Verkehrsminister Wissing will bundesweit gültige ÖPNV-Tickets

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Das Thema der bundesweit gültigen ÖPNV-Tickets ist noch lange nicht vom Tisch. Verkehrsminister Wissing, der das 9-Euro-Ticket für einen großen Erfolg hält, hat sich noch einmal dafür starkgemacht. Er wolle den in Deutschland vorhandenen Tarif-Dschungel beenden.

Wenn die komplizierten Tarifzonen verschwinden und die Tickets bundesweit gelten, wird der öffentliche Nahverkehr sehr viel stärker genutzt, so Wissing in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung„.

Allerdings haben bundesweit gültige Tickets für den ÖPNV nur bedingt etwas mit dem 9-Euro-Ticket gemeinsam. Ob der Bund den Ländern dauerhaft Geld für Billigfahrscheine zuschießen werde, das ließ nämlich offen Wissing offen. „Allen ist aber auch klar, dass der Bund kein Monatsticket für 9 Euro auf Dauer finanzieren kann. Das wären jährlich rund zehn Milliarden Euro“, so Wissing.

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65 Kommentare

  1. Endlich einmal eine vernünftige Idee aus den Verkehrsministerium! Gerade im Ruhrgebiet und Umland ist das eine Katastrophe mit all den verschiedenen Verkehrsverbünden.

  2. Kennt Wissing das Quer Durchs Land Ticket nicht?
    https://www.bahn.de/angebot/regio/qdl

    • ÖPNV umfasst aber auch z.B. Busse, welche das Quer durchs Land Ticket nicht beinhaltet.
      Nicht in jedem Ort gibt es S-Bahnen der Deutschen Bahn, geschweige denn überhaupt welche..

    • Das Quer-Durchs-Land Ticket kostet 42 EUR für eine Person 😉

      Wie andere schon bemerkt haben, wird es um zonenübergreifende Fahrten gehen bzw. um dass die Zonen in der aktuellen Form verschwinden.

    • Das gilt wieder auch nur in der Bahn und das ist ja genau Teil des Problems. Im einen Verbund gibt es diese Regeln, im nächsten wieder andere und die Bahn bietet noch komplett andere Tickets an.

      Außerdem kostet das QDL auch relativ viel für eine Einzelperson, da ist man oft mit Sparpreisen günstiger unterwegs.
      Für Tagesausflügen mit der Kleingruppe ist das Ticket natürlich sinnvoll.

  3. Nur 10 Milliarden Euro jährlich?

    Dann spart doch bei der Steigerung der Rüstungsausgaben von derzeit 50 auf gut 90 Milliarden jährlich ab 2030 10 Milliarden ein!

    Das Geld ist ohne Atomwaffenrüstung eh rausgeschmissen, denn in einem großen Krieg wären alle Panzer, Flugzeuge und Hauitzen gegen Atomwaffen zwecklos – weshalb wohl bisher kein russischer Soldat in Lettland steht und kein US-Soldat in der Ukraine.

    Und wenn man eine gemeinsame europäische Armee z.B. mit Frankreich schafft, dan reichen auch die die derzeit 50 Mrd. jährlich im gemeinsamen Topf mehr als genug und man hätte das andere Geld für den notwendigen Ausbau der in den letzten Jahrzehnten kaputtgesparten infrastruktur.

    • Ist das in der Ukraine gerade ein kleiner Krieg für dich? Sind alle alle Panzer, Flugzeuge und Haubitzen der Ukraine zwecklos? Sollte man sich Verteidigung einfach sparen und Russland bis Polen und vielleicht sogar darüber hinaus machen lassen, damit man hier für 9 Euro mit dem Regionalexpress rumjuckeln kann? Liest du ab und zu auch mal ein Buch? Man man man.

      • Die Ukraine hat keine Atomwaffen und ist kein NATO-Mitglied. Wir sind NATO-Mitglied und haben die Atomare Teilhabe. Wir brauchen keine Tausenden Panzer und hunderte Jets. Wenn bei uns Krieg mit Russland ist, geht die Welt zu Ende – und das weiß sogar Crazy Ivan, äh, Vladi. Also wozu eine große Bundeswehr? Kauft den paar Dronen und so, dann reichen die 50 Mrd ganz Locker. Frankreich hat als Atommacht einen kleineren Wehretat als Deutschland…

    • Oliver Müller says:

      Du hast offensichtlich keine Ahnung, wozu Atomwaffen da sind.

    • Soviel Unwissenheit und (fragwürdige) Meinung über unsere Verteidigungsfähigkeit wenn es hier eigentlich um den ÖPNV geht.

      • Es geht um das Ganze. Wer behauptet, 10 Mrd. wären zu viel, gleichtzeitig aber zig Milliarden für sinnlose Aufrüstung ausgibt, ist für mich unglaubwürdig.

        Und das Einzige, was Vladi davon abholt, an deiner Tür zu klopfen, sind die Atomwaffen der USA – nicht anders, als die 45 Jahre im ersten kalten Krieg.

