Deutscher Bundeshaushalt fördert erstmals Games mit 50 Millionen Euro

Der deutsche Bundeshaushalt enthält 2019 erstmals 50 Millionen Euro für die Games-Förderung. Das Geld soll dazu dienen einen Games-Fonds einzuführen, mit dem künftig die Computerspieleentwicklung auf Bundesebene gefördert werden soll. Beschlossen war diese Maßnahme schon seit einiger Zeit, denn im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD hatte man sich bereits auf die Einführung eines derartigen Fonds geeinigt.

Für die Handhabe des Fonds ist das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur zuständig. Die Notwendigkeit eines derartigen Fonds hatte man in der Vergangenheit immer wieder thematisiert, da Deutschland mit seinen Rahmenbedingungen für die Spieleenwicklung aktuell ein sehr ungünstiger Standort sei. Angesichts der Tatsache, welche Umsätze die Branche mittlerweile weltweit erwirtschaftet, war das bisher kein gutes Zeugnis für Deutschland als Wirtschaftsstandort.

Laut dem Geschäftsführer des Branchenverbandes game sei aber noch lange nicht die gesamte Arbeit erledigt: „Jetzt muss es darum gehen, das konkrete Förderprogramm schnellstmöglich zu entwickeln und von der EU notifizieren zu lassen.“ Hier sollte man in Deutschland zusehen, denn in anderen Ländern wie Großbritannien, Frankreich und Kanada wird die Entwicklung von Computer- und Videospielen schon seit mehreren Jahren gefördert. Dadurch sind die Produktionskosten dort teilweise um bis zu 30 % geringer.

Schenkt man „game“ Glauben, so sollen diese Wettbewerbsnachteile ihren Teil dazu beigetragen haben, dass der Marktanteil hiesiger Spieleentwicklungen in den letzten Jahren immer weiter gesunken sei. Allerdings könnte man hier auch das Argument einwerfen, dass die Spiele deutscher Entwickler oft zu sperrig für den internationalen Markt sind. Als Beispiel kann man Titel wie „Elex“ von Piranha Bytes anführen, das international eher moderate Wertungen einheimste, bei der dt. Fachpresse aber im Vergleich weitaus besser ankam. Derlei Beispiele gibt es durchaus einige.

Mehr zur Games-Förderung in Deutschland könnt ihr auch hier lesen. So oder so ist es aber gut, dass man Entwicklern in Deutschland ein wenig unter die Arme greifen will. Die Spieleindustrie wächst seit Jahren und Games haben sich längst zu einem seriösen Unterhaltungsmedium gemausert, dessen künstlerisches Potential in etlichen Titeln durchschimmert.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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11 Kommentare

  1. Gibt es nicht wichtigeres um das Geld auszugeben?

    • Das ist doch für den Bund kein Geld. Jede größere Uni bekommt jährlich mehr Mittel zur Verfügung gestellt. Viel eher könnte man Fragen warum man Film fördert, wenn man den umsatzstärksten Medienmarkt vollkommen ignoriert. Um jetzt noch Fuß zu fassen brauchen deutsche Gamesunternehmen finanzielle Starthilfe.

    • Beschäftige dich bitte zuerst damit, mit wie viel Geld andere Medienformen hierzulande gefördert werden, wie wichtig und riesig die Games-Branche mittlerweile global ist (in Deutschland eben überwiegend durch Import) und wie viel 50 Millionen Euro in Relation beim deutschen Staatshaushalt sind. Dann kommentiere, denn dann würdest du nicht so eine unsinnige Frage stellen.

  2. Die Frage ist doch…… warum spielen deutsche Spiele auf dem Markt keine Rolle?
    Richtig…… weil sie, genau wie die Filmemacher, überwiegend nur Schrott produzieren.
    Die Filmförderung gibt es seit Jahrzehnten…..was hat sie gebracht? Nüscht…..

    • Sie spielen deswegen kaum eine Rolle, weil deutschen Spielemachern so viele Steine in den Weg gelegt werden wie nur möglich und weil Menschen wie du so verächtlich auf das Ganze herabblicken. Dabei könnte man auch einfach Mal sagen: Hey, wir kriegen keine geilen Filme hin, bei Spielen machen wir es besser. Aber nein, von vornherein gleich alles schlecht machen. Diese Einstellung hasse ich an Deutschland, denn so sind leider viel zu viele drauf.

  3. Super Idee, Brot und Spiele WTF!! Jetzt wo die Automobilindustrie den Anschluss verpasst und teuer untergeht, muss man halt sich umschauen. Blöd nur, dass man in Deutschland nicht ohne weiteres virtuelle Gegner abknallen darf und mit Blümchen und Bienchen Spiele nicht so weit kommt! Aber hey, wir schaffen, Pardon, versuchen das!

    • Doch… darf man

      Deine Beitrag ist aus dem letzten Jahrhundert

    • Vielen Dank dafür, wie du hier deine Unwissenheit und Ignoranz zur Schau stellst; das ist nämlich sehr stellvertretend für weite Teile unserer Bevölkerung. Dann muss ich wohl die Aufgabe übernehmen, dich in die Realität zu holen: Doch, das darf man in Deutschland. Und noch wichtiger: Die Spielwelt besteht nicht nur aus Shootern und Gewalt.

  4. Ja, man darf in Deutschland bestimmte Titel die man wirklich offen spielen will, in England bestellen! Sehr großzügig!
    Und natürlich gibts auch gewaltfreie Titel, nur dumm dass die Top eSports Games Dota 2, CS:GO, League of Legends, StarCraft 2, Fortnite, etc. sind. Alle absolut gewaltfrei, du hast ja Ahnung WTF!!
    Aber alle die in deiner Denkschema nicht passen sind unwissend und ignorant, gell?
    Schönen Tag auch!

  5. Ich bin jetzt nicht so der große Spielefan, aber soweit ich das mitgekriegt habe, haben die
    mit irgendwelchen Preisen ausgezeichneten deutschen Spiele immer so dieses typisch
    deutsche oberlehrerhafte, sind politisch korrekt, strotzen nur so vor Langeweile ..und sind
    daher für den breiten Massenmarkt(vom gobalen Markt ganz zu schweigen) völlig uninteressant.

    Ob 50 Mio daran irgendetwas ändern….das bezweifle ich mal.

  6. Weil deutsche Spiele (genau wie deutsche Filme) fast immer langweilig und belehrend sind, interessiert sich der Rest der Welt nicht dafür. Also verpulvern wir eben mal wieder Steuergelder dafür, damit der politisch korrekte Müll weiter produziert werden kann…..

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