Xbox Game Pass: Laut Microsoft für Entwickler ein Segen und nicht mit Netflix vergleichbar

Microsoft hat mit seinem Xbox Game Pass eine Spiele-Flatrate am Start, die schon für sich genommen als Kaufargument für die Xbox Series X|S durchgehen kann. Dabei ist das Angebot aber auch ein Anzeichen dafür, dass die Redmonder sich von dem Fokus auf reine Hardware-Plattformen verabschieden. Denn auch das Cloud-Gaming über den Xbox Game Pass Ultimate wird immer bedeutsamer. Laut Microsoft profitieren davon auch die Entwickler.

So hätten die Abonnenten des Xbox Game Pass im Vergleich zu Nicht-Abonnenten ein anderes Verhalten:

  • Sie verbringen 20 % mehr an Zeit damit, Spiele zu spielen.
  • Sie spielen 30 % mehr an separaten Titeln.
  • Sie spielen 40 % mehr an unterschiedlichen Genres.
  • Sie geben 20 % mehr an Geld für Spiele aus.

Microsofts Übernahme von Zenimax Media dürfte noch mehr Abonnenten ködern, da nun klar ist, dass kommende Games von Studios wie Bethesda ab dem Veröffentlichungstag im Game Pass landen werden. Aktuell ist das Preis-Leistungs-Verhältnis kaum zu schlagen, selbst wenn man nur wenige Spiele aus dem Abonnement aktiv zockt. Dabei erklären Entwickler, dass das Abonnement-Modell bisher nicht die negativen Auswirkungen gehabt habe, über die etwa Musiker klagen. So sei der Game Pass oft für Kunden ein erster Einstieg in bestimmte Genres oder Titel eines Entwicklers bzw. Publishers. Sei das Interesse dann geweckt, bestehe auch die Bereitschaft weitere Spiele zu kaufen.

Microsoft beruft sich ebenfalls darauf und teilt mit, dass dies an der Verzahnung mit Xbox Live und dem Microsoft Store liege. Außerdem gäbe es ja nicht nur die Spiele an sich, sondern auch In-Game-Käufe, DLCs und Erweiterungen, welche den Entwicklern weitere Monetarisierungsoptionen ermöglichen. Zusätzlich geht Microsoft davon aus, dass man auf lange Sicht eine deutlich größere Zielgruppe erreichen werde. Viele Menschen würden gerne Spiele zocken, hätten aber keinen Bedarf sich einen PC oder eine Konsole zu kaufen. Die werde man dann mit dem Cloud-Gaming abholen.

Die Entwickler von No More Robots konnten zudem feststellen, dass die Game-Pass-Abonnenten die Mund-zu-Mund-Propaganda steigerten. So habe es ihren Verkaufszahlen sogar geholfen, dass sie Spiele wie „Descenders“ dort angeboten haben. Denn viele Abonnenten hätten dann ihre Freunde zum gemeinsamen Spielen ins Boot geholt. Und wer dann kein Abonnent sei, habe den Titel gerne gekauft. Festzuhalten ist: Das Anbieten über den Xbox Game Pass habe den Verkaufszahlen jedenfalls nicht geschadet.

Außerdem gebe es dann eben noch die Hardcore-Fans, die ein Spiel selbst dann kaufen, wenn sie es über den Game Pass gespielt hätten – um sicher zu sein, dass sie es auch später noch abrufen könnten. Ich werfe aber mal ein, dass sich dieses Verhalten natürlich langfristig ändern könnte. Da sollte man mal abwarten, wie die Spieleindustrie aussieht, wenn Abonnements vielleicht mehr und mehr zum Standard werden könnten.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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11 Kommentare

  1. Hat für mich tatsächlich jede Lust an einer PS5 gekillt (die ja eh nicht zuverlässig zu bekommen ist).

    Ist für mich (und scheinbar auch für MS) auch die Zukunft, wenn man so den Weg verfolgt.

