Windows 10 und Classic Shell: Erfahrungsbericht eines Puristen

windows 10Meine Windows-Geschichte: Ein kaum heldenhaftes Abenteuer hat mich von ersten Krämpfen mit Windows 95, über eine Affäre mit 98, längeren Liaisons mit Windows Me, 2000 und XP schließlich zu meinem bisherigen Favoriten, Windows 7, geführt. Doch dank eines neuen Ultrabooks setze ich mich gerade mit Windows 10 auseinander. Und bevor ich irgendein anderes Programm installiert habe, wanderte Classic Shell auf meine Festplatte. Was folgt, ist die verbohrte ehrliche Story eines Puristen.

Was Windows betrifft, bin ich oldschool aus vollem Herzen: Mein erstes Windows war 95. Noch heute erinnere ich mich an mein erstes, traumatisches Erlebnis mit dem OS: Mein Vater löschte in meiner Abwesenheit glatt einfach mein „Magic: The Gathering“ Desktop-Theme. Nun gut, ich hatte es auf seinem PC installiert, denn ich sollte erst Jahre später mit meinem ersten Rechenknecht aufwarten können. Im Nachhinein bin ich ihm jedoch dankbar: Schnell war ich auf die schnörkellose, klassische Windows-Oberfläche eingeschossen.

Ausgerechnet das verbuggte Windows ME war dann mein erstes „eigenes“ Windows. Beschwert habe ich mich anno dazumal nicht, denn ich hatte die Kiste samt OS geschenkt bekommen. Als Erinnerung hat sich bei mir bis heute die verzweifelte Suche nach der Absturzursache von „Baldur’s Gate II“ im Gedächtnis eingebrannt. Tja, da war mein Intel Pentium II mit 266 MHz wohl überfordert.

Auf meinem ersten, selbst gekauften PC brachte ich damals Windows 2000 zum Laufen und begeisterte mich schnell für das ungewohnt stabile Betriebssystem. Ja, ja nach Windows ME ist man eben leicht zu begeistern. Zu XP bin ich reichlich spät gekommen – ich glaube 2004 habe ich mir das anfangs verspielt erscheinende OS auf die Festplatte geschaufelt. Mensch, was soll der ganze knallig-blaue Kram? Klassische, graue Windows-Oberfläche eingestellt und fertig war die Kiste.

Von meinem damaligen Arbeitgeber erhielt ich 2012 eine Lizenz für Windows 7. Brandneuen Rechner selbst zusammengeschraubt – also musste der Dung das Ding mal ran da. Vista hatte ich vorher gemieden wie der Teufel das Weihwasser. Das war wohl nicht die ungewöhnlichste Vorgehensweise. Gut – klassisches Design aktiviert und fertig war die Laube. Noch heute nutze ich Windows 7 hier auf meinem Desktop-PC. Windows 8 hat mich mit seiner Kachel-Oberfläche zum mitleidigen Abwinken veranlasst – daran konnte auch Microsofts halbherziges Zurückrudern mit Windows 8.1 bei einem Puristen wie mir nix ändern.

Windows-10-10159-Desktop

Und ja, ich stehe dazu: Ich bin Purist. Diese Meinung muss keiner teilen, aber an meinem PC mit Windows will ich eine schlichte Oberfläche – keinen Spielkram. Ich brauche am PC keine Apps. Auf ein Startmenü mit zwanzigtausend Animationen und viel zu großer Schriftart sowie dazu riesigen bunten Bildchen verzichte ich. OneNote möchte ich nicht benutzen. Den Windows Store mag ich auch nicht. Der Vorteil eines PCs ist für mich, dass ich mir überall Programme herunterladen und kaufen kann und eben nicht auf eine zentrale App-Plattform angewiesen bin. Doch dann kam Windows 10…

Nein, ich bin kein Freund des kostenlosen Updates, das mir meine Windows-7-Lizenz entwertet. Zum Glück kann Microsoft mir das quengelnde Windows 10 Tray-Icon nicht mehr unterjubeln, da ich mich vom Update „KB3035583“ fernhalte. Allerdings besitze ich seit Kurzem ein Ultrabook von Lenovo, das ich direkt mit Windows 10 erhalten habe. Tolles Gerät, das mich als Retro-User, der zuvor jahrelang genervt mit einem MSI VR630 mit einem AMD Sempron herumgeschippert ist, voll ins nächste Jahrzehnt gerissen hat. Doch was muss ich da sehen? Ein Startmenü, das laut Microsoft besser sei als das von Windows 8 / 8.1 und bei vielen Usern für Freude gesorgt hat.

