Warnung vor Backify: wenn Freemium nicht klappt

Kleines Beispiel aus der Abteilung: große Klappe, wenig dahinter. Backify. Gerade einmal einen Monat ist es her, dass ich hier im Blog einen Beitrag über den Dienst hatte, der damit warb, dicke 512 GB Onlinespeicher zu Backupzwecken rauszuhauen. Kostenlos wohlgemerkt. Dafür gab es Softwareseitig ein paar Einschränkungen (Für 36$  im Jahr bekommt man unlimitierten Backup-Speicherplatz und darf  (statt wie in der kostenlosen Variante von einem) von fünf Computern aus seine Backups hochladen. Zudem lässt sich der Speicher via FTP, SFDP und WebDav Internetlaufwerk einbinden.), damit konnten aber viele Benutzer leben.

Und nun? Schreibt man nach der kurzen Zeit einfach mal den Benutzern eine Mail mit folgendem Inhalt:

First of all, we would like to thank you for using Backify. We hope you really liked our service and enjoyed using it. We regret to inform you that we can not provide free backup services anymore. All free Backify accounts will be closed on November 22, 2011. In order to prevent your account from deletion, please login into your account and update your Billing Details.

Aber es kommt noch schlimmer, Backify ist nur ein Reseller des Speicherdienstleisters Livedrive, der in E-Mails ausdrücklich davor warnt, Kreditkartendaten an Backify weiterzugeben:

„We would also like to advise you that we have received a number of complaints about BACKIFY.COM from their customers and from industry organizations. We would like to advise you not to provide any credit card information to BACKIFY.COM. If you have provided credit card information to BACKIFY.COM then we would suggest contacting your card provider and informing them that your card may be used fraudulently. If BACKIFY.COM have charged your card for services not provided you should contact your card provider and ask them to initiate a chargeback procedure.“

Also: solltet ihr den Dienst nutzen (in welcher Form auch immer), dann verlasst euch besser nicht drauf. Legt die Kohle vielleicht einmal zusätzlich in eine externe Festplatte oder so an 😉

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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29 Kommentare

  1. freut mich für alle „geiz ist geil“-Leute

  2. Wow! Nr 1, das war ein unglaublich informativer und gesellschaftskritischer Beitrag von dir *trollfeeding*

  3. @Caschy: Vielleicht solltest Du den alten Beitrag mit einer dicken Warnung und einem Verweis auf den neuen Eintrag ganz am Anfang versehen.

  4. Fragenkatalog says:

    ich lachte hart.
    die bei wuala wissen schon, warum ich denen soviel zahle. =/

  5. Registrieren kann man sich da ja ohnehin aktuell nicht mehr (glaube ich). Aber ein Hinweis kann für die Recherche nicht schaden.

  6. Wer missbraucht da Johnny Bravos Konterfei ?

  7. @ 1: Fair von Caschy, dass er deine Mail-Adresse nicht veröffentlicht. Dein Beitrag führt zu nix. Bin mal gespannt, wer so nett ist, dir PC-Hilfe zu geben, wenn du sie brauchst.

  8. Ich habs doch gesagt ^^ So ein Angebot kann man nicht lange kostenfrei anbieten und ob es seriös ist wage ich zu bezweifeln.

  9. @caschy: Das mit der Investition in eine Festplatte ist an sich eine gute Idee, jedoch scheint so langsam die thailändische Flut ihre Auswirkungen zu zeigen. AKtuelles Beispiel: Ein grosser Elektronikversender (C…d oder so ähnlich) macht riesen Werbung für 2TB Festplatten zu Schnäppchenpreisen. Sobald man jedoch den Warenkorb bezahlen will heisst es: Pech gehabt, nicht lieferbar. Das ist auch kein seriöses Geschäftsgebaren [/Groll Ende]

  10. 1 hat absolut recht!

  11. @ Patrick: Selbst wenn ich 1 komplett zustimme, so ist es doch die Art der Äußerung, die hier nicht passt.

