Warner Music Group: mehr Umsatz durch Streaming als durch Downloads

Musikstreaming ist die neue Form des Hörens musikalischer Klänge. Noch relativ jung, verbreitet sich Streaming immer schneller und löst andere Vertriebsformen ab. So wie es die CD seinerzeit mit Schallplatten gemacht hat und so wie es Downloads mit den CDs angestellt haben. Dass Streaming auch Einnahmen bringen kann, zeigt nun die Warner Music Group. Im aktuellen Quartal konnte der Publisher erstmals mehr Umsatz durch Streaming als durch digitale Downloads erreichen.

Spotify all offline

Das erklärte Stephen Cooper (CEO Warner Music Group) bei der Verkündung der (positiven) Quartalszahlen. Genaue Zahlen zum Verhältnis Downloads und Streaming gab er aber nicht bekannt:

„Notably, in this quarter we saw continued growth in streaming revenue which surpassed download revenue for the first time in the history of our recorded music business. Our commitment to being at the forefront of industry change as well as our ongoing investment in artist development is the foundation of our continued success.“

Für die Streaming-Anbieter sind solche Bekenntnisse der vorsichtigen Musikindustrie natürlich sehr gut, sind sie dadurch direkt in einer stärkeren Verhandlungsposition. Bedenkt man nun noch, dass Streaming immer noch am Anfang steht, sind das durchaus positive Aussichten, sowohl für die Streaming-Anbieter, als auch für die Musikindustrie, die sich nach Erfolgsgeschichten leichter zu einem Umdenken bewegen lässt.

(Quelle: Warner Music Group)

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

16 Kommentare

  1. Auf der re:publica hat ein Vertreter der IFPI noch rumgeheult, dass Streaming beim Umsatz nur 5% ausmache, die physischen CDs noch 50%. Jetzt ist Warner nicht die gesamte Industrie, aber ich würde mich wundern, wenn das bei den restlichen großen Labels anders wäre …

  2. Ich hoffe nur, daß mein Musikgeschmack vor dem Streamingwahn verschont bleibt. Ich ziehe hohe Klangqualität auf CD mit selbstgerippter Version für unterwegs definitiv vor, denn die behalte ich weiterhin wenn der Dienst pleite geht oder ich das Abo nicht mehr haben möchte oder ich aus was für Gründen auch immer einfach offline bin. 60-120 Euro im Jahr, dafür bekomme ich schon ein paar CDs gekauft. Wie gesagt, für meine (nicht mainstream Musikrichtung). Wer einfach nur Charts hört, ist sicherlich zurecht erfreut.

  3. @Fraggle: wer den Besitz als Vorteil sieht, hat das Angebot nicht verstanden. Wer sich über mehr als 2,80 Euro für Spotify Premium beklagt, ist nur zu faul zum Lesen.

  4. Christoph says:

    @Arthur: Und wie hast Du das realisiert?

  5. @Fraggle: der vorteil von Spotify und co. ist, dass ich ohne schwierigkeiten neue Musik (egal welche Richtung) entdecken kann. Das gilt auch für Richtungen, wie sie Yndi Halda und Co anbieten. Die Auswahl ist größer als das was man durch Cds bekommt.

  6. Immer wieder lustig, wie sich manche über Veränderungen ärgern und sich vehement dagegenstemmen. CD wird früher oder später wohl ein Nischenprodukt werden, genauso wie es jetzt die gute alte Vinyl ist.

    Soll doch jeder das nutzen was für er für sich am besten findet. Ich sammle leidenschaftlich Vinyl und besitze davon reichlich, diese lassen sich nun mal schwer mobil genießen. Ein Streamingdienst ist darüber hinaus eine super Ergänzung und ich liebe die Vielfalt welche diese mit sich bringen und wer immer noch glaubt das dort „nur“ Mainstream zu finden ist, der hat noch nie wirklich reingeschaut.

    Sicherlich gibt es bestimmte Labels, Künstler und Rechteinhaber welche sich kategorisch gegen solche Vermarktung aussprechen aber die sind entweder schon über das gröbste hinaus (sprich haben Ihre Schäfchen im trockenen) oder aber werden in Zukunft in die Röhre schauen, weil nun mal das Leben Geld kostet und erst ab einer kritischen Masse sich auch künstlerische Arbeit wirklich lohnt. Und um diese zu erreichen muss man auch mal links und recht der Wege schauen wie man dort neue „Kunden“ abgreifen kann.

