WhatsApp: Abmahnung durch den Verbraucherschutz

whatsapp artikel logoEnde August aktualisierte der zum US-amerikanischen Unternehmen Facebook gehörige Messenger WhatsApp seine Nutzungsbedingungen. Mit diesen neuen Nutzungsbedingungen verzahnte Facebook den Messenger stärker mit dem Social Network, nicht gerade von Begeisterungsstürmen der Nutzer begleitet. Denn selbst wenn diese sich weigern bestimmte Daten abzugleichen – andere Daten werden auf jeden Fall fließen. (Siehe auch unser Beitrag zu den aktualisierten WhatsApp-Nutzungsbedingungen).

Das rief auch die EU Kommission auf den Plan, die unter Umständen die erneute Aufrollung des Fusionskontrollverfahrens einleiten könnten. Weiterer Druck folgt nun aus Deutschland, denn der Verbraucherzentrale Bundesverband hat das Unternehmen WhatsApp abgemahnt.

Bis zum 25. September haben die Nutzer von WhatsApp Zeit, den neuen Nutzungsbedingungen zu widersprechen, doch schon vorher läuft die Zeit ab, die die Marktwächter WhatsApp als Ultimatum gesetzt haben. Bis zum 21. September 2016 haben die Betreiber von WhatsApp Zeit, eine Unterlassungserklärung abzugeben und die abgemahnten Verstöße einzustellen.

Passiert das nicht, prüfen die zum Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) zugehörigen Marktwächter eine Klage. Möglich ist das durch das erweiterte Verbandsklagerecht, das der vzbv Anfang dieses Jahres erkämpft hat: Dadurch können die Verbraucherschützer eingreifen, wenn Unternehmen von Verbrauchern widerrechtlich Daten sammeln, speichern oder nicht wieder löschen.

O-Ton:

Statement von Klaus Müller, Vorstand des vzbv, zur Abmahnung von WhatsApp.

„Bei der Übernahme 2014 von WhatsApp hat Facebook öffentlich bekundet, dass der Dienst von WhatsApp unabhängig bleiben solle. Verbraucher vertrauten also darauf, dass ihre Daten allein bei WhatsApp bleiben und kein Datentransfer zu Facebook erfolgt. Ihr Vertrauen wurde enttäuscht. Der vzbv hatte bereits in seiner Abmahnung von Facebook Anfang 2015 erste Anzeichen für einen Datenaustausch kritisiert.

Mit großer Sorge beobachten wir einen schleichenden Trend: Verbraucher verlieren nach und nach die Hoheit über ihre Daten. Ihre Privatsphäre gerät in Gefahr. Dieses Beispiel zeigt nicht zuletzt, dass die erweiterte Verbandsklagebefugnis für Verbraucherverbände ein wichtiges Instrument ist, um Verbraucher und Daten zu schützen.“

Hier bin ich mal gespannt, was genau passiert – oder inwiefern genau von WhatsApp erklärt wird, warum trotz Widerspruch durch den Nutzer Daten fließen. Konkret stoßen sich die Verbraucherschützer allerdings auch daran, dass WhatsApp eine voreingestellte Einwilligungserklärung nutzt, damit Facebook die Daten auch für Werbung nutzen darf. Diese ist nach Ansicht der Marktwächterexperten rechtswidrig. Was bereits mit einem Häkchen versehen ist, würde oft unbewusst abgenickt.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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32 Kommentare

  1. @Gaby
    Ah ja, wer fühlt sich denn von Facebook und Whatsapp „ausgesaugt“? Ich meine jetzt zur Abwechlungs mal echte Leute, die Schaden erlitten haben. Ansonsten ist das alles nur Propaganda von selbsternannten Netzaktivisten, die meinen alles besser zu wissen. „Drecks-Amis“, das zeigt ja schon, woher der Wind weht…

  2. 1. Es sind nicht deine Daten, sondern die Daten von anderen, die weitergegeben werden… womit man sich selbst auch strafbar macht… nur mal so.
    2. Ich kann das ewige „Ich hab nichts zu verbergen“ nicht mehr hören. Nur weil man nichts zu verbergen hat, fragt man doch irgendwann trotzdem mal seinen Partner, warum er immer und immer wieder mein Handy und FB und Co kontrolliert. Oder begrüßt du den ebenfalls den Stalker, der dich auf Schritt und Tritt verfolgt.. .auch wenn du nichts zu verbergen hast…

