Xiaomi Mi Note 10 im Test: Fünffacher Spaß mit dem Kamera-Flaggschiff

Xiaomi hat mit dem Mi Note 10 ein durchaus ungewöhnliches Flaggschiff veröffentlicht. Denn man setzt auf einen Mittelklasse-SoC, den Qualcomm Snapdragon 730G, bewegt sich bei den restlichen Daten aber im High-End-Bereich. Das wohl interessanteste Merkmal ist dabei sicherlich die Penta-Kamera mit fünf Linsen. Das hat dann auch mich enorm gereizt und so habe ich mir das Xiaomi Mi Note 10 in einem Test genauer angeschaut.

Auch bzw. gerade nach der Zeit, die ich mit dem Xiaomi Mi Note 10 verbringen konnte, wundere ich mich noch immer: Warum hat der chinesische Hersteller auf einen Qualcomm Snapdragon 855 verzichtet? Denn der SoC ist tatsächlich ein Schwachpunkt des Mi Note 10 – doch dazu später noch etwas mehr. Wie ihr sicherlich wisst, ist dieses mobile Endgerät in China unter dem Namen CC9 Pro unterwegs und kostet dort ca. 357 Euro. In Europa hält Xiaomi die Hand etwas weiter auf. So könnt ihr das Xiaomi Mi Note 10 in Deutschland aktuell für etwa 525 Euro mitnehmen.

Damit ist das neue Kamera-Flaggschiff teurer als das Xiaomi Mi 9, welches für 449 Euro an den Start gegangen ist – mit dem Snapdragon 855 (aber nur 64 statt 128 GByte Speicherplatz). Trotzdem nehme ich das mittlerweile günstigere Mi 9 mal weiter als kleines Vergleichsbeispiel, denn es bietet auch Wireless Charging mit bis zu 20 Watt. Auch das fehlt leider beim Xiaomi Mi Note 10. Worin liegen dann die Vorzüge des zuletzt genannten Modells? Hilft da vielleicht der Blick auf die technischen Daten?

Technische Daten Xiaomi Mi Note 10

  • Display: 6,4 Zoll, AMOLED, 2.340 x 1.080 Pixel, Always-On (optional), Corning Gorilla Glass 5, Fingerabdruckscanner im Display
  • OS: Android 9 mit MIUI 11 als Oberfläche (Update ist angekündigt)
  • SoC: Qualcomm Snapdragon 730G, Octa Core mit bis zu 2,2 GHz Takt
  • GPU: Adreno 618
  • RAM: 6 GByte (LPDDR4X)
  • Speicherplatz: 128 GByte (UFS 2.1)
  • Akku: 5.260 mAh (30-Watt-Schnellaufladung)
  • Penta-Hauptkamera: 108 (Weitwinkel, f/1.69, OIS) + 12 (Telephoto, f/2.0) + 5 (Telephoto, f/2.0, OIS) + 20 (Ultra-Weitwinkel, f/2.2) + 2 (Makro) Megapixel
  • Frontkamera: 32 (f/2.0) Megapixel
  • Schnittstellen: 4G LTE, NFC, GPS, 3,5-mm-Audio, USB Typ-C, Wi-Fi 802.11 ac, Bluetooth 5.0
  • Maße / Gewicht: 157,8 x 74,2 x 9,67 mm / 208 g
  • Farben: Midnight Black, Glacier White, Aurora Green
  • Besonderheiten: Hi-Res Audio, Face Unlock
  • Lieferumfang: Smartphone, Ladegerät (30 Watt)
  • Preis: 549 (6 / 128 GByte) bzw. für die Pro-Version 649 (8 / 256 GByte) Euro

Wie ihr seht, hat das Xiaomi Mi Note 10 gegenüber dem Mi 9 noch einen weiteren Vorzug: Der Akku ist mit 5.260 mAh deutlich üppiger ausgefallen. Mag zudem ebenfalls noch manchem wichtig sein – das Mi Note 10 behält außerdem noch den Port für 3,5-mm-Audio bei. Gut, mit einem im Vergleich zum Mi 9 größeren Akku konnte aber auch schon das Mi 9T Pro punkten. Letzteres setzte zudem auf eine Pop-Up-Kamera. Jene spart man sich beim Mi Note 10. Stattdessen finden wir hier im AMOLED-Display einen kleinen Notch vor, ähnlich wie eben beim Mi 9.

