Verschwörungstheorien rund um 5G: Die Deutsche Telekom kontert

Verschwörungstheorien haben aktuell Hochkonjunktur. Das liegt wohl auch daran, dass viele Menschen in der Corona-Krise mehr Zeit zum Nachdenken hatten und sich in manchen Kreisen der Bevölkerung eine gewisse Unzufriedenheit ausgebreitet hat. Problem: Wenn im Kopf nicht viel drin ist, kommt auch beim Nachdenken nicht viel raus. Das betrifft auch manch krude Verschwörungstheorie um den Mobilfunkstandard 5G. Die Deutsche Telekom versucht in einem Blog-Beitrag die Muster zu durchbrechen.

Zurate gezogen hat man für seinen Post die Internet- und Extremismusforscherin Josephine B. Schmitt, die als Forschungsreferentin am Center for Advanced Internet Studies (CAIS) in Bochum tätig ist. Schmitt erklärt, dass man lieber von „Erzählungen“ als von „Theorien“ sprechen solle: „Theorien müssen eigentlich widerlegbar sein. Und gerade Verschwörungserzählungen sind eben gar nicht darauf angelegt, widerlegbar zu sein.“

5G wird daher gerne mal als Strahlenwaffe oder Ähnliches tituliert. Dabei wird dann mit diffusen Begrifflichkeiten und Vorwürfen um sich geworfen wie „Schlachtfeldabtastung“, „phasengesteuertes Gruppenantennenradar“ und „Folter durch Mikrowellenstrahlung“. Gerne verweisen Verschwörungstheoretiker dann auf ein diffuses „Sie“, eine geheime Gruppe, welche dahinter stecke und natürlich durch und durch böse und manipulativ sei. Videos werden mit dramatischer Musik unterlegt und vermeintliche eigene Experten mit beknackten, nicht existenten Titeln versehen – eine beliebte Masche.

Statt überprüfbarer Fakten haut man verschwommene Phrasen heraus, welche vor allem darauf abzielen zu emotionalisieren und eine Solidarität aufzubauen – gegen eine diffuse Feindgruppe der heimlichen Machthabenden. Schmitt nennt ein Beispiel für einen beliebten Vorwurf gegen 5G: „Die Aussagen, dass Strahlen eine Bedrohung für die Biologie sind, oder dass die Biologie durch Strahlen beeinflusst wird – das ist so allgemein, dass man im Grunde keine Gegenbeweise liefern kann, um zu demonstrieren, dass das, was er gerade erzählt, gar nicht stimmen kann.“

Warum fallen viele Menschen dennoch auf solchen Quatsch herein? Das liegt an einem menschlichen Grundbedürfnis: „Menschen haben das Bedürfnis, sich komplexe Sachverhalte simpel erklären zu wollen. Und gerade in Krisensituationen liefern diese Verschwörungserzählungen eben einfache, in sich geschlossene Erklärungen.“ Im Grunde ist also der Hintergrund der gleiche, aus dem Menschen früher eben Blitz und Donner mit Göttern erklärten, die im Himmel ihrem Ärger Luft machten.

Das Ironische ist, dass der eigentliche Manipulierungswunsch, von den Köpfen hinter den Verschwörungstheorien ausgeht: „Sie wollen Menschen manipulieren, Staaten destabilisieren und verfolgen oft genug handfeste wirtschaftliche Interessen.“ Problem sei laut Schmitt, dass man Verschwörungstheoretikern aufgrund ihrer pauschalen und kruden Aussagen nur schwer konkrete Gegenbeweise vorlegen könnte. Tue man dies, würden sie wieder verdreht.

Gibt es solche Menschen in eurem Bekanntenkreis? Zum Glück sind derartige Denkweisen in meinem Umfeld selten, doch es gibt durchaus einige Kandidaten, die „anfällig“ für absurde Behauptungen sind. Eine (glücklicherweise ehemalige) Bekannte von mir verlangte etwa einmal, dass ich doch das Fenster öffnen möge, um die Wi-Fi-Strahlung zu entlüften, weil sie sonst Kopfschmerzen bekäme. Gerade der Bereich IT und Technik, in dem es viele komplexe Zusammenhänge gibt, ist wohl deswegen für abstruse Theorien anfällig.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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98 Kommentare

  1. Danke für den Beitrag

    • Ich bin froh dass wir in Deutschland relativ verschont bleiben von den 5G Verschwörungstheorien. Das findet alles am Rande statt. WHO/Bill Gates ist bei uns momentan eher das Lieblingsthema. In anderen Ländern hingegen eskalieren die 5G Märchen und da brennen regelmäßig Funktürme, besonders in England. Woran mag das liegen, dass das bei uns nicht so extrem ausufert… weil wir ein so schlechtes Mobilfunknetz haben und niemand den Unternehmen zutraut in absehbarer Zeit und brauchbares 5G aufzubauen? Ist es eigentlich nur in Deutschland der Fall, dass wir bereits größtenteils eine 5G-ready Antennen-Infrastruktur haben und dieses nun dieses Jahr einfach „angeknipst“ wird und somit am Ende des Jahres schon ein Großteil der Bevölkerung 5G nutzen könnte? Bzw wird auch im Ausland dieses 5G-light Modell praktiziert, also dass wie bei uns vorerst 3G/4G Frequenzen für die 5G Technologie genutzt werden und echtes 5G nur langsam ausgebaut wird (wie wir es von UMTS und LTE gewohnt sind)?

  2. Oh Caschy…. Was ist nur aus dem einstmal guten Blog geworfen….
    Du solltest nur noch selbst Artikel veröffentlichen. So wie zu Anfang.

    • Hier schreiben schon seit 10 Jahren andere Menschen mit. Und ich finde das richtig gut 🙂 Zumal du nicht einmal eine berechtigte Kritik anbringst.