Nicht bei mir – blankes Entsetzen und ein offener Mund waren die Folge: Wat is dat denn für ein Murks? Bunte Bildchen, die mir irgendwelche Apps unterjubeln wollen, die ich aus dem Windows Store ransaugen soll. Ne, danke, auf dem Smartphone darf das so aussehen, aber bitte nicht am PC. Live-Tiles nennt man das heute? Ich nenne das Klimbim. Und was muss ich da sehen? Viel zu wenige und mir chaotisch vorkommende Menüpunkte…Ne, was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Ultrabook aus, in die Ecke und wieder her mit meinem alten MSI…

Ne, oder? Das kanns ja irgendwie auch nicht sein. Seufzend habe ich also mit Windows 10 herumgespielt, mich an die positiven Berichte aus der Community erinnert. Und ja, das Ding läuft ja, wie es soll. Aber dieses Startmenü, dieses Startmenü…Mit der neumodisch aussehenden Taskleiste kann ich ja gerade noch so leben. Aber das Startmenü – ich mag es nicht mehr anklicken.

classic shell site

Was folgte war die Installation der Freeware Classic Shell. Schon die Website sieht aus wie aus den 1990er-Jahren – läuft! Das stimmt mich ein, da möchte ich gleich ein bißchen Grunge einwerfen und mir die Haare wieder schulterlang verfilzen lassen. Seit 2009 tüfteln Entwickler Ivaylo Beltchev und sein Team an Classic Shell und haben auch ältere Windows-Versionen auf retro umgemodelt. Und was dann passiert, ist wunderbar: Kleines Programm installiert und schon ist das ganze Blingbling und Funkel-Funkel weg aus dem Startmenü. Keine bombastischen App-Empfehlungen aus dem Windows Store mehr, stattdessen eine lange Liste von Menüs und Programmen. Dann sind da einzelne, sofort verfügbare Zugriffe auf Unterbereiche der System- und Programmverwaltung. So will ich das haben. Schön sieht das vielleicht nach modernen Maßstäben nicht aus. Aber das soll es auch nicht – pragmatisch und funktional muss das sein. Und wo sind die Live-Tiles? Weg, ins Nirvana geschickt, wo sie hingehören.

classic explorer

Aber Classic Shell kann noch mehr und hat für mich flugs noch die Ordneransichten angepasst. Hier kann man sich nach Herzenslust austoben und im Grunde jede Kleinigkeit so einrichten, wie man möchte. Damit bietet Classic Shell also nicht nur beim Startmenü, sondern auch für die Ansicht im Explorer mehr Möglichkeiten, als die meisten Anwender je nutzen dürften – finde ich klasse. Natürlich gibt es auch Alternativen, wie das just bei uns behandelte Better StartMenu. Ich persönlich kann aber nun dank Classic Shell meinen Frieden mit Windows 10 machen. Denn mein neues Startmenü sieht nun so aus:

startmenü classic shell

Was mich am Windows-10-Startmenü besonders gestört hat: Viel zu wenig Inhalt und stattdessen viel zu viele Bildchen und weit verzweigte Untermenüs, die wieder mit riesigen Schaltflächen protzen statt mit übersichtlichen Listen. Ja, ja ich weiß es schon: Man kann das Startmenü in Windows 10 auch von Haus aus anpassen. Allerdings ist das aus meiner Sicht dennoch wesentlich zeitraubender und fummeliger als einfach Classic Shell raufzubügeln. Für mich ist eher die Frage, warum Microsoft es mir hier so schwer macht. Aus meiner Sicht hatte man mit dem Startmenü von Windows 7 alles richtig gemacht. Einfach „neu“ heißt nicht gleich automatisch besser.