    Und das Qualitätsgedöhns-Gequatsche beim besten Willen, schlecht komprimiert ist schlecht komprimiert okay, aber gerade heute laufen sind die Streams nicht mehr mit 32kbit/s die Zeiten sollten doch nun wirklich vorbei sein oder.

  7. zoidberg says:

    @Arthur: Das hat doch nichts mit „zu faul zum lesen“ zu tun. Was du vorschlägst ist zumindest von Spotify nicht so vorgesehen und sicherlich irgendwo in einer Grauzone. Über die 2,80€ im Monat werden sich Musiker und Plattenlabels sicherlich auch freuen, wahnsinnig viel Geld … nicht. Ich verstoße weiterhin sicherlich auch gegen die Paypal-Richtlinien mit deinem Vorschlag und bräuchte zudem noch eine zweite Kreditkarte. Irgendwie ein blöder Vorschlag finde ich …

  8. @Arthur Leser auslachen, sie hätten etwas nicht verstanden, aber dann selbst noch halb klauen. Echt ma Keule, das ist wahrhaft großes Kino.

  9. Man solle sich nicht täuschen lassen: Dass ein grosser Konzern mit Streaming mehr Umsatz macht, heisst nicht zwingend, dass denn hinten für die Künstler mehr rauskommt dabei.

    Es gibt ja unterdessen nicht wenige Musiker, welche ihre Musik für Streaming NICHT mehr zur Verfügung stellen, weil es sich eben für sie am Ende der Kette nicht lohnt. Scheint als ob die Musikkonzerne fürs Streaming nochmals zusärtliche „Umtriebsentschädigungen“ einkassieren.

    Der altbekannte CD-Kauf ist immer noch bevorzugte Wahl, wenn Du etwas dauerhaft rechtlich besitzen willst (iTunes zB gehört Dir nix, Du hast nur Lizenz zum Hören, auch die kann entzogen werden).

  10. Arthurs Vorschlag ist recht innovativ – aber wohl jenseits der Grenze der Legalität. Mindestens jenseits der Fairness. Stellt sich die Frage, ob man den Beitrag entfernt, bevor Paypal, Spotify, etc darauf aufmerksam werden und juristische Schritte einleiten ?

  11. @dch36: Genau welche juristische Schritte sollten dabei eingeleitet werden? Und vor allem gegen wen genau? Arthur? Mit der Email-Adresse barack.obama@whitehouse.com?

    Davon abgesehen ist Arthur nicht der erste der sich mit dem Thema befasst. Dazu gibt es schon etliche Diskussionen, jetzt zu glauben hier caschys blog würde dann auf einmal PayPal und Spotify aktiv werden ist dann doch recht naiv.
    Welche „wichtigen“ Musiker bis auf Taylor Swift haben denn diesen Schritt gemacht?

  12. Konstatin R. says:

    Ist echt lächerlich, was so einige hier vorbringen. Moralische Bedenkenträger mit komischen Ansichten, wie „man“ sich richtig zu verhalten hat. Kostet ja nichts, das hier zu bekunden, gell?

  13. Gab eine Menge schlauer leute, die sich ausländische Spotify-Gutscheine über 12 Monate billigst gekauft haben. Spricht ja eigentlich nichts dagegen, gibt kein Gesetz, das das verbietet. Lustig aber, wie sie sich aufregten, als Spotify dann mit Hinweis auf AGBs nach wenigen Monaten das Konto sperrte.

    Gute News übrigens, das wird hoffentlich das Gejammer etwas eindämmen. Streaming ist wohl doch ein gutes Geschäft, Überraschung…

  14. Ich denke auch das Streaming die Zukunft ist und jeder der sich dagegen entscheidet nicht rechnen kann. Denn wenn ich eine MP3/CD kaufe, zahle ich nur einmal und nie wieder. Beim Streaming jedes mal wenn ich mir das Lied anhöre. Im ersten, zweiten, dritten usw Jahr.
    Außerdem kann man überall mal reinhören und entdeckt immer wieder was neues. Gefühlt jede zweite Woche entdecke ich einen neuen Künstler. Wenn ich mir noch (nur) CDs kaufen würde, wären es nicht mehr als 12 im Jahr….

  15. Was die meisten beim Streaming falsch verstehen:
    Wer Streamt sollte sich auch ein Album kaufen was er liebt um es physisch zu besitzen. Dass Downloads kannibalisiert werden wundert mich nich. Und dass Vinyl im Aufwind ist weil Vinyl extrem physisch ist ( man fühl es beim auflegen mehr als ne CD) wundert auch nicht…

    Es geht darum dass man als Fan den Künstler unterstützt!