      • Deswegen schrubte ich „wie zu Anfang“.
        Und du findest es gut, dass Mitmenschen quasi als dumm bezeichnet werden und ihre Ansichten krude seien? Diesen Stil kenne ich von dir selbst nicht…..

        Gruss Nik (5G-Befürworter)

        • André Westphal says:

          Verschwörungstheorien sind krude, deswegen nennt man sie auch Verschwörungstheorien, ich finde es eher gefährlich das dann nicht auch klar so zu benennen – falsche Rücksichtnahme legitimiert derlei verworrene Ansichten letzten Endes nur.

          Klar ist nicht jeder Verschwörungstheoretiker pauschal „dumm“, es gibt auch intelligente Menschen, die aus emotionalen Gründen oder Irrationalität auf so etwas hereinfallen. Da ist es dann der Moment, in dem der Kopf leer ist.

          • Bitte den Schwachsinn nicht mit „Theorien“ aufwerten. Verschwörungsmärchen passt besser.

          • +1
            Universalidioten gibt’s wahrscheinlich genau so wenige wie Universalgenies – jeder Mensch hat irgendwo seine Stärken und Schwächen. Menschen machen aber auch den Fehler, ihr Wissen aus Gebieten in denen sie sich gut auskennen auf Bereiche zu übertragen, wo das nicht zutrifft. Einfaches Beispiel: Kollege, studierter Informatiker, normalerweise ein schlauer Kerl, behauptete letztens es müsse richtigerweise Mund-Nase-Maske heißen, nicht Mund-Nasen-Maske. Weil Nasen im Plural hat man normalerweise nicht im Gesicht. Klingt erstmal logisch, besonders für Informatiker, die gerne alles schön per Algorithmus beschreiben: N hinten an’s Wort => Plural, das geht aber nicht, weil Nase pro Gesicht = 1.
            Allerdings ist das N in diesem Fall ein Fugenlaut, da sind die Regeln zwar nicht so starr wie bei der Pluralbildung, aber bei zusammengesetzten Substantiven, die den Genitiv und den Plural mit der Endung -en bilden, steht immer ein Fugen-n.
            Hat der Kollege nicht gewusst (ich übrigens früher auch nicht, bis mir meine Frau das erklärt hat :-), deswegen ist er nicht dumm, er hat nur sein Wissen falsch angewendet.
            Blöd wird es erst, wenn man sich selbst überschätzt und „besseres“ Wissen nicht annehmen kann, weil man der Hybris erliegt, schlauer als alle anderen zu sein. Leider gibt’s von den Leuten genug, sieht man auch hier im Forum recht oft, die Alles-idioten-ausser-mir Poster.

          • Jede Theorie zu einer Verschwörung ist eine Verschwörungshteorie.

            Wenn ich mich hier gleich mit meinem Partner verschwöre um meinem Nachbarn das Blumenbeet zu sabotieren ist das eine Verschwörung. … und wenn er etwas bemerkt und unser Zutun vermutet, entwickelt er eine Verschwörungstheorie.

            Sicher sind viele Verschwörungstheorien sehr dumm und albern, eine Theorie über eine Verschwörung ist aber natürlich nicht grundsätzlich irrational.

            Zum weiterlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Verschw%C3%B6rungstheorie

          • Natürlich sind Verschwörunsmärchen Unsinn, aber was Beldeigngen betrifft, sollte man sich zurückhalten. Man kann es immer noch als Märchen bezeichnen, aufklären und scharf kritisieren ohne zu beleidigen. Leider schaffst Du das odt nicht, wir hatten da auch schon mal was wo Du gezeigt hast, daß Du nicht diskussionfähig bist. Und das ist richtig übel, beleidigen und nicht diskussionsfähig.

            • Warum sollte man sich zurückhalten. Wer auf Youtube ein Video schaut und danach Schwachsinn verbreitet wie, die Erde ist flach, Gates ist für corona verantwortlich oder corona gibt es nicht. Ist dumm. Da braucht man auch nichts beschönigen.

        • Nik, wenn Leute einfasch nur noch absurd und krumm sind – wie soll man damit diskutieren? Nimm einen Flacherdler und fange an zu diskutieren – sinnlos.
          Insofern fand ich den Spruch in der Mitte gut. Denn – sorry – diese Leute SIND nunmal nicht sehr fähig im Kopf.

        • Ja, da gibt es durchaus einige Menschen, die ich als dumm bezeichne. Auch Maskenverweigerer (also die, die keinen Grund haben) finde ich dumm – zudem auch sehr unsozial. Und meine Denke und mein Wording war in früheren Zeiten wesentlich deftiger 🙂 Aber ich lerne ja auch dazu und werde „weiser“. Übrigens: Im Text steht nichts von „dumm“.

        • Ja diese Menschen sollte man als dumm bezeichnen. Denn dumme Menschen sind nun mal dumm. Man könnte natürlich auch diese Menschen auch reich an fehlendem Wissen und grundlegender Intelligenz nennen aber wie sagt man so schön A schas is a schas.

          • @kaba: Musste schas googlen und bin nun schlauer.

            • Ausnahmsweise ist so etwas zu schreiben glaube ich angebracht. Ich finde es toll dass ihr euch so entschieden dem entgegenstellt, vor allem auch als Team.

            • TierParkToni says:

              Zitat einer Postkarte : „Wenn ein Mensch stirbt, dann ist er tot.
              Er bekommt das nicht mit, nur die Mitmenschen um Ihn herum.
              Die sind dann meistens traurig…..

