Xiaomi bastelt wohl an vier Smartphones mit 108-Megapixel-Kameras

Aktuell scheint der Megapixel-Wahn bei Smartphone-Kameras wieder neu aufzuleben. Während man zeitweise möglichst viele Sensoren an der Rückseite unterzubringen versuchte, das Nokia 9 PureView ist mit seiner Fünffach-Kamera ein gutes Beispiel, schraubt man nun die Megapixel-Anzahl in ungeahnte Höhen. So soll Xiaomi laut aktuellen Berichten an vier neuen Smartphones mit Kamerasensoren mit stolzen 108 Megapixeln basteln.

Xiaomis Tochter Redmi hat ja beispielsweise schon Smartphones mit 64-Megapixel-Kameras veröffentlicht. Nun will man sich nochmals steigern, Gerüchte dazu kamen erstmals Anfang August 2019 auf. Als Sensor der vier geplanten Modelle dürfte wohl der Samsung Isocell Bright HMX herhalten. Xiaomi hat bereits in seiner Galerie-App Unterstützung für Fotos mit 108-Megapixeln integriert, das soll aber nur für vier Geräte mit den Codenamen Tucana, Draco, Umi und Cmi greifen.

Offen ist, ob alle vier Smartphones unter der Marke Xiaomi erscheinen oder vielleicht auch Modelle auf Redmi ausgelagert werden. Dass Xiaomi in der Galerie auf Unterstützung von 108-MP-Bildern setzt, deutet darauf hin, dass man die Fotos nicht nur über Pixel-Binning zu niedriger aufgelösten Bildern skalieren wird, sondern es auch möglich sein wird, sie in voller Auflösung zu speichern. Das klingt glaubhaft, denn so verfährt Xiaomi beispielsweise auch mit seinem Mi 9. Jenes kann mit seiner 48-Megapixel-Kamera ebenfalls Bilder in voller Auflösung knipsen und speichern.

Das Xiaomi Mi Mix 4 soll übrigens wohl keines der genannten Geräte sein, es dürfte sich also um noch völlig unbekannte Smartphones handeln, welche in den Genuss des neuen Sensors kommen. Zu bedenken ist: Megapixel sind nicht alles. Professionelle und semi-professionelle Kameras nutzen Sensoren, die oft „nur“ ca. 24 Megapixel bieten, aber Fotos zaubern, die jedes Smartphone alt aussehen lassen. Das liegt zum einen an der softwarseitigen Verarbeitung und zum anderen an den vielfach größeren Sensoren.

Auch bringt es aktuell in der Praxis z. B. am Xiaomi Mi 9 keinen wirklichen Vorteil Bilder mit vollen 48 Megapixeln zu knipsen – die Ergebnisse sind, besonders bei wenig Licht, häufig schlechter als die, welche mit weniger Megapixeln erstellt werden. Aber warten wir mal ab, was der Samsung Isocell Bright HMX und die entsprechenden Xiaomi-Smartphones so leisten.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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14 Kommentare

  1. Tomasz Kroll says:

    Übertreib doch nicht….nützt dir am Ende auch nichts, wenn das Foto wie strukturloser Einheitsbrei aussieht…

  2. Facepalm, fühle mich wie „Zurück in die Vergangenheit“ Anfang der nuller Jahre als die Kamerahersteller sich mit den Megapixeln bekriegt haben. Was ein gottverdammter Blödsinn. Kontrast, Auflösung (also das was wirklich übrig bleibt), LowLight Fähigkeit ist das was zählt und nicht MEGA Zahlen die nichts aussagen.

    • „LowLight Fähigkeit ist das was zählt“. Du hast vergessen, „für mich“ dazu zu schreiben.
      Ich persönlich brauche das zB nicht unbedingt, dafür habe ich „was richtiges“. Und selbst wenn ich die mal nicht dabei habe und mir -vielleicht- mal ein Schnappschuss entgeht: was solls. Werde es überleben. Ich muss eh nicht jeden Furz und Feuerstein knippsen.

    • Sie sagen doch etwas aus, man kann mit der Anzahl der Pixel bei den Fotos nun auch vernünftige Poster in A2 Format in guter Qualität ausdrucken. Bei einem 12 oder 21MP Sensor wäre es nicht möglich.

      Selbst die 48MP Fotos wären ausreichend für DIN A3 Format. Für Soziale Netzwerke allerdings überflüssig. Fotos mit 8000 – 11280px Breite kann man da eh nichts anfangen.

