E-Rezept: ab 2022 verpflichtend & App steht für Start der Testphase bereit

Ab heute startet die gematik mit dem elektronischen Rezept (E-Rezept) eine digitalisierte Form des „rosa Zettels“. Vorerst ist jene jedoch nur in einer Testphase in Berlin-Brandenburg und nur bei „ausgewählten Ärzten und Apotheken“ erhältlich. Die Testphase in den benannten Regionen startet zum heutigen Tag und auch die E-Rezept-App steht ab sofort in einer Preview bereit. Sukzessive werden nun weitere Ärzte und Apotheker bis Ende des Jahres angebunden. Dann startet die Abkehr vom rosa Papierzettel in alter Form offiziell. Jeder gesetzlich Versicherte kann das E-Rezept an verfügbaren Stellen nutzen. Privatversicherte müssen sich noch ein wenig gedulden, werden aber voraussichtlich bis zum offiziellen Start zum Jahreswechsel ebenfalls angebunden sein.

Benötigt wird für das E-Rezept eine elektronische Gesundheitskarte mit Zugangsnummer und PIN. Jene wird zur Registrierung in der App verwendet, weshalb auch ein NFC-fähiges Smartphones mit iOS 14 bzw. Android 6 notwendig ist. Seid ihr registriert, so könnt ihr Rezepte direkt vom Arzt in digitaler Form empfangen und jene auch in dieser Form direkt an eine Apotheke weitergeben. So könnt ihr Folgerezepte vom Arzt ohne einen weiteren Besuch im Quartal empfangen und Rezepte auch vor Abholung direkt zur Apotheke übermitteln. So ist es auch einfach möglich die Verfügbarkeit eines Medikaments bei umliegenden Apotheken direkt zu prüfen.

Dreh- und Angelpunkt des Ganzen: ein Rezept-Code, welchen die App anzeigt.  Jener enthält eine digitale, fälschungssichere Signatur. Verpflichtend wird das E-Rezept für Ärzte mit Kassenzulassung dann aber erst zum Jahreswechsel. Bis dahin sollen auch private Krankenversicherungen bereit sein für das digitale Rezept. In Papierform existiert das Rezept auch weiterhin, in Form eines Ausdrucks des Rezept-Codes. Für all jene, die auch weiterhin auf das „rosa Rezept“ in Papierform setzen wollen oder schlicht kein (kompatibles) Smartphone haben bleibt auch nach wie vor eine analoge Variante, die wie folgt, ausschaut:

Das E-Rezept wird von der Arztpraxis ausgestellt und verschlüsselt auf einem zentralen Speicher abgelegt. Erhaltet ihr es in Papierform, dann könnt ihr es durch den Scan des QR-Codes auch einfach digitalisieren. Der Zugriff vom Patienten erfolgt per Smartphone, der Zugangsschlüssel kann zum Einlösen an eine Apotheke nach eigener Wahl übermittelt werden. So ist es auch weiterhin möglich, dass man das Rezept weitergibt und Angehörige es einlösen. Auch der Medikationsplan kann in elektronischer Form übermittelt und in der elektronischen Patientenakte aufbewahrt werden. Neben des Komforts steht wie gesagt auch die Fälschungssicherheit im Fokus. Zudem dürfte es einfacher sein die Wechselwirkungen von zentral erfassten Medikamenten zu prüfen.

Die Apps für das E-Rezept der gematik könnt ihr euch für Android und auch iOS bereits anschauen.

  • Weniger Wege
    Mit der App können Sie das E-Rezept digital empfangen und einer Apotheke Ihrer Wahl zuweisen. Bei erfolgreicher Bestellung können Sie die Medikamente vor Ort abholen oder eine Lieferung anfragen.
  • Zettelwirtschaft ade
    Verlorene oder unlesbare Papierrezepte gehören ab sofort der Vergangenheit an. Von der Verschreibung beim Arzt bis zum Erhalt des Medikaments funktioniert alles 100% digital.
  • Volle Flexibilität
    Mit der E-Rezept-App können Sie bestimmen, wie das Rezept eingelöst wird: Entweder in einer Apotheke vor Ort oder in einer Online-Apotheke.
  • Sicher und diskret
    Ihre Rezeptdaten sind über den Rezeptcode zugänglich und können nur von Ihnen selbst in der App und autorisierten Apotheken in deren System eingesehen werden.
  • Eine App für (fast) alle
    Das E-Rezept ist für alle gesetzlich Versicherten verfügbar – unabhängig von der Krankenversicherung. Die Privaten Versicherungen können das E-Rezept ihren Mitgliedern ab 2022 anbieten.

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Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Studienreferendar. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: felix@caschys.blog

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28 Kommentare

  1. Das wäre doch mal wieder eine Chance gewesen, auf DLT zu setzen, also eine Blockchain, statt zentralem Server.

    • Nein. Ein normales PKI System ist hier völlig ausreichend. Eine Blockchain, nur um mit Buzzwords zu punkten, ist nicht zielführend.

  2. Na da werden sich die Online Apotheken freuen….

  3. Freut mich, wenn es da weitergeht. Ich fände ein digitaler Impfpass (nicht nur für Covid19) super, der auch darauf hinweist, wann in der Regel Auffrischungsimpfungen nötig sind.

  4. Leider bleibt einem, wenn ich das richtig sehe, die Vorlage der eGK im neuen Quartal für Folgerezepte nicht erspart.

  5. Geil, endlich liegen sämtliche Informationen in irgendeiner Cloud. Was kann das schon schiefgehen.

  6. Leute ohne Smartphone werden wohl wieder absichtlich kalt gestellt. In Österreich ist das noch schlimmer! Ohne Smartphone, kann an vielen Stellen kein Corona Test gemacht werden und Leute ohne Handy können sich in manchen Gegenden überhaupt nicht testen lassen weil der Link zum Testergebnid PDF per SMS kommt. Eines Tages wird einem das alles um die Ohren fliegen, wie in den 2000 in Estland als das ganze Land durch einen Hack fast brach lag.

  7. Warum nicht für privat Versicherte? Warum geht da schon wieder eine Fragmentierung los? Versteh ich nicht!

  8. Gut gesichert? „Gut“ bedeutet doch lediglich aktuellen Sicherheitsstandarts entsprechend. Das ist weit weg von perfekt, was nötig wäre aber vermutlich überhaupt nicht möglich. Wenn es wenigstens sehr gut gesichert ist, erhöht sich nur die Zeit bis es gehackt wird.
    (offtopic: Alle feiern ja die Blockchchain, wegen ihrer Sicherheit. Vergessen wird einfach, dass Menschen alles dazu programmieren.^^)
    Was ein Spaß und was für eine spaßige Zukunft!

  9. Was ist denn mit Überweisungen oder Verordnungen?

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