Xiaomi bereitet deutschen Marktstart für eScooter vor

eScooter erhitzen derzeit die Gemüter in Deutschland. Die einen sehen sie als tolle Alternative oder Ergänzung, andere empfinden sie als dekadentes und überflüssiges Fortbewegungsmittel für Fußfaule. Wie auch immer man zu eScootern steht: Sie werden definitiv in Deutschland erlaubt werden. Im Bundesrat ist die erste Hürde gefallen und im Juni dürfte das Ganze wohl schon soweit sein, dass man mit seinem eScooter losfahren kann. Wenn….ja wenn da nicht die Tatsache wäre, dass das Gerät Voraussetzungen erfüllen muss.

eScooter gibt es bereits zahlreiche in Deutschland und die meisten sind schlichtweg illegal. Liegt daran, dass sie nicht erlaubt sind und auch nach einer gesetzlichen Regelung sind sie dies wohl nicht. Allgemeine Betriebserlaubnis ist das Stichwort. Haben die Kisten eben nicht. Und so werden alle, die einen eScooter bei MediaMarkt, Saturn, Amazon oder im China-Shop kauften, wohl Elektroschrott daheim haben, wenn der Hersteller da nicht irgendwie eine Regelung in Deutschland findet.

Bei Xiaomi muss man mal sehen, was da genau passiert, das Unternehmen hat ja mittlerweile ein riesiges Geflecht aufgebaut und ist so irgendwie in vielen Marken mit drin. So baut man beispielsweise unter dem Label „Xiaomi“ eScooter. Aber: Ihr kennt sicher auch Segway. Segway ist als Firma vielen Menschen ein Begriff, allerdings assoziieren einige damit einfach nur die „Segways“, die man in manchen Städten für eine Tour mieten kann. Segway war lange Jahre eine amerikanische Firma, wurde aber bereits 2015 vom chinesischen Konkurrent Ninebot übernommen. In Ninebot wiederum hängt Xiaomi mit drin. Das dazu vorab.

Xiaomi will laut Informationen, die uns vorliegen, auch offiziell mit der Eigenmarke in Deutschland starten. Der Name der Linie werde demnach „Mi Electric Scooter“ und „Mi Electric Scooter Pro“ lauten. Man arbeite gerade daran, dass man die hierzulande nötige Allgemeine Betriebserlaubnis bekäme, zum jetzigen Zeitpunkt kann man aber noch keine konkreten Aussagen zu dieser machen. Bei den ersten Modellen wird es sich um die bereits bekannten M365 und M365 Pro handeln.

Auf der anderen Seite: Ninebot Deutschland kann zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussagen zu den Segway-Modellen treffen, wobei ich hier aber davon ausgehe, dass man da zukünftig ganz normal die Modelle vertreibt. Bereits im Markt befindliche Modelle legal zu bekommen, wird sicher schwer, da zumindest das Typenschild mit der Typennummer auf dem Gefährt sein muss.

Und wie schaut das bei euch aus? Interesse an einem eScooter?

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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88 Kommentare

  1. Matthew Fox says:

    Werden jetzt wieder irgendwelche witzigen Bestimmungen erfunden, um die Chinesen zu behindern, günstige Innovationen nach Europa zu bringen? Bürokratie wo man hinguckt in unseren Schnarchnasenland

  2. Finde ja grundsätzlich alles gut, was uns vom Auto fahren und Auto besitzen müssen wegbringt. Bin auch gespannt ob die eScooter mehr sind als ein kurzer Hype. Das schlimme allerdings ist wieder das zu Tode diskutieren. Jeder kackt nach unten; Die Brummis regen sich über die Autofahrer auf, die Autofahrer über die Fahrradfahrer, die Fahrradfahrer über die Fussgänger. Schlimme ist einfach dass sie niemand mehr an Regeln im Sinne von Miteinander leben hält. Die Leute schaffen es nicht mal z.b. an ein Fahrradverbot auf dem Marienplatz oder so zu halten.

  3. Roberto da Silva says:

    Kannst du die Quelle verlinken? Das würde mich tierisch freuen wenn die Xiaomi Roller sich unserer schlechten Verordnung anpassen.

