Yeedi Vac Station im Test: Schnell, leistungsstark und entleert sich selbst

Der Markt ist regelrecht übersättigt mit Saugrobotern bzw. Kombinationen aus Saug- und Wischrobotern – hier etwa unser Test der Yeedi Mop Station). Für die Sauger lässt man sich immer wieder etwas einfallen, womit man sich von der Konkurrenz abheben möchte. So bekommt man bei dem einen oder anderen Hersteller inzwischen Stationen zum Sauger dazu, die den aufgesaugten Inhalt in den Schmutzbehältern nach der Reinigung automatisch absaugen. Und hier kommt wieder Yeedi ins Spiel, denn parallel zum neuen Yeedi Vac Max mit seinen 3.000 Pa Saugleistung verkauft das Unternehmen den Sauger in Kombination mit einer solchen Saugstation als „Yeedi Vac Station“, welche ich mir für euch angeschaut habe.

Der Yeedi Vac Max – hier noch mit seiner einfachen Dockingstation

Ihr bekommt im Paket neben der Absaugvorrichtung den Yeedi Vac Max. Jener navigiert per visuellem SLAM, arbeitet also mit einem nach oben gerichtetem Sensor. Hinzu kommt, dass das Gerät passiv wischen kann. Wie bei vielen anderen Modellen klemmt ihr beim Vac Max ein mitgeliefertes Wischpad unter den Wassertank. Hierzu aber später mehr – schauen wir uns erst einmal die vereinten Specs der Yeedi Vac Station an:

  • Navigation: Visuelles SLAM
  • Ansaugleistung: drei Stufen – 600/1500/3000 Pa
  • Wassertank: Fassungsvermögen 240 ml
  • Wasserdurchflussmengen: 3
  • Fassungsvermögen des Schmutzbehälters: 450 ml
  • Fassungsvermögen des Staubsaugerbeutels in der Station: 2,5 l
  • Abmessungen: 350 x 350 x 77 mm (Roboter), 300 x 420 x 430 mm (Selbstentleerungsstation)
  • Akku-Kapazität: 5-200 mAh
  • Arbeitszeit: maximal 200 Minuten
  • Aufladezeit: bis zu 6 Stunden
  • Erkennung von Teppichen: Ja
  • Auto-Boost: Ja
  • maximale Überquerhöhe von Hindernissen: 9 mm
  • Preis: 499 Euro (nur Yeedi Vac Max: 399 Euro)

Die Einrichtung des Saugers funktioniert reibungslos per zugehöriger Yeedi-App und einem von der App generierten QR-Code, der kurz vom oberen Sensor des Saugers eingelesen werden muss. Die App selbst erwähnten wir schon des Öfteren in unseren Berichten. Sie ist komplett übersetzt, bietet alle gängigen Optionen für Firmwareupdates, die Verwaltung der erstellten Karte, Saugmodi und auch das Verknüpfen mit den smarten Assistenten Alexa und Google Assistant. Ich bin mit der App gerne zugange und von der übersichtlichen Oberfläche angetan.

Die Station gibt es leider nicht einzeln zu kaufen. Wer also bereits den Yeedi Vac Max erworben haben sollte, der kann (aktuell) nicht aufrüsten, ohne einen Neukauf zu tätigen. In meinem Fall wurde zuerst der Sauger mit eigener Dockingstation geliefert, die „Selbstentleerungsstation“ kam erst ein paar Tage später an. Hier war das Wechseln von einfacher Dockingstation auf die große Station kein Problem, ich musste den Sauger lediglich neu in der App einrichten, was aber innerhalb von 2 Minuten erledigt war. Selbst die bereits vom Sauger erstellte Karte wurde übernommen, nur folgender Punkt in der App änderte sich vom bisherigen „Zurück zur Ladestation“:

Die Option, nach dem Beenden des Reinigens automatisch an der Station mit der Selbstentleerung zu beginnen, hatte der Sauger auch schon vor dem neuen Einrichten in der App zur Verfügung. Was ich damit sagen will, ist, dass rein theoretisch auch nichts gegen ein späteres Nachrüsten spricht, sofern Yeedi die Station irgendwann einzeln in den Handel bringen sollte.

Zunächst benötigt der Yeedi-Sauger erst einmal eine Kennenlernrunde, um eine Karte der jeweiligen Räumlichkeiten zu erstellen. Ihr macht also alle Räume zugänglich, der Sauger erledigt den Rest und kehrt ganz zum Schluss wieder an seine Ladestation zurück. Später kann der Sauger auch Lade-Zwischenstopps einlegen, falls er mit dem Reinigen noch nicht komplett fertig sein sollte. Anschließend fährt er dann an seine letzte Position zurück und fährt mit der Reinigung fort.

Was mich persönlich wirklich erstaunt hat, ist nicht nur die wirklich kräftige Saugleistung, die von unserem Schmutz im Haus und vor allem von den Katzenhaaren nach dem Reinigen kaum noch etwas übrig lässt, sondern vielmehr, wie schnell der Sauger akkurat seine Bahnen in den Räumen abfährt. Klar, mit nur einer Seitenbürste bleiben einige Ecken leider dann auch mal krümelig, das können auch die 3.000 Pa nicht mehr einholen. Ansonsten kommt der Yeedi Vac Max aber sehr gut an alle Flächen und Ränder.

Seine geringe Bauhöhe (7,7 cm) sorgt auch dafür, dass er unter die meisten Möbel kommt. Teppiche und andere Hindernisse dürfen maximal 9 mm hoch sein, damit der Sauger sie noch problemlos überqueren kann. Heißt aber auch, dass Kabel und Co. schnell überfahren werden und demnach vor dem Reinigen vernünftig gesichert werden sollten. Im Umgang mit Saugrobotern sollte das aber keine Neuigkeit darstellen.

