Wikipedia Deutschland wird abgeschaltet: Protest gegen Artikel 13

Sollte Artikel 13 in seiner Form so angenommen werden, dann kommen schwere Zeiten auf das freie Internet zu. Teilweise sind die Forderungen zur EU-Urheberrechtsreform so schwachsinnig, dass man die Hände über dem Kopf zusammenschlagen muss. Auch Wikipedia Deutschland wird aus Protest gegen die EU-Urheberrechtsreform abgeschaltet. Die Autoren der Wikipedia haben schon einmal im vergangenen September 2018 in einer Umfrage mit großer Mehrheit für den Protest und das Setzen eines entsprechenden Banners auf allen Seiten gestimmt. Seitdem ist der Protest in der Bevölkerung massiv gewachsen, so die Initiatoren. Haben sich ursprünglich in einer Petition „nur“ rund 700.000 Menschen dagegen gewandt, sind es mittlerweile fast 5.000.000. Abgestimmt wurde für den Vorschlag 1, also die Komplettabschaltung am 21. März 2019 für 24 Stunden. Stattdessen wird eine schwarze Seite mit Infotext erscheinen:

„Liebe Besucherin, lieber Besucher,

warum können Sie Wikipedia nicht wie gewohnt benutzen? Die Autorenschaft der Wikipedia protestiert gegen Teile der geplanten EU-Urheberrechtsreform, die am xx.xx.xxxx vom Parlament der Europäischen Union verabschiedet werden soll.

Die geplante Reform könnte dazu führen, dass das freie Internet erheblich eingeschränkt wird. Selbst kleinste Unternehmen müssten fehleranfällige und technisch unausgereifte Upload-Filter für sämtliche ihrer Inhalte einsetzen (Artikel 13) und für minimale Textausschnitte aus Presseerzeugnissen Lizenzen erwerben, um das sogenannte Leistungsschutzrecht für Presseverleger einzuhalten (Artikel 11). Dies könnte die Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit deutlich beeinträchtigen.

Gegen die Reform protestieren auch rund fünf Millionen Menschen in einer Petition, 145 Bürgerrechts- und Menschenrechtsorganisationen, Wirtschafts- und IT-Verbände (darunter Bitkom, der deutsche Start-Up-Verband oder der Chaos-Computer-Club), Internet-Pioniere wie Tim Berners-Lee, Journalistenverbände sowie auch Kreativschaffende.

Wir bitten Sie deshalb darum …

… die Abgeordneten des Europäischen Parlaments zu kontaktieren und sie über Ihre Haltung zur geplanten Reform zu informieren.

… an den Demonstrationen teilzunehmen, die am 23. März 2019 in ganz Europa stattfinden.

… Ihr demokratisches Recht wahrzunehmen und am 26. Mai 2019 an der Wahl des EU-Parlaments teilzunehmen.

Danke.“

Übrigens: Lediglich 167 Menschen waren die Teilnehmer für diese Abstimmung.

 

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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47 Kommentare

  1. Sie sollten lieber ein paar Tage am Stück abschalten. Wikipedia ist ja nicht werbefinanziert und kann sich das leisten, dann würden es viel mehr Menschen mitbekommen. Ich nutze Wikipedia auch fast täglich aber eben nur fast. Ansonsten kann ich das nur begrüßen.

    • Bin dafür, 1 Monat lang, und sämtliche EU Parlamentarier dafür auflisten mit ihren Adressen, Tel Nr, Twitter, FB & Co Accounts damit mal die Leute Sturm laufen können.

      Selten das bei der EU was gescheites für die BÜRGER rauskommt und nicht für SCHEISS NIMMERSATTE KONZERNE

  2. On das so gut ist mitten in der Klausurphase vieler Studenten?

    • 21. März ist schwer „mitten in der Klausurphase“, sondern ziemlich am Ende. Später macht die Abschaltung aber auch wenig Sinn, nicht? Die anderen Daten sind ja wohl außerhalb des Einflussbereichs der Seite

    • Soll tatsächlich Uni Bibliotheken geben.

    • Als könnte man irgendwas von Wikipedia für die Uni nutzen. 🙂 Ist jetzt nicht gerade eine wissenschaftliche Quelle..

      • Natürlich kann man Wikipedia in der Uni nutzen – vor allem in den ersten Semestern. In der Klausurphase braucht man auch keine wissenschaftliche Quellen, die man in irgendwelchen Arbeiten verwenden will, sondern lernt hauptsächlich für Klausuren.