        Heute hat man ja vollen Zugriff auf die Plannungen von NATO und Warschauer Pakt in dieser Zeit – und da kann man nachlesen, warum Deutschland zu einem atomaren Trümmerhaufen geworden wäre – trotz 500.000 Bundeswehr-Soldaten.

  4. Christian says:

    In Anbetracht der teils katastrophalen Zustände bei der Bahn oder dem lückenhaften Netz in Randgebieten wäre das teils weiter unattraktiv. Das 365€ Ticket im Nahbereich wäre aber, wenn es ein größeren Radius als jetzt Abdecken würde attraktiv vermutlich würde es dann aber eher eher 700€+ kosten. Mal als Vergleich, Umweltkarte AB Bereich Berlin ist jetzt schon bei knapp 65€ im Monatsabo.

  5. Silberknie says:

    Was sind heute denn noch 10 Milliarden? Es wird inzwischen soviel Geld für irgendwelchen Schwachsinn zum Fenster raus geworfen, da wäre das Geld beim ÖPNV wesentlich sinnvoller angelegt.

    • Es wurden zum Beispiel 10Mrd. Euro für Indiens Umweltschutz versprochen.
      Warum lässt man die nicht hier und rettet hier die Umwelt?

  6. Der Grund, warum wir diesen Tarif-Jungel haben sind die vielen Verkehrsverbünde.
    Historisch gewachsen und nie in der Jetzt-Zeit angekommen.
    Warum haben wir inzwischen im Mobilfunk Flats in alle Netze?
    Die Menschen wollen nicht erst kompliziert ausrechnen, sie wollen nutzen.
    300€/Jahr, alle Verbindungen (Bus,Bahn, Taxi-Bus) und für die normale Taxifahrt 30% Rabatt oder so ähnlich (ist jetzt aus der Hüfte geschossen.
    Einfach Mal machen…

  7. Das wirft aber eine Unzahl von Problemen auf. Vor allem der eklatante Preisunterschied der Monatskarten je nach Betreiber. In einigen Städten im Osten ist man ab 35€ dabei, in Hamburg dagegen zahlt man über 80€. Als Hamburger würde ich dann ein Monatsticket aus Potsdam kaufen wollen, was sicher per App auch geht. Da wäre ohne einen bundesweiten Einheitstarif übelster Streit vorprogrammiert. Machen wir uns nichts vor, die Kommunen würden den untereinander niemals hinbekommen, weil es um sehr viel Geld geht und manche Kommunen einfach Pleite sind. Ohne den Bund geht in Sachen Anpassung des ÖPNV nichts.

    • Oliver Müller says:

      Wissing ist Bundesminister für Digitales und Verkehr. Ich wiederhole: Bundesminister.

      • Ich hätte präziser formulieren sollen: Das Ganze wird nicht ohne massive Finanzmittel des Bundes nicht gehen. Etwas was Herr Wissing ja bekanntlich nicht zur Verfügung stellen kann (oder darf). Von daher ist sein Vorschlag leider nicht zu Ende gedacht.

        Ein weiteres Problem sind nämlich die unterschiedlichen Tarifezonen / Preisstufen INNERHALB eines ÖPNV Anbieters. Die müssten nämlich dann auch alle wegfallen sonst würde das Ganze ja nicht funktionieren. Im VRR z.B. schwanken die Monatspreise zwischen 60€ (Preisstufe A) und 170€ (Preisstufe D). Auch diese Differenzen müsste die Bund bezahlen, die Kommunen werden das sicherlich nicht tun (können).

        So oder so, ohne den Geldbeutel des Bunds wird rein garnichts passieren weil faktisch gar nicht möglich aus o.g. Gründen.

        • Wenn man die Förderung von eAutos und das Dienstwagenprivileg streicht könnte das Finanziert werden. Das müsste dann ja schon unter 10 Mrd. zu machen sein.

          • Oliver Müller says:

            Die Förderung von E-Autos abzuschaffen ist so ein klassisches FDP-Ding. Deren Klientel braucht keine Förderung. Der kleine Mann aber, der vor der Wahl steht, einen kleinen Verbrenner zu kaufen oder ein E-Auto, für den ist die Förderung durchaus ein Punkt, wenn er dadurch das E-Auto auf knapp unter das des vergleichbaren Verbrenners drücken kann.

            Wir brauchen dringend die weitere Förderung von kleinen E-Autos, solange sie noch deutlich teurer sind als vergleichbare Verbrenner.

            Beim Dienstwagenprivileg bin ich bei dir, davon profitieren vor allem die, die eh schon gut verdienen.

            • Sebastian says:

              Ist nicht eher das Problem, dass Menschen die viel Geld verdienen sich von den Privilegien wie Förderungen von E-Autos eben jene Fahrzeuge günstig kaufen (aber eben dafür den Porsche Taycan z.B.), das Geld aber gar nicht bei denjenigen im Mittelstand ankommt? Immerhin reden wir bei E-Autos von Beträgen von jenseits der 30 TEUR.
              Solche Förderungen sollten gedeckelt an einen Kaufpreis sein (der nicht 50 TEUR oder so ist). Sondern wirklcih dort ankommen, wo es die Menschen am härtesten trifft wenn neue Vorschriften eingeführt werden?

