Withings Cardio vorgestellt: Wenn die Waage zum Herzspezialisten wird

artikel_withings_cardioWithings ist im Bereich der vernetzten Gadgets seit langer Zeit einer der großen Namen. Der Durchbruch kam mit einer Waage, die dank App- und Cloud-Anbindung die Gewichtsprotokollierung auf ein neues Maß der Einfachheit hob. Body Cardio ist nun die vierte Generation der Withings Waage, sie will dem Nutzer auch anzeigen, wenn etwas mit dem Herzen nicht stimmt. Ermöglicht wird dies über die Messung der Pulswellengeschwindigkeit. Wer sich nun – wie ich, als ich es zum ersten Mal las – fragt, was die Pulswellengeschwindigkeit ist, dazu gibt es eine recht einfache Erklärung.

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Die Pulswellengeschwindigkeit beschreibt die Geschwindigkeit der vom Herzschlag ausgehenden Vibrationen entlang der Arterienwand. Die PWG gilt als bestmögliches Kriterium zur Beurteilung der Herzgesundheit, ein hoher Wert kann beispielsweise Arterienverhärtung und Bluthochdruck bedeuten. Bisher musste man zur Untersuchung der PWG eine klinische Umgebung aufsuchen, nun wird es auch im eigenen Zuhause ermöglicht.

Auf die Waage stellen und schon geht die Messung los. Anhand des Alters und der zeit, die das Blut vom Herz bis zu den Gefäßen in den Füßen benötigt, wird die Pulswellengeschwindigkeit errechnet und in der Health Mate-App angezeigt. Hier wird dann auch gleich mitgeteilt, ob der Wert in einem normalen, optimalen oder in einem gefährdeten Bereich liegt. In der App wird außerdem die Entwicklung der PWG angezeigt.

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Neben der Pulswellengeschwindigkeit zeigt sich die neue Waage auch sonst recht auskunftsfreudig, was den Körper angeht. Gewicht und BMI werden von einer Analyse der kompletten Körperzusammensetzung begleitet, man weiß also auch, welchen Anteil Fett, Wasser, Muskeln und Knochen im Körper haben. Auch hier dient die App wieder als Schnittstelle zur Auswertung.

Withings Cardio ist ab sofort über withings.com und in den Apple Stores erhältlich, ab Juli dann auch bei anderen Händlern. 179,95 Euro werden für Withings Cardio fällig. Wer nur die Körperzusammensetzungsanalyse benötigt, auf die Pulswellengeschwindigkeitsmessung aber verzichten möchte, kann auch zur neuen, 129,95 Euro teuren, Withings Body greifen, die ebenfalls ab heute erhältlich ist.

Withings Cardio ist meiner Meinung nach sehr interessant. Allerdings ist es durchaus problematisch, Gesundheitsdinge in die Hände der Nutzer zu geben. Gerade, wenn es um die Leistung des Herzens geht, würde ich mich doch lieber auf einen Arzt als auf eine Waage verlassen. Auf der anderen Seite ist so eine einfache Kontrollmöglichkeit – gerade für Menschen mit bekannten (!) Problemen in diesem Bereich – auch super nützlich. Wie seht Ihr Gadgets mit Funktionen, die medizinische Untersuchungen übernehmen? Blutdruck, Blutzucker und andere Dinge lassen sich ja auch ohne Probleme ohne Arzt feststellen, zieht Ihr da irgendwo eine Grenze?

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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15 Kommentare

  1. Hallo Sascha,
    die neue Waage von Withings finde ich persönlich sehr interessant. Als Freizeitläufer erfasse ich bereits eine Reihe von Daten wie z. B. Blutdruck und Körperfett. Allerdings sollte man bei wirklich gesundheitsrelevanten Daten wie Blutdruck oder auch der Pulswellengeschwindigkeit etwas vorsichtig sein. Merkt man, dass sich solche Werte plötzlich deutlich verändern, sollte der Nutzer definitiv an seinen Arzt wenden.

  2. Ich sehe eine solche Waage nicht als Alternative zu einer ärztlichen Diagnose. Evtl. aber zur Begleitung (je mehr Daten ein Arzt hat, desto besser – würde ich meinen) oder aber auch als möglichen Indikator überhaupt zum Arzt zu gehen, wenn die Waage das empfiehlt obwohl ich mich eigentlich gesund fühle. ^^

  3. Funktioniert das ganze auch ohne Cloud-Anbindung? Ich fände es wesentlich problematischer, meine Daten in die Hände eines Anbieters als in meine Hände zu legen…

  4. Klappt die genau so gut wie die Withings Body? Bei mir wird nur jeden dritten-vierten Tag der Puls gemessen, an anderen Tagen klappts einfach nicht.