  3. Auf Wikipedia kann man inzwischen doch eh nur noch gucken wie viele Einwohner eine Stadt hat. Eine Plattform, die aus Stasi-Spitzeln -> Menschenrechtsaktivistler macht kann man nur als Fakenews-Schleuder bezeichnen.

  4. Herr Hauser says:

    „Ihr demokratisches Recht wahrzunehmen und am 26. Mai 2019 an der Wahl des EU-Parlaments teilzunehmen.“

    Und was wählen die dann alle? Etwa Rechte, Nationalisten, Populisten, die eh nichts von Europa, Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit halten?

    • Ganz einfach, Parteien die gegen Artikel 13 sind! Wer hier gegen rechts polemisiert, der hat den Text in dem Artikel nicht verstanden. Man könnte meinen hier schreibt einer aus den „legalen“ Medien.

    • Einfach schauen wer in die eigene Politik-Kategorie passt und nicht für Artikel 13 gestimmt hat. Ich war z.B. davon überzeugt DIE PARTEI zu wählen, die hat durch Vorführen des Parlaments als Opposition schon manches erwirkt (z.B. die Gold-Ankauf-Grütze der AfD). Werde jetzt aber eher für Piraten wählen (als Partei in meinen Augen unwählbar), aber die Julia Reda macht in der EU als Einzelkämpferin echt einen phänomenalen Job.

      • Frau Reda wird nicht wieder für die Piraten antreten. Da müssen sie wohl nochmal überlegen, wenn sie die Wahl von der Person abhängig gemacht hätten.

    • es gibt doch so viele andere, man braucht kein Schund zu wählen.

      Leider sind die Piraten vor 2 Wahlperionden mit Sembstmord ausgeschieden als Wahlparteil, was haben diese nur angestellt, hätten sie so dringend die ganzen Jahre über gebraucht… schämen sollen sich diejenigen die es dermaßen verbockt haben.

  5. Wenn die das machen, spende ich sogar an Wikimedia!

  6. Betrifft das nicht eher die deutschsprachige Wikipedia? Eine „Wikipedia Deutschland“ gibt es doch gar nicht.

  7. Welch Ironie, dass Wikipedia jetzt gegen Artikel 13 wettert da sie doch selbst Zensur- bzw. Manipulationsmechanismen implementiert haben (siehe z.B. der ominöse Filter 248). Wikipedia verbinde ich nur noch mit zwei Dingen: Qualitativ hochwertig, wenn es sich um neutrale, meist wissenschaftliche Themen handelt und andererseits Einseitigkeit gepaart mit Denunziantentum, Manipulation und das Zurechtbiegen von Tatsachen durch den kleinen Kreis der Administratoren, sobald es um politisch brisante Inhalte geht, die der Mainstream-Perspektive zuwiderlaufen. Wie war das noch mit dem Glashaus und den Steinen…?

    • Aufklärung bitte, zu sehr verallgemeinert, ich kann mir nix drunter vorstellen. Danke

    • @FS: +1
      Wer Wikipedia zur Information über wirtschaftliche, gesellschaftliche oder politische Themen bzw. Politiker benutzt und denkt, er bekommt dort seriöse, neutrale und umfassende Informationen, der glaubt wahrscheinlich auch noch an den Osterhasen.
      Alle „Kontrolleure“ und Vielschreiber (wie z.B. dieser „Feliks“) sind stramm politisch links und herrschen dort über Ihre Themen wie kleine Maos….

  8. Da man Wikipedia eh nur noch nutzen kann, wenn es um wissenschaftliche Texte geht, sehe ich das ganz gelassen…… betroffen ist eh nur die deutschsprachige Wikipedia, und wissenschaftliche Veröffentlichungen sind in aller Regel in Englisch verfasst.
    Und die meisten Studenten haben sowieso Zugang zu den originalen Veröffentlichungsorten.
    Viel Spaß beim Dichtmachen, am besten für immer.

  9. So richtig weh wird den Befürwortern erst eine Abschaltung der Google News tun! Wäre echt klasse, wenn sich Google, Youtube, Twitter & Co. dem anschließen würden.

    • Das ist eine sehr gute Idee. Das ist das Einzige, was evtl. noch zur Einsicht führen könnte!

    • Man mag zu Wikipedia stehen wie man will. Diese Aktion (Besser wäre ein größerer Zeitraum.) ist aber hilfreich, das Thema Urheberrechtsreform in die breite Öffentlichkeit zu bringen. Private und öffentlich-rechtliche Medien schweigen das Thema bis auf wenige Ausnahmen eher tot. Da wurde gute Lobbyarbeit geleistet.

