Wikipedia veröffentlicht von Google gelöschte „Recht auf Vergessenwerden“-Links

Das Recht auf Vergessenwerden nahm kürzlich skurrile Züge an, als auch Wikipedia mit einzelnen Inhalten aus dem Suchindex von Google flog. Google sendet bekanntlich einen Hinweis an betroffene Seiten, welche Inhalte aus dem Suchindex entfernt werden. Im Fall Wikipedia sind die nun für alle einsehbar, als Bilder bei Wikimedia. Dort sieht man auch die einzelnen Urls, die von der Löschung betroffen sind. Diese lassen sich natürlich weiterhin aufrufen, allerdings nicht mehr über Google auffinden.

Wikipedia-Book

Die Wikimedia Foundation sieht diese Löschung als Bedrohung für die freie Verbreitung von Wissen. Bei Wikipedia sind bereits 50 Links betroffen, die nicht mehr in der Google-Suche angezeigt werden. Auch deshalb hat man sich dafür entschieden, die gelöschten Links öffentlich zu machen. Zu finden sind diese auf dieser Seite, sortiert nach den einzelnen Landesausgaben von Wikipedia.

Des Weiteren veröffentlichte die Wikimedia Foundation einen Transparenzbericht, der Anfragen von Behörden offenlegt. Im Zeitraum Juli 2012 bis Juni 2014 wurden 304 Anfragen gestellt, exakt 0 wurden erfüllt. Bei Copyrightverstößen und den daraus resultierenden DCMA Takedown Requests sieht es ein wenig anders aus. Im gleichen Zeitraum wurden 58 Takedown Requests gestellt, stattgeben wurde in 41% der Fälle. Der Affe bleibt dabei allerdings erhalten.

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

11 Kommentare

  1. Problem mit dem Adblocking detector auf der Seite? Hier ein screenshot – Adbloc ist bei mir aus: http://i.imgur.com/CZh3YGL.png

  2. Und wieder ein einseitiger Artikel. Es gibt Pro und Contra zu dem Thema. Contra die Gefahr der Zensur (gegen die ich definitiv bin). Pro Recht auf Schutz des Privatlebens (was ich persönlich respektiere). Es wäre echt schön, wenn Du nicht so einseitig beim berichten wärst. Man muß sich nur vor Augen halten: Es würde eine Seite über einen mit drastischem Rufmord in Timbuktu existieren. Da heutzutage Arbeitnehmer ständig gegoogelt werden, würden Arbeitgeber wohl auch darüber stolpern. Wäre das ok? Wäre es Zensur, wenn man die Seite nicht finden würde? Löschen lassen kann man die Seite nicht, da Timbuktu.
    Achja was sind Takedown Requests? Kann man das verständlich ausdrücken? Oder wurde der Bericht nur wörtlich zitiert, weil man die Übersetzung selber nicht kennt?

  3. Konsequenterweise muss Google nun die Übersichtsseite auch aus dem Index schmeißen 😉

  4. Weshalb darf er das Affenbild entfernen lassen, wenn er das Bild nicht geschossen hat und somit nicht Rechteinhaber ist?
    Diese Zensur nervt langsam …

  5. Andy nein nur wenn jemand ein Recht auf diese Übersichtsseite hat ;D

  6. @Fraggle Warum soll Sascha nicht einseitig berichten? Der Artikel ist unter seinem Namen erschienen und gibt damit seine Meinung wieder. Das ist hier ein Blog und keine Presseagentur oder die Tagesschau.

  7. @Fraggle: Du hast dich nicht ernsthaft mit dem Urteil beschäftigt oder? Es ging um einen Zeitungsartikel der auf der Onlineseite der spanischen Zeitung La Vanguardia erschienen ist. Ursprünglich wurde geklagt diesen Artikel runterzunehmen und der Prozess verloren, so dass der Betroffene anschließend gegen Google vorgegangen ist.

    Das Ergebnis des Ganzen ist nun in etwa vergleichbar mit den (zum Glück gescheiterten) Kipo-Stoppschildern: Es wurde eine (für versierte Leute wiederum ineffiziente) Möglichkeit der Zensur geschaffen ohne, dass der eigentliche Inhalt aus dem Netz verschwindet. Und schlimmer noch, der eigentliche Inhalt wird in den meisten Fällen als rechtens angesehen und gilt als mit den Persönlichkeitsrechten vereinbar – die Löschung aus dem Suchindex unterliegt also der persönlichen Einschätzung (lies: Willkür) der Betroffenen, was über sie berichtet werden darf. Es wird somit ohne ordentlich Prüfung der Zugang zu Inhalten verwehrt..

    Dieses Urteil ist fatal für die Informationsfreiheit!

  8. Achso, hier noch der fragliche Zeitungsausschnitt. Verlinken ist nämlich noch erlaubt (bis hier ne Anfrage reinschneit). Auf der rechten Seite sieht man schön, dass der feine Herr Anwalt Mario Costeja Gonzalez einmal mit einer Zwangsversteigerung in Verbindung gebracht wurde. Und dafür müssen nun die Freiheiten aller Bürger in der EU leiden…

  9. ABER ABER… DAS SIND DOCH PERSONEN DES ÖFFENTLICHEN INTERESSES?!?
    (wenn sie auf Wikipedia sind)

  10. Mal für die, die hier immer von „Zensur“ faseln, aber gar nicht wissen, was das Wort bzw. der Vorgang eigentlich bedeutet:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Zensur_%28Informationskontrolle%29

    Dieses „Zensur-„Geschwafel wird nämlich langsam peinlich….

  11. Es ist Zensur. Sogar im engeren Sinne da von staatlicher Seite sanktioniert.