Auf den ersten Blick mag manchem der Preis des Xiaomi Mi Note 10 aber im direkten Vergleich mit den anderen Premium-Smartphones des Herstellers zu hoch gegriffen vorkommen. Man zahlt eben einen saftigen Aufpreis für die Fünffach-Kamera mit dem neuen Samsung ISOCELL Bright HMX als Hauptsensor.

Doch das Xiaomi Mi Note 10 will auch mit seinem Design punkten und sich so bei Smartphone-Liebhabern einschmeicheln. Kommen wir also direkt zur Ausstattung und Verarbeitung des Geräts. Danach werde ich einen Benchmark-Parkour starten, bevor ich kurz auf das Display und danach auf die Kameras eingehe. Es folgen dann einige Anmkerungen zu meinem Nutzungsalltag, bevor ich mein persönliches Fazit zum Xiaomi Mi Note 10 ziehe.

Ausstattung und Verarbeitung

Eine „Eigenart“ des Xiaomi Mi Note 10, die es haptisch wie optisch von seinen Geschwisterlein aus dem gleichen Hause abhebt, ist das Display-Design. So biegt sich der Bildschirm quasi am Rand bzw. schmiegt sich um die Seite – das kennt man ja auch von einigen Samsung-Smartphones. Ob man dieses Curved-Design mag, ist natürlich Geschmacksache. Ich hätte lieber ein komplett flaches Display gehabt, denn die Blickwinkel verändern sich am Rand bzw. die Farben werden dort verfälscht, so dass mich das im Alltag immer wieder ein wenig gestört hat. Man gewöhnt sich aber daran.

Auf dem obigen Bild seht ihr, was ich mit der „Biegung“ meine. Auch der kleine Notch im Display ist Geschmackssache, denn immer wieder gibt es ja in den Kommentaren Notch-Hasser unter euch. Mich stört er nicht, ich weiß aber, dass einige von euch das anders sehen.

Xiaomi setzt für das Mi Note 10 auf eine Kombination aus Glas an Vorder- und Rückseite sowie einen Rahmen aus Metall. Das Design und die Verarbeitung spielen auf hohem Niveau, das ist man von Xiaomi gewohnt. Allerdings kam ich während des Tests oft ins Schwitzen, denn ich bin jemand, dem das Smartphone gerne mal aus der Hand gleitet. Robuste Schutzhüllen sind daher für mich Pflicht. Im Lieferumfang des Mi Note 10 liegt zwar eine dünne Silikonhülle bei, die gewährt bei einem Sturz aber nur rudimentären Schutz. Ich hoffe darauf, dass Spigen da mit einem Rugged Armor Case bald nachzieht.

Rechts beherbergt das Xiaomi Mi Note 10 die Lautstärkewippe und darunter den Power-Button und auch der Slot für die SIM-Karten sitzt ungewöhnlicherweise an derselben Seite – allerdings am unteren Rand. Somit ist die linke Seite des Rahmens frei von gesonderten Elementen. Unten findet ihr dann den obligatorischen Port für USB Typ-C vor – und daneben den Anschluss für Kopfhörer.

Wenn mich noch etwas am Design stört, das liegt aber in der Natur der Sache, dann sind es die Kamera-Aussparungen an der Rückseite. So gibt es aufgrund der fünf Linsen gleich zwei, die untereinander sitzen. Die obere mit drei Linsen sticht mehr heraus als die untere. Xiaomis beiliegende Schutzhülle ist zu dünn, sodass das Mi Note 10 immer auf den Linsen ruht, wenn ihr es ablegt. Außerdem grabbelt man noch leichter beim Hervorziehen des Smartphones aus der Tasche auf eine der Linsen. Es ist eben mehr „Angriffsfläche“ da, um sich zu vertun.

Optisch und haptisch wirkt das Xiaomi Mi Note 10 aber einwandfrei wie ein High-End-Smartphone und gefällt mir ausgesprochen gut. Trotz seiner Größe liegt es für mich gut in der Hand, ist aber aufgrund des beidseitigen Glases etwas zu rutschig für meinen Geschmack. Ich rate daher jedem Käufer dazu nach einer robusten Schutzhülle zu fahnden.