              Das selbe passiert, wenn ein Mensch dumm ist.
              Er bekommt das selber nicht mit, nur die Mitmenschen um ihn herum….“

              Ich hatte im ehemaligen Freundes- und Bekanntenkreis einige von den Däniken- oder Scalar-Wellen-Theorem-Anhängern – wie gesagt im „ehemaligen“. Von mir aus kann jeder glauben und meinen, was er will, nur bitteschön „gerettet“ soll/muss keiner werden, der das nicht will.
              DAS ist in meinen Augen das Problem an den ganzen Verschwörungs-Theoretikern : rettet die, die es gewollt werden wollen, nur lasst die in Ruhe, die es nicht (wissen) wollen.
              Dito bitte auch bei allen anderen extremen Weltanschauungen/Religionen/Philosophien.

              Soll jeder nach seiner Fasson selig werden, solange ich mein Schnitzel auf dem Teller, meinen Benzintank voll und meine Bude im Sommer kalt, im Winter warm und ganzjährig mit Strom und fließend Wasser habe – und mir eben genau das noch leisten kann.

              Wer mir aber aus seiner Überzeugung heraus diktieren will, wie ich mein Leben zu gestalten habe, der hat bei mir Pech gehabt : da setz ich alles dran, das der mir eben nichts zu sagen hat – im gesellschaftlichen Rahmen selbstverständlich (mit An- und Verstand).

    • Der Beitrag ist doch wirklich gut, treffend und amüsant geschrieben.

    • Danke für den Artikel! Sehr ich ganz genau so.

  3. Schöner Post

  4. Super Beitrag, echt traurig wie viele Menschen auf solche Theorien immer anspringen.

  5. WLAN-Strahlung zum Fenster raus lüften? Haha, das kannte ich noch gar nicht.

    • Heisst das im Gegeschluß, Fenster zu mehr Bandbreite?

      • Hmm…

        Minimal weniger Störsignale durch andere WLAN Netze? Oder anders gedacht, minimal besserer Mobilfunkempfang bei geöffnetem Fenster?

        • Falls du zufällig metallbedampfte Wärmeschutzverglasung (evtl. auch noch aus Drahtglas) hast, könnte ich mir das sogar fast noch vorstellen…… 😉

          • Ich habe keine Ahnung welche Art von Fenstern hier in der Nähe so verbaut sind. Aber aus Beobachtung, man bekommt es ja irgendwie mit, stellt sich so mancher zum telefonieren über das Mobilfunknetz ans Fenster oder geht direkt vor die Haustür/Balkon.

            Wahrscheinlich ist das aber entweder nur ein psychologischer Effekt oder es wird das Netz von O2 benutzt, welches hier eher schlecht ausgebaut oder überbucht ist.

            Jedenfalls ist es manchmal lustig zu beobachten, wie da versucht wird einen vermeidlich besseren Empfang zu bekommen. 🙂

  6. Hinter jeder kritischen Meinung wird sofort ein Verschwörungstheoretiker gewittert. Somit kann man die Meinung des gegenüber schön bagatellisieren…. wunderbar!

    „Die WHO hat letztes Jahr Handystrahlung als potenziell krebserregend eingestuft, wobei man auch da erstens das Wörtchen potenziell betonen muss – sie sagt also nicht, dass Handystrahlung krebserregend sei, sondern nur, dass es der Fall sein könnte….“

    „Es gibt diese sogenannten elektrosensiblen Menschen; deren Erfahrungen kann man auch nicht einfach beiseiteschieben. Möglicherweise reagiert ihr Körper tatsächlich empfindlich auf Strahlung, auch wenn sich das die Wissenschaft noch nicht richtig erklären kann – aber vielleicht gibt es da ja einen Effekt, den man nur noch nicht erkannt hat…“

    • Es gibt keine elektrosensiblen Menschen.

      • Quatsch, natürlich gibt es sie. Guck dir auf Netflix die Dokumentation ‚Better call Saul‘ an, da gibt es genug Beweise. Außer natürlich die von Bill Gates produzierte Folge, die das ganze mit dem Handy in der Jackentasche ins lächerliche ziehen will.

      • Nun ja, es gibt z.B. Menschen die außergewöhnlich stark auf einen Wetterumschwung reagieren. Es gibt Menschen, deren amputierte Gliedmaßen schmerzen. Selbst wenn es nur eine Kopfsache bei diesem Menschen mit der Sensibiltät sein sollte, dann ist es trotzdem eine Krankheit.
        Aber ist natürlich einfach mit dem Finger zu zeigen, alle als Spinner und Verschwörungstheoretiker abzustempeln. Zumal gerade sehr populär zusammen mit der Masse in diesem Land.
        Ich persönlich muss auch schmunzeln, wenn mir jemand etwas von einem Zusammenhang zwischen Corona und 5G erklären möchte.
        Aber Querdenken schadet nicht, die Medaille hat immer zwei Zweiten. Und ganz wichtig, nicht die eigene Meinung als das einzig Wahre hinstellen und jeden Andersdenkenden als Idioten darstellen.

        • “Nach den vorliegenden Ergebnissen […] kann das Phänomen der ‘elektromagnetischen Hypersensibilität’ nicht auf eine nachweisbare, biologisch begründete Empfindlichkeit gegenüber alltagsüblichen elektromagnetischen Feldern, die mit vergleichsweise nur sehr geringen Intensitäten weit unterhalb der empfohlenen Grenzwerten auftreten, zurückgeführt werden”.

      • So weit würde ich nicht gehen, ich glaube schon, dass es welche gibt aber bei 99,99 Prozent der Fälle ist es Einbildung.

        Weil es zu dem Thema perfekt passt:

        Bei uns in der Stadt war das ein Drama als die ersten 3G Antennen aufgestellt wurden. Was war da los, plötzlich hatten halbe Straßenzüge schlaflose Nächte und Kopfschmerzen. Unterschriften wurden gesammelt und Beschwerden beim Bürgermeister vorgetragen…

        Nur zu dumm, dass zu dem Zeitpunkt die Anlage noch nicht in Betrieb war – ja nicht einmal mit dem Strom verbunden….