  2. Es ist doch eine recht einfache Rechnung: Der Ultimate Xbox Game Pass kostet 12,99 € im Monat. Das entspricht etwa 156 € im Jahr oder grob geschätzt drei Triple-A-Titel. Gibt man bisher mehr Geld im Jahr für Spiele im Einzelkauf aus, könnte es sich also rechnen. Wobei zu bedenken ist, dass sich das Angebot im Xbox Game Pass vermutlich häufig ändert und man einen Titel, den man vielleicht vor drei Jahren mal gespielt hat und auf den man mal wieder Lust hat eventuell heute nicht mehr spielen kann. Da sind Einzelkäufe sinnvoller.

    Ich meine, so ein Abo kann sich nur auszahlen, wenn man im Jahr sehr viele unterschiedliche Spiele spielt und diese danach nie wieder anfasst, sein Spielverhalten also einem reinen „Play-and-Dispose“-Schema entspricht.

    • Ich denke du rechnest falsch. Es geben aktuell sicherlich die meisten Personen NICHT 156€ im Jahr für Spiele aus (Bezogen auf Einmalkäufe, nicht In-App Käufe etc.).
      Aber das Abonnement ermöglicht einem auch mal Spiele zu spielen welche sonst nicht gekauft worden wären (Ähnlich zu dem Modell bei Netflix: Man schaut den Film weil er bei Netflix ist, hätte ihn aber sonst nicht gekauft).

      • André Westphal says:

        Auf 156 Euro kommst du aber als Gamer fix: Das sind zwei neue Spiele plus ein DLC quasi. Ich denke da geben die meisten eher deutlich mehr aus – zumindest Core-Gamer. Wird aber sicherlich sehr in die Breite gehen.

      • Fritz Mukula says:

        Soweit ich es verstanden habe, landet aber auch nicht jedes Spiel im Gamepass, sprich es bleiben noch einige Titel, die man trotzdem kaufen muss, wenn man sie spielen möchte. Also ist es eher mit Amazon Prime Video zu vergleichen, wo man eben einige Titel im Abo erhält, einige aber käuflich erwerben muss. Ich denke die meisten Triple-A Titel werden nicht im Gamepass landen, zumindest nicht zum Release.

    • Wobei man bedenken muss, dass Spiele, die den GamePass bald verlassen, auch deutlich günstiger sind.

    • Tom Wagner says:

      Letztendlich muss sich das jeder für sich selbst entscheiden. Mich hindert der Games Pass Ultimate nicht daran, ein oder zweimal im Jahr auch noch einen aktuellen AAA-Titel zu kaufen, denn weder habe ich Lust auf die Titel ein Jahr oder noch länger zu warten, noch kann ich bei vielen Studios sicher gehen, dass der Titel überhaupt jemals im Game Pass erscheinen wird.

      Was sich aber stark verändert hat ist meine Nutzung. Anstatt mal hin und wieder ein AAA Spiel zu kaufen und dieses dann zu spielen, probiere ich jetzt auch einfach mal mir unbekannte Spiele aus. Ich muss sagen, dass man da sehr schnell auf unterhaltsame und gutgemachte Spiele trifft, die man sonst wohl übersehen hätte.

      Noch dazu bedeutet eine Konsole ja nicht, dass daran nur eine Person spielt. Bei uns im Haushalt sind es zwei Erwachsene und zwei Kinder. Spätestens bei so vielen Personen, bei der jede aufgrund des Alters oder des Interesses andere Ansprüche hat, ist ein Sammelsurium an Spielen wie im Game Pass Gold wert.

      Und was ist wenn man nach drei Jahren das Spiel wieder spielen will? Ich glaube nicht, dass das wirklich viele machen. Aber selbst wenn man nach Jahren das Spiel wieder spielen möchte und es aus dem Game Pass verschwunden ist, kann man es im Notfall auch kaufen. Nach 3 Jahren sollte man so ziemlich alles für 5€ auf dem Wühltisch finden können.

  3. Ich habe es nach vier Jahren tatsächlich auslaufen lassen, da ich so viele Spiele mal für wenig Geld gekauft habe oder kostenlos mit der Konsole dabei waren, dass es sich echt nicht mehr lohnt. Spiele jetzt Tomb Raider 1-3 und habe noch RDR2 vor mir. Langt bis zum Herbst.

