Vodafone-Pässe: Nun soll der Europäische Gerichtshof entscheiden

Nachdem die Deutsche Telekom bereits Änderungen an ihrem StreamOn-Angebot vornehmen musste, um damit nicht mehr gegen geltendes EU-Recht zu verstoßen, wird auch Vodafone (erneut) dazu gedrängt, die eigenen Vodafone-Pässe anzupacken. So hat das Verwaltungsgericht Köln jetzt nämlich Zweifel an der Vereinbarkeit der Vodafone-Pässe mit geltendem EU-Recht angemeldet und sich diesbezüglich an den Europäischen Gerichtshof gewandt.

Kurz gesagt geht es nun noch einmal darum, dass die Tarifoption „Vodafone Pass“ dafür sorgt, dass das durch Partnerprodukte verbrauchte Datenvolumen nicht auf das Inklusivdatenvolumen des laufenden Tarifs angerechnet wird – zumindest im Inland. Genau hier sieht man aber den Bruch mit der europäischen Rechtssprechung. Im EU-Ausland wurde das verbrauchte Volumen weiterhin auf das Inklusivdatenvolumen angerechnet. „Wurde“, weil Vodafone längst gegengesteuert hat und ab dem 13. Dezember dieses Jahres seine Pass-Option im europäischen Ausland anpassen will. Die Pässe werden demnach auch im EU-Ausland nutzbar gemacht, mit der Einschränkung, dass ihr dort maximal 39 GB Datenvolumen mit dem Pass verbrauchen dürft, bevor euch das verbrauchte Volumen dann doch wieder angerechnet wird.

Demnach sollte die Sorge des Gerichts, ob die Beschränkung der Tarifoption auf das Inland mit dem in der Roaming-Verordnung enthaltenen Verbot vereinbar ist, für Roaming-Dienste im europäischen Ausland ein zusätzliches Entgelt gegenüber dem inländischen Endkundenpreis zu verlangen, eigentlich schon im Keim erstickt sein. Das Gericht möchte hier jedoch auch geklärt haben, inwieweit der Vodafone-Pass überhaupt einer Nutzungsgrenze im Ausland unterworfen werden darf.

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Benjamin Mamerow

Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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9 Kommentare

  1. Alle solche Angebote gehören im Hinblick auf die Netzneutralität meiner Meinung nach verboten.

    • Volumenbeschränkung und Drosselung gehören verboten, insbesondere, wenn irgendwas Flat heißt. Abrechnungseinheiten von 10 oder gar 100 kByte gehören verboten, wenn man schon Volumenpakete verkauft. Und einein Unterschied zwischen Inland und EU-Ausland gehört ebenfalls verboten, inbesondere so Klauseln, wie dass man alle drei Monate im Heimnetz eingeloggt sein muss oder dergleichen.

      • Und du zahlst für alle die Zecke oder wie?
        Eine Unterscheidung zwischen In und Ausland ist Bullshit, würde sonst kein einziger mehr auch nur 1Cent in D zahlen sondern sich im Billigausland mit Karten eindecken und diese in D nutzen. Wie soll aber das Netz (Strom, Leitungen, Reparaturen, Upgrades, Neubau…) bewerkstelligt werden wenn in D keiner mehr zahlt?
        SO N BULLSHIT HÖRT MAN LEIDER ZU HÄUFIG IN LETZTER ZEIT VON IDIOTEN die sich vermutlich auch noch beschweren das sie verstrahlt werden und sonstigen Mist.

        • Du magst zweifellos Recht haben – aber komm mal wieder Runter…

          • Er hat noch nicht mal Recht… Deutschland hat horrende Preise für Internet/Mobilfunk für nicht mal durchschnittliche Leistung. Der Name Flatrate suggeriert außerdem eine Einmalzahlung für eine pauschale Leistung – die so nicht korrekt erbracht wird. Upgrades und Neuausbau sind im Vergleich zu anderen Nationen in Westeuropa schleppend und zu teuer. Und der Grund warum wir nicht einfach günstigere Karten im Ausland erwerben/nutzen können ist schlicht Lobbyarbeit.

            Von den moralischen/Datenschutz Aspekten gegen Deep Packet Inspection gar nicht angefangen.

            Auch inhaltlich sind seine „Argument“ unzureichend. Von ad hominem („IDIOTEN“) bis zum non sequitur/Strohmann („sie verstrahlt werden“) ist alles dabei, nur kein Inhalt.

    • Und wieso sollte so ein Angebot gegen die Netzneutralität verstossen? Die Optionen wirken sich doch nur auf den Datenverbrauch aus, nicht auf die Datengeschwindigkeit/-qualität.
      Ist dein Vertragsvolumen aufgebraucht, hilft Dir auch die StreamOn Option nichts mehr

      • Wie findet der Provider raus, welche Daten für den Datenverbrauch angerechnet werden müssen und welche nicht? Welche Probleme könnten im Wettbewerb daraus folgen, wenn StreamOn nur eigene Angebote des Anbieters unterstützt würde?

    • Währe gut denn das helbet diese definitiv aus.

  2. wenn ich an die ganzen Lücken im Mobilfunknetz denke und an die damit verbundenen Probleme (die im Ausland auch auftreten können), frage ich mich, wie man im Urlaub zB 39 GB verbrauchen kann zum Musik hören oder Filem schauen (schon eher). hat man dann nix Besseres zu tun?

    wieviel Musik zB muss man hören für diese Datenmenge?

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