      • Michael aus Berlin says:

        Oh doch, die gibt es, ich lebe mit einem zusammen. Meine Frau kann nicht sagen was genau es ist, aber dass da was ist, sie bekommt Kopfschmerzen davon udn Konzentrationsstörungen; sie hat mich oft gefragt wenn ich nach Hause kam „irgendwas ist anders, check mal ob Bluetoth oder WLAN an deinem Handy aus ist“. Ich, selber Techniker/Elektroniker, habe es erst nicht geglaubt, aber alle meine „Tests“ mit WLAN hat sie sofort bemerkt. Selbst wenn eines der DECT Telefone abends nicht in der Ladestation steht, bemerkt sie. Also behaupte nicht, dass es das nicht gibt, nur weil du es dir nicht vorstellen kann. Ich musste meine Meinung auch revidieren.
        Ich habe sogar mal vor Jahren, als ich noch als Elektromonteur arbeitet einem Kunden eine Netzfreischaltung für sein Schlafzimmer gebaut mit Schalter draußen, damit wurden alle Steckdosen und der Lichtkreis komplett freigeschaltet. Ich hätte mir vorher auch nicht träumen lassen, dass es Lezte gibt, die auf 230V bzw. 50 Hz reagieren, aber dieser Kunde war danach happy!
        Zusammenfassend aber kann ich sagen, dass ich erst einen männlichen, aber bestimmt ein dutzend weibliche elektrosensitive Menschen kennengelernt habe, also scheinen Frauen wohl empfänglicher dafür zu sein?

        • Michael aus Berlin says:

          Mist, noch Rechtschreibfehler drin!
          Kann man bitte in der zweiten Zeile aus dem „udn“ ein „und“ machen und aus
          „dass es Lezte gibt, die auf 230V …“ in „dass es Leute gibt, die auf 230V …“ ändern?
          Dies hier muss dann nicht freigeschltet werden.
          Danke!

          • Stephan W. says:

            werd mit deiner Frau mal anner Uni vorstellig. sollte sich das alles bewahrheiten, dürfte denen der Nobelpreis sicher sein.

        • Ado Recktenwald says:

          Dem kann ich mich absolut anschließen. Ich bin sehr technikafin (nerdig?) und musste doch meine Vorurteile zu Elektrosensibilität revidieren, nachdem ich jemanden kennen lernte, der daran leidet. Ich spreche mit den Leuten üblicherweise nicht über das Thema, weil Reaktionen wie jene hier irgendwann sehr ermüdend sind. Aber an einem Relativieren oder gar Lächerlichmachen mache ich sicher nicht mehr mit.

        • Also die Trefferchance bei WLAN/Bluetooth ist 50/50. Sofern ihr nicht in der Pampa isoliert wohnt, sitzt ihr sowieso in den WLAN Netzen der Nachbarn mit drinnen, wenn deine Frau dann explizit erkennen will, dass dein Handy WLAN an ist, obwohl es von allen anderen Netzen überlagert wird, wäre das schon sehr merkwürdig. Bluetooth dürfte innerhalb von abstrahlenden WLAN Netzen ohnehin nicht zu erfühlen sein-das wäre so, als würde man unter einer laufenden Dusche spüren, dass einen jemand mit einer Pumpspraydüse ansprüht…

          Wenn du rausfinden willst, ob sie das wirklich kann und nicht anstelle der Strahlung auf dein Verhalten reagiert, solltest du mal ein Programm schreiben, dass willkürlich per Zufall in einem bestimmten Zeitraum das WLAN anschaltet, eine zufällige Zeit laufen lässt und dann abschaltet und das mehrmals in dem Zeitfenster.

          Den Router stellst du so, dass deine Frau ihn nicht sehen kann (also das Lämpchen für WLAN). Sie soll dann jedesmal aufschreiben, wenn sie das WLAN spürt und wie lange es lief. Am Ende vergleichst du dann ihre Aufzeichnungen mit den Logs des Zufallprogramms.

          Ich bin ziemlich sicher, mehr als ein Zufallstreffer für an oder aus ist nicht dabei und sie wird kein einziges mal die Dauer exakt wiedergeben können. Gerade letzteres müsste sie aber, wenn sie wirklich sensibel wäre.

    • 1. Der Mobilfunk wurde als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft (= man weiß es nicht), aber nicht als „potenziell krebserregend“.
      2. Es war nicht die WHO selbst, sondern „IARC“und sie wurde deswegen auch zu recht kritisiert, weil die wissenschaftliche Methoden sehr fragwürdig sind.
      3. Selbst die IARC ist nicht überzeugt, dass Mobilfunk krebserregend ist, Zitat:
      „Es ist im Moment nicht eindeutig belegt, dass die Nutzung von Mobiltelefonen Krebs bei Menschen auslösen kann“, erläuterte Kurt Straif, Vorsitzender des Monografien-Programms der IARC.
      4. Ebenfalls sind eingelegtes Gemüse und Kaffee als ähnlich krebserregend eingestuft.
      5. Es gibt Mrd Menschen, die seit vielen Jahren Mobilfunk sehr intensiv nutzen, bisher konnte keine signifikante erhöhte Krebsgefahr nachgewiesen werden.

      Aber wenn man glauben will, das Mobilfunk, 4G und 5G krebserregend ist, dann glaubt man das auch weiterhin.