classic start

In Classic Shell kann man derart filigran alle Einstellungen anpassen, von den Tönen über jeden einzelnen Reiter, die Skins, Schriften, etc…. Also da findet wirklich jeder seinen eigenen, optimalen Weg, um Microsofts Voreinstellungen zu entkommen. Klar, das neue Startmenü ist kunterbunter, verspielter, visueller…Für die junge Generation, welche derartige Menüs nunmal von mobilen Endgeräten kennt, mag das sogar ansprechend sein. Das will ich trotz meiner ironischen Kommentare keinesfalls herabwerten. Ich selbst finde die Gestaltung aber schlichtweg ineffizient und einfach anstrengend. Vielleicht bin ich zu alt und zu retro / oldschool. Wobei ich an mobilen Endgeräten gerne ein bißchen Funkel-Funkel habe und das durchaus in Ordnung finde – aber mein Desktop-PC oder Notebook, mit dem ich auch arbeiten möchte, ist für mich eine andere Angelegenheit.

Hinzuzufügen ist: Sogar die Systemsteuerung und sogar der Internet Explorer lassen sich durch Classic Shell anpassen – ich selbst nutze den Internet Explorer nicht, sondern bin mal mit Chrome, mal mit Firefox unterwegs. Aber man bekommt hier wirklich ein gelungenes Rundum-Paket, das einem Windows 10 wesentlich schmackhafter machen kann.

Fazit: Oliver hat jüngst erst das Better StartMenu vorgestellt, Caschy selbst die Anpassung des offiziellen Menüs erklärt und ich habe nun ein klein wenig Einblick in meine Freude über ClassicShell gegeben. Wer also eine ähnliche Windows-Nutzungsgeschichte wie ich hinter sich hat und Windows 10 erstmal direkt für sich aussortieren musste: Es gibt Möglichkeiten mit dem OS durchaus glücklich zu werden.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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77 Kommentare

  1. Auf meinem Ultrabook war Classic Shell auch das erste Programm, daß ich auf Windows 8 installiert habe. Alles andere war für mich eine Krankheit. Den Programmierern gehört noch nachträglich der Windowsnobelpreis überreicht.

    Mit Windows 10 habe ich mich aktuell mit dem neuen Startmenü angefreundet und als erstes alle Kacheln aus dem Startmenü entfernt. Diese Gimmick-Programme, die hier angeboten werden würde sich keiner installieren, wenn Sie irgendwo angeboten würden. Also weg damit und wie Du schreibst, auf einem Smartphone mag das anders sein. Mal sehen, ob ich auch wieder Classic Shell installieren werde.

  2. @Esh: „Und keine Angst, in 3 Jahren werden wir alle Kacheln verwenden. Alle? Nein nicht alle. Ein kleines Dorf in Gallien verweigert sich weiterhin der Zivilisation.“ Hab herzlich gelacht 😀 *Thumbs Up*

  3. André Westphal says:

    @ st

    Ich hab per se auch nichts gegen Neuerungen und in meinem Bericht natürlich teils auch ironisch bewusst etwas überzogen. Aber Neuerungen sollen aus meiner Sicht verbessern…Und es ist für mich keine Verbesserung, wenn ich eine auf den mobilen Einsatz gemünzte Oberfläche am Desktop habe. Das war in Windows 8 / 8.1 noch eine ganze Ecke schlimmer – macht Windows 10 aber für sich genommen nicht besser.

    Dass Microsoft aus wirtschaftlichen Gründen einen zentralen App Store haben will, verstehe ich z. B. auch. Aber da bin ich wohl retro und gehe lieber direkt auf eine Entwickler-Website. Wobei ich den App Store mittlerweile auch genutzt habe, um mir z. B. die Wunderlist-App zu ziehen… Man wird schon sehr dorthin gedrängt.

    Die Tiles finde ich an sich auch ok – an nem Touchscreen halt. Aber wenn ich da an meinem 24-Zoller solche riesigen Flächen habe, nervt das eher und beschränkt meine Möglichkeiten, weil ich wenig Inhalt auf viel Fläche habe :-).

  4. @Konstantin @roo – Ich verwende auch seit es möglich ist die Programm-Suche im Startmenü. Damit diese möglichst rasch Resultate liefert habe ich die Indizierungsoptionen so geändert, dass nur das Startmenü durchsucht wird (Dateien suche ich mit Everything). Aber unter Win 10 war die Suche dann trotzdem langsam und die Resultate teilweise unvollständig, so dass ich dann eben doch wieder Classic Start installiert habe… Das funktioniert nämlich (wie schon unter Win 8) problemlos.

