Amazon aggressiv: vergleicht sein Kindle Fire HD mit dem Apple iPad mini

Nanu – so aggressiv kenne ich Amazon gar nicht, wenn es um die Hardware-Konkurrenz geht. Aber wenn man sich in einem Marktsegment bedroht fühlt, dann greift man vielleicht auch zu harscheren Maßnahmen. Wovon ich rede? Während in Deutschland schlicht die Kindle-Reihe beworben wird auf der Amazon-Startseite, findet ihr bei Amazon.com prominent platziert einen Vergleich zwischen Amazon Kindle Fire HD und dem Apple iPad mini. So sieht der Spaß dann aus:

„Vergleich“ ist da natürlich ein wenig hoch gegriffen, denn ebenso wie Apple bei seinem iPad mini-Event wenig fair war beim Vergleich mit der Android-Konkurrenz, so hat sich auch Amazon natürlich auf die Details gestürzt, bei denen das Kindle Fire HD klar die Nase vorne hat.

Dazu zählt das bessere Display, welches uns eine Pixeldichte von 216 ppi liefert im Gegensatz zu lediglich 163 ppi beim iPad mini. Darüber hinaus will man mit den Stereo-Lautsprechern punkten und natürlich nicht zuletzt mit dem Preis: das Kindle Fire HD kostet 199 Dollar und ist damit natürlich deutlich günstiger als die 329 Dollar, die man mindestens für das iPad mini hinlegen muss. Fehlende Cam und einige weitere Features unterschlägt man natürlich gekonnt und zitiert zusätzlich noch Gizmodo, denen die Präsentation Apples auch ähnlich übel aufgestoßen war:

…your 7.9-inch tablet has far fewer pixels than the competing 7-inch tablets! You’re cramming a worse screen in there, charging more and accusing others of compromise? Ballsy.

Was ist eure Meinung zu der Aktion? Hat man es hier Apple lediglich mit gleichen Mitteln heimgezahlt oder handelt es sich schlicht um schlechten Stil seitens Amazon?

Quelle: Amazon via The Verge

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Der Gastautor ist ein toller Autor. Denn er ist das Alter Ego derjenigen, die hier ab und zu für frischen Wind sorgen. Unregelmäßig, oftmals nur 1x. Der Gastautor eben.

24 Kommentare

  1. iMore = Stockholm Syndrom

  2. Hier gehts ja auch um den Preis/Leistungs Vergleich. Nach und nach wird es dafür auch mehr Apps, Sprachen, etc. geben

  3. Normalerweise würde ich sagen: albern.

    Aber da Apple der Experte ist wenn es um das Weglassen von Features der Konkurrenz geht: hier wird Gleiches mit Gleichem zurückgezahlt. Fair!

    @#1: Oh Gott, wie absurd ist der iMore-Verschnitt! Downscaling als Feature. Die LTE-Option von Amazon wird komplett verschwiegen (in den USA erhältlich). Und, der Witz schlechthin, bei der Kompatibilität wird die Kindle-App dankend angenommen als Feature des iPad. Klar, Apple bietet ja auch keine App!

    Amüsant! 🙂

  4. Letztendlich hat Apple es ja so gewollt. Wer sich Rosinen sucht und den großen Rest unter den Tisch kehrt wird auch mit einer Gegenreaktion rechnen müssen.

  5. Gleiche Mittel, allerdings mindestens genauso schlecht und ebenfalls peinlich.

  6. Amazon lässt Fakten sprechen, da kann man nix sagen. Aber eigentlich kann man die beiden Geräte nun wirklich nicht vergleichen – das sind Äpfel und Birnen ..
    __
    Habt ihr die Kommentar-Funktion schon wieder geändert? Wenn man bei WordPress eingeloggt ist dann kommentiert man standardmäßig jetzt mit WordPress?

  7. Mal abgesehen davon, dass man die beiden Geräte nicht besonders gut vergleichen kann, hat es Apple nicht anders verdient. Der Vergleich zwischen iPad mini und Nexus 7 war schon peinlich für Apple.

