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Vodafone: Jahresrückblick & Ausblick aufs kommende Jahr – 5G-Ausbau und 3G-Abbau

Kurz vor Jahresende wirft Vodafone einen Blick auf das vergangene Jahr und gibt einen Ausblick auf Pläne, die man bereits für 2021 parat hat. Ihr ahnt es schon, da wird viel in Sachen 5G, 5G und 5G dabei sein – nein Vodafone hält da keine Apple-Keynote 😉 – wichtig im kommenden Jahr dürfte jedoch für den Verbraucher auch die Abschaltung von 3G sein. Zudem hat man sich weitere Ziele gesetzt. Aber der Reihe nach.

Wir blicken zurück auf ein Jahr, welches vielerorts Digitalisierungslücken aufwarf und den Stellenwert von Digitalisierung in einer derzeitigen, funktionierenden Gesellschaft vor Augen führte. Die Pandemie hat auch in einigen Bereichen dafür gesorgt, dass derartige Lücken angesprochen werden und auf Agenden landeten – Vodafone führt dies euphemistisch als „Digitalisierungsbooster“ auf.

Wohin der Weg für Vodafone in 2021 gehen wird? Klar, dass hier etwas mit „5G“ folgen muss: Bereits Stand jetzt hat Vodafone in mehr als 800 Städten und Gemeinden „5G in Betrieb genommen und 5.000 Antennen an 1.600 Mobilfunkstationen für 5G fit gemacht“. Genaue Zahlen, welchen Anteil davon lediglich DSS (Dynamic Spectrum Sharing) einnimmt, macht man da nicht. Vermutung: Einen Großteil. Bis zum Jahresende in 2021 möchte man das 5G Netz nach eigenen Angaben jedoch verdoppeln um 5G für „mindestens 30 Millionen Menschen“ – entsprechendes Endgerät natürlich vorausgesetzt – „nutzbar zu machen“.

Nicht nur Kunden mit „modernen“ 5G-Smartphones profitieren, im vergangenen Jahr hat sich Vodafone auch weiter um einen 4G-Ausbau bemüht. Das bestehende LTE-Netz konnte man mit 11.000 LTE-Bauprojekten verdichten, so Vodafone. Auch in 2021 bleibt 4G weiterhin ein wichtiges Thema: Im Frühjahr wird LTE im 2100er-Band mit weiteren 5 MHz geschaltet, jenes Frequenzband hatte sich Vodafone 2019 bei der Auktion der Bundesnetzagentur gesichert.

4G ist auch deshalb noch Thema, da man in 2021 plant,3G in den Ruhestand zu schicken. Die Thematik kommt nicht überraschend, hatte man bereits im Mai 2020 einen konkreten Zeitplan vorgelegt. Die Fakten nochmals in aller Kürze: Vodafone schaltet am 30. Juni 2021 das 3G-Netz ab, die freigewordenen Kapazitäten schustert man dem 4G-Netz zu. Die technische Vorbereitungsphase dazu schließt man bereits im Frühjahr 2021 ab. Bis Jahresende hat man bereits 16.000 Stationen angefahren und vorbereitet.

Ähnlich wie es nun mit 5G ist, war es lange Zeit auch mit 4G: Die Tarife waren nicht für das „höherwertige“ Netz freigeschaltet. Vodafone hat im Zuge der 3G-Abschaltung bereits alle Partner für den LTE-Zugang freigeschaltet, daran soll es also nicht scheitern. Die Zahl der 3G-nutzenden Kunden konnte man, so Vodafone, seit Frühjahr von 3 auf 2 Prozent senken. Derzeit macht das 3G-Netz nur noch 2,5 Prozent des mobilen Datenverkehrs im Vodafone-Netz aus – im Frühjahr lag man hier noch bei 5 Prozent. Anrufe und SMS weiterhin über 2G (GSM) möglich. Jenes bleibt auch für Funktionen wie eCall noch am Netz. Einige Tipps hat Vodafone zudem an dieser Stelle aufbereitet, auch listet man günstige Einsteigergeräte fürs 4G-Netz.

22 Millionen Haushalte sind potenziell an das Kabelnetz von Vodafone anschließbar. In 13 Bundesländern hat Vodafone die Umrüstung auf DOCSIS 3.1 in diesem Jahr bereits vollendet: Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Saarland. Bis Mitte 2021 sollen auch Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg vollständig mit DOCSIS 3.1 versorgt sein. Auf 24 Millionen potenzielle Gigabit-Haushalte kommt man dann. Zudem: Für Kabelkunden verdoppelt man die Upload-Geschwindigkeit auf bis zu 100 Mbit/s.

Auch in Sachen Glasfaserausbau soll es weitergehen: Bisher versorgt man lediglich 150.000 Haushalte und 23.000 Unternehmen. Fokus im Ausbau 2021 liegt jedoch auf geförderten Gemeindeprojekten und in Gewerbegebieten – wenn denn die Kundennachfrage stimmt.

GigaTV hat man in diesem Jahr bekanntlich auf den Apple TV gebracht. In 2021 möchte man die nächste Generation der TV-Plattform GigaTV einläuten und Horizon TV bei Kunden in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen vollständig ablösen. Der Fokus solle jedoch aufgrund geänderter Nachfrage weg vom linearen Fernsehen hin zu „Unterhaltung auf Abruf gehen“. Inhalte aus dem Kabelfernsehen werden in Zukunft „noch stärker mit Inhalten verknüpft, die über das Internet auf den großen Bildschirm im Wohnzimmer kommen“. Künftig weite man auch die TV-Infrastruktur mit einem neuen Zentrum in Kerpen bei Köln auf. Den dort ansässigen Technik-Standort rüstet Vodafone in 2021 zum zentralen Sendezentrum auf, welches die „Verbreitung der Rundfunk- und TV-Signale im Vodafone-Kabelnetz“ handhabt.

Zu guter Letzt noch ein Blick in die nächsten Jahre in Sachen Klimaschutz: In 5 Jahren möchte Vodafone klimaneutral werden, bis 2040 emissionsfrei. Netze versorgt man mit grünem Strom. Der verbrauchte Strom soll durch verbesserte Energieeffizienz dank neuer Technik oder Abschaltung alter Systeme gesenkt werden.  Einige Mobilfunk-Masten werden beispielsweise mit integrierten Wind- und Solaranlagen betrieben. Auch seine Fahrzeugflotte plant Vodafone zu elektrisieren.

Das Echtzeit-Netz überträgt die gleiche Datenmenge mit fast 80% weniger Energie als sein Vorgänger 4G (LTE). Mit dieser Effizienz-Strategie konnten allein in 2019 mehr als 31 Gigawattstunden (GWh) Energie eingespart werden. Dies entspricht dem Jahresverbrauch von etwa 9.000 Haushalten. Auch LTE ist deutlich energieeffizienter als 3G und verbraucht für die gleiche übertragene Datenmenge rund 7x weniger Strom.

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