    • Das Problem ist doch eher, dass man andere Ansichten nicht mehr akzeptieren kann und Aussagen überinterpretiert.
      Wie du schon sagst wird die Aussage potentiell krebserregend meist so verstanden, dass es krebserregend ist. Dabei ist die Aussage viel mehr „Wir können nicht 100%ig ausschließen, dass es nicht der Fall ist“. In der Wissenschaft ist jede Theorie möglich, bis zum Gegenbeweis.

      • Eben. Zumal aus dem Grund sehr, sehr viele Dinge als potentiell krebserregend eingestuft sind.

        • TierParkToni says:

          Ebenso Wasser : zu wenig davon, und man stirbt – das gleiche gilt bei zu viel davon.
          Bei den Funkwellen sage ich immer, dass nicht die Dosis das Risiko ist, sondern die damit verbundene Lebensweise : Menschen, die durch die mit durch Funkwellen verbundenen Geräte Stress haben, und sei dieser auch nur unterbewusst, haben mit Sicherheit ein potentiell höheres Krebsrisiko als Menschen, die das kalt lässt bzw denen der Umgang damit keinen potentiellen Stress damit haben.
          Businesskasper-Handydauertelefonierer eben damit eher ein höheres Risiko als Tante Erna, die stundenlang von der Nordseeküste aus Ihre Enkelin in Garmisch anruft.

    • Wenn ein einzelner Mensch bzw. eine Gruppe von Menschen tatsächlich darauf sensible reagiert/en, müsste es sich ja beweisen lassen. Gibt es hierzu diesen Beweis? Gibt es Studien die das Belegen? Aber aktuell glaube (nicht wissen) ich da nicht dran, bis mir jemand mal so eine Menschen zeigt und man in Studien das bewiesen hat. Und wenn ein Mensch mich bittet das Fenster zu öffnen damit WLAN Signale raus können, dann kann er gleich wieder verschwinden. Als würde man solche Strahlen in einem Raum fangen.

      Zum Thema WHO:

      Ich glaube Alles im Leben hat irgendwie Auswirkungen. Auch die Sonne verursacht Krebs. Trotzdem gehen die Menschen an die frische Luft und lassen Sich von UV-Strahlen treffen. Wenn die WHO nun sagt, dass Sie vermuten, dass dies Krebs verursacht mag das gut sein. Da aber fast alles im Leben früher oder später Krebs verursacht ist die Relevanz erstmal niedrig.

    • Sorry, aber der erste Absatz ist natürlich Unsinn. Das akzeptable Meinungsspektrum ist schon sehr breit und man kann über viele Dinge abweichende Ansichten haben, das ist auch völlig in Ordnung so und wünschenswert. Wer aber wissenschaftlich völlig unhaltbare Thesen äußert wie die Flacherdler, der begibt sich in einen Bereich, in dem man eben nicht mehr ernst genommen wird, siehe Xavier Naidoo und Attila Hildmann. Das geht dann auch nicht als „kritische Meinung“ mehr durch.

  7. Also immer schön beherzigen was man schreibt: Wie Herr Schmitt erwähnt sind es keine Theorien und sollten darum auch nicht so bezeichnet werden, Wieso schreibt dann Andre weiterhin wiederholt im Text von Theoretikern? Nenne sie eben Erzähler, Idioten, Schwurbler, whatever, aber bitte nicht mehr Theoretiker. Dieser Begriff hat sich leider so festgesetzt und gibt dem ganzen einen sprachlich wissenschaftlich alternativen Anstrich.

    • André Westphal says:

      Ich hab überlegt, ob ich ihren vorgeschlagenen Begriff übernehme, allerdings ist die gängige Bezeichnung eben aktuell „Verschwörungstheoretiker“ und nicht „Verschwörungserzähler“ – daher bin ich bei dem geblieben, was gängig ist und aktuell jeder versteht.

      • Hallo André, (jetzt richtig geschrieben 🙂 das du geläufiges wording nimmst ist ja nachvollziehbar, aber genau dieses wording bezeichnet der zitierte Herr Schmitt ja als falsch, was eben jeder der nur in Gründzügen wissenschaftlich denkt genauso sieht. Es ist eben schlicht und einfach keine Theorie, sondern Meinung, Erzähler oder whatever.
        Und schreibt doch lieber über Techniksachen als solchen Verschwurblern hier ein Forum zu bieten. Früher war der Blog hier auch wegen den Kommentaren gut, aber die ‚alternativdenkenden‘ nehmen hier mittlerweile so viel Raum ein, ich lese mittlerweilse euch fast nur noch im rss-feed, da bleibe ich von Kommentatoren verschont.

        • André Westphal says:

          Ja, sowas ist immer ein Balanceakt, finde ich: Hätte ich ihren Begriff übernommen, müsste ich das eigentlich ab sofort immer so machen – dann kämen aber im nächsten Beitrag zu 100 % Anmerkungen, warum ich nicht einfach „Verschwörungstheoretiker“ schreibe, was jeder kenne und verstehe und das Wort künstlich abwandele.

          Rein vom Inhalt finde ich „Verschwörungserzähler“ auch sinnvoller, wobei Schmitt wiederum jemand ist, die das Wort sehr mit der wissenschaftlichen Verwendung assoziiert – im Alltag werden die meisten Menschen den Begriff „Theorie“ umgangssprachlich viel lockerer benutzen. Ich kenne das ja auch selbst aus meiner Promotion.

          Beispielsweise trennt man in der Pädaogik zwischen „familär“ und „familial“ ab – familiär meint da nur eine einzige Familie / vertraute Verhältnisse einzelner Personen, familial soll allgemeiner Familienverhältnisse als soziale Konstrukte beschreiben. Das ist durchaus eine logische Abtrennung – trotzdem würde ich „familial“ nicht in einem journalistischen Artikel hier verwenden, weil es jedes Mal Erklärungsbedarf gäbe. In einer wissenschaftlichen Arbeit wiederum würde ich die Trennung empfehlen.