  5. Sieht nach einem super Produkt an.
    Die erste Withings Waage im Jahr 2012 ist bei mir eines der Gadgets die seit Jahren den größten Mehtwert schaffen.

    Werde trotzdem nicht zur neuen greifen denn was hier ja schon beschrieben wurde: Die neuen Features sollen auch zuverlässig implementiert sein.

    Da es sich hier wieder nur um ein Lifestyle-Gadget und nicht um ein medizinisches Gerät handelt, sind die Daten ohnehin nur begrenzt aussagekräftig.

  6. Ich finde eine Waage aus dem Supermarkt für ~5 € deutlich fortschrittlicher und geiler!

  7. Eigentlich ganz einfach: wenn man gesundheitliche Probleme hat, dann könnten solche Gadgets gut und hiflreich sein, wenn:

    Meine Daten bei mir bleiben und

    Die Dinger auch vernünftig messen, und da hapert es ja momentan noch. Insofern finde ich solche Ankündigungen gewagt.

  8. Die Frage ist doch eher wie verlässlich die Messung der Pulswellengeschwindigkeit ist…

  9. Die Waage ist toll, aber für eine genaue Fettanalyse müsste der Strom auch durch die Hände laufen, jedoch ist hier kein Handstück dabei wie etwa bei der Tanita BC-601. Dafür hat diese Waage die perfekte Verbindung mit und optische Aufbereitung auf dem Handy. Das hat nämlich wiederum die Tanita nicht. Die perfekte Mischung gibt es für mich momentan einfach noch nicht. leider.

  10. Ich finde auch, dass es irgendwie einen seltsamen Beigeschmack hat, wenn man solche „ernsteren“ Dinge selbst überprüft bzw von einem Gerät überprüfen lässt, das vielleicht nicht mal wirklich vertrauenswürdig ist. Andererseits kann es für Menschen, die vielleicht gar nicht mit solchen Herzproblemen rechnen und auch keine akuten Beschwerden haben, eine Art Vorsorgemaßnahme sein. So ist diese Waage gerade für ältere Menschen oder „Risikopatienten“ (z.B. mit hohem Übergewicht) als tägliche Überprüfung ihrer Gesundheit gar nicht mal so schlecht. Wenn man selbst keine Probleme bemerkt, geht man schließlich auch nicht zum Arzt. Durch die Waage könnte man (falls es denn so funktioniert) schon viel früher gewarnt werden. Eigentlich eine gute Erfindung!

  11. Bin da ganz bei Sven: Analyse von Fett, Muskel etc. ist nett – bringt nur leider wenig, wenn der Strom allein durch die Beine fließt. Und das weiß wohl auch jeder, der ernsthaftes Interesse an einer solchen Messung hat.

  12. Ich verwende schon die alte Waage, die Withings Pulse-Uhr, und das Blutdruck-Messgerät . Das alles könnte zuverlässiger und genauer sein – aber es gibt einem schon einen guten Annäherungswert an die echten Daten. Und für die ernsthafte Untersuchung geht man natürlich eher zum Arzt.
    Insgesamt bin ich mit den Produkten von Withings zufrieden und empfinde sie als Mehrwert.
    Trotzdem bleibt das ungute Gefühl nicht ganz aus, dass meine gesundheitlichen Daten in fremden Händen sind.

  13. Sehr interessant diese Waage!

    Gibt es hier jemanden der Erfahrung mit schwarzen und weißen Waagen machen könnte?
    Ich habe noch die erste Waage und die ist schwarz. Darauf sieht man jedes Staubkorn und jeden Wassserspritzer vom nahegelegenen Waschbecken. Ist die weiße da vielleicht etwas unempfindlicher?

    • @Larry: Habe auch die schwarze, kann da aber mit leben. Die weiße habe ich nicht, kann dir das nicht sagen. Die neue in schwarz steht hier, die sieht ähnlich empfindlich aus.

  14. Was soll ich mit Puls und Pulswellengeschwindigkeit, Wann kommt endlich ein Gadget das man durchgehend tragen kann und das zuverlässig den Blutdruck misst.

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