  5. Microsoft hat es einfach nicht kapiert.

    Sie kommen mit Windows Phone nicht vom Fleck und werden es in naher Zukunft notgedrungen wohl komnplett einstellen (dafür versuchen sie sich über CyanogenOS auf Android einzunisten, was genauso scheitern wird).

    Jemand mit Hirn würde nun sein Scheiern erkennen und sich stattdessen auf seine Stärken besinnen. Ein Arbeits-OS, das auch bei Spielen dominant ist (solange, bis sie auch das total vergacken und SteamOS ihnen den Rang abläuft), wenig Klimbim hat, durch seine Offenheit leichtes Installieren von verschiedensten Quellen ermöglicht.

    Aber was macht MS? Sie wollen ihr OS krampfhaft auf Mobile ummodeln, mit all dem Zeugs, das User zwar auf ihrem Phone/Tablet tolerieren, sie aber auf ihrem Arbeits-OS zur Weißglut bringt.

    Also, entweder kommen sie in Bälde zur Besinnung oder sie gehen in nicht allzulanger Zukunft komplett über den Jordan.

  6. Mir gefällz der Rechtsklick auf den Start-Button zum Schnellzugriff wichtiger Einstellungen und Tools besser.

    Hauptsache kein Vollbild-Startmenü das war das schlimme.

  7. Also ich Nutze Classic Shell schon seit Win 7. Ja ich gebe zu ich fand schon das Starmenü von Win 7 nicht dolle. Viele vergessen das Classic Shell ursprünglich dafür da war, das sehr viele Leute das alte XP Menü haben wollten.

    Das nun viele das Win 8 Menü noch grausamer fanden. Tja. 🙂

    Auch das Classic Systemsteuerung finde ich zb deutlich besser.

    Leider sieht Win 10 auch mit Classic Shell nicht besonders aus. 16 Farb Optik. Flaches Design wie Win 3.11. Bei dem Spruch Modern UI muss ich immer lachen. Rückschritt als Modern verkaufen. Klasse Neusprech.

    Nehmen wir mal die Farben. Warum gibt es nur 16 Primär Farben?
    Solche Einschränkungen gabs zuletzt beim Atari ST.

    Leider fehlt auch Aero Glas. Es gibt zwar Tools die das einbauen sollen. Die Funktionieren aber leider nicht oder zerschießen das System.

    Dazu kann man lange nicht alles anpassen. Ändert mal ohne Extra Programme die Kachel Icons.

    Ich finde WIn 10 hässlich. Und WIn 8 Pott Hässlich.

    Ich hege aber die Hoffnung bis bei Win 7 der Support auslauft. Die Internet Freaks Win 10 noch anpassen werden. Die Zahnlosen Glas Tools und so. Zeigen der bedarf ist nicht gerade klein, Offenbar sind viele mit der neuen Optik sehr unzufrieden.

    Die Tools schieße wie Pilze aus dem Boden. Genauso die Anti Spionage Tools.

  8. Ich bin ja auch von Windows 7 auf Windows 10 gewechselt und ich habe mit dem neuen Startmenü kein Problem. Ich hab mir rechts ne Art „App Center“ gebastelt mit den 12 wichtigsten Apps und ansonsten nutze ich es wie bisher auch.

    Ist halt Geschmackssache. Ich bin solchen Neuerungen deutlich offener gegenüber und ich habe bei mir den klaren Eindruck, dass ich mit Windows 10 produktiver bin als mit Windows 7. Aber ich kann da wie gesagt auch nur von mir reden. Windows 10 ist kein schlechtes Betriebssystem, kam allerdings wohl 2-3 Monate zu früh, wenn ich sehe, was jetzt mit Threshold 2 im November so kommen soll. Da wird das vor allem in puncto Design nochmal wesentlich runder.

  9. @roo und andere
    ich drücke auch WIN, gebe 3 buchstaben ein und ENTER. Ansonsten sind die wichtigsten 12 Programme -die ich täglich nutze- in der Taskleiste unten drin.

    Ich nutze den PC zum arbeiten, informieren und nicht zum spielen.

    Wie das Startmenu aussieht ist mir völlig wurscht, nur sollte es da sein. Selten muss ich doch mal durchklicken. Wie man sich darüber aufregen kann ist mir schleiferhaft, zumal es ja änderbar ist.

