Wie Kim Dotcom zum Weihnachtsmann der Spieler wurde

26. Dezember 2014 Kategorie: Internet, geschrieben von:

Die Weihnachtsfeiertage gehören mittlerweile zu den stärksten Tagen, wenn es um Online-Gaming geht. Entweder probieren die Beschenkten ihre neuen Konsolen und Spiele aus, oder Alt-Zocker ziehen sich aus dem Trubel des Weihnachtsfestes zurück, um eine gepflegte Runde online zu spielen.

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Gestern Nachmittag bis heute in den frühen Morgen sah es allerdings ein wenig anders aus. Sowohl Xbox Live als auch das Sony PlayStation Network waren nicht nutzbar. Der Grund? Wie auch schon in den Wochen davor zeigt sich die Hackergruppe Lizard Squad dafür verantwortlich.

Lizard Squad legte bereits Anfang Dezember zwei Mal das Xbox Live-Netzwerk mittels DDOS lahm, nun nahm man sich zusätzlich Sony vor. Die Aktionen, die einst als Spaß begannen, sollen nun zeigen, wie schlecht Firmen mit ihren Kunden in Bezug auf deren (Daten-)Sicherheit umgehen.

Dass Lizard Squad nun PSN und Xbox Live angegriffen habe, ist sicherlich der Tatsache geschuldet, dass man eine maximale Verärgerung der Spieler erreichen wollte. Schaue ich in meinen Twitter-Stream, so hat man dies geschafft. Als Sony gehackt wurde, E-Mails von Mitarbeitern und Filme gestohlen wurden, da wurde applaudiert – doch wenn der Spieler um seine Zeit zu Weihnachten gebracht wird, dann ist das sprichwörtliche Holland in Not.

Hier wäre die Geschichte schon fast beendet, würde sie nicht noch etwas kurioser werden. Kim Dotcom, den man sicherlich keinem Leser dieses Blogs mehr vorstellen muss, schmiss sich in die Konversation mit Lizard Squad. Er bot den Lizard Squad-Mitgliedern lebenslang Premium-Passes für den Dienst MEGA an.

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Letzten Endes schloss man folgendes Geschäft: Kim Dotcom besorgte 3000 (!) Mega Premium Passes, die jeweils ein Jahr Gültigkeit haben und einen Gegenwert von 99 Dollar haben. Im Verlauf des Gesprächs teilte Dotcom mit, dass diese Premium Passes in lebenslange Mitgliedschaften umgewandelt werden, wenn Sony und Microsoft nicht mehr angegriffen werden – sollten sie dies doch, dann werden die Gutscheine terminiert.

Gegenrechnung: 297.000 Dollar sind die Gutscheine theoretisch wert, die Lizard Squad von Kim Dotcom bekommen hat, bei Nichtangriffen und Umwandlung in lebenslange Gutscheine natürlich noch viel mehr.

Nun kann man spekulieren und diskutieren. Wenn Lizard Squad so „gute“ Ziele hat, dann lässt man sich mit ein paar MEGA Passes abspeisen? Da scheint es nicht weit her mit der Hacker-Ethik zu sein. Auf der anderen Seite könnte es natürlich sein, dass man seitens Lizard Squad die vergangene Arbeit von Kim Dotcom kennt und schätzt und man deshalb diesen Deal einging.

Feststeht, die Attacken sind vorbei, die Ingenieure von Sony und Microsoft versuchen derzeit wieder, das Netzwerk stabil bereitzustellen, damit Spieler wieder loslegen können. Und abschließen möchte ich mit einem Statement von Kim Dotcom, welches ich komplett unterschreibe:

Bildschirmfoto 2014-12-26 um 08.34.59Update 11:03 Uhr: Interessante Nebengeschichte ausserhalb meiner Filterbubble: FinestSquad, ebenfalls eine Gruppe, hat sich während der Angriffe durch Lizard Squad auf die Seite der Gamer gestellt und es geschafft, Lizard Squad aufzudecken. Heißt: da ist wohl jetzt bei den Jungs die Kacke am dampfen, denn deren Webseite wurde übernommen und mit allen Infos zu den Personen angereichert. 3000 Mega-Coupons dürften nun etwas sein, was die Jungs nicht mehr in naher Zukunft benötigen werden, denn wenn man ihnen was nachweisen kann und die veröffentlichten Daten stimmen, dann werden sie wohl vor Gericht landen. (danke Christopher)

 


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Über den Autor:

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