WhatsApp Payments: Geld versenden per Messenger soll bald in ersten Regionen verfügbar sein

WhatsApp ist und bleibt wohl auch in den nächsten Jahren der bei vielen Nutzern am meisten verwendete Messenger, auch wenn es definitiv nicht an Alternativen mangelt. Das Thema Werbung soll ja angeblich erst einmal vom Tisch sein, auch wenn möglicherweise doch irgendwann noch einmal entsprechende Anzeigen im Status denkbar wären. Trotzdem wird es innerhalb des Messengers noch in diesem Jahr zweifelsohne um das liebe Geld gehen.

Wie Metro.co.uk berichtet, hat Mark Zuckerberg wohl in einem Telefongespräch bestätigt, dass derzeit daran gearbeitet werde, dass WhatsApp Payments in den ersten Regionen verteilt werden könne und dass man diesbezüglich in den kommenden sechs Monaten noch einiges an Arbeit auf dem Zettel stehen habe.

Ich denke nicht, dass wir hierzulande zu den ersten Probanden gehören werden, eher Indien und Teile der USA. WhatsApp Payments wird es uns Nutzern erlauben, unser Bankkonto mit dem Messenger zu verknüpfen, um dann zukünftig Zahlungen direkt darüber an andere Teilnehmer von Payments zu tätigen. Ich wage mal zu behaupten, dass vor allem zu Beginn nur sehr wenige Privatpersonen Facebook einen „direkten“ Zugang zu ihrem Konto erlauben werden, auch wenn solche Zweifel ja bekanntlich oft auch schnell wieder vergessen sind.

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Benjamin Mamerow

Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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46 Kommentare

  1. In Zeiten von Echtzeitüberweisung per App vertraue ich da doch lieber meiner Bank….

    • Im Bereich unser Banken und Sparkassen gibt es da noch die Möglichkeit mittels Paydirekt kleine Beträge zu versenden.

      Nur benutzt das niemand.

      • Die Banken haben sich ja auch die größte Mühe gegeben, Paydirekt so unattraktiv wie möglich zu gestalten, und ja dafür zu sorgen, dass sich diese schlechtere Paypal Kopie niemals durchsetzt.

  2. Gem. PSD2 würde Facebook als Payment Provider oder Zahlungsauslösungs-Dienstleister vollen Zugriff auf die komplette Zahlungshistorie eines Bankkontos erhalten. Das dürfte den Wenigsten klar sein.

  3. Na wozu noch WhatsApp wenn das mit PayPal oder Echtzeit Überweisung auch geht? Vor allem wie sieht’s rechtlich aus ? Gelten Ami Gesetze weil Firmsitz ist ja nun USA.

  4. Naja, was würde dagegen sprechen, Facebook eine Einzugsermächtigung fürs Konto zu erteilen? Dabei hat man ja in Deutschland recht viele Rechte, könnte Geld sogar wieder zurück holen. Und Funktionen wie Rechnung teilen usw sind auch heute mit Paypal umständlich – z.B. weil einer in der Gruppe kein PayPal hat. Whatsapp hat jeder schon installiert…

    • TierParkToni says:

      Da wäre ich dann derjenige, der zwar Paypal hat, aber kein WhatsApp ….

    • > Naja, was würde dagegen sprechen, Facebook eine Einzugsermächtigung fürs Konto zu erteilen?

      Reicht schon die Tatsache dass es sich um Facebook handelt. Fuck off, Zuckerberg.

    • Wer hat denn heutzutage kein Paypal? Mir fallen da eigentlich nur meine Eltern ein, und die sind sowieso nicht die Zielgruppe eines solchen Dienstes :).

  5. GrumpyNiffler says:

    So sehr ich Facebook als Unternehmen misstraue, so muss man doch zugeben, dass so eine Lösung (richtig implementiert) einiges an Potenzial hat. Allein der Verbreitungsgrad von Whatsapp kann da schon sehr hilfreich sein um bargeldloses Bezahlen voran zu bringen. Das sowas klappen kann sieht man ja an WeChat Pay – nutzt inzwischen ganz China.

    • So gut wie jeder in Deutschland hat eine NFC Bankkarte. Vermutlich die Hälfte aller Smartphonenutzer hat NFC.

      Bargeldlose Bezahlung scheitert in Deutschland fast ausschließlich am stationären Handel, der Abseits der großen Ketten keine Kartenzahlung akzeptiert. Da wird auch eine merkwürdige Lösung wie die Zahlung per WhatsApp nichts ändern.