          • …zumal Theorien nicht „eigentlich widerlegbar sein“ müssen. Da nimmt sie ein Wort und deutet es in einem speziellen, wissenschaftstheoretisch geladenen Kontext.

            Das Bestehen auf Falsifikationierbarkeit spricht beispielsweise vielen Theorien der Literaturwissenschaftler, Theologen, Philosophen oder Juristen den Namen ab, eine ideologische Albernheit.

            Keine Ahnung was sie damit bezweckt, zumal das ja kein neues Thema in der Literatur zu sein scheint.

            • Ups, der von mir zitierte Herr Schmitt ist ja eine Frau.
              Ja das mit der Falsifikation ist das Problem. Es gibt für Theorien wissenschaftlich eben keine Beweise, sondern nur Falsifikation. Und die Verschwörungserzähler haben dazu im Gegensatz zu allem Beweise, weiß man doch, muss man nur in der Youtube-Akademie gucken …
              Jannik, ich persönlich trenne da die beiden Gebiete naturwissenschaftlich und geisteswissenschaftlich. Also für Physik, Chemie, Mathematik usw. gilt für mich die falsifizierbarkeit, während für Theologie, Philosophie usw. wie du schreibst dies natürlich keinen Sinn macht.

          • Genau das würde ich mir ja wünschen, das ihr das immer so macht 🙂 . Und wenn das Getrolle kommt dann einfach immer wieder ohne Diskussionen einen Verweis auf einen Artikel warum du es -erzähler und nicht -theoretiker nennst. Dann könnte man sagen, oh guck, die in der Stadt Bremerhaven, die haben Haltung.

  8. Ich habe leider drei Menschen im engeren Umfeld, die solche Ideen unterstützen und kann sagen – es ist echt verdammt anstrengend. Ich habe mittlerweile aufgegeben, dagegen zu argumentieren, da es keinen Sinn ergibt. Die Leute fühlen sich eher noch gestärkt in ihrer Meinung, wenn man gegen sie argumentiert.

    Vor ein paar Jahren hat mir mal eine Frau erzählt, dass die Stasi (ja, das war ca. 2015) nachts Gas in ihre Wohnung strömen lässt. Das war keine „Behauptung“, sondern das war für die Frau absolut konkret und da sie das ja selber erlebt hat, war das einfach ein absoluter Fakt. Wenn man nun dagegen argumentiert oder dies nur ansatzweise bezweifelt hat, dann war sie sich sicher, dass man entweder total dämlich oder auch Stasi-Mitarbeiter war, weil sie sich das Ganze ja nicht eingebildet hat, sondern es tatsächlich so war.

    • Ja ich habe leider auch so einen Verrückten (Reichsbürger) in der Familie. Jammert das Sie ihn mit diesem Chemtrail vergiften und lebt so ungesund 200KG+ das seit Vater ihn vermutlich überleben wird. Dabei gibt es bestimmt das ein oder andere wo er nicht unrecht hat. Aber wer soviel Blödsinn erzählt mit so einem kann man sich halt nicht wirklich unterhalten.

    • Es gibt ziemlich simple Tricks, um jemanden zu überzeugen. Mit diesen könntest du es bei Interesse versuchen. Argumente zählen eher nicht dazu, sie führen i.d.R. zu dem, was du auch festgestellt hast: Der andere wird in seiner Meinung gestärkt.

    • Ich denke diese Frau war bzw. ist einfach psychisch krank. Das hat nichts mit Verschwörungstheorien zu tun!

  9. Der ganze Verschwörungskram (5G, Chemtrails, Flache Erde, Echsenmenschen) zeigt doch nur wie verblödet einige mittlerweile sind. Da wird auf YouTube schnell mal eben ein 10 Minuten Video zum Thema angeschaut und dann ist man ja bestens informiert. Ich weiß gar nicht mehr wie oft bei uns in der Nachbarschaftsgruppe per WhatsApp schon Fake Warnmeldungen rumgegangen sind weil angeblich zu viel Elektrosmog in der Luft ist und die Kinder deshalb nicht mehr raus dürfen oder man kein Wasser mehr aus dem Wasserhahn trinken soll weil das durch Corona verseucht ist. Aber anstatt sich mal eben selber schlau zu machen und so eine Meldung kritisch zu hinterfragen wird die sofort weitergeleitet und die Kinder im Haus eingesperrt. Da fehlen mir die Worte…

    • In der Realität haben diese Ideen nicht besonders viele Anhänger und ob es mehr werden ist überhaupt nicht gesagt, geschweigedenn dass sich das aus dem Presseecho ableiten ließe. „Der ganze Verschwörungskram“ ist deshalb im wesentlichen vermutlich bloß ein Pressephänomen.

      …das ist auch ganz natürlich: Den Lesern gefallen nunmal Artikel nach denen sie sich gut fühlen. Artikel, über Leute, die an offensichtliche Dummheiten glauben, sorgen dafür, dass sich die Leser überlegen, also gut fühlen. (Aus dem gleichen Grund sind z.B. Dokus über Dicke so beliebt. Oder Assi-TV.)

      Es gibt vermutlich mindestens genau so viele Presserwähnungen z.B. der Reichsbürger wie es insgesamt Reichsbürger gibt. Einfach weil es gern gelesen wird. …außerdem kann man Reisbürger in einem Satz mit jemandem nennen den man nicht mag. Mit ein bisschen glück färbt dann die Mißgunst der Leser für Reichsbürger auf den Genannten ab. (a la „die Proteste von Verschwörungstheoretikern, Reichsbürgern und Rüdiger…“)

      Auch sind WhatsApp Gruppen kein guter Indikator für eine Verschlechterung der Situation. Es könnte genau so gut sein, dass es mit der Medienkompetenz der netten Nachbarin noch nie besonders weit her war, man es faber vor der drastisch gesteigerten Kommunikationsmöglichkeiten einfach nicht bemerkt hat.

