WayGuard von Axa soll Frauen sicher nach Hause begleiten

Die App "WayGuard" von AXA gibt Frauen auf dem Weg nach Hause das Gefühl, nicht allein zu sein / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/53273 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/AXA Konzern AG/Oli Bellendir" Das Versicherungsunternehmen Axa testet aktuell gemeinsam mit der Kölner Polizei eine App namens „WayGuard“. Rund 1.500 Nutzerinnen aus der Stadt sollen die App nutzen, um in der Nacht sicher nach Hause zu gelangen. So ist der Testzeitpunkt der App natürlich passend gewährt, denn aktuell haben viele Bürger in Deutschland Bedenken, was die innere Sicherheit betrifft. Seit der Silvesternacht in Köln kursieren regelmäßig Nachrichten zu Frauen, die durch Männer sexuell belästigt wurden. Zwar gibt es derartige Probleme nicht erst seit ein paar Monaten, die Axa dürfte mit ihrer App aber gerade im aktuellen Klima auf viel Zuspruch stoßen.

Ich selbst begleite weibliche Bekannte seit jeher zu später Stunde auf dem Nachhauseweg, da in meinem Freundeskreis leider auch schon negative Erfahrungen gemacht wurden. An dieser Stelle möchte ich diesbezüglich zwar nicht ins Detail gehen, heiße aber aufgrund einiger persönlicher Schreckensmomente in meinem weiblichen Freundeskreis jede erweiterte Möglichkeit willkommen, um eine Frau heil zu Hause zu wissen. Das hat für mich auch nichts mit Geschlechter-Vorurteilen oder Stereotypen zu tun: Klar, auch als Mann kann ich z. B. in der Nacht überfallen werden. Trotzdem glaube ich, dass Frauen mit einem höheren Risiko nachts Opfer sexueller Übergriffe werden als z. B. ich selbst als 190 cm großer, stämmiger Mann.

 Quelle: "obs/AXA Konzern AG/Oli Bellendir"

Quelle: „obs/AXA Konzern AG/Oli Bellendir“

Axa scheint das auch anzunehmen, denn die App WayGuard ermittelt via GPS die Position der Nutzerin und übermittelt sie in Echtzeit verschlüsselt an eine ISO-zertifizierte Leitstelle. Jene kann bei Problemen sofort professionelle Hilfe – etwa die Polizei – einschalten. Alternativ lässt sich auch ein privater Begleiter, etwa der Partner, einklinken. Jener erkennt dann die GPS-Koordinaten und kann jederzeit oder Telefonat oder Chat kontaktiert werden. Hat die WayGuard-Nutzerin ihr Ziel sicher erreicht, erhalten alle virtuellen Begleiter eine Nachricht.

Laut Axa könne WayGuard nicht nur mehr Sicherheitsgefühl vermitteln, sondern im Notfall ein entscheidendes Problem ausräumen: Trete ein Notfall auf, gerieten die Opfer oft in Panik und hätten daher Schwierigkeiten ihren Standort zuverlässig zu beschreiben. Die GPS-Daten würden hier schnelleres Handeln ermöglichen. Zusätzlich soll WayGuard den Nutzerinnen auch Tipps zur Routenplanung geben, um beispielsweise schnell von einem Ort zum anderen zu gelangen. In Köln sollen 1.500 Frauen innerhalb der nächsten Monate die App testen – unter anderem Studentinnen der Universität zu Köln. Deutschlandweit kann man sich aber auch hier anmelden. Dann erhalten die interessierten Damen eine Benachrichtigung, sobald Axa den Test auf weitere Städte ausweitet.

Manch einer mag die App vielleicht auch für eine Spielerei halten oder hier Panikmache unterstellen. Ich selbst finde die Idee per se sehr gut. Dabei würde ich selbst meine Freundin allerdings weniger via GPS „überwachen“ wollen, was mir eher kontrollierend vorkäme. Doch die Option rasch die Polizei einschalten zu können, finde ich für Notfälle super. Allerdings ist natürlich die Frage, inwiefern in akuten Notsituationen noch die Möglichkeit besteht geistesgegenwärtig die App zu aktivieren, um das Schlimmste zu verhindern.

Während der Testphase ist Axas WayGuard übrigens kostenlos. Man kann sich aber ziemlich sicher sein, dass das bis zur finalen Version wohl nicht so bleiben dürfte. Welche Abonnement-Preise sich Axa für die finale Version so vorstellt, ist aber noch offen.