  10. Ja ja der Artikel 13. Jetzt, wo es an die eignen Pfründe geht, laufen auf einmal die Youtube-Größen Amok und versuchen alles und jeden für ihre Zwecke zu mobilisieren. Genau die gleichen Leute die sonst immer Skeptiker und Konservative, als Spinner, Alu-Hutträger und Nazis bezeichnen und sich vor die Regierungskarre spannen lassen. Ich hoffe dass die Urheberrechtsreform durchkommt. Das wird diese Gutmenschen vielleicht endlich mal „redpillen“. Lass Schmerz dein Lehrer sein.

    • Eine mögliche Zensur durch Großunternehmen unabhängiger Contesterstellung vorzuziehen, weil es ein paar Leute gibt, die nicht Ihrer Meinung entsprechen, grenzt schon an ein Eigentor.

      Prinzipiell ist ja keiner gegen eine vernünftige Urheberrechtsreform, dass da aber ein paar Deppen jetzt wieder heiße Luft verbreiten, war abzusehen.

  11. Wundervolle Aktion! Das finde ich richtig cool!

  12. Möchte Wetten hier hat noch niemand einen Abgeordneten angerufen. Ich wüsste nicht wen ich da anrufen soll.

  13. Andreas_Va says:

    Die Gutmenschen hatten bei der letzten Wahl nun mal die aktuelle Regierung gewählt.
    Die Gutmenschen haben bestellt…
    Die Regierung hat geliefert.
    .D 😀 😀 .D 😀 😀 😀 😀 😀 😀 😀

  14. Ich bin mir als Urheber und Blogger immer noch nicht sicher, was ich von der ganzen Nummer halten soll. Soweit ich das jetzt überflogen habe, scheint es ja Ausnahmen für Non-Profit-Plattformen und Privatleute zu geben, sprich: Wikipedia wäre raus, gleichermaßen kleinere Unternehmen und solche, deren Hauptzweck eben nicht der Content-Upload ist. Das aber unter Vorbehalt.

    Eine grundsätzliche Verpflichtung von großen Plattformen, die viel Geld mit fremden Content machen, Youtube, Instagram, Facebook usw. sehe ich auch eher positiv für die Künstler/Autoren/Urheber, also auch mich selbst. Dass das die Kreativität einschränkt, nun… das hat man früher von DRM auch behauptet und jetzt nutzt es jeder in irgendeiner Form.

    Trotzdem bin ich als Liberaler jeder „gesetzlichen Neuregelung“ gegenüber skeptisch, vor allem, wenn sie aus Brüssel kommt. Leider ist die Informationslage ziemlich bescheiden: Es wird derzeit viel gesagt, auch Falsches, über die Artikel 11 und 13, aber so richtig juristisch zu analysieren und für Laien zu erklären scheint’s ja niemand (belehrt mich eines besseren). Das wäre mal etwas, was dringend nötig wäre.

    Bleibt zu hoffen, dass die Wikipedia mit ihrer Aktion möglichst viele Politiker wachrüttelt, deren Kinder plötzlich ihre Hausaufgaben nicht mehr machen können. Vielleicht heben die dann nicht den Finger, wenn endgültig abgestimmt wird 😉

    • Soweit ich das mitbekommen habe sind kleine Unternehmen nur für eine gewisse Zeit lang „raus“. Ich glaube was von 3 Jahren gehört zu haben. Und das wäre dann wahrscheinlich der Tod für die Kleinen.

      Hier hat Solmecke 50 min lang den „analysiert“ https://www.youtube.com/watch?v=Ql9xCDJXnJc
      Er ist aktuell eine gute Anlaufstelle wenn es um entsprechende Infos geht.

      Ich habe noch nicht verstanden wie das ganze mir als Content-Ersteller was bringt. Ich mache Bilder und stelle die online. Das heißt ja nicht das ich dadurch automatisch Geld bekomme. Sonst würde ja demnächst jeder seine Kamera gegen den Himmel richten und Fotos im Dauerfeuermodus machen.
      Es soll mir helfen das meine Fotos nicht irgendwo ohne meine Erlaubnis hochgeladen werden. Dazu müsste ich dazu eine Vorlage (Original) bei allen möglichen Plattformen hinterlegen, damit die das mit jedem Upload vergleichen. Und das ist utopisch. Das kann vielleicht eine große Firma machen, aber kleine Unternehmen, Privatpersonen haben doch was anderes zu tun als über all ihre Originale einzureichen, damit diese auch erkannt werden kann.
      Ne, ich halte nichts davon so wie das kommen soll. Da sitzen mal wieder ganz große Experten dran, die noch nicht mal wissen wie man „PC“ buchstabiert!

