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WDR AR 1933-1945: Kostenlose App für Apple iOS arbeitet das Dritte Reich auf

Die Vergangenheit Deutschlands hat einige Schattenseiten. Mittlerweile haben wir eine andere Zeit und die letzten Menschen, welche das Dritte Reich noch miterlebt haben, waren damals noch Kinder. Angesichts des aktuellen politischen Klimas ist es aber wichtig, sich weiter daran zu erinnern, was sich in Deutschland einmal abgespielt hat. Das kann auch ohne erhobenen Zeigefinger erfolgen. Zu diesem Zweck hat der WDR die App WDR AR 1933-1945 für Apple iOS veröffentlicht.

Die Anwendung soll sich nicht nur für Zuhause eigenen, sondern laut Beschreibung auch für die Verwendung in Schulklassen. Zeitzeugen, die das Dritte Reich als Kinder miterlebt haben, berichten dabei über ihre Sicht der Dinge von damals. Man muss dazu aber sagen, dass die Beschreibung des WDR etwas grenzwertig ist. Da wirbt man etwa für meinen Geschmack etwas arg plakativ: „Deutsche Bomber, die in einer Angriffsstaffel durch dein Zimmer fliegen. Mitten in deinem realen Klassenzimmer steht London in Flammen. Ein Kölner Luftschutzbunker stürzt vor deinen Augen zusammen. Eine Winterlandschaft entführt dich nach Leningrad. 360° im Schnee!

Natürlich ist es toll, wenn man Geschichte durch moderne Technik greifbar machen kann. Aber ob deutsche Bomber, die durchs Kinderzimmer sausen, da so verbal mit Applaus bedacht werden müssen? Das weiß ich nicht so recht. Auch wenn ich den Text tendenziell abenteuerlich finde, ändert das nichts daran, dass die App sehr spannend klingt: Mit der Kamera soll man auf eine freie Fläche auf dem Fußboden in ca. 2 m Abstand deuten. Auf dem Boden soll dann ein Kreis erscheinen. Nach Berührung kann der das Hologramm eines Zeitzeugens darstellen, der seinen Bericht beginnt. Während der Erzählung ist es möglich, sich im Raum umzusehen und die visuellen Hilfsmittel zu erkunden.

Laut dem WDR werde man die App nach und nach mit Inhalten befüllen. Dabei bindet man einzelne Geschichten aus der NS-Zeit ein. Den Anfang mache „Kriegskinder“. Mitte 2019 werde dann „Anne Frank“ erscheinen. Wie schon angedeutet, geht es eben in „Kriegskinder“ zunächst um den Zweiten Weltkrieg aus Kindersicht. Dabei erzählt man die sehr unterschiedliche Geschichten.

Der WDR fasst zusammen: „Anne aus Köln erlebt den Krieg im Bunker. Sie sagt: ‚Es war die Hölle.‘ Vera erzählt von der Luftschlacht um London, in der sie ihren Vater verliert. Und Emma erinnert an die deutsche Blockade von Leningrad (heute St. Petersburg). Mehr als eine Million Menschen sterben, weil Hitler die ganze Stadt aushungern will.

Augmented Reality soll also in diesem Fall die unterschiedlichen Perspektiven verdeutlichen und noch eindringlicher machen. Die App WDR AR 1933-1945 ist mit iOS-Geräten ab dem Jahr 2017 kompatibel. Ca. 1 GByte soll die Anwendung auf die Waage bringen. Die Geschichten lassen sich dann laut dem WDR einzeln herunterladen und auch wieder entfernen. Das ermöglicht eben auch die spätere Erweiterung um neue Inhalte.

https://itunes.apple.com/de/app/wdr-ar-1933-1945/id1446878251?mt=8

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