  8. Nach dieser unangebrachten KeyNote von Apple in der man mit brachialen Mitteln und Lügen das Nexus so in Grund und Boden lügen musste, hat Apple es sich echt verdient ! Gute Aktion von Amazon !

  9. Ich hab mir trotzdem erstmal das iPad Mini bestellt, mal gucken wie es wird. Wenns mir nicht gefällt wirds zurück geschickt und ein Nexus 7 oder irgend ein 10″ Android Tablet. Für das Kindle spricht bei einer Konkurrenz wie dem Nexus 7 praktisch nichts.

  10. @Daniel
    Was war an dem iPad Mini Vergleich mit Nexus 7 peinlich? Mit den ganzen Aussagen hatte Apple leider recht. Das Einzige für was die Android 7″ bzw. 10″ Displays taugen ist Filme gucken, eine Sache die wohl die wenigsten aufm Tablet machen. Für so gut wie alles andere ist das 4:3 Format besser geeignet (Surfen!, Lesen etc.). Dazu gehen immer Android Hersteller dazu über die Tasten in das eh schon „kleine“ Display zu quetschen. So hast du dann von den 7″ nur noch gefühlte 6-5″ für die eigentliche Darstellung über, und sobald man das Tablet ins Querformat dreht sieht man eh nichts mehr, weil einem oben und unten die Balken praktisch alles versperren. Eigentlich hab ich bis jetzt Android immer gerne gehabt (HTC Desire, Galaxy S2, HP TouchPad mit Android) aber was sich die Hersteller mit den 7″ und 10″ Zoll Geräten denken ist einfach ein Witz, da Gefällt mir das Apple 4:3 Format irgendwie mehr. Für die Android Tablets spricht halt der Preis, aber naja, gucken wir mal.

  11. Wir hatten das Kindle HD zum testen bestellt. Das Blättern in eBooks ist gefühlt langsamer als auf dem normalen Kindle oder auf der Kindle App auf dem iPad . Die Videoinhalte werden manchmal fix übertragen, in einigen Fällen gar nicht. Das WLAN Modul scheint langsamer zu sein als beim normalen Kindle. Der Webseiten Aufbau ist langsam und das scrollen „hackelig“. Spiele haben wir nicht geladen.

    Insgesamt hinterläßt das Kindle HD einen enttäuschenden Eindruck. Vor dem Hintergrund, das man an Amazon gebunden ist und die Performance des Kindle HD gefühlt unzureichend ist, haben wir das Teil wieder zurück geschickt.

    In diesem Fall ist man deutlich besser mit einem iPad oder Android Tablet gestellt, weil auf diesen Plattformen die eBooks als auch eMagazine, sowie Spiele, MP3 und Videos sowieso, „Angebotsoffen“ verwaltet werden können und das bei besserer Perfomance.

  12. warum sollte der Apfel weinen? Amazon bewirbt doch den MiniTabletApfel prominent auf der Startseite….
    peinlich ist nur das Geweine der iGemeinde, weil das Tablet nicht alleine auf der Bühne stehen darf 😀

  13. @Matze: Äpfel und Birnen, der war gut 😉

  14. @termi: bis vor dem iPhone5 war das alte Format „das optimale“. und plötzlich ist länger besser. alles nur marketingblabla und die iGemeinde quatscht es nach.

  15. Ich lehne Apple aus vielen Gründen ab, aber amazon ist nicht der Verteidiger edler Werte. Der aktuelle Vergleich ist unfair (was normaler Produktstrategie entspricht). Kritisch sollte man auf amazon etwa wegen des teils staatsfinanzierten Einsatzes von Leiharbeitern schauen.

  16. Den Titel „Amazon agressiv“ finde ich sehr interessant…Apple vergleicht beim Launch iPad mini mit einem Nexus 7 und das ist natürlich nicht agressiv….aber sobald ein Mitkonkurrent mal sein produkt mit einem von Apple vergleicht, ist das gleich agresssiv….;)

  17. @Paul Peter
    Wie gesagt, die Apple Präsentation/Vergleich mit dem Nexus 7 war schon sehr passend und hat eigentlich nur meine Eigene Meinung zu den Bildschirmen für Tablets bestätigt. Das 4:3 Format ist einfach besser für das Surfen im Web geeignet, jedenfalls im Vergleich zu den ganzen neuen Android Geräten, die neben der Statusleiste oben auch noch die Buttons unten in das Display integrieren müssen und dadurch extrem viel Platz „verschwendet“ wird.

