ZTE Axon 10 Pro: Ein erster Eindruck

Etwas unter dem Radar wurde auf dem Mobile World Congress Ende Februar 2019 auch das ZTE Axon 10 Pro vorgestellt. Einen Termin gab es nicht und auch der Preis war noch offen. Auf dem Papier ein interessantes Gerät, welches optisch ähnlich dem Huawei P20 Pro daherkommt. Mittlerweile ist das Gerät seit Mai auf dem Markt und kostet 599 Euro. Ein Startpreis, der angemessen erscheint, schaut man sich die Hardware an.

Snapdragon 855 von Qualcomm, 6 GB RAM und 128 GB Speicher. Das Ganze verpackt unter einem OLED-Display mit einer Auflösung von 2.340 x 1.080 Pixeln. ZTE setzt auf eine Kameraussparung für die 20 MP starke Frontkamera. Sie nimmt Selfies auf und sorgt für Face Unlock. Auf der Rückseite eine Dreifachkamera, sie hat 48 MP für den Hauptsensor, 20 MP für den Weitwinkel und 8 MP beim Tele. Das Gebilde unterstützt 3x optischen Zoom. Das ZTE Axon 10 Pro nimmt zwei SIMs auf, unterstützt auch microSD-Karten – aber kein Triple-Slot-Design, sondern Hybrid. Der Akku ist 4.000 mAh stark. Dazu Bluetooth 5.0, NFC, drahtloses Laden, USB-C und auch ein Fingerabdruckleser ist im Display zu finden.

Alles aktuell, alles schick – für 599 Euro? Ich hatte etwas Gelegenheit, mit dem ZTE Axon 10 Pro auf Tuchfühlung zu gehen. Wohlgemerkt: Ein erster, kurzer Eindruck, kein Testbericht! Dinge, die mir auffielen eben.

Das Auspacken war geprägt vom ersten Eindruck der guten Haptik. Ich hatte schon einige ZTE-Geräte in den Händen, war da nie der große Befürworter. Beim Axon 10 Pro hat man offenbar einige Vorbilder gehabt, beispielsweise das erwähnte P20 Pro von Huawei. Das Axon 10 Pro von ZTE ist wertig verbaut, liegt gut in der Hand. Schickes Teil, lediglich die herausstehende Kamera könnte vielleicht den einen oder anderen stören, der das Gerät nicht in einer Hülle hat (mich nicht).

ZTE setzt auf Android 9 und meine Erinnerungen an die früheren Versuche von ZTE, Android anzupassen, verfolgen mich noch heute in Albträumen. Offensichtlich ist man mittlerweile davon ab, man vermurkst nicht viel im System, es wirkt fast nackt mit dem Überzug namens Mifavor 9.1. ZTE installiert nur wenige Apps vor, diese lassen sich auch deinstallieren. Dabei ist ein Gamebooster, eine Cleaner-App – so etwas eben. Nichts, was schmerzt.

Obwohl man nicht viel am System fummelte, fühlte ich mich dennoch irgendwie zwischen MIUI und EMUI verhaftet. Gerade die Akkusparoptionen erinnern sehr daran. Standardmäßig will das Gerät erkennen, was ich im Hintergrund brauche und was nicht – dementsprechend kann Apps der Saft abgedreht werden. Kann und sollte man mal reinschauen, nicht dass man sich da mal wundert, weil irgendetwas nicht mehr durchkommt oder läuft. Man kommt auch ohne Gefrickel gut klar, ohne Zockereien hält der Akku bei Nutzung locker 1,5 Tage durch. Ansonsten: Nicht viel Schnörkel, besser als früher die Software.

Das ZTE Axon 1o Pro unterstützt mehrere Bedienungsarten, genauer gesagt drei. Das klassische über virtuelle Buttons, aber auch die reine Gestensteuerung. Letzten Endes fand ich den Launcher und die Bedienung echt schlimm, so dass ich schnell den Nova Launcher installiert habe, um hier mit Touchgesten arbeiten  zu können – beispielsweise für die App-Übersicht.

Im ZTE-Launcher fand ich das wirklich schlecht gelöst, sodass ich manchmal nicht im App Drawer landete, sondern in der App-Übersicht. Ist aber sicher auch Gewohnheitssache eines jeden einzelnen. Zum Glück ist diese Schnittstelle zwischen Mensch und Smartphone anpassbar, sonst hätte das ZTE Axon 1o Pro sicher schon früher eine gelbe Karte von mir erhalten.

Ansonsten ist das ZTE Axon 1o Pro in der Bedienung und in der Oberfläche flott unterwegs, alles andere wäre aber auch ein Witz gewesen angesichts der Hardware. Was erstaunlich ist für das ZTE Axon 1o Pro, das sind die Leistungsdaten im Benchmark. Ja, die paar Spiele, die ich spielte, liefen rund, aber offensichtlich taktet man bei Benchmarks nicht groß runter, sondern gibt Feuer. Antutu, Geekbench sowie der 3D Mark lieferten Top-Werte, das Smartphone war immer weit oben zu finden.