  4. Game Pass ist für mich eine interessante Entwicklung. Spiele kann ich zur Not noch auf DISC für die Konsolen kaufen, in der Regel wird es Digital in der Anfangsphase aber billiger und später durch die Integration ins Streaming verramscht.
    Ich benutze eine PS4 und hatte zuvor eine XBOX One S, diese verstaubte (vom Nutzen her) im Gästezimmer. Vor ein paar Monaten war mein Interesse aber für die neue Xbox im vgl. zur PS5 größer, woraufhin ich mich erst mit dem Game Pass auseinandersetzte.
    Nun ist es die PS5, die inaktiv mit PSPlus und PS Now im Regal steht.
    Der Gamepass ist für mich, was die Spielqualität angeht, zurzeit die deutlich bessere Wahl.
    Ich switche gerne eine Runde bei der Spielauswahl, lege mich nicht auf einzelne Titel fest und benutze auch gerne den PC.
    Ich habe dann XbOx Gold gekauft und in Ultimate umgewandelt. Jetzt habe ich noch knapp drei Jahre diesen Pass und das ist in der Medienwelt eine verdammt lange Zeit.
    Dadurch habe ich ein gutes Setup für die Zeit, ggf. kommt dann auf Grund des Game Pass auch die neue XBOX ins Haus.
    Das mittlerweile XBOX Streaming auf EDGE läuft lässt mich auch meine Stadia (Nutzer der ersten Stunde) Käufe einfrieren. Hier warte ich natürlich auf die offizielle Ankündigung für alle Spieler.
    Doom, Wolfenxxx, etc. alles für Stadia gekauft. Was ich da schon an Geld hätte sparen können.
    In einer gefühlten Ewigkeit, schaue ich dann, ob ich nochmals Gold in Ultimate wandeln kann, ansonsten wird der Pass in den Wintermonaten gebucht und im Sommer gibt es die klassische gekaufte Bibliothek.

    Ich schaue bei der PS wieder vorbei, wenn die 6er kommt. Dann habe ich bis dahin vermutlich nur den Game Pass gehabt und die eigene XBOX Sammlung nicht mehr so erweitert, wie in den letzten Jahren. Ein Wechsel ins andere Lager ist dann für mich einfacher.

  5. Für Gelgenheitsspieler die keine Zusatzinhalte kaufen vielleicht nett, aber insgesamt mit dem stark fluktuierendem Katalog und den eingeschränkten Standardversionen dann doch sehr teuer, wenn man sich intensiv mit Einzeltiteln beschäftigt anstatt nur dem aktuellen Hype nachzujagen.

    Aber das ist ja ein trauriger Trend in den letzten Jahren. Viele gute Spiele werden nur kurz oder zur Hälfte angespielt, weil die Kundschaft nur noch Trends hinterher jagt.

    Wie bei Spotify werden Entwickler ihre Abläufe auf den Katalog anpassen, so dass sie möglichst viel dabei rausschlagen können. Mehr DLCs, kürzere Spielzeiten, stark eingeschränkte Standardversionen, möglichst viele Spiele anstatt größerer Titel,…

    Wie bei Google Play und dem App Store wird es auch schwieriger werden Einzeltitel möglichst präsent zu halten. Die Angaben im Artikel betreffen vor allem größere Titel. Kleine Entwickler bleiben nur kurz sichtbar genug. Ob dadurch schäbige Kopien von bekannten Titeln und Überschwemmung mit Müll wie bei den mobilen Stores ergeben, wird sich zeigen.

    Auch die Gebühr wird man nicht dauerhaft so halten. Sobald die Konkurrenz am Markt geschwächt genug ist und die ganzen Entwickler sich darauf eingeschossen und davon abhängig sind, wird Microsoft an der Preisschraube drehen. Monopolistische Methoden dieser Art gab es nun bei diesem Unternehmen mehr als einmal.

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