VPN-Anbieter wie Zenmate & VPN Unlimited wegen unzureichendem Urheberrechtsschutz verklagt

Des einen Freud ist des anderen Leid. In Bezug auf VPN-Dienste kann man dies sicher auch behaupten, denn wo jene vor allem für Privatanwender ein gern genutztes Mittel zum Verschleiern von ihren Online-Aktivitäten sind, können sie aufgrund von Piraterie für Urheberrechtsinhaber schnell zum Problem werden. Darum gibt es schon seit Jahren immer wieder Klagen, unter anderem aus der Filmindustrie, die es den Betreibern von VPN-Diensten auferlegen wollen, dass sie beispielsweise Verbindungen von Abonnenten, die regelmäßig illegalen Aktivitäten nachgehen, kündigen.

Und erneut haben sich einige unabhängige Studios zusammengetan, um gegen die vier Betreiber Surfshark, VPN Unlimited, Zenmate und ExpressVPN zu klagen. Neben Schadensersatz fordern die Filmemacher, dass die VPNs Piratenseiten blockieren und individuelle Nutzerdaten aufzeichnen. Eine Antwort der jeweiligen Unternehmen stehe bislang noch aus, so TorrentFreak.

Ein Problem sei auch, dass entsprechende VPN-Betreiber teils groß damit werben würden, regionale Beschränkungen von Netflix und Co. zu umgehen, damit die Abonnenten jener Dienste auf Inhalte zugreifen können, die eigentlich für ihre Region nicht zugänglich sein sollten. Ebenfalls könnten VPN-Dienste verwendet werden, um anonym Raubkopien per BitTorrent zu beziehen. Nach Ansicht der Filmgesellschaften könnten VPNs doch einfach Nutzerdaten protokollieren, um herauszufiltern, welche Abonnenten tatsächlich ein entsprechendes Verhalten an den Tag legen.

Darüber hinaus fordern die Filmstudios eine Anordnung, welche die VPN-Unternehmen verpflichtet, die Konten von Abonnenten zu kündigen, für die sie innerhalb von 72 Stunden drei eindeutige Urheberrechtshinweise erhalten, sofern der Abonnent keinen Einspruch einlegt.

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14 Kommentare

  1. Also in Grunde möchte man hier den Sinn und Zweck (kein loggen) von VPN komplett zerreißen.

    • Sinn und Zweck eines VPN ist m.E. eine verschlüsselte Verbindung. Längst nicht jeder Anbieter unterlässt es, Nutzungsdaten (temporär) zu speichern. Abgesehen davon wird doch niemand ernsthaft in Frage stellen, dass solche Dienste mehrheitlich für genau die o.g. Zwecke genutzt werden. Dass die Rechteinhaber da versuchen, einen Fuß in die Tür zu bekommen, ist nicht verwunderlich – und aus deren Sicht auch völlig nachvollziehbar.

      • „Abgesehen davon wird doch niemand ernsthaft in Frage stellen, dass solche Dienste mehrheitlich für genau die o.g. Zwecke genutzt werden.“

        Doch, ich. Ich wage auch zu bezweifeln, dass Du Deine gefühlte Wahrheit mit Zahlen belegen kannst. Ich kann Dir hingegen sagen, dass es recht unwahrscheinlich ist anzunehmen, zig Millionen VPN-Konsumenten nutzten diese Dienste, um Filme illegal zu beziehen. Dienste wie VyprVPN sind zum Beispiel aus völlig anderen, explizit gesellschaftlich und politischen Gründen am Markt. Und an den aktuellen Entwicklungen in China sieht man auch, weshalb VPN wichtig sind. Denn dort will man VPN-Anbieter und die Nutzung von VPN für die Bevölkerung komplett verbieten. Eben weil dann die Kontrolle über Daten nicht nur bei staatlichen Stellen, sondern auch bei den Leuten liegt, denen die Daten gehören. Das ist der Inbegriff von Datenschutz und die absolut notwendige Basis für eine freiheitliche Staatsordnung, in der nicht Macht, sondern die Rechte des Individuums im Fokus stehen.

        Hier auch ein interessantes Paper zum Thema von golden frog:

        https://www.goldenfrog.com/de/about-us/vision-paper

        • Nun ja, deine Auffassung dazu ist ja im Grunde auch nicht mehr als eine „gefühlte Wahrheit“, die du sicher ebenso wenig belegen kannst. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass diese Dienste überwiegend nicht für die oben genannten Zwecke genutzt werden. Das sagt mir einfach meine inzwischen langjährige Erfahrung, die ich auch heute immer noch bestätigt sehe. Allerdings räume ich ein, dass ich die Nutzer, die so ein VPN aus den von dir genannten Gründen nutzen, dabei tatsächlich nicht im Auge hatte. Aber das war ja auch nicht der Kern des hier diskutierten Artikels, insofern habe ich das auch nicht weiter bedacht.

          • Darauf wollte ich auch nur hinaus. Deine „langjährige Erfahrung“ sagt Dir etwas anderes als es meine langjährige Erfahrung mir. Insofern ist die Betrachtung der „Mehrheit der VPN-Nutzer“ immer eine gefilterte Wirklichkeit. So kann man per se nicht von der einen wie der anderen Mehrheit ausgehen, solange man keine konkreten Zahlen davon hat. Eben nur, weil man es so „fühlt“.