      Und viele Kunden stecken ihre Karte trotz NFC Funktion und rennen immer noch zum Geldautomaten. Daran sieht man wahrscheinlich am deutlichsten, weshalb Deutschland auf Jahrzehnte keine Rolle bei Innovationen spielen wird. Wenn die Leute den Schritt von Stecken zu Gegenhalten schon nicht hinbekommen, wer erwartet da noch einen kommenden global player aus Deutschland?

      • In den letzten Jahren hat sich im stationären Handel durchaus einiges getan, jedenfalls weitaus mehr als in den Köpfen vieler Menschen hierzulande, denn die tun sich nach wie vor schwer, diese Möglichkeiten auch zu nutzen. Das geht schon damit los, dass viele um jeden Preis an ihrer Girocard festhalten, obwohl die meisten Kreditkarten mehr Möglichkeiten bieten. Vielfach wird die nur benutzt für „besondere“ Dinge wie Hotelbuchungen, Autovermietungen oder Zahlungen im Ausland. Ganz generell ist Kartenzahlung für viele auch immer noch verbunden mit „höheren“ Beträgen, wie auch immer man das definieren mag.
        Es liegt also zumindest meiner Meinung nach nicht mehr nur daran, dass es zu wenig Zahlstellen gibt.

        • Man mag dabei bitte bedenken, das z.B. Kunden der Sparkassen für jede Transaktion mit Kartenzahlung bezahlen müssen. Zumindest in der Standardkonto Konfiguration. Warum sollten dann diese Kunden für 2 Brötchen zu je 15 Cent obendrauf noch 10 Cent Lastschriftgebühr zahlen wollen?

          Ist doch kein Wunder das dann bei Kleinbeträgen im Portmonee gewühlt wird.

          • Das gilt aber vermutlich nicht bei allen Sparkassen, davon habe ich jedenfalls noch nie was gehört. Gut, das muss nicht unbedingt was heißen, aber trotzdem… Sparkasse ist ja nicht gleich Sparkasse. Aber selbst wenn, bin ich sicher, dass die meisten nicht deshalb auf Kartenzahlung verzichten, denn sowas werden viele gar nicht wissen.

            • Meine Ex Sparkasse hat tatsächlich jeweils 10 Cent Gebühren pro Lastschrift erhoben. Bei häufiger Nutzung läppert sich da über den Monat einiges zusammen.

              Mag sein das viele Girocard Nutzer dies wirklich nicht mitbekommen aber auf den Kontoauszügen waren alle Gebühren immer aufgelistet.

          • Als ich noch bei der Hamburger Sparkasse war und das Standardkonto hatte weil mir 8€ Kontoführungsgebühren deutlich zu viel waren, durfte ich monatlich gerne mal 10-15€ drauf zahlen nur weil jede Girocard-Zahlung extra gekostet hat. Bin dann sofort gewechselt. Durch sowas verdienen die Banken ihr Geld und die meisten Deutschen sind zu faul zu wechseln oder zu blind um zu merken, dass sie überhaupt was zahlen.

            • Ja, erschreckender Weise auch bei der durchaus noch jüngeren Generation. Meistens bei denen die sowieso gut verdienen, denen sind 30 Euro pro Monat für irgendwelche Fantasiegebühren dann auch egal. Wobei ich sowas schon arg dumm finde, das Geld kann man sinnvoller investieren, als eine nicht mehr zeitgemäße Bank mit einem veralteten Gebührenmodell noch reicher zu machen ohne nennenswerte Gegenleistung.

          • Ganz ehrlich, wer im Jahr 2020 so einen Wucher noch unterstützt ist es selbst Schuld. Ich würde meine Bank fragen ob sie heute morgen vielleicht zu heiß geduscht haben wenn ich derartige Fantasiegebühren bezahlen sollte.

        • Dass das noch so tief in den Köpfen der Leute steckt liegt auch schlicht daran, dass früher die Gebühren gerade für KK Zahlungen bei den Händlern wirklich sehr hoch waren.

          Und dass sich das geändert hat inkl. der EU Gesetzgebung etc. ist halt ein Thema das RTL und Co seinen Zuschauern in den „Nachrichten“ nicht zumuten möchte…

      • Da hat sich in den letzten Jahren viel getan.

        Was man nicht vergessen darf, ist dass viele gerade kleine Läden sich mit dem Thema kaum befassen und dann oft noch uralte Verträge mit der Bank für ihr Kartenlesegerät haben. Hatte erst letzte Woche noch die Unterhaltung mit einem Restaurantbesitzer und ihm mal ein paar Tipps gegeben wie er Geld sparen kann und dass sein aktueller Vertrag mit der Sparkasse nicht mehr zeitgemäß ist.