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Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

18 Kommentare

  1. Den ganzen Artikel durch denkt man: Wie sympathisch von AXA. Um dann im letzten Satz zu merken, dass es nur Geldmacherei ist. Schade. Sie sollten die App lieber als Werbefaktor umsonst lassen.

    Nur die Position alleine finde ich auch nicht so super hilfreich. Ich würde da noch ein „always listening“-Modus einbauen, so dass die Person im Zweifel nur noch „Hilfe“ oder ähnliches ins Telefon schreien müsste, um die Polizei oder einen 24h Dienst zu kontaktieren.

    Und nur mal so am Rande. Die App ausschließlich auf Frauen auszurichten ist sexistisch. Immerhin wäre so etwas auch für Kinder egal welchen Geschlechts sehr interessant.

  2. Sebastian says:

    @Pietz: Ein Unternehmen will mit einem Produkt Geld verdienen. Unfassbar. [/Ironie off]

    Ist sicherlich eine gute Sache – die App aber zumindest auch für Kinder zu öffnen wäre in der Tat sinnvoll. Dass die App einen angemessenen Preis kostet fände ich ok, schließlich kostet die Infrastruktur auch Geld. Wünschenswert wäre aber ein Gratiskontingent an Kilometern oder aber eine einmalige Nutzung für ein paar Cent per In-App-Kauf. Sonst sind von den Gebühren gerade jene abgeschreckt, die es vielleicht am ehesten brauchen: Touristinnen in einer unbekannten Stadt, Nutzerinnen die nur selten allein unterwegs sind etc.

  3. Flüchtlinge hier, Flüchtlinge da – blablabla. Natascha Kampusch, das Folterpaar (Slavenhaltung) aus Höxter, zahlreiche ähnliche Fälle in Österreich, Belgien usw. – das waren sicherlich nicht Flüchtlinge. Aber dieser Zug, auf denen momentan alle aufspringen ist schon nicht mehr schön. Ich unterstelle niemandem ein Rechter zu sein, oder gar eine Nazi, kann teilweise auch echte Sorgen verstehen, aber letztens ist ein deutscher Staatsbürger zur Polizei gegangen und hat sich darüber beschwert, dass ein Flüchtling seine Tochter angesprochen hat und nach dem Bus gefragt hat. Selbst die Polizei war fassungslos. Vielleicht mal ein bisschen runterkommen; manche tun so, als würden wir vor einem Bürgerkrieg stehen.

    aman – kein Ausländer, kein Flüchtling, kein Linker, nur ein Technikfreak 😉

  4. Schade, dass du meinen Kommentar nicht verstanden hast Sebastian. Einfacher konnte ich ihn nicht formulieren. Natürlich sollen sie damit Geld machen, aber ich persönlich hätte eben zum indirekten Weg geraten, weil sie damit ihr Image polieren könnten, was bei Versicherungen so ziemlich das wichtigste ist.

  5. Wie gut das ich ein Motorola Handy hab. Da ist die Motorola Alert App drauf und wenn ich mich nicht sicher fühle, dann schalte ich die ein. Dann bekommen ausgewählte Kontakte regelmäßig meinen Standort und für den Notfall gibt’s einen Button.

  6. Womit wieder mal vor Augen geführt wäre, wo der Big Brother in allen seinen Erscheinungsformen eigentlich herkommt …

  7. In den USA gab es an der Uni eine ähnliche App für Frauen(und Männer). Hier konnte man sogar sein Ziel und die geschätzte Ankunftszeit angeben. Wenn man zu Hause ist kann man das ganze einfach per Pin bestätigen. Vergisst man das Bestätigen, bekommt man kurze Zeit später einen Anruf der Campus-Polizei die nach dem Pin fragt. Gib man den richtigen Pin an ist alles gut, gibt man den falschen Pin an bedankt sich der der Polizist freundlich (er tut so als wäre es der richtig Pin gewesen) und sie schicken Streifenwagen zu deinem Standort. (Das gleiche gilt für das selbstständige entsperren mit der falschen Pin. In der App bekommt man das nicht mit, die Polizei steht trotzdem kurzes Zeit später auf der Matte.) Alles kostenlos….

  8. Wolfgang Denda says:

    Der Chef von der Axa will doch nur wissen, wo all die hübschen Frauen wohnen, und wo sie sich so herumtreiben.

  9. Eine Kombi aus den Vorschlägen von Pietz und Jens fände ich durchaus sinnvoll.
    Dass womöglich Geld dafür verlangt wird, finde ich jetzt nicht so tragisch. Und im Grunde kann die App ja jeder runterladen wer will, wenn sie mal über die Testphase hinaus ist. Also auch Kinder und Männer. Deswegen verstehe ich jetzt hier die Aufregung nicht.