  4. Endlich. Ich hatte einen M365, von Reichweite und leistung war ich auf jeden fall überzeugt. Ich werde mir wohl wieder einen holen wenn er die ABE hat. Hoffentlich dauert es nicht so lange

  5. Daniel Müllenmeister says:

    „Xiaomi will laut Informationen, die uns vorliegen, auch offiziell mit der Eigenmarke in Deutschland starten. Der Name der Linie werde demnach „Mi Electric Scooter“ und „Mi Electric Scooter Pro“ lauten. Man arbeite gerade daran, dass man die hierzulande nötige Allgemeine Betriebserlaubnis bekäme, zum jetzigen Zeitpunkt kann man aber noch keine konkreten Aussagen zu dieser machen. Bei den ersten Modellen wird es sich um die bereits bekannten M365 und M365 Pro handeln.“
    Wird das aktuelle Modell eine Zulassung erhalten?

    • GooglePayFan says:

      Nein, wird es nicht.
      Und deswegen wurde auch immer vor dem M365 gewarnt, obwohl die Käufer ja dachten, sie sind schlauer als der Rest…

      • abwarten… Kann im Moment niemand mit Bestimmtheit sagen. Ich selbst hab schon eine Weile einen und halte mich nicht für schlauer, das Gerät war bisher quasi alternativlos.

        Warum unsere Gesetzgebung jetzt auf 20km/h ausgelegt wird, obwohl geschätzt ca 80% der angebotenen Modelle 25km/h fahren ist mir schleierhaft. In anderen EU-Mitgliedsstaaten sind die Scooter versicherungsfrei bis 25km/h. Wo ist denn die EU, wenn man Sie braucht? Wieso können wir nicht einfach die Verordnung eines anderen EU Landes 1 zu 1 übernehmen?

        Im schlimmsten Fall muss einer eine Software mit 20km/h machen (geht 3 Minuten) und eine Einzelabnahme beim TÜV machen, auf der Basis können dann alle zulassen. Finanziert über minicrowdfundig.
        @onkelWu: Crowdfunding ist auch so ein moderner Mist ohne Bargeld, Benzin und Abgase… Nicht interessant für Betonköpfe

        • „Wo ist denn die EU, wenn man Sie braucht? Wieso können wir nicht einfach die Verordnung eines anderen EU Landes 1 zu 1 übernehmen? “
          Das habe ich auch schon oft gedacht. Warum muss in Deutschland das Rad immer wieder neu erfunden werden. Wenn schon EU, dann aber richtig und gleiches Recht für alle, wo es angebracht ist. Und bei einem E-Scouter würde ich das so sehen.

        • M365 Fahrer says:

          Wieder mal viel Meinung – bei ganz wenig Wissen:

          Niederlande
          Wenn das Fahrzeug für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen wurde, unterliegt der Fahrer den Vorschriften für Kleinkrafträder. Einige Elektrokleinstfahrzeuge sind jedoch für den öffentli- chen Straßenverkehr verboten, bspw. das Ninebot One E+ sowie Ninebot von Segway miniPRO.
          Der Fahrer des Elektrokleinstfahrzeugs muss grundsätzlich 16 Jahre oder älter sein, keine Fahrerlaubnis nötig.
          Das Fahrzeug muss versichert sein sowie ein Versicherungskennzeichen und eine Fahrzeug-Identifizierungsnummer führen.

          Norwegen
          Es sind bspw. ein Maximalgewicht von 70 kg inklusive der Batterie, eine Maximallänge von 120 cm, eine Maximalbreite von 85 cm und eine Maximalgeschwindigkeit von 20 km/h vorgeschrieben.

          Schweiz
          E-Tretroller („Elektro-Stehroller“) nach Art. 18 VTS nur als Motorfahrräder mit entsprechendem Kennzeichen zugelassen, maximale Geschwindigkeit 20 km/h

          Vereinigtes Königreich
          Elektrokleinstfahrzeuge sind im Vereinigten Königreich sowohl auf den öffentlichen Straßen als auch auf den Fußgängerwegen verboten.
          Da die Elektrokleinstfahrzeuge im Vereinigten Königreich Kraftfahrzeuge darstellen, dürfen sie nicht auf Fußgängerwegen gefahren werden. Für den Einsatz auf öffentlichen Straßen bedarf es einer Zulassung, für die sie nicht die technischen Anforderungen erfüllen.