        Das Thema kam auf weil dieser das Gerät ganz abschaffen wollte da es ihn 40 Euro pro Monat Grundgebühr kostet plus feste Einmalgebühr pro Transaktion plus prozentualer Anteil am Umsatz der auch heftig war. Besonders die hohe EInmalgebühr pro Transaktion plus die Gebühr fürs übertragen und abrechnen der Umsätze führte dann dazu, dass der Besitzer die Umsätze lange gesammelt hat, was neben der hohen Kosten für ihn noch den Effekt hatte, dass er sehr lange auf sein Geld warten musste.

  6. Vielleicht setzt sich mobile/digitale bezahlweisen dann endlich auch mal in Deutschland durch. Selbst die Girocard ist nicht überall akzeptiert und wenn dann oft auch erst ab einem Mindestbetrag. Und das nach 20 Jahren. Vielleicht wird WhatsApp Payments dann auch über QR Code funktionieren so wie in China mit WeChat. So könnte man in Geschäften easy bezahlen und Freunden gegenseitig Geld hin und her schicken.

    • GooglePayFan says:

      Zahlungen per NFC sind deutlich komfortabler und sicherer als per QR Code.

      Der Vorteil bei der Zahlung per QR Code ist, das man selbst als Händler nur ein Smartphone braucht, das ganze also gerade in Entwicklungsländern enorme Vorteile für die Verbreitung gibt.
      In Deutschland kommen wir aber günstig an die NFC Technik ran, es gibt also keinen Grund jetzt noch auf die schlechtere Technik zu setzen…

      • Aber wie wir alle sehen setzt sich ja nicht mal Zahlung per NFC durch. Ich geh jede Wette ein, dass die meisten Smartphonebesitzer nicht mal wissen, dass sie NFC haben und was das überhaupt ist.

        • Aus meiner Beobachtungssicht hat durch NFC die Kartenzahlung an der Kasse schon deutlich zugenommen.
          Viel schneller als Barzahlung ist es in der Praxis aber dann doch noch nicht, weil das rumkramen in Hosen-/Jackentasche oder Handtasche um dann zwischen Belegen Fotos, etc. im Portmonee die richtige Karte zu finden geblieben ist.

  7. Warum nicht als prepaid-System? Ich überweise auf ein Whatsapp-Konto und muß dann von dem auch wieder auf mein Bankkonto rücküberweisen – Whatsapp bzw. Facebook kann weder auf mein konto senden, empfangen oder draufgucken. Dann wär es gerade für privates bargeldloses Zahlen , also von mensch zu mensch ne tolle Sache. Und wenn ich dann einmal im Monat oder so vom Whatsapp-Konto auf mein Bankkonto überweise weiß die Bank nicht woher das Geld bzw. die Teilbeträge im einzelnen kamen . Muß ja nicht immer alles wissen, jeder weiß nur einen Teil vom Ganzen = besserer Datenschutz . Der beste Datenschutz ist natürlich immer noch bar von hand zu hand .

    • Das wäre dann das Apple Cash System also eine virtuelle Geldkarte, ähnlich dem iTunes/AppStore Guthaben System. Wenn dann noch Transaktionen zwischen z.B. Apple Cash und Google Pay, Facebook Pay, WhatsApp Pay, etc. möglich wären, dann wäre das meine bevorzugte Variante.

    • Ich weiß, dass viele das bevorzugen, aber ich finde Prepaid im Alltag einfach nicht tauglich. Jedenfalls möchte ich nicht erst vorher nachschauen müssen, ob genug Guthaben vorhanden ist, um irgendeine Zahlung zu tätigen.

      • Deswegen nannte ich Apple Cash als Beispiel, wie es richtig funktionieren kann. Zuerst wird das Apple Cash Guthaben verbraucht und wenn dies nicht mehr ausreichend ist, dann wird auf Apple Pay zugegriffen.

        Leider ist Apple Cash zur Zeit nur in den USA verfügbar. Allerdings ist es möglich sich jetzt schon einen Eindruck zu verschaffen wie das Cash System aussehen wird.
        Dazu in den Einstellungen unter Sprache & Region die Region auf USA stellen und dann unter Wallet & Apple Pay den Schalter für Apple Cash umlegen und die Apple Cash Karte dem Wallet hinzufügen. Das ganze schaut richtig gut aus, inkl. der Anzeige des verfügbaren Guthabens.

        Aber warten wir erst mal ab wie Whatsapp Pay dann am Ende umgesetzt wird.