  10. Und wie genau hilft das einer Frau die GENAU JETZT von drei Typen umringt wird und die in weniger als 10 Sekunden Opfer eines Gangrapes wird? Da weiß man wenigstens wo es passiert ist? Toll, Kann man dann vollautomatisch den Standort des Verbrechens in die „Anzeigen“ App der Polizei uploaden. Hat der Staat weniger Papierarbeit. Hier wird Scheinsicherheit suggeriert die zu noch mehr Opfern führt statt die Probleme direkt zu adressieren. Scheinweltpolitik für Scheinweltler.

  11. @Bettina
    Wofür hat dein Auto eigentlich Airbags, wie sollen die dir helfen wenn du einer 30m Hohen Brücke runter fällst? Völlig unnötig.

    Nein im ernst, es wird diverse Fälle geben wo solch eine Information nützlich ist. Eine Maßnahme gegen die Täter ist es diese zu schnappen und das geht desto besser je mehr Informationen man von diesen hat. Was diese App durchaus bringen kann.

    Noch was anderes, zu diesem Thema gibt es schon seit einiger Zeit diese Option
    http://www.heimwegtelefon.de/

  12. Onkel Wu says:

    Mumpitz. Das hält doch keinen Täter auf. Bis Hilfe eintrifft ist eh alles zu spät. Was wir hier brauchen sind amerikanische Waffengesetze. Wenn die Behörden nicht in der lange sind die Bürger zu schützen, müssen die Bürger selbst für Schutz sorgen. Auch härtere Gesetze, inklusive der Todesstrafe, wären hilfreich. Was die AXA da veranstalten will, hilft nur AXAs Geldbeutel und nicht den potentiellen Opfern.

  13. Solche Apps braucht man im Osten oder im ehem. Ostblock nicht. Da gibt es noch echte Männer, die einer Frau zu Hilfe eilen und auch beherzt eingreifen, siehe aktuell in Arnsdorf. Das wissen mittlerweile auch unsere neu eingereisten „Mitbürger“.

  14. @Pan Tau: Danke für die hilfreiche Diskussionsgrundlage.

    Abgesehen von der mehr oder weniger nützlichen App – immerhin wird irgendwas versucht und im Zweifel ist man dann vielleicht froh darüber – halte ich es auch für sexistisch. Gerade in der heutigen Zeit sollte man doch nicht schon im Vorfeld eine App nur auf Männer oder Frauen auslegen, die potentiell beide bedienen könnte.

    Viel interessanter fände ich allerdings tatsächlich, wenn man (unabhängig von Geschlecht/Alter/Nationalität…) seinen Standort der Polizei unkomplizierter übermitteln könnte. Ich hatte letztens wieder eine Situation, wo ich nicht den genauen Straßennamen kannte und eine Handyortung wird doch nicht automatisiert durchgeführt. Warum kann ich der Polizei nicht einfach meinen Standort (wie über WhatsApp o.ä.) teilen? Beispielsweise automatisiert, wenn ich die Notrufnummer wähle?

  15. @Pan Tau,

    so ließe sich das aber emotional nicht so gut ausschlachten.

  16. Sebastian says:

    Letztlich geht es hier doch um das Verkaufen eines Sicherheitsgefühls durch einen Versicherungsanbieter.
    Männer sind zwar in der Tat, zumindest abseits von sexuellen Übergriffen in der Öffentlichkeit, weit eher von Gewalt betroffen – kaum ein Mann fühlt sich im Alltag jedoch unsicher. Entsprechend sind Männer nicht die primäre Zielgruppe.
    Problematisch und falsch finde ich aber dass eine App wie diese, die sich trotz der durch Statistiken belegbaren Realität explizit an Frauen wendet, bei denen das Unsicherheitsempfinden für Frauen noch verstärkt. Aber auch dies ist das allgemeine Geschäftsgebahren einer Versicherung.

  17. Bettina und Sebastian sind anscheinend die einzigen, die es verstanden haben…
    Onkel Wu ist mein persönlicher Obertroll der Woche!

  18. Wenn Onkenk Wu schreibt, „Das hält doch keinen Täter auf…“, dann mag er damit nicht ganz unrecht haben. Kameraüberwachung alleine hat ja auch noch keine Straftat verhindert. Bleibt letztendlich die Frage, welches Interesse ein Versicherungsunternehmen bewegt an derart genaue Bewegungsprofile weiblicher Kunden zu kommen?