  3. Frank Lohenfink says:

    Kaum zu glauben wie naiv und unwissend die Deutschen sind, was die UN aus Silicon Valley angeht. Es gibt doch tatsächlich Leute die glauben, wenn sie FB oder WA nutzen seien sie Kunden. Soviel Dummheit muss echt bestraft werden. Diese UN sorgen mit ihrem dubiosen Geschäftsgebaren doch erst dafür, dass sich in Europa keine Alternative durchsetzen kann. Mal abgesehen davon, dass WA sowieso fast ein Monopol hat, ist doch außerdem total unsicher, seine Daten über amerikanische Server zu schicken. Was wenn in Kalifornien mal so ne Serverfarm abrrennt? Dann kann hier in Deutschland Niemand mehr Nachrichten verschicken. Wir machen uns damit komplett abhängig von den Amis. Wir könnten in Deutschland ohne Probleme unsere eigene Infrastruktur aufbauen, aber der Geiz und die Unwissenheit der Leute ist hier grenzenlos.

  4. Frank Lohenfink says:

    @Jack68
    Spoiler: Das böse Erwachen kommt immer erst am Ende 😉

  5. ähm ja. WhatsApp deinstallieren aber weiter sein Google Android Handy oder Apples iPhone weiter benutzen, lol

  6. @Maike H.
    Wusste ich nicht. Dennoch sehe ich da eher geringe Chancen. Die Unternehmen sind da ja recht erfinderisch.
    Trozdem finde ich es natürlich gut, dass man den Unternehmen das nicht einfach durchgehen lässt.

  7. whatsapp bietet keinerlei vorteil gegenüber anderer messenger. allein dass so viele es nutzen, also viele darüber erreichbar sind, ist der grund für den erfolg. und es ist sooooooo albern und arm zu denken man wäre datenschutzmäßig klar geschützt oder dass whatsdreck nur mal so gratis war damals. ich bitte euch. seid ihr 12? seid konsequent und nutzt threema oder hoccer und hört mit dem geheule auf.

  8. @LuZiffer: Aufhören mit dem Geheule sollten vielleicht erstmal die, die Whatsapp ohnehin nicht (mehr) nutzen, denn die, die sich beklagen, sind mehrheitlich nicht die aktiven Whatsapp-Nutzer. 😉

  9. Ich habe nichts zu verbergen ist wirklich der dümmste Satz.
    Wie kann ein Unternehmen wie Facebook so viele Milliarden generieren, wenn eure Daten doch so uninteressant sind?
    Fragt euch das doch mal. Seid mal kreativ, was mit den Daten noch gemacht wird, außer zur Werbung zu nutzen.
    Stört es euch nicht, daß ein Mark Zuckerberg sich den Ar… mit Dollar abwischt und ihr nur umsonst Chatten könnt?

    Ja, es ist in der heutigen Zeit verdammt schwer seine Daten zu schützen. Aber soll man deswegen aufgeben? Ich für meinen Teil werde es nicht machen.
    Auch wenn es genug Deppen gibt die meine Daten auch noch über WA weitergeben.

    Und hört endlich auf zu sagen, daß andere Messenger keine User haben. Schmeißt euer WA runter und seid mal konsquent. Eure Freunde werden euch zum neuen Messenger folgen.

  10. @Doppellhelix: Ich möchte in deine Hinweise gleich mal aufnehmen, denn ich frage mich in der Tat, wie man derart viel Geld mit Nutzerdaten generieren kann. Und was wird denn mit den Daten gemacht, außer sie für Werbung zu nutzen? Trag doch mal was zu Aufklärung bei. 🙂

  11. @Chris R.
    ich habe es schon einmal in einem anderen Forum erklärt. Da gings darum, daß einige an Verfolgungswahn leiden und Facebook und Co ja immer die bösen sind. Außerdem wäre ich ein Schnorrer, der die tollen Angebote von FB gratis nutzt, dafür aber nix zahlen will. Das Thema hier ist also ähnlich. Daher mache ich jetzt einfach mal ein Copy&Paste:

    …..
    Ich fühle mich nicht als Schnorrer, da ich die Angebote von z.B. Facebook nicht nutze. Man könnte aber andersherum sagen, daß sich Facebook meine Daten bei anderen schnorrt.
    Beantworte mir bitte eine einzige Frage:
    Facebook hat mit mir keinen Kunden und gewinnt mich auch nicht.
    Dennoch wollen sie an jeder Ecke was von mir erfahren. Sie bekommen meine Telefonnummer über das WhatsApp meiner Freunde. Sie bekommen Informationen über mein Surfverhalten, indem sie überall Like Buttons verteilen.
    Warum fragen sie mich nicht einfach, anstatt es mehr oder weniger heimlich aus anderen Softwaren zu exportieren oder mir ausgeklügelte super duper tricke Cookies auf den Hals zu hetzen?
    Wenn es doch nur darum geht, zielgerichtete Werbung an mich zu vertreiben, dann können sie mich doch fragen. Ich weiß doch am besten, was ich für Werbung möchte.
    Und wohlgemerkt. Ich bin noch nichtmals „Kunde“ von Whats App und Facebook.
    Was wollen die von mir, wenn ich nicht bei denen bin?

    Und ich möchte dir noch ein Beispiel nennen, daß ich doch etwas zu verheimlichen habe.
    Wenn man genug Daten hat, kann man jeden Menschen in eine Schublade stecken.
    Versuch mal einen Kredit zu bekommen. Du wirst komplett durchleuchtet. Stichwort Scoring. Schon die Wohngegend entscheidet, zu welchen Konditionen du ein Kredit bekommst.
    Du kaufst gerne hochpreisige Artikel, kannst sie dir aber eigentlich nicht erlauben? Die Payback Karte weiß was du kaufst. Diese Informationen zusammen mit deiner finanzielle Situation sagen der Bank, daß du höchstwahrscheinlich ziemlich unzuverlässig bist, was das zurückzahlen von Kredite angeht.

    Dein Fittnessarmband sagt das du ein fauler Sack bist. Das ist natürlich sehr interessant für Krankenkassen, die dir einen maßgeschneiderten Tarif geben. In deinem Fall wird der Tarif teurer ausfallen, da dein Armband dir ein schlechtes Allgemeinbefinden bescheinigt.

    Du hast in deinem WhatsApp Account mehr depressive Leute drin, als statistisch jeder andere. Die Wahrscheinlichkeit das du auch depressiv bist, ist daher höher einzuschätzen. Das ist natürlich interessant für deinen Arbeitgeber, deiner Krankenkasse usw.

    Daten werden genommen und verknüpft und du stehst da, merkst von nichts und weißt von nichts und kannst dich auch nicht dagegen wehren.
    Das stimmt alles nicht?
    Schau dir Firmen an, wie http://www.acxiom.de/ oder unsere eigene Deutsche Post.
    Speicherplatz ist so billig wie nie. Man speichert alles, weil man es kann. Ob man es braucht? Vllt nicht direkt. Aber irgendwann bestimmt. Und dann hat man es und wird es auch nutzen. Und glaube mal nicht, daß die Daten genutzt werden, damit DU Vorteile dadurch hast.
    Letztlich wollen alle nur eines von dir. DEIN Geld.

    Vllt. haben wir keine Chance mehr, dem zu entgehen. Aber wir sollten uns auch nicht ergeben.

  12. Danke Doppellhelix für diesen sehr zutreffenden Post!

    Ich setz das noch mal fort:

    Deine Autoversichung interessiert sich für Dein Fahrverhalten – Autobahn-Geschwindigkeit – km/Jahr – ect. – all diese Daten kann Dein Smartphone (Google & Apple) verraten.

    Mit der Verknüpfung der Mobilfunknummer kann man Deinen kompletten Kontaktkreis durchleuchten – dank der Infos die ANDERE auf FB posten lassen sich auch Rückschlüsse auf Deine Person machen!

    Max Schrems – der Facebook verklagt hat – musste dies sehr eindrucksvoll selbst erfahren. Aber er ist Mann genung, das für alle weiterzugeben – 35 Minuten die man sich wirklich mal ganz ansehen sollte:

    https://www.youtube.com/watch?v=QA0Kj-efq70

    Und dies hier kann ich nur noch mal unterstreichen, denn es stimmt:

    „Und hört endlich auf zu sagen, daß andere Messenger keine User haben. Schmeißt euer WA runter und seid mal konsequent. Eure Freunde werden euch zum neuen Messenger folgen.“

    Dauert 2 – 3 Wochen und dann ziehen fast alle mit!

    Und wenn Ihr schlau seid, dann nehmt einen konzernfreien Messenger – Und da bleibt fast nur Threema, der in Deutschland über 3 Millionen mal verkauft wurde!

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