Xiaomi Mi TV LUX: Transparenter OLED-Fernseher für knapp 6.000 Euro vorgestellt

Hersteller wie LG oder Panasonic haben auf Messen bereits seit Jahren aufrollbare und auch transparente OLED-Fernseher präsentiert. Mehr als diese Showcases gab es bisher wohl nicht und die Fernseher sind – bislang – nicht im Handel verfügbar. Anders nun Xiaomi: Neben neuen Smartphone-Modellen hatte man zur Jubiläums-Präsentation, zum mittlerweile 10-jährigen, auch einen transparenten OLED im Gepäck, welcher in den Verkauf wandert – zumindest für den chinesischen Markt.

Mit dem „Mi TV LUX OLED Transparent Edition“ startet mit Xiaomi erstmals ein Hersteller in die Massenproduktion von transparenten Fernsehern. Bereits in der nächsten Woche beginnt man am 16. August den Verkauf auf dem chinesischen Markt. Xiaomi ruft dabei 49.999 RMB, also rund 6.120 Euro auf. Da man für das transparente Design auf eine Rückwand verzichtet hat der chinesische Hersteller sämtliche Bauteile im Sockel untergebracht. So fällt der TV mit 5,7 mm auch unfassbar dünn aus – wer schon einmal einen LG Wallpaper OLED gesehen hat, wird wissen wie dünn so etwas wirklich wirkt. Auch ein Lautsprecher dürfte entsprechend im Sockel seinen Platz finden.

Neben dem eindrucksvollen Design möchte Xiaomi jedoch auch bei Bild- und Tonqualität glänzen. Das OLED-Panel des Mi TV LUX OLED misst 55 Zoll und bietet ein Kontrastverhältnis von 150000:1. Trotz Transparenz-Effekt bietet man „satte Schwarzwerte und hohe Helligkeitswerte“. Das 10-Bit-Panel bietet mit über 1,07 Milliarden Farbkombinationen ein breites Farbspektrum an und deckt 93 % des DCI-P3-Farbraums ab.

Damit nicht genug: Auch eine Bildwiederholrate von 120 Hz bietet man an und setzt außerdem auf MEMC-Technologie um Bildinhalte bzw. Bewegungen entsprechend „hochzurechnen“. Letzteres ist aufgrund der auftretenden Seifenopern-Effekte aber nicht überall gern gesehen. Die Reaktionsgeschwindigkeit von 1 ms soll den Fernseher auch für Spiele geeignet machen. Ob man für geringe Latenzwerte und die 120 Hz auch auf HDMI 2.1 mit VRR setzt, verrät der Hersteller hingegen noch nicht. Die Port-Beschriftung mit 120 Hz lässt aber darauf schließen. Auch ein HDMI-Anschluss mit eARC-Unterstützung ist verfügbar. Im Inneren werkelt ein MediaTek 9650, der sich um die Optimierungen – „mittels KI“ versteht sich – kümmert. Jener Chip ist eine Spezialanfertigung für Xiaomi.

In puncto Audio wirbt Xiaomi ebenfalls mit intelligenten Anpassungen durch künstliche Intelligenz. Diese Intelligenz soll in Filme, Musik, Newsfeed, Sport etc. kategorisieren und den Sound entsprechend anpassen. Auch die Unterstützung für Dolby Atmos ist mit an Bord.

Xiaomi will mit dem TV neben Heimanwendern auch Galerien, Museen und Theater locken. Hierzu hat man Apps um den transparenten Look auszuschöpfen, die Bild und Text auf eine Always-On-Anzeige bannen.

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Felix Frank

Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Student auf Lehramt. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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17 Kommentare

  1. Mal von der durchaus beeindruckenden Technik dahinter abgesehen ist der praktische Nutzen bei einem Fernseher doch sehr begrenzt.

    Da gibt es deutlich sinnvollere Anwendungsgebiete für durchsichtige Displays.