          Quelle: „Straßenverkehrsrechtliche Regelungen für Elektrokleinstfahrzeuge,
          Rechtslage in ausgewählten europäischen Ländern“, Deutscher Bundestag 2018

          Zu den 20 km/h schauste am besten in die bestehenden Verordnungen (tl;dr Bei 25 km/ hätten die eScooter Helm- und Führerscheinpflicht):

          Helmpflicht Mofa (wegen 25 km/h): StVO § 21a (2)
          Führerscheinpflicht Mofa: FEV § 5

          Im Grunde waren zwei Varianten möglich:
          1) eScooter in die EU-Fahrzeugklasse „Mofa“ einordnen bis 25 km/h: StVO-Änderung nötig falls ohne Helm, FEV-Änderung nötig falls ohne Führerschein;
          2) per Verordnung eine neue Fahrzeugklasse (eKF) schaffen bis 20 km/h: ohne Helm und ohne Führerscheinpflicht;

          Die eKFV entspricht Variante 2.
          PS: „Ohne Versicherungspflicht“ hätte einer Änderung des Strassenverkehrsgesetzes bedurft, mit EU-Konfliktpotenzial und langwierigem Prozess über Bundestag (nicht Bundesrat wie bei 2)

          Die Preise für eine EBE (Incl. eKFV gemässer Gutachten) googelst Du aber jetzt selber, OK?

  6. Wieso brauche ich für E-roller eine Versicherung Kennzeichen.
    ein pedelec Fahrrad nicht.
    beide sollen nicht auf Gehwegen fahren und nicht mehr wie 20km wo so manches e bike wesentlich schneller ist.

    Das ist eine Diskriminierung der Roller Fahrer. Und bester Beweise das alternative fahren und Verkehrswende nicht gewollt ist

    • Da gibt es noch einen feinen Unterschied und der macht es letztendlich aus. Der eScooter fährt selbst, ist daher als Kraftfahrzeug eingestuft. Das Pedelec fährt nicht selbst, es hat lediglich einen unterstützenden Motor und wird daher ähnlich einem Fahrrad eingestuft bzw. nicht als Kraftfahrzeug. Das muss man nicht gut finden aber wenigstens akzeptieren.

  7. Ich denke wir sollten uns mal mit dem Gesetzesentwurf zufrieden geben. Immerhin gibt es jetzt die Möglichkeit diese E scooter legal zu fahren, das ist schonmal ein Fortschritt. In Zukunft gibt es immernoch die Möglichkeit über eine Petition o.ä. die Regeln nachträglich etwas anzupassen, doch im Moment wird man wohl erstmal vorsichtig sehen wollen wie sich das ganze Entwickelt.

  8. Hat eigentlich irgendjemand eine Idee, wie man mit einem MI Pro eine Einzelabnahme durchführt? Kann man den nicht mit Sitz, Blinker und Spiegel versehen und wie ein Mofa zulassen?

    • Das Ding hat halt keine ABE. Als Mofa kannst das dann auch nicht zulassen, egal was du umbaust. Außer du schaffst für alles Gutachten an. Dann also für Batterie, Bremsen etc. vom MI Pro + für die ganzen Umbauten wie Sitz Blinker und Spiegel. Da gibt es ja auch keine bereits zugelassenen Teile. Wird in jedem Fall viel zu teuer

    • Jop. Es mag zwar theoretisch möglich sein, dass xamoi als größerer hersteller ein nachrüst packet rausbringen könnte, aber das sind Unmengen Einzelteile wie Blinker drosseln Nummernschild Halter etc. Alles muss geprüft werden. Wie viele packs werden die verkaufen können und was soll das dann kosten? Lohnt einfach nicht für die paar Roller die schon in Deutschland unterwegs sind. Neu kaufen mit Zulassung ist billiger

  9. Eigentlich wollte ich was über die Nachrüstung vom Xaomi 365 erfahren, stattdessen quälte ich mich durch jede Menge Off Topic Kommentare in denen Autofahrer mit Radfahren streiten, wer schlimmer fährt und sogar Afd und Klimawandel grundlos thematisiert wurden. Gibt es hier keinen Moderator? Könnt ihr euren uninteressanten Gehirndünnpfiff nicht bei Facebook posten, wie jeder andere Idiot auch? Geht ja garnicht!!

    • GooglePayFan says:

      ES GIBT KEINE NACHTRÄGLICHE TYPENZULASSUNG FÜR ALTE ROLLER!!!!!111

      Kapiert das bitte endlich mal. Nicht umsonst wurde die letzten Jahre immer davor gewarnt die Roller aus China zu importieren, bevor klar ist, wie die Gesetzgebung in Deutschland sein wird.