    Das gilt auch für den Desktop, den nutze ich auch nicht wirklich. Da ist ein schönes Bild drin, falls ich den mal sehe ist das dann nett.

    Bei W10 Desktop würde ich wohl die neusten Nachrichten, Messages, Wetter anzeigen lassen und die nächsten Termine. Aber wichtig ist mir das nicht.

    Und den MS App Store finde ich geil. Wenn MS da die Apps auch prüft ist das installieren von Apps eine ganze Ecke sicherer als direkt bei irgendwelchen mir unbekannten Herstellern. Ausserdem hat man dann auch gleich Bewertungen und kann es besser einschätzen ob die App was taugt, ohne die gleich installieren zu müssen.

  10. @Andre:
    Weiß nicht ob du es kennst, hier mal die Science hinter dem Startscreen: http://blogs.msdn.com/b/b8/archive/2011/10/04/designing-the-start-screen.aspx
    Das erweitert deine Möglichkeiten auf einer 24 Zoll Fläche rasant.
    Ich wäre mal interessiert zum Thema Windows 10 Start Menü/Screen so einen Beitrag zu lesen. Vielleicht verstehe ich dann besser, wieso man alles wieder eliminiert hat.

    @Mr. G.:
    Mobile ist die Zukunft und moderne Bedienkonzepte werden kommen. Sie werden sich natürlich zu erst bei Apple durchsetzen, weil die Fanboys eh alles schlucken, was ihnen Apple reindrückt, im Gegensatz zu Windows-Nutzern, die sich alles genau anschauen und dann nur etwas nehmen, was auch an Windows 95 erinnert. Ansonsten #Aufschrei und #jedes2.Windowsscheiße und #bringbackstartmenu. Trotzdem verschläft Microsoft überhaupt nichts, höchstens seine Nutzer. Windows 10 ist der beste Ausdruck dafür.

  11. André Westphal says:

    @ Esh

    Zwischen den Zeilen bzw. sogar sehr explizit hab ich ja auch zugegeben im Artikel, das vieles auch Gewöhnung ist. Ich denke das ist aber auch Microsofts Problem: In Windows 8 haben sie den Usern beispielsweise die Kacheloberfläche vor den Latz geknallt und am Anfang gabs auch keine Option dem komplett auszuweichen. Und dann wundert sich das Unternehmen, dass die Nutzer sich über eine derart radikale Änderung aufregen.

    Deswegen hab ich halt auch meine lange Nutzungsgeschichte ein wenig aufgeschlüsselt: Wenn man seit 95 dabei ist und dann sowas wie Windows 8 alles umkrempelt, wundert man sich sehr. Microsoft macht den Fehler oft Sachen in Windows einzuführen, die sich auf dem Papier gut anhören, aber drängt das den Usern auf, ob sie es wollen oder nicht. Das zieht sich nicht nur durch Windows – ich erinnere mal an die ersten Ankündigungen zur Xbox One. Da war die Entrüstung aber so groß, dass man dann ja durch Xbox 180° komplett zurückgerudert ist. Dabei waren auch ein paar Punkte vorher sogar durchdacht – wie das Sharing. Das ist bei Microsoft oft das Problem: Sinnvolle Veränderungen werden mit anderen, fragwürdigen Entscheidungen verknüpft und dann kommt die große Welle der Entgeisterung bei den Nutzern und man macht am Ende doch wieder alles rückgängig – sie das Starmenü. Da hat Microsoft auch erst ellenlang verteidigt, dass es verschwunden ist…Und nun ist es doch wieder da.

    Nicht falsch verstehen: Ich bin kein Microsoft-Hater und nutze Windows gerne. Sonst wäre ich kaum solange dabei geblieben. Aber manche Entscheidungen wiederholen sich bei den Redmondern wirklich alle Nase lang :-).

  12. Classic Shell ist bei mir ebenfalls die erste Software, die auf den Rechner kommt, vor allem aber auch wegen dem enthaltenen Classic Explorer. Bestes seit geschnittenem Brot.

    Die Hauptarbeit beim Starten von Programmen erledigt bei mir aber Launchy. Das geht deutlich komfortabler als das Geklicke. Einfach ALT-Leertaste gedrückt und den/die Anfangsbuchstaben des gewünschten Programms getippt. Return und das war’s. Es lernt mit, welche Programme mit welchen Buchstaben aufgerufen werden. Somit verwende ich das Startmenü nur noch, wenn ich etwas Überblick brauche.