Benchmarks und Leistung

Viele von euch interessieren sich für synthetische Benchmarks. Die Ergebnisse sollte man immer mit Vorsicht genießen, da sie nur einen Fingerzeig geben bzw. über die Performance im Alltag nur begrenzt etwas aussagen. Trotzdem sind sie ganz hilfreich, um unterschiedliche Chips und Geräte grob einzuordnen. Und wie schlägt sich das Xiaomi Mi Note 10 da so? Seht selbst:

Als kleiner Hinweis: Das Xiaomi Mi 9T, das den Qualcomm Snapdragon 730 statt des 730G verwendet, kam z. B. in AnTuTu in Caschys Kurztest auf 209.250 Punkte, liegt also deutlich hinter dem Mi Note 10 mit 254.615 Punkten. Wiederum habe ich mal einen Wert des Mi 9 ausgegraben – jenes liegt bei mehr als 370.000 Punkten. Auch ein Xiaomi Mi 8 ist mit ca. 270.000 Punkten vor dem Xiaomi Mi Note 10 zu sehen. Die schiere CPU- und GPU-Leistung steht also mit beiden Beinen in der Mittel-und nicht in der Oberklasse.

Nun ist die große Frage: Merkt man das im Alltag? Stellenweise, muss ich das durchaus mit einem „Ja“ beantworten. Abseits von Games, das leuchtet jedem ein, gilt das etwa für die Verarbeitung der Fotos. Bild mit einem Xiaomi Mi 9 geknipst? Zack, sofort in der Galerie einsehbar. Am Xiaomi Mi Note 10 dauert die Verarbeitung deutlich länger. Ok, das ist aber natürlich nicht nur auf den SoC zurückzuführen, sondern auch auf den angepassten Kamera-Aufbau.

Schaut man sich wiederum MIUI 11 an, dann ist die Performance super. Nur bei der wirklich direkten Gegenüberstellung mit einem Mi 9 bemerkt man die Unterschiede. Trotzdem ist es aus meiner Sicht eine Fehlentscheidung, dass Xiaomi beim Mi Note 10 ausgerechnet am Chip gespart hat. So bleibt dadurch das Gefühl, dass zum ausgerufenen Preis von über 500 Euro eben mehr hätte drin sein müssen.

Display und Kameras

Der Bildschirm des Xiaomi Mi Note 10 reicht nicht an Platzhirsche wie das Samsung Galaxy Note 10 und Co. heran, bewegt sich aber auf dem gleichen Niveau wie z. B. das Mi 9 oder Mi 9T Pro. Wir haben es also hier mit einem sehr kräftigen AMOLED-Display zu tun, das dank der FHD+ Auflösung auch ausreichend scharf ist. Spannenderweise stammt der Bildschirm aber nicht von LG oder Samsung, sondern von dem chinesischen Zulieferer Visionox. Auch Unterstützung für HDR10 ist an Bord, macht bei einigen YouTube-Videos Laune.

Jedenfalls muss der Bildschirm im direkten Vergleich mit einem Mi 9 keineswegs zurückstecken und dürfte bestenfalls noch etwas heller sein. Das ist aber ja so eine grundsätzliche Sachen mit den OLED-Panels, die in diesem Bereich nicht an LCDs herankommen. Doch viel mehr interessiert ihr euch sicherlich für die Kameras des Xiaomi Mi Note 10.

Die technischen Daten der Kameras habe ich ja bereits erwähnt: Das Xiaomi Mi Note 10 bietet eine Penta-Kamera mit folgendem Aufbau: 108 (Weitwinkel, f/1.69, OIS) + 12 (Telephoto, f/2.0) + 5 (Telephoto, f/2.0, OIS) + 20 (Ultra-Weitwinkel, f/2.2) + 2 (Makro) Megapixel. Oben seht ihr mal ein Beispiel für die beiden Zoom-Linsen. Die Ergebnisse sind durchaus beeindruckend, auch wenn man beim fünffachen Zoom einen deutlichen Detailverlust wahrnimmt. Übrigens trügen die Fotos aber: Der Tag war ein sehr diesiger Herbsttag hier in Kiel und deutlich dunkler, als die Bilder das vieleicht vermuten lassen.