    • Dass du das wenigstens überflogen hast ist schon mehr Beschäftigung mit dem Thema als 99% derer, die sich so künstlich aufregen.

      Auch das Konjunktiv „könnte“ im Text der Wikimedia wird von allen überlesen.

      Der Mond könnte auch aus Käse sein..

      Die Urheberrechtsreform fordert angemessene Maßnahmen gegen Urheberrechtsverletzungen. Das ist selbstverständlich nicht rechtssicher. Aber bei den unfassbar vielen Möglichkeiten von Urheberrechtsverletzungen oder Gegenmaßnahmen wäre solch micro managing des Gesetzgebers weder möglich, noch sinnvoll.

      In der Rechtsprechung wird sich nach und nach herausbilden, wo die Grenzen dieser Angemessenheit liegen. Und dabei gibt’s natürlich klare Grenzen und Indizien schon jetzt. Klare Grenzen sind unsere Grundrechte. Die Schwätzer im Netz übertrumpfen sich derzeit ja gegenseitig mit negativen Behauptungen. Kürzlich las ich, dass damit auch Email Anbieter den Upload von Dateianhängen prüfen müssten, wie jemand gemutmaßt hat. Das würde ganz eindeutig die Privatsphäre verletzen und da Dateianhänge von E-Mails nicht öffentlich zugänglich sind, sondern direkter Korrespondenz dienen, liegt auch keine Veröffentlichung vor, das Schutzinteresses der Rechteinhaber ist ganz klar der Privatsphäre im Emailverkehr untergeordnet.

      So werden Gerichte auch in komplexen Fällen abwägen. Ausfechten werden das vermutlich auch die großen Digitalkonzerne. Schließlich bedeutet jede Pflicht zusätzliche Kosten. Dieser Egoismus wird für Hartnäckigkeit sorgen, bis vor den EuGH und die Rechtslage mittelfristig klären.

      Im Grunde erinnert mich das an die DSGVO. Viel Hysterie, teilweise bis heute, aber Stück für Stück kehrt Sicherheit im Umgang damit ein und am Ende stehen alle besser da. Denn die EU hat Rechte und Pflichten vereinheitlicht. Und darum geht’s ja auch hier.

      Kritische Auseinandersetzung ja, aber die Hysterie rund um das Thema lässt mich am Sinn der Demokratie zweifeln. Die meisten Leute nehmen sich keine 10 Minuten auch nur zu überfliegen worum es geht, haben aber binnen 10 Sekunden eine feste und laute Meinung zu allem.

      • Ich gebe dir recht das viele sich nur kurz damit auseinander gesetzt haben. Aber damit meine ich besonders die Politiker die dafür trommeln. Die erzählen solch einen Stuss das einem davon nur schlecht werden kann.
        Ich befürchte drei Sachen:
        1) die Filter werden eher stärker als schwächer durchgreifen, da kein Unternehmen Strafen zahlen möchte. Klagen sind nicht für alle eine Option und ein einzelnes Urteil auf die Allgemeinheit umzusetzen genauso schwer. Wenn zum Beispiel der Filter eines meiner Bilder nicht zulässt, weil es ein ähnliches als Original einstuft? Was hilft dann eine Klage die ich einreichen würde jemand anderes?
        2) es dürfte kein europäisches Unternehmen geben das die Filter bereitstellen kann. Und das dürfte den großen noch mehr Daten (und somit Macht) in die Hände spielen.
        3) die Filter werden kosten. Ein kleines Unternehmen das nach 3 Jahren diese einführen muss, wird dies nicht immer bezahlen können und somit werden wird die Vielzahl begrenzt und es bleibt bei den Großen.

        Außerdem wie sollen die Funktionieren? Ich z.B. mache Fotos. Muss ich jetzt bei jedem Anbieter meine Originale hochladen, damit deren Filter entsprechend Urheberverletzungen erkennen kann. Wann soll ich das machen. Wo sollen die entsprechend gespeichert werden? Kleine Unternehmen dürfte das zum Problem der Speichers führen…

        Mit der DSVGO stehen wir nun besser da? Soweit ich das mitbekommen habe, kommen die Länder nicht mit ihrer Arbeit nach und einige Selbstständige die ich gesprochen habe klagen über den Mehraufwand. Die sind alles andere als froh mit der DSVGO und deren Kunden auch nicht. Z.B. ein Friseur der alles über Whatsapp laufen lies mit einer Automatischen Terminvergabe usw. Darf er jetzt nicht mehr und die Kunden beschweren sich deswegen.
        Außerdem hat schon einer von der DSVGO angemerkt das es ein Problem mit dem Datenschutz geben wird, falls Filter kommen.