  13. Ich mag nach wie vor das Startmenü von Windows XP, wobei Windows 7 auch noch ganz okay ist.
    In der Systemsteuerung ist für mich Windows XP meilenweit vorne. Immer wenn ich unter Windows 7 etwas deinstallieren will, dann muss ich nach „Programme und Funktionen“ suchen statt nach „Software“ und dann ist das Windows 7 Icon dafür auch noch so blass, dass ich es nie sofort intuitiv finde.
    Von diesem Durcheinander der Systemsteuerung bei Windows 8 + 10 will ich gar nicht erst anfangen!

  14. Ich benutze auch kein Startmenü, nur Schnellstartleiste, Rechtsklick auf den Startknopf und Programme starten über Suche. Desktop ist leer, weiß gar nicht was ich damit soll. Von daher wäre mir am liebsten, man könnte die Kacheln direkt auf den Desktop pinnen, so ähnlich wie bei Win 8 ;-). Da hatte man wenigstens gleich das Wetter, Kalender usw. im Überblick. Kleine Episode noch zum Thema „haben wir schon immer so gemacht“. Meine Tochter hatte als erstes BS in ihrem Leben Win 8.1. Nach dem Upgrade auf Win 10 war sie komplett entsetzt. WO SIND MEINE KACHELN!!!

  15. Könnt ihr mir mal folgendes erklären?

    Man findet das Neue schlecht. Dann ist das eine Meinung.
    Man finde das Neue gut. Dann ist das eine Meinung.

    Wie kommt es eigentlich das nun die, wo es gut finden- Immer wieder sagen. Das die wo es nicht gut finden. Aufhören sollen rumzuheulen?

    Wieso ist seine Meinung sagen rumheulen?
    Wenn nun 500 Leute eine andere Ansicht haben ist das rumheulen?

    Genauso das mit dem altmodisch oder andere Formulierungen.

    Was soll das?
    Lebt ihr nach dem Motto „Alles Votzen deren Meinung ich nicht Teil“ ?

    Es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr sich Diskussionsteilnehmer dazu berufen fühlen, die Meinung anderer durch persönliche Angriffe, Beleidigungen oder hochnäsiges Abkanzeln des Schreibers zu bekämpfen. Es gebietet der respektvolle Umgang miteinander, dass auch eine andere als die eigene Meinung geäußert werden darf, ohne angegriffen zu werden.

    Ich sage das mal so und greife auch mal welche an. Die sich den Schuh anziehen. Es ist schon erstaunlich, wie unreif viele einfach sind.

    Man nimmt eine Meinung zur Kenntnis und fertig. Und wenn das 500 Meinungen sind. Nimmt man diese eben zur Kenntnis.

    Oder glaubt jemand das rum gedisse bringt was? Glaubt hier wirklich jemand das Leute die es anders sehen aufgrund der anmachen ihre Meinung ändern. Ja das jemanden die anderen Ansichten der Sachen nicht Scheiß egal ist?

  16. Ich versuche mich seit einiger Zeit auch mit Windows 10 anzufreunden uns zwar inklusive dem Standard startmenü. Es ist wirklich deutlich besser als Windows 8, was mich noch etwas stört ist diese Sortierung und dicken Anfangsbuchstaben mitten drin. Hilft mir persönlich nicht wirklich bei der übersicht wenn ich das Programm mal nicht mit der Suche finde. (zb. Letztens weil das Programm die Verknüpfung nicht in den richtigen Ordner gepackt hat.), Was mich aber fuchsteufelswild macht wenn ich etwas per durchscrollen suchen muss ist der scrollbalken im startmenü. Er scrollt einfach nicht synchron zur mausbewegung. Daher muss man mehrmals wieder loslassen und kann nicht das Menü mal kurz mit einem scroll durchscannen. Das muss doch ein Bug sein und jemandem auffallen!