Schön ist auch hier, dass der Sauger einen Boost-Modus und eine automatische Erkennung von Teppichböden mitbringt, womit die Saugleistung auf eben jenen erhöht wird. Mit dem großen 5.200-mAh-Akku hält der Sauger mehrere Räume mit maximaler Saugkraft durch. Sollte der Akku komplett leer werden, dauert der vollständige Ladevorgang gute 6 Stunden. Der Schmutzbehälter wird bei diesem Roboter nach oben hin herausgenommen, nachdem ihr die große Hauptklappe des Saugers geöffnet habt. Andere Sauger bieten hier oft das Herausziehen des Behälters nach hinten an. Beim Vac Max dürfte die Kombination mit der Selbstentleerungsstation der Grund sein, warum der Behälter mittig und einigermaßen schlecht zugänglich angebracht ist.

Was mich bei dem Gerät weniger begeistert, ist der Wischmodus. Das hat mehrere Gründe: Ganz klar stört mich das Reinigungsergebnis des Wischvorgangs. Das feuchte Pad zieht maximal übriggebliebene Fusseln mit. Sobald aber auch nur ein wenig Schmutz etwas fester am Boden sitzt, wird dieser auch vom Vac Max nicht mehr entfernt. Sowas können diese passiven Wischer durch den fehlenden Druck und ohne rotierende oder vibrierende Pads absolut nicht leisten. So bleibt das Wischen lediglich eine „nette Ergänzung“.

Was mich auch stört, das ist die Tatsache, dass ich den Wasserbehälter komplett entfernt lassen muss, wenn ich nicht am laufenden Band daran erinnert werden will, dass das Wischpad und der Behälter doch nach dem Reinigen dringend gesäubert werden müssten. In der App findet sich zwar eine Option, die jene Benachrichtigungen deaktivieren soll – sie funktioniert aber nicht.

Die drei Saugstufen arbeiten wie erwartet, wer viele Teppichböden besitzt und Haustiere hat, der ist mit der Maximalstufe am besten beraten. Bei mir agierte der Sauger vor allem in der mittleren Stufe. Wir haben primär Fliesen- und Laminatböden, wo sich Krümel und Fusseln nicht so stark festhalten können. Die Hauptbürste unter dem Sauger macht aber – egal auf welchem Untergrund – eine gute Figur. Es ist zu raten, das mitgelieferte Reinigungstool regelmäßig zu benutzen. Wie auch bei anderen Saugern verheddern sich in der Hauptbürste schnell lange Haare und Fäden, die irgendwann zum Problem für die Rolle werden.

Die Selbstentleerungsstation ist meiner Meinung nach eine nützliche Ergänzung für den Sauger, zumindest wenn jener nicht regelmäßig Lebensmittelreste aufnimmt, die schnell riechen können. Die Station besitzt zwar eine Gummidichtung unter dem Deckel, anzuraten ist das Sammeln von so einem Müll aber natürlich nicht. Immerhin bewirbt Yeedi die Station damit, dass sich hier der Schmutz im Schnitt bis zu 30 Tage im Schmutzbeutel sammeln lässt, bevor dieser getauscht und in den Mülleimer überführt werden müsse.

Ein paar Ersatzbeutel sind im Lieferumfang enthalten, der Hersteller möchte für drei davon dann aber auch knapp 17 Euro haben. Hier lohnt es sich, nach alternativen Anbietern zu schauen. Wer die Selbstentleerungsstation zu sich holen möchte, dem sei gesagt, dass man das Ding auf keinen Fall nachts nutzen sollte. Der Absaugvorgang ist nämlich mindestens so laut, wie jeder handelsübliche Kabelstaubsauger auf höchster Stufe. Da fällt der eine oder andere aus dem Bett.

Grundsätzlich handelt es sich beim Paket „Yeedi Vac Station“ um einen beeindruckend gut arbeitenden Saugroboter mit visueller Navigation, der eine Station mitgeliefert bekommt, mit der sich das tägliche Leeren des Schmutzbehälters bis zu einem Monat herauszögern lässt.

Wer darauf verzichten kann, spart sich die 100 Euro Aufpreis und erwirbt stattdessen nur den reinen Yeedi Vac Max für knapp 400 Euro. Hier lohnt sich dann aber auch nochmal ein Blick in Richtung Dreame und Co., wo dann vergleichbare Geräte für weniger zu haben sind. Wie ich es eingangs bereits erwähnte: Der Markt ist mittlerweile riesig, die Angebote vielfältig und daher sinken die Preise solcher Geräte dann auch relativ schnell nach Marktstart wieder.

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2 Kommentare

  1. Matthias Krause says:

    Ich finde die Absaugstationen schon cool aber warum die das mit Beutel machen ist mir ein Rätsel. Kaufe schon ewig Beutellose Staubsauger da kaufe ich mir jetzt bestimmt keinen Roboter mit Absaugstation und Beutel.

    • Wolfgang D. says:

      „Roboter mit Absaugstation und Beutel“
      Gerade der Beutel ist ein Zugewinn.
      Hab die berühmte „staubfreie Entleerung“ draußen in den Restmüll, bei meinen drei beutellosen 2xBodenautomaten 1xAkkuhandsauger noch nie bei dem Wind hier hinbekommen.

      Bei den angesagten Preisen setze ich mir allerdings lieber weiterhin eine der hier seit COV reichlich existierenden medizinischen Masken auf, um keinen Asthmaanfall bei der Behälterentleerung zu bekommen.

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