    • Beobachter says:

      @ Christian: Einer der wenigen un-polemischen und un-politischen Beiträge zu diesem Thema. Ich beschäftige mich seit Monaten mit der Herausforderung und wundere mich, wie lax die Kritiker des 13er mit den berechtigten Ansprüchen Anderer umgehen. Auch ich bin kein Freund von Reglementierungen, die durch vernünftigen Umgang miteinander gar nicht gebraucht würden. Aber ich nehme seit Jahren nur noch kopfschüttelnd zur Kenntnis, was alles „publiziert“ wird, ohne auch nur an irgendwelche Quellenangaben zu denken ! Wenn ich überlege, wer seinen Dr.-Titel abgeben musste wegen an den Haaren herbeigezogener Verfehlungen – und in den diversen Portalen herrscht komplett rechtsfreier Raum … das ist nicht in Ordnung.
      Ich hätte mir gewünscht, dass die Kritiker des 13er den Politikern weniger undifferenzierten Shitstorm um die Ohren gehauen hätten, dafür mehr konstruktive Vorschläge, wie man manche verunglückte Formulierung in der aktuellen Version der Vorlage noch rausbekommt. Allein: Dafür dürfte es jetzt zu spät sein … und alle, die gegen den 13er polemisieren. müssen sich fragen lassen, ob sie ihre Infos aus dümmlichen YouTube-Videos nachplappern, oder mal selbst recherchiert haben. Ein riesiges Problem unserer zunehmend Medien-inkompetenten Gesellschaft.

  15. Wikipedia ist übrigens komplett von Artikel 13 ausgenommen, genauso wie alle anderen Online-Lexikas und Versionsverwaltungsplattformen wie bspw. GitHub.
    Und nur weil man online auf Facebook/YouTube nicht mehr posten darf was man will ist nicht gleich die „Meinungsfreiheit“ eingeschränkt. Muss man sich halt ne eigene Domain mit eigenem Webspace suchen – so wie man es früher auch gemacht hat.
    Das ganze Thema wird viel zu emotional diskutiert. Finde den Protest seitens Wikipedia überhaupt nicht gut – hier wird nur Meinungsmache betrieben. Das Hauptziel der Wikipedia ist eigentlich Neutralität.

    • Das Problem und überhaupt das Lustigste an dieser Geschichte ist ja, dass es ja noch nichtmal einen Uploadfilter gibt. Der einzige Konzern, der soetwas machbar leisten könnte wäre eigentlich nur Google oder evtl noch Facebook (in Zusammenarbeit unter Zuhilfenahme aller unserer Daten 😉 ) Den jeder Content müsste im Sinne der Gleichbehandlung auf Urheberrecht geprüft werden. Riesen-Fail also 😉

      Ich schätze der Unsinn kommt ohnehin nicht durch, da von Neulandpolitikern nicht zuende gedacht wurde 🙂 Spätestens vor Gerichten wie dem EuGH etc. würde so ein Projekt deutlich scheitern. Gegenwind ist aber dennoch nötig… 😉

      Hintergrundartikel (neben anderen): “Uploadfilter: Warum Google und Facebook die großen Gewinner im neuen EU-Internet sein werden“ —> https://finanzmarktwelt.de/uploadfilter-google-facebook-119098/

    • Mit dem eigenen Webspace kommst du aber auch u.U. recht schnell mit der DSGVO in Konflikt, die im Übrigen nicht minder Forderungen enthält, dass man „die Hände über dem Kopf zusammenschlagen muss“, trotzdem aber wird sie vielfach von den gleichen Leuten, die jetzt gegen Art. 13 wettern, abgefeiert. Entschuldigung, aber da wird doch mit zweierlei Maß gemessen. Aber so ist das wohl, man legt sich das eben gerne so zurecht, wie es einem am besten passt, und davon sind wir wohl alle nicht ganz frei.

  16. Endgeil – endlich gibt es wieder Microsoft Encarta in neuer Version zu kaufen

    Was hab ich da da drauf gewartet – Dieses Internet ist doch der Teufel!!! ^^

  17. Die Aktion finde ich nicht schlecht. Vielleicht machen Google und Facebook in Deutschland da ja mit. Wobei die größeren kommerziellen Plattformen von Artikel 13 wohl eher profitieren würden.

  18. Richtig so. Immer schön Zeichen setzen!

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