch nicht unbedingt für seine Bildverwaltung berühmt. Schau Dir mal Apperture oder PhoenixSlides an. Das könnte eher Deinen Erwartungen erfüllen.

    Was den Datenaustausch zwischen Vista und Mac angeht: Nun, DAS ist eigentlich kein MAC-Problem, sondern liegt ganz klar an Vista. Selbst XP-User sollen ja Probleme mit Vista-Freigaben und deren Nutzung haben.

    @Raphael
    Macht iPhoto auch nicht. Originale werden verschoben und dann nicht mehr angezeigt. Aber überschrieben oder gelöscht werden die nicht.

  14. Also statt Cups hätte es auch bonjour getan verbraucht weniger ressourcen da apfel software!

  15. asdrubael says:

    „Klar, sofern ich nur einen Mac mit Router und Drucker habe dann kann ich nichts verkehrt machen. Doch wer hat so einen Aufbau zuhause?“
    Ich würde mal schätzen 95% aller PC-User ^^ Mal im ernst Dateiserver oder Streaming Lösung sind doch für die allermeisten User völlig überdimensioniert und kaum jemand hat überhaupt mehr als einen PC daheim rumstehen. Der Sparkassenazubi stöppelt sich Kopfhörer in die Ohren oder kauft sich iPod Lautsprecher, wenn er überall in der Wohnung Musik hören will.

    Aber völlig richtig ist das die iLife Tools ihre Grenzen haben und lediglich die berühmten 80% der denkbaren Anwendungsfälle abdecken. Auch richtig ist das alles von Apple am besten innerhalb der „Apple Ökosphäre“ funktioniert und das endet im schlechtesten Fall halt an der LAN Buchse. Sehe ich aber bei Windows auch nicht anders, da wird auch auf Standards gepfiffen und im Zweifelsfall lieber das Rad noch mal neu erfunden.

  16. besten dank für diesen beitrag, da kann ich dann nächstes mal wenn mich jemand nach meiner meinung zu apfel-hardware fragt, einfach hierdrauf verweisen.

    grüße kkanzler

  17. PC MacLAN hat mir zur Vernetzung von Macs und PCs immer sehr gute Dienste geleistet : http://is.gd/qTbd #Vernetzung #Druckerfreigaben

  18. Ich habe genau den selben Eindruck von iTunes wie Du, auch wenn ich es nicht Mac-bedingt nutze, sondern auf Vista zwecks iPhone. Die Bibliothek ist schon toll, aber die Apple-Verwaltung nervt fast so sehr wie Schalke…

  19. @Ben:

    Ui, haste gerade mitm Bloggen angefangen? Werde dich mal in den Feedreader schmeissen – Themen sind griffig =)

  20. Hi Carsten,

    Textwände ist man von dir leider nicht mehr gewohnt. Auch wenn es nur um so einen schnöden Mac geht, bite mehr davon!

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