Oben habt ihr ein zweites Beispiel der beiden Zoom-Linsen. Wie auch beim ersten Foto, so wurden alle drei Aufnahmen aus der selben Position heraus geknipst. Man kan das Spielchen aber auch noch weiter treiben, wie ich euch anhand eines Versuchs von der Kieler Förde aus demonstrieren möchte – entstanden unter realen Herbstbedingungen hier in Norddeutschland.

Auf den obigen Fotos seht ihr also auch den zehnfachen Hybrid-Zoom, der angesichts des schlechten Wetters und der einziehenden Dunkelheit immer noch Beeindruckendes zu leisten vermag. Der fünfzigfache, digitale Zoom ist aber angesichts der erhaltenen Qualität eher eine Spielerei.

Das Xiaomi Mi Note 10 verfügt auch über eine Makro-Linse mit 2 Megapixeln. Tolle Idee, denn die Makro-Fotografie ist ein Thema, das aktuell durch mobile Endgeräte kaum beackert wird. Leider ist auch das Mi Note 10 da eher ein Experiment. So ist es extrem schwierig, mit der Makro-Linse ein halbwegs scharfes Bild zu knipsen. Zum Herumspielen ist das schon eine nette Sache, aber die Qualität der Bilder ernüchtert doch eher. Derzeit bleibt wirklich sehenswerte Makro-Fotografie also wohl weiterhin Systemkameras vorbehalten.

Der Porträt-Modus liefert ebenfalls gute Ergebnisse ab, ist aber unzuverlässiger als etwa am Xiaomi Mi 9. So hatte ich deutlich mehr Mühe grünes Licht von der Kamera-App für den Tiefeneffekt zu bekommen. Ihr könnt dabei die Unschärfe des Hintergrundes auch nach dem Fotografieren verstärken oder anpassen. Nicht alles kann das Mi Note 10 korrekt ausschneiden. Trotz mehrerer, ruhiger Versuche, scheiterte das Smartphone stets an den Disteln, wie ihr oben deutlich sehen könnt.

Die Fotos oben sind normale Schnappschüsse, die ich im automatischen Modus geknipst habe. Dabei sei erwähnt, dass wir hier für euch auch alle Bilder aus dem Test plus weitere in höheren Auflösungen zur Ansicht bereitstellen. Man kann mit dem Xiaomi Mi Note 10, wie ihr seht, auch unter den schwierigen Herbst-Bedingungen sehr schöne Fotos knipsen. Mir persönlich ist das Post-Processing aber zu aggressiv. So filtert Xiaomis sehr forsch. Das Ergebnis ist wenig Bildrauschen, aber auch bei wenig Licht schneller ein künstlicher, weichgezeichneter Look.

Das Xiaomi Mi Note 10 bietet auch einen Nachtmodus, den ich aber nur so semi-gelungen finde. Denn man macht die Nacht dabei für meinen Geschmack teilweise zu sehr zum Tag. Oder hättet ihr etwa auf beim Bild mit den Bäumen erahnt, dass es da schon zappenduster gewesen ist? Hier geht aktuell Apple für mich tatsächlich den besten Weg, die versuchen einen Kompromiss aus Belichtung und natürlichem Bildeindruck zu kreieren.

Auch Fotos mit vollen 108 Megapixel kann das Xiaomi Mi Note 10 raushauen. Außer unter absolut idealen Lichtbedingungen empfehle ich jenen Modus aber nicht: Die Bildverarbeitung dauert extrem lange und die Resultate sind detailärmer als bei den Aufnahmen mit 27 Megapixeln und Pixel-Binning. Das liegt daran, dass die einzelnen Bildpunkte jeweils nun quasi weniger Licht erhalten, könnte man vereinfacht sagen. Ist für den Sommer aber vielleicht eine nette Option. Ach ja, und das Mi Note 10 kann Fotos endlich auch als RAW-Dateien speichern!

Da ist die Selfie-Kamera im Vergleich mit der Penta-Hauptkamera fast unspektakulär. Mit 32 Megapixeln macht sie sowohl in Innen-, als auch in Außenarealen gute Aufnahmen und weiß auch mit ihrem Porträtmodus zu gefallen. Da gibt es also nichts zu meckern. Oben seht ihr einige Selfie-Versuche, auch mit unterschiedlichen Filter-Einstellungen (ohne, leicht, maximal). Ihr könnt auch allerlei zusätzliche Verschönerungsmaßnahmen ergreifen, wie sie die chinesischen Hersteller lieben – etwa um speziell den Haaransatz zu optimieren.