Das ZTE Axon 1o Pro unterstützt das Entsperren per Gesicht, hat aber auch einen Fingerabdruckleser im Display. Hierbei handelt es sich um Komfortfunktionen, nicht um harte Sicherheitsmaßnahmen. Nun habe ich hier ein paar Geräte rumfliegen und kann dementsprechend vergleichen. Sowohl das Entsperren per Gesicht als auch Fingerabdruck funktionierte, ich glaube, dass ich das aber auch schon einmal etwas flotter auf anderen Geräten erlebt habe. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Fingerabdruckleser im, bzw. unter dem Display noch nicht „so weit“ sind.

Dann habe ich mir auch noch kurz die Kamera angeschaut. Die wirft standardmäßig 12 MP raus, in den Einstellungen kann man aber noch auf die 48 MP umswitchen. Die ersten Testfotos haben mich nun nicht so umgehauen. Also keine spektakuläre Kamera, ganz ok aber. Die Kamera-App fand ich verbesserungswürdig, da kann man sicherlich besseres hinbekommen. Zumal ich einen sehr nervigen Fehler hatte: Spielte ich in den Modi herum, bzw. wechselte die, so wurden geschossene Bilder nirgends angezeigt – als hätten sie nie stattgefunden. Erst nach einem Neustart tauchen diese Fotos auf. Das Ganze konnte ich mehrere Male reproduzieren. Absoluter Mist bei meinem Testgerät, der auch nach einem Reset erhalten blieb.

Habe in Sachen Fotos hauptsächlich erst einmal am Tage getestet, wobei die Kamera auch einen Nachtmodus hat. Funktioniert ähnlich wie bei Huawei, man kann quasi selber wählen, ob man länger oder kürzer fotografieren möchte. Nicht überraschend für mich: Das Ergebnis ist nicht einmal im Ansatz vergleichbar. Die Selfie-Kamera ist auf Wunsch ehrlich, kann aber auch diverse Tricks. Weichzeichner bis der Arzt kommt, größere Augen, schlanker – all dieser Quatsch, der jedem Gesicht den Charakter nimmt. Besser ausmachen, sieht echt comicoresk aus. Einen Portätmodus bietet die Kamera des ZTE Axon 10 Pro auch, da gibt es mittlerweile auch einige Kandidaten, die das besser hinbekommen. Ein Album bei Google Fotos findet ihr hier. Ansonsten: Gute Fotos mit der Kamera. Aber das ist heutzutage bei den meisten Kameras in dieser Preisklasse am Tage kein Problem. Ich lege mich aber fest: Kommt nicht an Huaweis aktuelle Geräte und das Pixel ran.

Das Display (unterstützt AOD) machte einen guten Eindruck, obgleich hier auch einige vielleicht die Auflösung bemängeln könnten. Ich fand es passend und wer mag, der kann die Farbdarstellung, die Anzeigegröße sowie die Schrift anpassen.

Telefonieren klappte auch, logisch – hierbei konnte ich mein Gegenüber gut verstehen und vice versa. Auch der Lautsprecher des ZTE Axon 10 Pro kann punkten. Zumindest der unten gelegene Hauptlautsprecher. Er ist laut und nervt nicht mit zu vielen Höhen. Der obere Lautsprecher ist hingegen sehr leise und quasi nur zur minimalen Unterstützung zu gebrauchen.

Das zu den ersten Eindrücken. Optisch und haptisch durchaus ein ansehnliches Smartphone, welches nicht mit viel Bloat nervt. Technisch ist alles drin, was man braucht, lediglich die Kamera-Software könnte noch Feinschliff vertragen, vielleicht kann man ja auch hier eine der Kamera-Mods nutzen, die aus der Google-Kamera-App gezaubert werden. Ebenso bin ich gespannt, wie ZTE Updates veröffentlicht, das Axon 10 Pro hat derzeit den Google-Patch Stand April, was gut ist. Generell sollte man da einiges tun, denn auch wenn es nicht so störend ist, so sieht man eben doch Schaltflächen, die zu klein für deutsche Bezeichnungen sind. Da sind es dann doch die Details, die ins Auge stechen.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei X, Threads, Facebook, LinkedIn und Instagram.

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5 Kommentare

  1. Rallimann says:

    Wie siehst Du es denn im Vergleich zum Mi 9? Das gibt es zur Zeit in der 64GB Variante gerade für 369€

  2. Ich hab bei GSM Arena immer einen Filter auf Geräte mit spezifischen Eigenschaften gelegt wie „muss min. 6,3″ haben, wireless charging usw.“ und da ist auch das axon 10 Pro aufgetaucht, neben dem Mi 9 und u.a. S10+ – jedoch hatte ich bisher 0 Erfahrung mit ZTE und ich kenne auch keinen der jemals ein solches Handy hatte. Auf dem Papier klingt das alles sehr gut doch ebenso wie hier erwähnt ist fraglich wie die zukünftige Update Politik sein wird, das schreckt mich doch ein wenig ab.. aber mal schauen, ich halte weiter ein Auge auf ZTE

  3. Habe seit kurzem den Vorgänger, dass Axon 9 Pro, und bin sehr begeistert von dem Gerät.

    Dem Mi9 hat es noch dazu einen sdcard Slot voraus. Klare Empfehlung und der Preis wird auch schnell fallen

  4. Das Gerät macht mit GCam definitiv bessere Fotos.

  5. Schon traurig das mit keine Silbe auf die (nicht)Existenz einer Kopfhörerbuchse eingegangen wird. Für mich neben dem SD-Slot und einem offenen Bootloader eines der wichtigsten kaufrelevanten Eigenschaften.

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