    • Das wird wohl nichts. Einfach abwarten, ob es ein hoffentlich kaum zu unterscheidendes STVO-konformes Modell geben wird und dann die Unterlagen davon besorgt und versichert. Technisch sollte der STVO-konforme m365 kaum abweichen vom Grauimport. Darf man natürlich nicht, keine Frage. Vom Prinzip aber nichts anderes, als wenn ein ge-chipptes Kfz ohne entsprechende Eintragung rumfährt.

  10. Haufenweise Pauschalbeschuldigungen. Die AutofahrerInnen, die RollerfahrerInnen, die FahrradfahrerInnen. Egal, wie man am öffentlichen Straßenverkehr teilnimmt (auch zu Fuß), es gibt leider immer – und das zeigt sich auch hier wieder als Paradebeispiel – Uneinsichtigkeit und Schuldzuweisung. Dabei ist es doch so einfach. Wenn die TeilnehmerInnen am öffentlichen Straßenverkehr einfach weniger egoistisch und mit mehr Rücksicht unterwegs wären, dann würde das auch verdammt gut klappen mit dem Miteinander.

  11. M365 Fahrer says:

    Schon bestürzend wie der Hausherr hier Einzelgerüchte ohne Quellen raushaut.
    Voraussetzung für die Erlangung einer ABE nach eKFV durch das KBA ist eine Anfangsbewertung* des Herstellers, alternativ die EN ISO 9001. Bisher hat noch keiner die rechts- und firmierungskonforme Niederlassung von Xiaomi in D entdeckt. Gibt’s auch noch nicht. Kosten für den Hersteller für die ABE nach eKFV liegen im mittleren bis hohen 10K EUR Bereich.

    *https://www.kba.de/DE/Typgenehmigung/Typgenehmigungen/Typgenehmigungserteilung/Anfangsbewertung_MAB/anfangsbewertung_MAB_inhalt.html?nn=2296678

  12. lustig, wie sich alle hier über E-Scooter Fahrer aufregen und fürchten, das die Welt, wie sie sie kennen, zusammenbricht… im europäischen Ausland fahren die Dinger überall rum – fahre selbst auf Businesstrips in Paris ständig mit denen. Und wisst ihr was? Da passiert fast nie was! Der Unterschied zu Fahrradfahrern ist sehr gering – habt ihr auch alle Angst vor Fahrradfahrern?

    Jeder, der einen E-Scooter hat, weiß, dass man deutlich fragiler unterwegs ist – und langsamer. Man passt automatisch mehr auf. Waghalsige Aktionen, wie von vielen Radfahrern, habe ich bisher noch nie gesehen – und ich habe viele E-Scooter fahren sehen!

    Ich glaube, die Deutschen sind einfach zu „deutsch“: ängstlich, immer ablehnend, verurteilend (bevor man es überhaupt kennt) und stets jeglicher Innovation abgeneigt… kein Wunder, dass wir technologisch manch einem Dritte-Welt-Land hinterherhinken… Ein so ängstliches Volk, dass so viele „Versicherungen“ braucht, gibt es weltweit nirgends. Das ist echt… traurig.

  13. Robin Dobbermann says:

    Wann kommt das Teil endlich mit ABE raus? Ich krieg die Krise.

  14. Ich habe vorgestern bei Xiaomi angefragt, wann der Roller bei uns raus kommt:

    Dear Ladies and Gentlemen,

    can you please let me know when we can expect to buy the German 20 km/h version „Mi Electric Scooter Pro“ with German license in Germany?

    Thank you and best regards,
    Andreas

    und leider diese Antwort erhalten:

    Hi Andreas,

    Thank you for contacting Xiaomi Customer Support. I am Vishal and understand that you wish to inquire about the Mi Electric Scooter Pro.

    I would like to inform you that as of now we do not have any official update regarding the same. However, would request you to stay connected with our Forum page: http://en.miui.com/ for the details.

    For any further query, feel free to contact us.

    Regards,
    Vishal
    Xiaomi Customer Support

    @caschy:
    Kannst Du uns bitte verraten, woher die Info genau stammt, dass Xiaomi an der Deutschen Version arbeitet?
    Und kannst Du die Quelle bitte um ein Update bitten?

    Vielen Dank und Grüße, Andi

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