Videos? Kann das Xiaomi Mi Note 10 auch, allerdings 4K nur mit maximal 3o fps, was enttäuscht und auf den SoC zurückzuführen ist. Super-Stabilisierung als Kombination aus EIS und OIS funktioniert zudem nur bei 1080p. Auch bei 4K-Videos ist die Stabilisation des Mi Note 10 aber erstklassig. Es gibt auch zusätzliche Modi, um Videos zu verschönern oder als Vlogs aufzunehmen.

Sonstige Anmerkungen

Das Xiaomi Mi Note 10 eignet sich auch zum Telefonieren. Ich zähle dabei zu den Leuten, die nur noch selten Anrufen und wenn dann meistens über ein Bluetooth-Headset. Dennoch kann ich dem Smartphone auch für sich eine gute Klang- und Verbindungsqualität bescheinigen. Freilich kann man das Mi Note 10 auch zum Konsumieren von Videos oder als kleinen Lautsprecher für Musik verwenden. Da reiht sich das Gerät aber eher im Durchschnitt ein.

Während meines Tests stieß ich auch auf einen Bug: So hatte ich hin und wieder bei Fotos ein Problem, wollte ich sie direkt nach dem Knipsen mal aus der Kamera heraus in der Galerie checken. Manchmal dauerte die Verarbeitung sehr lange und ein Foto musste ich sogar tatsächlich löschen, da es in einem Lade-Loop hängenblieb – siehe Screenshot oben. Da sollte Xiaomi nochmal ran.

Schade finde ich auch, dass das Xiaomi Mi Note 10 noch mit Android 9.0 Pie erschienen ist, während andere Modelle wie das Mi 9 bereits ein Update auf Android 10 erhalten haben. Jenes ist auch für das Mi Note 10 bestätigt, ich finde aber das hätte ruhig zur Auslieferung drin sein können.

Ansonsten noch etwas zur Akkulaufzeit: Früher haben wir gerne den Akkutest von PCMark durchgeführt, doch seit Android 9.0 Pie stürzt dieser regelmäßig vor Abschluss ab, sodass wir es aufgegeben haben. Dank der üppigen Kapazität von 5.260 mAh ist es aber reibungslos möglich, mit dem Mi Note 10 über einen oder auch zwei Tage zu kommen. Wie lange das Phone durchhält, bis ihr wieder eine Steckdose aufsuchen müsst, hängt natürlich stark von euren Nutzungsgewohnheiten ab.

Als ich etwa auf Foto-Tour gewesen bin, saugte ich den Akku natürlich schneller leer, als bei meiner regulären Tagesnutzung, in welcher das Mi Note 10 via Bluetooth meine Lautsprecher befeuern durfte, ich unterwegs ein paar Messenger einspannte und abends vorm Einschlafen einige YouTube-Videos konsumierte. Klar, und zwischendurch immer mal wieder Apps wie Wikipedia oder Chrome anschmiss. Wer auch gerne ein Spielchen wagt oder in Google Maps mit GPS navigiert, muss mit kürzeren Laufzeiten rechnen. Allgemein ist das Xiaomi Mi Note 10 aber stark in Sachen Akkulaufzeit und hat da auch einen Vorteil gegenüber beispielsweise dem Mi 9.

Fazit

Das Xiaomi Mi Note 10 platziert sich technisch zwischen den Stühlen: Display und Kamera konkurrieren problemlos mit den hauseigenen Flaggschiffen wie dem Mi 9. Das trifft aber nicht auf die Leistung zu, denn der Qualcomm Snapdragon 730G sorgt dafür, dass das Mi Note 10 auch langsamer ist, als ein Mi 8 aus dem letzten Jahr. In einigen Apps und natürlich in Spielen merkt man das durchaus. Ich glaube auch, dass die aktuell etwas langsame Bildverarbeitung von einem Snapdragon 855 mit Sicherheit profitiert hätte.