  8. Es hat ein paar Jahre gedauert, aber letztlich wird WhatsApp von so gut wie *jedem* benutzt, vom Kind bis zur Oma. Datenschutzbedenken? Sicherheitsbedenken? Drauf gepfiffen. Gleiches wird mit diesem Zahlungssystem passieren, wage ich einmal zu behaupten.

    • GooglePayFan says:

      Welche Datenschutz- und Sicherheitsbedenken hast du denn?

      Nach jetzigem Kenntnisstand ist bei Whatsapp jeder Chat End-to-end verschlüsselt und somit durch Facebook nicht lesbar. Das ist etwas, was Whatsapp vielen „Alternativen“ voraus hat….

      • Metadaten. Jetzt tu mal nicht so, als wurde das nicht schon ausführlichst ausgebreitet im Netz oder das du dies nicht mitgekriegt hast

      • Die bekanntesten Alternativen wie Telegram, Threema oder Signal haben ebenso E2E.
        Sicherheitsbedenken wären z.B. dass die Handynummern in Klartext an WA übermittelt werden was technisch nicht notwendig ist. Damit weiß WA genau wen du eingespeichert hast. Andere umschiffen das indem sie nur den Hash übermitteln.
        Und nein, es ist nicht so einfach möglich jemanden anzuschreiben, wenn du die Kontakte nicht freigibst. Es gibt Möglichkeiten. Die sind aber für 99% der User nicht praktikabel.

        • GooglePayFan says:

          Telegram ist als bekannteste Alternative zu Whatsapp eben nicht standardmäßig E2E-verschlüsselt!
          Du kannst dir dann ja mal ausrechnen, wo mehr Metadaten anfallen…

          Außerdem, glaubst du ernsthaft, dass man anhand des Hashes nicht wieder auf die Telefonnummer schließen kann? Unsere Handynummern in Deutschland haben nur 10^10 Kombinationen.
          Mal davon abgesehen, was interessiert Facebook denn die Telefonnummer? Meinst du echt, die schicken dann Leuten ohne Internet einfach die Werbung per SMS? Das ist doch ein echt irrelevanter Punkt im Datenschutz.
          Und die ganzen alternativen Messenger können ja trotzdem erfassen, in welchen Verhältnissen die Personen zueinander stehen…

  9. Sehe da auch keine Notwendigkeit dafür. Für private Geldtransfers gibt es Paypal Geld an Freunde senden was ebenfalls kostenlos und sehr schnell möglich ist.

    Und einem de facto derart unseriösen und nicht einmal ansatzweise Vertrauenswürdigen Unternehmen wie facebook noch Zugang zu meinem Konto und den Transaktionsdaten geben? Wohl eher nicht.

  10. Trotzdem bleibt, dass nicht jeder PayPal hat. Wenn man sich mal umschaut in seinem Umfeld, wird man feststellen, dass deutlich mehr Leute „ohne“ unterwegs sind, als man zunächst denkt. Dass jemand dagegen kein WhatsApp hat, ist eher theoretisch, zumindest aber sehr viel unwahrscheinlicher. Trotzdem aber glaube ich nicht, dass sich so ein System in der Masse durchsetzt, jedenfalls nicht zeitnah und schon gar nicht hier bei uns, dafür sind viel zu viele immer noch viel zu sehr auf Bargeld fixiert.

    • Ist halt die Frage wie sicher man das Geld transferieren kann bzw im Streitfall wieder zurück bekommt.
      Ich kaufe eigentlich relativ viel bei ebay kleinananzeigen. Erschreckend wie viele Leute da angeblich kein PayPal haben. Wenn man aber gleich schreibt, dass man die Gebühren übernimmt, haben die plötzlich Paypal. Kleine Beträge zahle ich dann auch via Überweisung, aber größere dann nur via PayPal oder wenn es nicht ganz so weit weg ist, natürlich direkt bar bei Abholung

  11. Arnold Aluhut says:

    Die Idee einen Messenger zu etablieren für den (internationalen) Zahlungsverkehr finde ich gut. Dass aber ausgerechnet ein Messenger aus dem Hause Fratzenbuch diese Funktion übernehmen wird ist für mich ein No-Go!

    Auch als Aluhutträger finde ich die prinzipielle Idee eines international verbreiteten Messengers als zusätzliche Zahlungs-Plattform interessant, so lange es nicht dazu führt, dass der ein oder andere Händler nicht ausnahmslos auf diese eine Zahlungsvariante besteht.

    Aus meiner Sicht muss unbedingt Bargeld das einzig gesetzliche Zahlungsmittel bleiben, am besten noch ergänzt um Edelmetalle. Trotzdem fände ich es optimal, wenn endlich mhr Händler Kreditkarten akzeptieren würden.

