Berliner Unternehmen DaWanda schließt die Pforten

Eines der wohl bekanntesten Berliner Startup-Unternehmen schließt nach 12 Jahren Betrieb ziemlich überraschend seine Pforten, wie die Website deutsche-startups.de berichtet. DaWanda bot seinen Nutzern die Möglichkeit, auf der Plattform selbst erstellte Produkte zu verkaufen, ein großer DIY-Markt quasi, der eine große Community an sich binden konnte.

Noch zuletzt hieß es vom Unternehmen ganz stolz, dass es endlich schwarze Zahlen geschrieben habe und im vierten Quartal des letzten Jahres demnach endlich kostendeckend arbeiten würde. Der Umsatz stieg um 21,4 Prozent auf 16,4 Millionen Euro, der operative Verlust lag „nur noch“ bei einer statt zuvor vier Millionen Euro.

Dennoch stiegen DaWandas Anteilseigner nun ziemlich plötzlich aus. Eine Stellungnahme des Unternehmens hierzu steht bislang noch aus. Als einer der Gründe wird die Konkurrenz aus Übersee genannt, Etsy – mit fast viermal so großer Nutzerbasis und seit 2010 auch in Deutschland vertreten. Vielleicht haben die richtigen Leute einfach nur mittlerweile erkannt, dass der Kampf nicht mehr lohnt.

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Benjamin Mamerow

Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter und Google+. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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10 Kommentare

  1. hatte mich schon gewundert wie sich die Firma solange halten konnte.

    Habe selbst dort schon Dinge gekauft, es hat ja einen gewissen Charme wenn manches von Hand gefertigt ist. Aber vieles können halt Maschinen einfach besser, in einer besseren Qualität und zu einem günstigeren Preis.

    Letztendlich war die Seite, so zumindest mein Eindruck, mehr oder weniger eine Plattform für Hausfrauen und Leute die das so hobbymäßig nebenbei laufen ließen.

    • Zitat: „Aber vieles können halt Maschinen einfach besser, in einer besseren Qualität und zu einem günstigeren Preis.“

      sag das mal Deinem HANDwerker um die Ecke (oder auch weiter), die haben gerade enorme Probleme, weil kein Nachwuchs. Auf Termine wartet man Monate, wenn überhaupt. Noch gibt es dazu aber wohl noch keinen Roboter, der solche Arbeiten erledigt. 😉

      Aber auch bezüglich künstlerische Arbeiten, Kreativität ist die „Maschine“ dem Menschen sicherlich unterlegen. Alles andere ist dann eben Massenware… Kenne die Plattform ja nicht mal, aber da wollte ich mal Contra geben…. 😉

      Nachdenken ist erlaubt. 🙂

  2. Noch nie davon gehört!

  3. Wer mit DaWanda regelmäßig zu tun hatte, für den kommt das ganze nicht besonders überraschend. Ständig technische Bastelei am offenen Herzen, keine offene Kommunikation und Hinhaltetaktiken. Dazu „namhafte“ Investoren, bei denen man doch mittlerweile wissen sollte, wie es bei denen so rennt… Schade, aber: Krise handgemacht!

  4. Wolfgang D. says:

    Mit der hiesigen Gesetzgebung, gegen ausländische Unternehmen die das ignorieren und dadurch einen Wettbewerbsvorteil haben, konnte auch nicht klappen. Oder?

  5. Na das wird aber auch einige Verkäufer treffen…

  6. kannte ich bis vor kurzem auch nicht. Dann wollte meine Frau eine runde Butterdose haben. In der Art gab es sie nur da.
    Hat gut geklappt. Die Verkäufer dort werden wohl auf Etsy umziehen müssen, oder einen eigenen Shop aufmachen.

  7. Wenn ich den Namen „Startup“ schon höre, steigt mir die Hutschnur hoch. 90 % dieses neumodische Gefasel von jungen Unternehmen sind völlig überbewertet und verschwinden auch zeitnah wieder. Nur ein ganz kleiner Rest kann sich überhaupt am Markt durchsetzen.

    • Frage: Ist man nach 12 Jahren überhaupt noch ein Start-Up ?!

      Letztendlich ist es aber auch „nur“ ein E-Commercial Unternehmen was im Prinzip keine neue Idee darstellt, außer evtl der Zielgruppe. Oder sehe ich das falsch ?!

      lg zaph

    • Paul Brusewitz says:

      @ShyAngel

      Da hast Du nicht unrecht.

      Ich finde das auch immer im höchsten Mass ärgerlich, wenn im TV in Abendmagazinen Beiträge über Start Ups gesendet werden und man aus dem Jubeln gar nicht herauskommt. Es stellt den jungen Leuten, die da vor Ihren PCs sitzen niemand die entscheidenden Fragen:

      – Wieviel Stunden arbeitest Du pro Woche?
      – Wie hoch ist Dein Gehalt/ Stundenlohn?
      – Bist Du fest angestellt oder befristet oder Projektbezogen oder Freelancer?
      – Bist du Kranken-/ Rentenversichert?
      – Bekommst Du bezahlten Urlaub?

      Mich würden die Antworten darauf schon interessieren.

      Den Jubelmeldungen als „Berlin – Hauptstadt der Start Ups“ stehe ich jedenfalls skeptisch gegenüber. Ich vermute da eher Armut und Elend, natürlich mit täglich frischem Obst und kostenlosem Wasser zu trinken, sowie gemeinsamen Frühstück und das gemeinsame Tischfußball nicht zu vergessen.

      Freundliche Grüße
      P.B.

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