  18. Heinrich Scholle says:

    Apple hat sich hier viel selbst eingebrockt.
    Das Display wird seit dem iPhone 4 immer als zentral wichtig präsentiert und hervorgehoben wie viel besser die Panels in Apple-Gadgets seien. Nun hat Apple einfach die Quittung weil sie beim iPad mini sich im Display vergriffen haben und ein deutlich niedriger aufgelöstes Panel verbaut als die Konkurrenz, was selbstverständlich ausgeschlachtet wird wie es auch Apple jeweils tat wenn sie was besseres im Angebot hatten. Apple hat zu wenige Optionen in Sachen Display. Sie mussten aus den vorhandenen, in Apple Gadgets eingesetzten Auflösungen wählen. 1024*768 sind zu wenig, 2048*1536 technisch vielleicht machbar, aber viel zu teuer. Auf jeden Fall jede Wette, dass Apple das Display bei zukünftigen iPad mini verbessert.
    Apple hat halt generell das Problem von limitierten Handlungsmöglichkeiten, die früheren Entscheide wirken nach. Das geht jeder Firma so. 2007 konnten sie ihr iPhone noch frei gestalten, ein iPhone 5 aber u.a. eine Folge von Entscheiden aus früheren Zeiten. Apple versucht einen grossen Bruch mit altem zu vermeiden, das Abschneiden von alten Zöpfen, wie man zu sagen pflegt, wird immer schwieriger. Das 16:9 Display des iPhone 5 zeigt deutlich: Der Markt verlangt grössere Displays. aberApple kann und will die Auflösung des Displays nicht komplett ändern, daher der Kompromiss von 640*1136.
    Apple ist auch nicht besonders konsequent wie einige Leute gerne meinen. Zuerst das 3:2-Format und 10″ Tablets als heiligen Gral vermarkten und über die Konkurrenz herfallen, dann aber selbst zu 16:9 wechseln und 7.9 Zoll Tablets herstellen. Apple darf das und auch alle anderen Firmen in dieser Branche sagen a und machen b, aber das soll man auch erkennen. Schlussendlich baut auch Apple mit der vorhandenen Technologie, weiss sie aber geschickt einzusetzen. Der Markt dominiert am Schluss jedoch auch Apple und nicht Apple den Markt, daher die für mich notwendigen Anpassungen im Produktportfolio – eigene Vorstellungen von Richtig und Falsch interessieren den Markt nicht und das merkt jetzt auch Apple.

  19. „Hat man es hier Apple lediglich mit gleichen Mitteln heimgezahlt oder handelt es sich schlicht um schlechten Stil seitens Amazon?“

    Beides.

  20. Das ist doch ganz normaler Wettbewerb. Jeder möchte das beste Produkt sein eigen nennen. Ist doch klar, das jeder dann nur das darstellt, was für Ihn das beste ist. Für einen ordentlichen Vergleich gibt es Blogs wie hier oder andere Portale, Institute und Magazine die Testen und vergleichen.

  21. Ich finde vergleichende Werbung super. Was ist daran peinlich, solange man bei den Fakten bei der Wahrheit beibt? Für mich als Kunden hat das den Vorteil, dass ich nicht lange Vergleiche anstellen muss, wenn das die Hersteller schon für mich tun – und wenn bei konkurrierenden Produkten beide Herstelle einen Vergleich machen, kann ich mir um so leichter die für mich passenden Features aussuchen. Weiter so!

  22. Was soll den beim Lesen auf einem 4:3 Display besser sein ? Jetzt kommt wahrscheinlich das eine DIN 4 Seite ungefähr 4:3 hat.
    Tja bloß schaut man sich beim Lesen keine gescannten DIN 4 Seiten an. Es wird Text dargestellt der keine „feste“ Breite hat.

    4:3 macht nur Sinn für Material das im 4:3 Format vorliegt. Viele Webseiten gehen aber in die Länge statt in die Breite.