    Zu meinem aktuellen Zahlungs-Portfolio gehören Bargeld und (Prepaid)Kreditkarte. Eine „echte“ Kreditkarte mit richtigem Kredit verweigere ich. Die Akzeptanz von Prepaid-Kreditkarten ist (ausser bei Autovermietungen und einigen Hotels) bei vielen größeren Händlern und Dienstleistern gewährleistet.
    Betreffend der Autovermietungen habe ich die Information erhalten, dass an einem System gearbeitet wird, die Abwicklung von der Kautionshinterlegung mittels Prepaid-Kreditkarte einzuführen, womit zukünftig dann auch rein theoretisch Autovermietungen ohne Ausfallrisiko Mietwagen per Prepaidkarte anbieten können. Sicherlich wird es die eine oder andere Mietwagenstation weiterhin geben, welche Prepaid-Karten ablehnen werden. Dies geschieht dann aber nur aus dogmatischer Einstellung heraus, weil die Betreiber der Mietwagenstation generell (auch privat) eine ablehnende Einstellung gegenüber bonitätslosen Menschen pflegen. So habe ich selbst schon die Erfahrung auch bei einem kleinen Einzelhändler machen müssen, abgelehnt worden zu sein, weil ich mit einer Karte ohne Hochprägung zahlen wollte. Seine begründung war ehrlich. Er möchte keine Kunden ohne Bonität in seinem Laden bedienen.

    Was mich vielmehr stört sind die vielen kleineren Kiosken und selbstständigen EInzelhändler, die durchaus Zahlung via Girocard anbieten aber Kreditkarte strikt ablehnen. Inzwischen kaufe ich bei solchen Händlern generell nicht mehr ein. Ich frage mich immer, was wohl ein Tourist macht, wenn er die deutsche altbackene Mentalität der kleineren Händler nicht kennt, kein Bargeld mit sich führt und keine Girocard besitzt, sondern eben nur seine Kreditkarte. Jene Touristen werden in Deutschland regelmäßig vor den Kopf gestoßen. Umgekehrt kann ich im AUsland überall mit Kreditkarte zahlen. Seit mir dies bewusst ist, solidarisiere ich mich mit ausländischen Touristen und sonstigen Besuchern aus dem Ausland. Ich kaufe inzwischen prinzipiell nur noch dort ein, wo auch ein Ausländer problemlos mit seiner Kreditkarte zahlen könnte. Von Händlern erwarte ich Weltoffenheit, statt Insellösungen, wie die deutsche Girocard nunmal eine ist!

    Sehr befremdlich empfinde ich eine Erfahrung vor wenigen Monaten in einer McDonalds Filliale (im Einkaufspark „WEB“) in der Nibelungenstadt Worms am Rhein. Ich bin es gewohnt bei McDonalds kontaktlos via Prepaid-Kreditkarte zu bezahlen. Ich bestellte mein Essen und erwähnte, dass ich mit Karte zahlen möchte. Auf dem Kartenterminal stand nur, dass meine Karte nicht akzeptiert wird. Ich dachte es liegt ein Fehler vor. Die Fillialleiterin gab mir sehr laut und unfreundlich zu verstehen, dass Kreditkarte niemals bei McDonalds akzeptiert würden und ich das eigentlich wissen müsste. Ich solle gefälligst, wie alle anderen „normalen“ Leuten auch, mit der Girocard zahlen! Ich erwiederte, dass ich keine Girokarte mitführe. Da wurde die Dame noch lauter und unterstellte mir Absicht, um den laufenden Betrieb aufzuhalten. Ich wiederum erwiederte, dass ich aus einer anderen Region bin die nicht so rückständig ist und überall problemlos die Kreditkarte akzeptiert wird. Da wurde ich angeschrien, was ich mir einbilden würde und dass ich dann doch lieber in meiner fortschrittlichen Region bleiben solle, wo ich herkomme. Ausserdem würde ich eh lügen, da kein McDonalds Kreditkarte akzeptieren würde! Basta! Also so was habe ich noch niemals in meinem Leben erlebt. Ich hatte zum Glück Notfall-Bargeld dabei (was mein Prinzip für solche Fälle ist) und zahlte Cash. Mir wurde lieblos das essen hingeklatscht, so dass es schon spritzte. Ich verabschiedete mich freundlich und ging. Jedenfalls sind genau SOLCHE Händler daran schuld, dass Deutschland oft Schlusslicht ist bei Innovationen im Bereich des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Und das sage sogar ich als Aluhutträger. 😀

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