    • therealThomas says:

      Genau das stelle ich auch immer wieder fest. Die Leute haben verlernt, grundsätzlich kritisch über Dinge nachzudenken.
      Vielleicht liegt das ja auch an der Informationsflut. Der Tag hat immer noch 24h, aber in dieser selben Zeit muss ich inzwischen immer mehr Informationen verarbeiten und einordnen. Da kann man vielleicht nachvollziehen, dass manche Menschen in solche Muster verfallen, wie sollten sie sonst damit fertig werden?
      Ich kenne auch eine Frau im engeren Umfeld, die mich vor kurzem mit der Aussage „man muss doch über all das Bescheid wissen“ (in Bezug auf alle Nachrichten bzgl. Mobilfunk, Corona, etc.) umgehauen hat. Nein! Nein, man muss nicht über alles Bescheid wissen! Natürlich schadet es nicht und ist irgendwo auch toll, viel zu wissen. Aber es bringt mir nichts, von ALLEM vermeintlich viel Ahnung zu haben, in Wahrheit aber keinen wirklichen Schimmer zu haben… Lieber kenne ich mich in meinen Bereichen gut aus und habe ein grobes, alltagstaugliches Verständnis vom Rest, bin mir darüber aber auch Bewusst.
      Wenn ich aber glaube, alles wissen zu müssen und dann aus Zeitmangel nur einen Bruchteil von jedem Thema weiß, auf Verschwörungsfantasien reinfalle und mich gegenüber anderen als Experte darstelle, dann wirds gefährlich…

    • War die Menschheit jemals intelligent oder zumindest schlauer? Unzählige Kriege, Umweltverschmutzung etc.. Nicht ein paar Heinis sind das Problem, wir alle sind das Problem.

  10. Traurig, was aus den Menschen geworden ist. Jede Andere Meinung wird gleich denunziert und verspotten, von selbsternannten „Schlauen“.
    Es gab immer schon Sachen, die belächelt wurden und ein paar Jahre später stellt sich dann heraus das es doch gestimmt hat. Krankheiten wurden endekt, wo der Betroffene vom Arzt noch ein paar Monate vorher noch als Schauspieler beschimpft wurde.
    Vor ein paar Jahren wurde auch noch ganz normal (auch in den ÖR) über Experimente zur Wetterbeeinflussung mit zusätzen berichtet.
    2003 wurden die Leute Verschwörungstheoretiker verunglimpft, als sie Beweise von sehen wollten.
    Und Theorien sind Theorien, weils sie sich weder belegen noch wiederlegen lassen.
    Eine Relativitätstheorie wurde auch noch nicht bewiesen, wird aber von keinem abschätzig belächelt oder die Stringtheorie.
    Max Planck wurde auch gesagt, das ALLES bekannt sei und man nicht weiter forschen müsse…

    • André Westphal says:

      „Und Theorien sind Theorien, weils sie sich weder belegen noch wiederlegen lassen.“

      Das ist eben absolut falsch. Zumindest im wissenschaftlichen Kontext ist eine Theorie eben genau dadurch gekennzeichnet, dass sie verifizierbar und falsifizierbar ist – ansonsten ist es keine Theorie. Das ist z. B. der Unterschied zum „Glauben“.

      • Also kannst du die Relativitätstheorie, Urknalltheorien oder die Stringtheorie beweisen?

        • Es geht in der Naturwissenschaft um eine theoretisches Modell, welches in sich logisch und bis zu einem gewissen Grad äußerlich nachvollziehbar ist. Insofern unterschieden sich die wissenschaftliche Theorie tatsächlich von einer reinen Behauptung oder Vermutung. Aber natürlich sind Grenzen auch hier fließend und nicht komplett frei von religiösem oder atheistischen Eifer.

          • Beim Thema Handystrahlung ist das ja nicht falsch, eine Wirkung zu behaupten. Die ist ja theoretisch auch belegt, man streitet sich alleine über das Ausmaß. Vom Wirkprinzip kann man natürlich mittels Handystrahlung Zellen entarten lassen-nur nicht mit den für Mobilfunk angewandten Stärken.

            Wenn aber die Geräte fehlerhaft arbeiten und stärker senden, dann kann eine Gefahr davon ausgehen. Passiert in der Realität wohl nicht, weil die Elektronik so konzipiert ist, dass sie sich vorher abschaltet, aber wenn dies mal nicht funktioniert…

            Und damit arbeiten die Scharlatane natürlich, denn sie erzeugen durchaus berechtigte Ängste, die auf Gefahren der Technik beruhen. Im Grunde wollen die Leute, die denen zuhören, nur Sicherheit. Die erreicht man nicht damit, dass man sie als Spinner abstempelt. Die überzeugt man, indem man ihnen aufzeigt, warum der durchaus mögliche Ernstfall nicht eintreten kann.

            Aber, ähnliche Diskussionen gab es auch um Atomkraft. Auch die ist theoretisch sicher. Wenn heute einer vor atomarer Strahlung warnt, wird er Superstar der Grünen. In den 50ern hätte man ihn zum Dorfdepp erklärt.

      • Du schreibst doch genau das gleiche?

        Verifizieren=belegen, falsifizieren: widerlegen

        Und natürlich muss sie erstmal aufgestellt werden, bevor man sie verifizieren und/oder(!) falsifizieren kann. Beides zusammen geht natürlich nicht, in der Wissenschaft ist etwas entweder wahr, oder falsch. Falschwahr gibt es nicht.