            Insofern halte ich auch die Forderung für dreist, dass VPN-Anbieter grundsätzlich mitprotokollieren sollen, was ihre Nutzer tun und Vergehen ahnden. Das halte ich für einen Generalverdacht, den ich wie gesagt so nicht ungeprüft hinnehmen will. VPN haben noch andere Einsatzzwecke, als die vorgegebenen. Zudem widerspricht das den Grundsätzen unserer Rechtsordnung im Sinne der Unschuldsvermutung. Darüber hinaus sollen privatwirtschaftliche Unternehmen hier Ankläger, Richter und Henker zugleich sein. Wo sind wir denn hier? Gilt nun wieder das Recht des Stärkeren? Dann hole ich gleich mal meine Keule aus dem Keller.

      • So ein Unsinn. Weil die gierige Filmindustrie mal wieder den Hals nicht voll bekommt, willst du also Regimekritikern aus China, Weißrussland, dem Iran und andren totalitären Staaten die Möglichkeit rauben ihre Meinung frei zu äußern? Wie wäre es mal damit das Hirn einzuschalten, nachzudenken und über den Tellerrand zu schauen anstatt jede Dummheit nachzuplappern?

  2. das letzte zucken der filmindustrie.. die musikindustrie hat sich schon weiterentwickelt.

  3. Welche Unternehmen sind das genau? Constantin Film blockiert ich bereits und gucke mir von denen auch nichts mehr an

    Leute die sich das leisten können, schauen sowieso nicht illegal. Meistens machen das nur Leute die sich das nicht leisten können oder eben Inhalte schauen, die es hier nicht gibt. Kultur ist halt für jeden da (meine Meinung)

    • Das sind die klagenden Unternehmen:

      „MILLENNIUM FUNDING, INC., SCREEN
      MEDIA VENTURES, LLC, VOLTAGE
      HOLDINGS, LLC, MILLENNIUM MEDIA,
      INC., PARADOX STUDIOS, LLC,
      DALLAS BUYERS CLUB, LLC,
      WONDER ONE, LLC, FW
      PRODUCTIONS, LLC, MILLENNIUM IP,
      INC., I AM WRATH PRODUCTIONS,
      INC., FAMILY OF THE YEAR
      PRODUCTIONS, LLC, AMBI
      DISTRIBUTION CORP., KILLING LINK
      DISTRIBUTION, LLC, BADHOUSE
      STUDIOS, LLC, LF2 PRODUCTIONS,
      INC., LHF PRODUCTIONS, INC.,
      LAUNDRY FILMS, INC., VENICE PI,
      LLC, RAMBO V PRODUCTIONS, INC.,
      SPEED KILLS PRODUCTIONS, INC.,
      NIKOLA PRODUCTIONS, INC.,
      BODYGUARD PRODUCTIONS, INC.,
      OUTPOST PRODUCTIONS, INC.,
      HITMAN 2 PRODUCTIONS, INC. and
      MORGAN CREEK PRODUCTIONS, INC“

      Quelle: https://torrentfreak.com/images/vpn-movie-suit.pdf

  4. Ich bin sogar für ein Recht Geo-Bllockaden z. B. per VPN umgehen zu dürfen. Das ist m. E. ‚Teil des Grundrechts auf freien Informationszugang. Ich erinnere an einen Staat namens „DDR“ der einige megawatt elektrischer leistung in die Luft ballerte um mittels Störsendern den Empfang des RIAS Berlin in der ostzone zu verhindern. Nichts anderes ist heute Geo-Blocking, menschen in bestimmten Teilen der Welt sollen daran gehindert werden sich frei zugang zu Inhalten z. B. US-Radiosendern zu verschaffen. Früher auf der Kurzwelle war allein die Ionosphäre der begrenzende Faktor , wenn ich einen Sender aus Fernost , Südamerika oder USA technisch empfangen konnte war sein Programm für mich offen zugänglich. Das gehört wieder garantiert , notfalls mittel VPN oder anderer Blockade -brechender maßnahmen. Hier ist mir persönlich die Frage der Pseudo-Logalität egal. ich will so frei (Interneet-)Radio hören können wie früher auf der Kurzwelle – dafür braucht es eben auch VPN .

    • Einige VPN-Anbieter werben in Deutschland sogar damit, dass bestimmte VPN-Anbietern es deutschen Staatsbürgern bei Aufenthalt im Ausland erlauben, die Mediatheken der ÖR zu nutzen. Also dass man von seinem Recht Gebrauch machen kann, einen solidarisch bezahlten Service überhaupt nutzen zu können. Alleine dass man dann nochmal dafür zahlen muss, zeigt mir die Absurdität solcher nationalen Grenzen. Alles will heute global, international und flexibel sein. Und bei so vielen Themen zieht man sich immer wieder auf nationalstaatliche Prinzipien zurück. Das ist doch Käse, ich sag nur als weiteres Beispiel mal PD A1 Formular.

      • Das ist tatsächlich eine legale Anwendung, aber dafür braucht niemand nen VPN-Anbieter. Einfach eine VPN-Verbindung nach Hause aufbauen und mit deutscher IP genießen. Kostet gar nichts.

        • Nicht jeder hat die Möglichkeit eine VPN Verbindung nach Hause aufbauen zu können. Hier sind VPN Anbieter grundsätzlich eine gute Möglichkeit.
          Die andere Problematik liegt in der mißbrächlichen Nutzung vieler VPN Anbieter. Hier kann es aber nicht sein die VPN Anbieter in die Pflicht zu nehmen sondern eher die Quellen die mal ihr Geschäftsmodel überdenken sollten. Sonst ergeht es denen so wie den Dinosaurier.
          Sie sterben aus

        • Sag das mal jemandem, der für die Installation des Telekomrouters einen Techniker bezahlt hat! Es gibt sehr viele Menschen, für die das keine Option ist. Eben, weil sie sich mit Technik nullkommagarnicht auskennen.

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