    • Seh ich genauso. Man braucht eigentlich immer einen dunklen Hintergrund, sonst sieht man was dahinter ist bzw Reflektionen.
      Auch kann ein OLED kein Schwarz „darstellen“. Normalerweise schaltet er dann einfach alles ab. Aber hier würde das bedeuten, dass halt NICHTS dargestellt wird, also auch kein Schwarz sonder der Hintergrund.

      • Zitat aus dem Artikel:
        Trotz Transparenz-Effekt bietet man „satte Schwarzwerte und hohe Helligkeitswerte“.
        Als TV ist das sehr schön, denn erbausbist, hat man kein schwarzes Loch im Wohnzimmer.

      • Im Bereich Industrie, für Konferenzräume, Tagungen, sonstige Geschichten bei denen mann Aufmerksamkeit erregen muß, will, ist das Teil genial. Aber es ist ja auch noch ein Prototyp.
        Außerdem, preislich ist es ja der Hammer. Vergleibare OLED TVs mit hoher LED Chip Qualität kosten auch zw. 4,56 K und 6 K

  2. Als Designstudie eine tolle Sache. Für die normale Nutzung wohl eher unpraktisch.

    • „Xiaomi will mit dem TV neben Heimanwendern auch Galerien, Museen und Theater locken“

      Genau hierbei ist es auch ein gut durchdachtes Marketing-Produkt, um die Marke zum etablierten Brand in der Electronic-Consumer-Branche bei allen Gesellschaftsklassen wahrgenommen werden soll.
      Wenn die Potentiale vorhanden sind und ausgebaut werden, wäre es glatt eine Verschwendung an die Mitbewerber, diese nicht zu nutzen. Diesen Weg geht Xiaomi konsequent. Ein Elektrokonzern, welches ständig überrascht und nicht langweilt. Respekt.
      Vor 2 Jahren war der Firmenname selbst hierzulande ein‘ wer oder was?‘

  3. So etwas kann ich mir gut bei AR oder VR Brillen gut vorstellen. Als Oculus Quest Nutzerin finde ich schon das nutzen der Tracking Kameras zusammen mit dem Home Menü interessant. Aber hier ist die Umgebung schwarz-weiß und niedrig aufgelöst, sodass präzise Arbeiten in der echten Welt schwierig sind, während man die Brille auf hat. Mit dieser Technik wären ganz neue Anwendungsgebiete denkbar…

    • Interessant Idee! Wenn die Pixeldichte hoch genug ist und auch aus der Nähe keine störenden „Verdrahtung“ zu sehen ist (man ist bei AR/VR ja sehr nahe dran mit dem Auge) durchaus denkbar.
      Wenn die Displays billiger werden könnten sie auch als Fenster genutzt werden. Wäre cool wenn man dann auf der Rückseite ein anderes Bild als auf der Vorderseite anzeigen könnte (im Grunde also 2 zusammengeklebte Displays).

  4. Ingo Podolak says:

    Endlich mal jemand der sowas auch auf den Markt bringt.
    Bei dem Preis sehe ich es erstmal eher in Museen oder im Eingangsbereich von Firmen.
    Bei ~2000€ wird das aber sicher auch etwas für einen offenen Wohnraum wo der TV oft wie eine Wand wirkt.
    Ich persönlich habe den TV aber am liebsten möglichst flach an der Wand, hier hoffe ich das Xiaomi mal so etwas wie die LG GX Serie bringt.
    Lautsprecher, und viel schnick schnack brauche/will ich nicht, das erledigen Shield TV und AVR

  5. Ich finde das ehrlich gesagt völlig uninteressant. Ob ich nun eine schwarze oder durchsichtige Glasfläche auf dem Fernsehtisch habe, ist egal. Nimmt beides dauerhaft Platz weg.

    Ich würde lieber eine Leiste haben, aus der dann der Bildschirm rausfährt. Wird der Fernseher nicht gebraucht, fährt man ihn ein, Deckel drauf und dann kann man Blumen oder was weiß ich daraufstellen. Oder man packt es dann ganz weg. Würde auch den Transport erleichtern.

  6. Fürs Gästeklo.

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