  17. Ich habe auch erst versucht, bei Windows 10 das vorhandene Startmenü zu ertragen, es sollte ja angeblich besser sein als der Kachelmist von 8/8.1, aber nein, von Ergonomie versteht MS leider nichts mehr.
    Ohne Classic Shell sind die Windosen ab 8 nicht mehr produktiv zu gebrauchen und nein, ich will auch keine drei-Buchstaben-Kürzel plus Widowstaste für irgendwelche Tools auswendig lernen, die ich nur ab und zu mal gebrauche, zumal ich eh nur noch selten ins Windows booten muss.
    Also wenn es schon Windows 10 sein muss, dann nur mit CS!

  18. @John: Dein Beitrag betrifft mich zwar nicht, da ich durchaus im Stande bin, meine Meinung gesittet rüber zu bringen und anderer Leute Meinung zu tolerieren.
    Ich glaube aber, dass es nicht der richtige Weg ist, hart klingende Meinungen mit solchen Beiträgen bekämpfen zu wollen.
    Außerdem finde ich es den falschen Weg, Diskussionen „mundtot“ zu machen („Man nimmt eine Meinung zur Kenntnis und fertig.“)
    Wenn es so gewollt wäre, dass jeder die Meinung der Autoren dieses Blogs zur Kenntnis nimmt und fertig, gäb’s kein Kommentarfeld. (Und die Beiträge wären komplett objektiv formuliert, Beispiel: „Classic Shell gibt es auch für Windows 10, hier ist der Link, hier noch ein Screenshot, guckts euch an.“)
    Das ist ja gerade das schöne – es gibt vielleicht ein paar verquere Gestalten (hierin schließe ich mich mal ein – bin, wie man weiter oben sieht, ja auch jemand mit Randgruppenmeinung 🙂 ) allerdings macht es das doch erst interessant.

  19. Die meisten Nutzer werden Windows 10 wieder so nutzen, wie MS es in der Standardkonfig ausliefert.

    Fpr mich ist Classic Shell eine nette Alternative. In der VM habe ich es mir mal so eingerichtet:

    [URL=http://www.pic-upload.de/view-28424395/test10.jpg.html][IMG]http://www11.pic-upload.de/thumb/27.09.15/25tz68t7e8vg.jpg[/IMG][/URL]

    Man hat durchaus ein modernes Windows 7 Gefühl, ein gut konfigurierbares Startmenü in dem man auch Ordner anlegen kann. Ein Mausklick und man ist zudem im originalen Win10 Menü.

  20. Hmmm…. Vor dem Release von Windows 8 wurde ein leichter anpassbares Startmenü ohne Fixierung auf Installationsordner von vielen gefordert. Genau das hat MS mit Windows 8 geliefert und mit Windows 8.1 und 10 nochmals deutlich verbessert.

    Klar, es kostet Zeit und ein wenig Eingewöhnungszeit, bis man sich „sein“ Startmenü so zusammengeklickt hat, wie man es gern hätte. Aber es funktioniert genau so, wie es „damals“ alle haben wollten: Ich kann meine Programme frei auf einer Startseite positionieren und muss mir nicht mühselig im Dateisystem Ordner und Verknüpfungen anlegen. Und es zwingt mich niemand, Apps aus dem Store zu nutzen; ich kann die vorinstallierten Apps ohne Probleme aus „meinem“ Startmenü entfernen.

    Ich fand das Starmenü von Windows 7 (Vista hab ich übersprungen) grauslig, weil geöffnete Ordner in derselben Spalte geöffnet wurden. Sehr „fummelig“ und von mir so gut wie nie genutzt, da auch ich mit Windows-Taste + lostippen viel schneller am Ziel bin. Das funktionierte auch mit Windows 8/81. und jetzt unter Windows 10 ebenso, also null Umgewöhnung. Hinzu kommt seit Windows 7 der Schnellstart mittels Windows-Taste +1/2/3 usw.

    Tools wie ClassicShell o.ä. sind mir ergo noch nie auf den Rechner gekommen, ganz einfach, weil ich sie nie wirklich benötigt habe. Und so wird es wohl auch bleiben, künftige „Verschlimmbesserungen“ durch kumulative Updates seitens MS mal aussen vor gelassen.

    Dies stellt nun meine Meinung zum Thema dar, mit der nun jeder machen kann, was er will. Ich kann André aber durchaus verstehen: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und für produktives Arbeiten sind schon kleinste Neuerungen/Änderungen gern mal Zeitfresser, die einen teilweise in den Wahnsinn treiben (können)… 😉

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