Lohnt sich das Xiaomi Mi Note 10 denn für Kamera-Freunde? Immerhin bringt es ja gleich fünf Linsen mit – zwei mit optischer Bildstabilisation, welche dem Mi 9 beispielsweise leider fehlt. Die Möglichkeit mit 108 Megapixeln Fotos zu knipsen ist dabei eher eine Spielerei, denn ohne das Zusammenlegen der Pixel sehen die Bilder meist matschiger aus, als mit den imer noch beeindruckenden 27 Megapixeln, die beim Pixel-Binning rauskommen. Bedenkt dabei, dass ich all meine Fotos bei Herbstwetter aufnehmen musste – also nicht unter idealen Bedingungen.

Ich finde die Kamera des Xiaomi Mi Note 10 klasse, sie ist aber beileibe kein Quantensprung – auch nicht wenn man sich etwa das günstigere und schnellere Xiaomi Mi 9 anschaut, das zudem Wireless Charging mitbringt – was dem Mi Note 10 leider fehlt. Dafür punktet letzteres mit einem deutlich größeren Akku, was sich in den Laufzeiten niederschlägt.

Mein Fazit? Das Xiaomi Mi Note 10 ist für sich genommen ein tolles Smartphone, das ich angesichts des aktuellen Preises aber nur denjenigen empfehlen würde, die unbedingt viel mit der flexiblen Kamera herumspielen möchten – im Optimalfall im Pro-Modus, da das Mi Note 10 auch RAW-Aufnahmen beherrscht. Für das Gros der Anwender lohnt es sich aber eher auf Anfang 2020 zu warten, wenn auf dem MWC wieder neue Modelle vorgestellt werden – oder als Alternative zum günstigeren aber aus meiner Sicht insgesamt runderen Xiaomi Mi 9 zu greifen, das ich im Preis- / Leistungsverhältnis als besseren Deal empfinde.

Reguklär kostet das Xiaomi Mi Note 10 etwa bei den üblichen Kandidaten von GearBest um 500 Euro. Regelmäßig gibt es aber auch Angebote, wie (Stand 25.11.2019) mit dem Code „GBXMNT10“ für 446,88 Euro.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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19 Kommentare

  1. Ist der Traffic für euch so teuer, dass die Artikelbilder wieder nur Pixelmatsch sein können?

  2. Maaaan, habe 30 Sekunden Lebenszeit verschwendet und das „Foto verarbeiten…“-Bild angeschaut. 30 Sekunden, in denen ich mich gefragt habe, warum das passiert: welche Technologie im Browser da verwendet wird und nicht funktioniert, warum das als einziges nicht verarbeitet werden kann, was da verarbeitet wird…

  3. Habe das Gerät seit Freitag und kann vieles in dem Test bestätigen. Bei Amazon und andere deutsche Versandshops um die 500€, da brauche ich nicht mehr zur China Bude greifen,die bei Problemen kurz nach Kauf nur noch mit einem Bruchteil des Kaufpreises abwickelt und keinen wirklichen Kundenservice bietet. Zur 108 Mpix kamera habe ich heute bei guten Licht mit etwas Sonne andere Erfahrungen machen dürfen. Da sieht man schon sehr detailreiche Abbildungen. Der Akku ist der Hammer wenn man bedenkt,daß ich noch keine 2 Mal volladen brauchte. Bin vor 10 Std los und hatte ca.90%, habe dann ca.240 Bilder geschossen, hochgeladen in die Cloud, gesurft usw und habe jetzt im 23:30 Uhr noch 52%. Finde ich angesichts der vielen Fotos sehr guten Wert. Ich werde das Phone aber auch wieder zurücksenden genau aus den genannten Punkten im Test. Ich bin dann von induktiv laden seit dem Nexus 4 und 500€ finde ich sehr sportlich gegenüber dem Verbraucher angesichts des Prozessors . Dabei geht es mir weniger um den Speed welchen ich vermisse, als um die Kompatibilität zu 5G. Den wenn das Phone 3-4 Jahr in Nutzung drin sollte angesichts des Preises könnte es in naher Zukunft zum Ärgernis führen wenn man 5g alternativ nutzen könnte.

  4. Bin ich der einzige der es etwas befremdlich findet, wenn man ein Smartphone bestellt, es ausgibig testet (240 Bilder machen) und es dann wieder zurückschickt? Und dann überwiegend wegen (fehlenden) Eigenschaften, die man schon vor dem Kauf kannte (fehlendes induktives Laden, Prozessor, fehlendes 5G…)?? Strange.