        Theorien aufzustellen bedingt keine Kenntnisse im Bereich der Theorie. Andernfalls wäre keinerlei Erkenntnisgewinn möglich. Andernfalls könnte nur laufen lernen, wer bereits gelaufen ist.

        Glaube lässt sich nicht belegen oder widerlegen, weil glauben eben rein fiktiv ist. Die Kirche wäre ja nutzlos, wenn Gott bewiesen wäre. Dann würde man ohne Mittelsmann mit dem Original agieren können.

    • Tja, so ist das nunmal. Meinung fängt mit „mein“ an und ist etwas sehr persönliches. Deswegen muss man auch damit klarkommen, dass andere Menschen (a) andere Meinungen haben und (b) die eigene Meinung möglicherweise nicht teilen oder sogar schlichtweg ablehnen.
      Ja und?
      Niemand hat einen Anspruch darauf, dass seine eigene Meinung von irgendwem geteilt wird – das scheinen nur sehr viele Leute verdrängt zu haben (seltsamerweise vor allem solche, die in ihrer Meinung sehr weit vom gängigen Konsens abweichen).

  11. Naja, mit Klassikern wie „Menschen haben das Bedürfnis, sich komplexe Sachverhalte simpel erklären zu wollen“ und seiner Theorie von „Köpfen“ im „Hinter(grund)“, welche „Menschen manipulieren und Staaten destabilisieren“ wollen, plus der zugegebenen Hilflosigkeit des fehlenden Gegenbeweises bewegt er sich auf exakt gleichen Diskussionsniveau wie seine Meinungsgegner.

    PS: Freu mich auf 5G

    • therealThomas says:

      Ich stimme dem Artikel zwar voll und ganz zu, hatte sowas auch schon mal bei (ich glaube) netzpolitik.org gelesen, aber musste auch einige male schmunzeln.

  12. Es gibt das Recht auf freie Meinungsäußerung.
    Es gibt aber keine Pflicht, allen „Meinungsäußerern“ zuhören zu müssen!

  13. Alle die hier lachend „Verschwörungstheroretiker“ rufen würde ich gerne mal einen LTE oder 5G Funkmast aufs Dach installieren lassen um Euch das Lächeln aus dem Gesicht zu zaubern.

    • therealThomas says:

      Damit habe ich nur ein bauartbedingtes Problem: direkt unterhalb des Masten erreichen einen die Funkwellen nicht so gut, weil sie idR auf die Ferne ausgerichtet sind, für maximale Abdeckung. Dadurch wäre der Empfang direkt unterhalb des Masten nicht so toll…

    • Nachbarn haben so was auf dem Dach. Und? Wo ist das Problem?

    • Nein ich möchte das Ding nicht auf meinem Dach haben, darunter habe ich keinen Empfang. Leider ist es Bauartbedingt leider so, dass man genau unter einem Mobilfunkmast den schlechtesten Empfang hat. Und ich möchte doch die volle 5G Geschwindigkeit nutzen.

      Dann doch lieber auf dem Dach des Nachbarn.

  14. Bartenwetzer says:

    “ WLAN Strahlung aus dem Fenster lassen“ ist wie “ Der Mobilfunkmast stört meinen Schlaf“ – obwohl der nicht in Betrieb ist“. Manchmal ist es wirklich dumm was man da auch an Hotline erfährt.
    So erklärte man mir einmal seitens der Telekom Hotline, meine LTE Verbindung könne erst wieder funktionieren, wenn das dazu erforderliche Kabel zu meinem Haus verlegt wäre. Und das sei derzeit in etwa 3 Monaten der Fall !

  15. Schwuppps says:

    „Verschwörungstheorie“ und „nachdenken“ in einem Satz, das muss man erst mal hinkriegen … O M G !!!

  16. anke für den Beitrag, du sprichst mir aus der seele. Ich kann das Denkmuster der menschen, die den Verschörungstheorien anhängen auch nicht nachvollziehen. schön, dass du hier im Blog schon mehrmals gegen diese Kruden „Theorien“ klar Stellung bezogen hast.

  17. Was „Verschwörungstheoretiker“ glauben, was sie sind:
    „Ein Denker, der bestehende Strukturen und vorherrschende Meinungen hinterfragt“.
    Was Verschwörungtheoretiker wirklich sind:
    „Menschen, die jeden Scheiß, vor allem auf youtube, glauben, solange er gegen die „Anderen“ geht und jedes Hinterfragen für „Zensur“ halten.

  18. Bin immer wieder erstaunt, wie viel Leute sich auf Gespräche mit Verschwörungstheoretikern einlassen. Wenn ich was im Laufe der letzten Jahre gelernt habe, dann, dass die Leute fest daran glauben wollen und sich auch nicht vom Gegenteil überzeugen lassen wollen – fast schon wie ein Lifestyle. Früher habe ich mich noch auf Diskussionen mit solchen Menschen eingelassen, mittlerweile ist mir mein Zeit zu kostbar, als sie für solch einen Mist zu verschwenden.

    Wer Angst vor der Mikrowelle in der Küche hat oder sich vor 5G fürchtet, der soll sich halt ’ne Baumhütte im Wald bauen und die Stadt verlassen.

  19. Ich finde den Artikel richtig schlecht. Es gibt sehr viele Mediziner und Biologen, die insbesondere die 5G Thematik kritisch bis gefährlich einstufen.
    Das wird einfach außen vor gelassen und wilde, möglichst absurde Beispiele herangezogen, um die ganze Thematik ins lächerliche zu ziehen und damit jeden, der es wagt was dagegen zu äußern gleich mit diffamieren kann.
    Der ganze Artikel ist Schrott und dient nur der Hetze anstatt der sachlichen Auseinandersetzung!

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