Yahoo erwägt Verkauf seines Internetgeschäfts

artikel_yahoo_mailSeit 2012 hat Marissa Mayer bei Yahoo die Zügel in der Hand, seitdem versucht der angeschlagene Internetkonzern eine Kehrtwende, um wieder oben mitspielen zu können. Das klappt anscheinend nicht so wie geplant. Yahoo benötigt Geld, vor allem auch um die Aktionäre zu beruhigen. Das Geld hat Yahoo theoretisch auch, Investitionen in Alibaba und Yahoo Japan sind rund 40,5 Milliarden Dollar wert, wenn man denn auch wieder so einfach an die Investitionen rankommt. Ein Weg könnte über den Verkauf des Internetgeschäfts, also Yahoos Kerngeschäft, führen.

Darüber berät der Yahoo-Vorstand über den Verlauf der nächsten Tage, beginnend heute. Denn das Kerngeschäft, das Internetbusiness, ist bei Yahoo laut Investoren nichts mehr wert. Yahoos Werte liegen einzig in den Investitionen, die in andere Unternehmen getätigt wurden. Dazu zählen eben auch die zwei großen Brocken Alibaba (15 Prozent Anteil, Wert 32 Milliarden Dollar) und Yahoo Japan (35 Prozent Anteil, Wert 8,5 Milliarden Dollar).

Yahoo

es gibt aber keine Garantie, dass diese Überlegungen auch tatsächlich zu Geld werden. Denn Yahoo überlegte schon öfter Zusammenschlüsse mit anderen, unter anderem Microsoft, alles aber nicht sehr fruchtbar. Auch Yahoos Investitionen in verschiedene Dienste, inklusive zahlreicher Firmenübernahmen, zeigte sich nicht sehr ertragreich, Yahoos Kerngeschäft schrumpft unaufhaltbar.

Im Oktober kündigte Marissa Mayer an, dass Yahoo eine neue Strategie verfolgen wird, den Fokus von Yahoo neu ausrichten wird. Wie dies genau aussehen wird, verriet sie aber nicht. Vielleicht ist ja eine Abspaltung von Yahoos Kerngeschäft ein erster Weg des neuen Fokus. Ende der Woche sollten wir schlauer sein, wenn sich der Vorstand fertig beraten hat und eventuell Ergebnisse aus diesen Beratungen preisgibt.

(Quelle: WSJ)

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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8 Kommentare

  1. Wenn das Internetgeschäft „nichts mehr wert ist“ – wer soll es denn dann kaufen?

  2. Berechtigte Frage @joe…

    Absolut nicht nachvollziehbar. Yahoo hat durchaus einige interessante Dienste im Portfolio, nur man müsste eben auch mal entwickeln und mittel- bis langfristig etwas aufbauen.
    Yahoo war schon vorher tot, das ist nicht alleine Marissa Mayer anzulasten. Die Firma wird seit Jahren von unfähigen CEO´s geführt, die nur für einzelne Interessengruppen arbeiten, aber nicht zum Wohl der Firma.
    Sparen, restrukturieren und abspalten, danach wird Yahoo geführt und nicht nach einer Strategie.
    Das Wort Strategie kennen die dort wahrscheinlich gar nicht !

  3. *hinterherwink* – ausgegrabene Leichen wie Yahoo werden vom Ausgraben eben nicht wieder lebendig, jedenfalls nicht im ursprünglichen Sinn. Ruhet endlich in Frieden, wenn ihr mit euerem Geschäft nichts anzufangen wisst.

  4. Das Problem ist ja nicht, dass Yahoo keine interessanten Dienste im Angebot hat. Würde mans richtig anpacken, würden Angebote wie Mail, Flickr, Tumblr oder das mittlerweile eingestellte Pipes ja durchaus Anklang finden. Auch Groups und Clever hätten sicherlich ihre Anhänger. Aber der Rest ist zu einem Großteil mehr oder weniger Müll. Die „News“ kann ich genauso wenig für voll nehmen wie den Videodienst Yahoo Screen. YIM ist mittlerweile chancenlos und blockiert sich mit der Livetext-App gegenseitig. Und überhaupt wirkt die mobile Strategie auf mich mittlerweile ziemlich unausgereift, da wurde Geld verbrannt und sonst nichts.

    Ich will nicht sagen, dass Yahoo sein Kerngeschäft abstoßen sollte. Aber sie sollten ihre Deponie richtig aufräumen und lieber deutlich weniger Dienste deutlich besser machen. Mail, Flickr, Tumblr, Clever, Groups, dazu noch einige Apps wie den Aviate Launcher und die Wetter-App… viel mehr sehe ich auch nicht im aktuellen Portfolio, was es wert wäre, fortgesetzt zu werden. Wenn man die gut weiterentwickelt und gleichzeitig gute neue Ideen einfließen lässt, würde man auch zumindest halbwegs wieder auf die Beine kommen. Das müssten nur mal die Chefs und Entwickler kapieren.

  5. Yahoo als Marke erweckt Assoziationen von 2003 und flickr und tumblr, obwohl gute Dienste, wirken auch altbacken mit dem verhunzten „er“ am Ende. War mal modern ist es aber nicht mehr.
    Das Potential war/ist da aber das Image hat auch auf vielen Ebenen gelitten. Welchen Platz kann Yahoo noch unter Microsoft, Apple, Google (FB) einnehmen, die decken doch schon alles ab?

  6. @Gouryella RICHTIG!!! ABSOLUT RICHTIG!!!
    Yahoo müsste eig seine Dienste zb in einem Yahoo Phone (natives Aviate, Natives Tumblr als Newsfeed in Kombi mit Yahoo News, Natives Flickr als Foto App; (Sound)Hound aufkaufen und mit Yahoo Clever verbinden als Siri Alternative,

    Wäre da bei passenden Device ( zb einem 50 Euro Tablet wie das von Amazon nur halt anders subventioniert) und einem passenden Abo Dienst ( Yahoo Prime + Alibaba) lieber im Boot als bei Amazon.

    Aber das ist ein Wunschdenken dass man einfach so eine Google/Amazon Alternative aus einem kaputtgewirtschafteten Konzern herbeiwünscht

  7. Yahoo Mail als Beispiel für einen Service nehmen, der ordentlich ist? Come on! Das ist mein Spam-Postfach und selbst da geht es mir auf die Nerven. Da ist sogar GMX besser.
    Und Yahoo sollte man mehr oder weniger dich machen. Die Entscheidung ist vollkommen richtig, nur 10 Jahre zu spät!

  8. @ Christian Fizia: Wo ist das Problem mit Yahoo Mail? Mag ja nicht mehr posh sein, aber vom Funktionsumfang ganz weit vorne mit dabei.

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