      • Weil das viele glauben gibt’s auch bald Smartphones mit 108-MP-Kameras. Die Pixel werden sehr klein, das erhöht das Rauschen, das wird rausgerechnet und erzeugt in den Details Pixelbrei, der wird erst recht sichtbar wenn du in Großformat druckst. Der einzige objektive Vorteil ist besserer Zoom, musst halt nur einen Crop machen und die nativen Pixel nutzen, aber mit den gleichen Effekten wie grad schon erwähnt.
        Die Datenmengen erhöhen sich, also braucht die Kamera auch länger bis zum nächsten Foto, erst recht wenn man keinen selbst entworfenen ISP hat und SoCs von der Stange nimmt.
        Eine andere Optik für unterschiedliche Einsatzzwecke ist die bessere Wahl, aber Miniaturobjektive mit vielen Linsen kosten eben.

      • WER bitteschön nimmt Bilder mit einem SMARTPHONE auf um diese dann in A2 zu Drucken? Die Antwort kannst Du dir selber geben. Ich habe mit einer Coolpix 950 1999 (das ist eine Jahreszahl) angefangen 2Mpixel 1600×1200 und die Abzüge in 18×13 waren absolut ok. Keine Pixel zu sehen. Ich habe eine 24MPixel Vollformat DSLR und die finde ich schon oversized. Dafür ist sie in LowLight geküsst.

  3. Solange der Sensor nicht deutlich größer wird, wird die hohe Zahl an MP keine Verbesserung bringen, da sich die dicht gedrängten Pixel negativ beeinflussen.

  4. chilibrenntzweimal says:

    Wieviel MB hat do ein 108 Megapixel Foto?
    Das ist doch Wahnsinn, mir hat damals ein Fotolabor erklärt, wenn ich die Fotos in 10×15 ausgedruckt haben will, dann reichen 2megapixel vollkommen aus.

    • Stimmt, kann ich bestätigen, hatte eine Coolpix 950 1999 gekauft mit 1600×1200 Auflösung und die 10×15 oder sogar noch 13×18 waren völlig ok. Ich hatte so gehofft sie investieren in bessere Low Light Fähigkeit, aber dann ging der Megapixel Wahn durch die Decke in den Nuller Jahren.

  5. 102 MPixel sind für den Normalouser genauso überflüssig wie alles, sagen wir mal, über 12 MPixel zumal diese Minisensoren dann ohnehin diese Auflösung hininterpolieren bzw. dann gegebenenfalls acht oder mehr Aufnahmen übereinander rechnen.

    Die Steigerung von überflüssig ist in diesem Zusammenhang wohl Xiaomi

  6. Sagen wir’s mal so:
    Der Megapixel-Wahn von früher ist ein anderer als heute. Früher waren 16 Megapixel auch 16 Megapixel 1:1 auf dem Bildschirm. Wenn heute sagen wir mal als Beispiel die 100 Megapixel dazu genutzt werden mehr Inforationen in ein am Ende vielleicht 25 Megapixel großes Bild zu verrechnen kann bei guter softwareseitiger Umsetzung ein sehr gutes Bild herauskommen verglichen mit einem 25 Megapixel Sensor. Die Entwicklung muss nunmal weitergehen, sonst würden wir Deutschen heute noch mit Kutschen und Dampfloks unterwegs sein, wobei ich hier und dort echt noch das Gefühlt habe, dass das so ist in manchen Köpfen.

    • Das mit den Köpfrn stimmt, da ust immer noch verankert negative Beschreibungen als typisch deutsch zu bezeichnen. Reichlich diskriminierend, findest Du nicht auch? Es gibt kein typisch x für Gruppe y, egal ob Herkunft, Religion oder Geschlecht.

  7. Setzt man 2 FullHD Monitore nebeneinander, und schaut sich auf dem einen FullHD-Material und auf dem anderen 4K-Material auf einem FullHD-Display an, so wirkt das 4K-Material qualitativ besser/klarer/schärfer… ist abstrakt vergleichbar… aber ja, dann kommen die, die meinen 4K Unterschiede sieht man erst wenn man 30cm vor einem 55″ TV sitzt…

  8. Xiaomi Handy-Fotos rauschen nach wie vor wie „Hulle“ .
    Es kann nur schlechter werden.

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