ZDF produziert Doku-Fiction-Film über künstliche Intelligenz


Das ZDF dreht aktuell eine 90-minütige Doku-Fiction in Berlin. Thema soll künstliche Intelligenz sein. Falls ihr euch im ersten Moment (wie ich) unter „Doku-Fiction“ nicht so recht etwas vorstellen könnt: Laut eigenen Aussagen meint der öffentlich-rechtliche Sender damit einen Film, der mit dokumentarischen Elementen angereichert werde. Die Regie übernimmt Christian Twente und der Arbeitstitel des Projekts lautet: „KI – Die letzte Erfindung“.

Man gibt an, dass die fiktionale Geschichte auf heutigen Analysen und Forschungsergebnissen zur künstlichen Intelligenz beruhe. Die dokumentarische Ebene besteht darin, dass Forscher das Geschehen kommentieren. Es spielen vor der Kamera mit: Lisa Bitter, Daniel Donskoy, Halima Ilter, Thomas Heinze, Lorna zu Solms, Hans Brückner und mehr.

Die Handlung ist in einer nicht allzu fernen Zukunft angesiedelt, in welcher der Anwalt Tom (Daniel Donskoy) und seine Frau, die Games-Designerin Mari (Halima Ilter), in einer Welt leben, welche von künstlichen Intelligenzen (KI) geprägt ist. Tom, der in seiner Kanzlei Partner werden wollte, verliert seinen Job an eine Jura-KI. Vida (Lisa Bitter), eine KI-Entwicklerin, mit der Tom zur Schule gegangen ist, trägt einen Chip im Gehirn, der ihre Intelligenz steigert. Sie rät Tom ebenfalls zu dieser Operation. Es kommt zu Spannungen zwischen Mari und Tom, weil er nach dem Eingriff nicht mehr derselbe ist. Er nähert sich Vida an und gründet mit ihr ein Start-up.

Dann wird es abenteuerlich: Schließlich besinnt sich Tom und kehrt zu Mari zurück, während Vida dazu entschlossen ist, eine Super-KI zu entfesseln, um mit deren Hilfe ihren kranken Vater zu heilen. Vida scheitert, und am Ende liegt das Schicksal der Menschheit in Toms Händen: Er muss über den Einsatz der Super-KI entscheiden.

Klingt jetzt erst einmal doch sehr vom Reißbrett und nicht sonderlich kreativ, wird aber stark auf die Umsetzung ankommen. So eine Story kann man mit Feingefühl erzählen und Denkanstöße geben oder tief in die Klischeekiste greifen und ein Melodrama abfeiern. Von daher kann das Ergebnis in die eine oder die andere Richtung ausschlagen. Gedreht wird noch bis zum 8. Oktober 2020. Ein Sendetermin für die 90-minütige Produktion steht noch nicht fest.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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7 Kommentare

  1. Bei „Super-KI“ war ich raus.

  2. Hat Potential, entweder richtig gut zu werden, oder ein gnadenloser Reinfall wie diese komische Virus-Serie vor kurzem.

  3. Bei Doku-Fiction denke ich als erstes an „2030 – Aufstand der Alten“ Hat das ZDF 2007 ausgestrahlt. Durfte ich später in der Oberstufe im WiPo Untericht schauen. Fremdschämen pur ;D

    Ich gehe davon aus, dass dieser Film hier ähnlich wird. Natürlich angereichert mit faktischem Blödsinn und Missverständnissen über das, was KI (und andere damit zusammenhängende Begriffe) ist, kann und in naher oder fernerer Zukunft können wird.

  4. Dachte dass das ZDF schon bei „heute“ und „heute journal“ artificial persons einsetzt, allerdings mit sehr begrenzter KI. Meist laufen die Roboter vom Typ Slomka I, die von Kleber&Gause Robotics gefertigt werden, nur im „parrot“ Modus und plappern nach was man gerne in Berlin hört.

  5. KI, Super KI, Deutschland, Öffentliche Rechtliche machen einen Film, das kann nur schief gehen und in einer Blamage enden.

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