    Natürlich ist klar, dass irgendwer immer versucht, Geld zu sparen. Wenn dann die Interessen eines Online-Plattenplatz-Anbieters gegen die Interessen eines preisbewussten Nutzers prallen, wer zieht da wohl den Kürzeren?
    Und ja, natürlich ist klar, dass eine beschriftete USB-Platte im Kleiderschrank immer das probatere Mittel ist.

  12. gilt das auch für beecloud (auch ein Ableger von livedrive )?

  13. Kann/Konnte Backify irgendetwas mehr/besser/anders als dropbox? Dort gibts ja 2GB für Free User.
    Wieso sollte man dann backify benutzen?

  14. @Brille
    mit 2 GB kommst du bei einem Backup nicht weit…
    alleine schon meine Musik hat über 2 Gb ohne Dokumente, Videos, Bilder …

  15. Man hat sich wohl etwas mit LiveDrive in die Wolle bekommen…

    Frisch von der Startseite:

    „LiveDrive Account Closures
    As all Backify members know now, LiveDrive has closed all the accounts. We would like to clear the situation up with our customers.

    As many of you know, you were unable to change/reset your password for the last 10 days or so. This was due to an error in the LiveDrive API. We made multiple contacts with LiveDrive through email and phone to get this sorted out. Their tech support kept us saying that their „dev team“ is working on it. But the „dev team“ could not sort out the issue in 10 days.

    Apart from this, their payment system failed on November 8. What that means is, we could not create any more new accounts, because their payment system kept declining all of our credit cards. Again, we contacted LiveDrive multiple times, but they could not sort out the issue in over 7 days.

    When we contacted them again earlier today and protested with strong words about the delay in providing a solution to our problems, they responded by immediately terminating our reseller account and all the accounts we have created.

    As for the email they sent to our customers, we assure you that you do not have to worry about your credit cards being used fraudulently. We did not store your credit card numbers in our system. And about the payments that you have already made.“

    Quelle: https://www.backify.com/

  16. @Leifi_OS
    werd ich nicht brauchen, bin Freak, aber danke dass Du Dir Sorgen machst 🙂

  17. Der Zusammenhang stellt sich wohl etwas anders dar. Livedrive vermietet Backup-Speicher aber eben nicht umsonst. Sie bieten 1 Monat freie Nutzung an.

    Diesen Monat freien Nutzung muß sich backupfy wohl in großem Umfang genommen haben, um auf diese Weise für sich Geld in die Kasse zu kriegen. Nach dem Monat haben sie wohl nix an Livedrive abgegeben und da haben die halt alle Accounts dicht gemacht.
    Cachy hat von vornherein davon abgeraten, weil er das mit den 512 GB für unsinnig/unseriös hielt. Glück gehabt – ansonsten hätte er zu einem Betrüger geraten Wobei die Speichernutzer ja dann keinen Schaden erlitten haben, wenn es ihnen noch schnell gelang, ihre Daten unterzukriegen. Und genau das funktioniert nicht besonders gut, wie ich feststellen mußte (ich habe auf diese Weise halbautomatisch eine große Menge PDF-Dateien von einem zum anderen Rechner geschaufelt).

  18. Also die eigenen Kunden immer schön auf den kostenfreien Platz von LiveDrive verteilt? – schöne Geschäftsidee… Wie von Caschy halt schon angemerkt – zu schön, um wahr zu sein…

  19. Adrian
    Deine Idee perfektioniert das Geschäftsmodell sogar noch etwas. Monatlich den eigenen Kunden – vorzugsweise automatisiert – einen neuen Acccount geben und natürlich automatisch die Daten rüberschaufeln.

    nein … ich denke so weit ist da gar nicht gedacht worden. Vermutlich haben die einfach nur von ein paar hundert Leuten, die Geld überwiesen haben, dieses eingesackt und sich am Monatsende aus dem Staub gemacht. .

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