    • Lieber Uwe, für den Versandhandel gilt doch nicht umsonst ein Fernabsatzgesetz, eben weil ich vor Ort nicht testen , nicht anfassen kann etc. – neben den bekannten,fehlenden und angeführten Features, stört mich auch das abgerundete Display und Fingerabdruck im Display, welcher zwar super funktioniert , aber ich auch keine Folie drauf habe. Wie das aussieht mit Schutzglas von Hersteller XY ? Xiaomi weist in der Installation darauf hin nur Original Glas zu verwenden. Zu deiner Beruhigung, ich gebe von bereits bestellten Dingen verschwindend wenig zurück.

      • Lieber Frank,
        das ist mir klar, trotzdem finde es nicht ok, das so auszunutzen. Was meinst du denn, was die mit dem gebrauchten Smartphone noch machen können? Die werden in die Tonne gekloppt, auch wenn du das nicht wahrhaben willst. Das ist mal Ressourcenverschwendung in Reinkultur. Das unnütze deutschlandweite hin- und herschicken mal außer Acht gelassen. Auch das abgerundete Display und der Fingerabdrucksensor im Display waren im Vorfeld bekannt. Sorry, kann ich nicht nachvollziehen und finde ich schwierig. Muss man alles machen, was nicht verboten ist? Aber das ist nur meine Meinung. 🙂

      • @Uwe

        Ich bin völlig deiner Meinung, dieses Gesetz bräuchte dringend eine Überarbeitung. Dem Kunden kann man das nicht vorwerfen, er hält sich nur an die Gesetze. Ich schicke unter 1% zurück, nur wenn es Mangelhaft ist oder absolut garnicht geht. Man kann sich durchaus vorher informieren aber auch nicht immer. Ich persönlich möchte keine zurückgegebene Ware, auch darum weil ich das selber auch nicht mache. Das Fernabsatzgesetz wieder leider sehr gerne in Anspruch genommen, und gerne für Tests benutzt.

  5. Die Bilder brauchen mehr .JPG

  6. Schmidtke Andreas says:

    Abgerundetes Display ist ein Nogo deshalb kommt mir sowas nicht ins Haus!
    Schade ansonsten ein tolles Gerät.

  7. Die Frage der Fragen ist XIAOMI quick apps vorinstalliert ????????
    Wenn ja dann gute Nacht ! Ab in die Mülltonne !

  8. War die Note-Reihe nicht immer nur Mittelklasse/gehobene Mittelklasse und hatte nie einen Top-Prozessor? Man braucht nur zu Samsung schauen, was die an Akkus und Kameras in die A-Reihe stecken, klingt auch besser als die S-Teile, schneiden in sämtlichen Tests aber wesentlich schlechter ab.
    Wäre Xiaomi nicht dumm wenn die das stärkste, beste, neueste in ein Note 10 stecken? Würde Xiomi dann das Mi10 was ja auch in naher Zukunft kommen müsste nicht überflüssig machen?
    Und waren Kamerasensoren von Sony bisher nicht immer die besten und gibt es da nicht gerade etwas neues und sollte man nicht besseres im Mi10 erwarten können, wie auch den SD 865?
    Und ja, es mag nicht ganz so flott sein wie andere. Aber braucht das wirklich jeder? Es gibt mehr als genug Menschen die nie im Leben auf den Dingern aufwendige Spiele spielen werden und die auch nicht merken wenn eine andere Anwendung einige Millisekunden länger brauchen.
    Und zum Preis. Wer warten kann hat halt immer die besseren Karten. Das Mi9 mit 128 GB gab es doch auch schon für 313€ und wenn man dann noch über Ebay und die 10% bestellt hat… Glaube kaum, dass der Preis beim Note 10 lange bei um die 500€ bleiben wird.

  9. Ich habe das Mi9T seit Juli und meine Freundin ihr Mi9Tpro seit 2 Wochen.. Tests haben gezeigt Bilder sind 99,9% gleich. Lediglich die 27W Laden vom SD855 gegenüber dem 18W vom Sd730 fällt auf, dafür aber eben hält der akku nicht solange!! Im Alltagsbetrieb konnte ich keine Geschwindigkeitsunterschiede zwischen Sd 855 und 730 bemerken. bzw. nichts was man so merkt außer man hat wirklich beide Geräte direkt nebeneinander.

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