    • Also ne Monatskarte Potsdam ABC kostet auch 65 Euro.

    • Susi linchen says:

      In Berlin zählen sie schon über 100. Selbst für das 10 Uhr Ticket sind inzwischen über 75 Euro notwendig.

      Es gibt zu viele Verkehrsverbunde? Jain. Es gibt Fahrkarten fürs geamte Netz….

      Her wissing sollte sich vorher informieren. Es gibt das quer durchs Land ticket…..

      Und es gibt Ländertickets für das gesamte Bundesland und dann noch Gesamt Netz tickets der Länder…

      Monatsraten müssen etwas kosten, den gutes Personal, neue Züge, gute Ausstattung dichterer takt, neue Haltestellen etc kosten.

      Wer sich das nicht leisten kann oder mag, der soll zu Fuss oder das Fahrrad nehmen.

      Ich als Pendler freue mich über neue Züge und WLAN im Regio und digitale zuganzeiger

      • Und das geht nur innerhalb eines unattraktiven, riesigen Tarifdschungels mit einem oftmals katastrophalen, undurchschaubarem Tarifsystem? Ach komm Susi 🙂

  8. Ein dauerhaftes gutes Angebot würde die Akzeptanz nochmal erhöhen.
    Ich z.B. stelle nicht wegen 3 Monaten á 9€ nicht meine Routine um. Würde es ein Jahresticket für den ÖPNV für z.B. 365€ geben (gerne auch weniger 😉 , würde ich sicher viel mehr mit Bus & Bahn fahren.

    • Oliver Müller says:

      Ja, es ist auch so schön bequem, nichts zu ändern. Wenn alle so denken, dann gute Nacht Deutschland.

  9. Dann soll dieses Super-Ticket halt teurer sein, bis zu 50 Euro kann man da denke ich gehen. Aber wenn man sich ansieht, wie vehement sich beispielsweise Nürnberg gegen ein 365-Euro-Ticket wehrt, und hier reden wir über ca. 11 Tarifzonen…

    • Die Tarifzonen sind das eigentliche Übel in München und Nürnberg.

      Besser ist es da mit den 3 Zonen in Berlin. Aber als man dort die 2 Stadtzonen zur weiteren Vereinfachung und der Förderung der Aussenbezirke zusammenlegen wollte, gab es ein shitstorm in der linken Parteienlandschaft, in Medien und sozialen Medien, anstatt Zustimmung…..

      So sieht förderung des Öpnv aus, wenn er umgesetzt werden soll…

  10. RollinCHK says:

    Der Mann hat absolut recht, wenn man den ÖPNV in Deutschland attraktiver machen will, dann muss ein Münchner auch in Hamburg wissen wie das Tarifsystem funktioniert. es muss also alles in erster Linie vereinfacht werden und viel übersichtlicher gestaltet werden. es muss am Ende ja kein neun Euro Monatsticket sein aber ein fairer und angemessener Preis, damit die Leute ohne zu überlegen das Auto auch mal stehen lassen.

  11. „Allen ist aber auch klar, dass der Bund kein Monatsticket für 9 Euro auf Dauer finanzieren kann. Das wären jährlich rund zehn Milliarden Euro“

    Als jemand der zwei Autos hat und nur äußerst gelegentlich Bus & Bahn fährt: Sind 10 Mrd. bei einem Haushalt von 450 Mrd. wirklich soooooo extrem viel, dass man das mit einem „allen ist klar“ wegwischen kann? Mobilität ist ein wichtiges Gut was unser Sozialstaat definitiv stärker fördern müsste. Schade um das 9€ Ticket.

  12. Das wären also für jeden Bundesbürger 10 Euro im Monat. Dann doch über Steuern finanziert und jeder Personalausweis gilt automatisch als Ticket. Fertig und Problem gelöst. Von mir aus könnte man ja trotzdem noch die 9 Euro bezahlen, damit die ganzen Autoamten nicht umsonst rumstehen…

    • Super Idee! Die neun Euro verstehe ich in diesem Zusammenhang als bereits berücksichtigt: soll heißen: ich vermute das der Minister davon ausgeht, dass man sie weiter zahlt.

      Für 19€ monatlich den bundesweiten ÖPNV nutzen zu dürfen wäre schon eine sehr schöne Sache. Berücksichtigt man, dass z.B. in Hessen bereits alle Beschäftigten des öffentlichen Dienstes bereits einen Jahresfahrschein für den gesamten hessischen öffentlichen Nahverkehr haben und Rentner und Schüler bereits ein 365€ Ticket dafür – merkt man, dass die Kosten noch weiter sinken könnten. Sicher gibt es auch in anderen Bundesländern entsprechende Strukturen.

      Wenn man dann neben der Tarifstruktur auch noch die entsprechende Verwaltung vereinfacht und das Klein-Klein der Verkehrsbetriebe aufhebt, dazu die erwähnten Automaten, Sponsoring der lokalen Vereine, etc. kann der Preis sicher noch weiter sinken.

      Den Personalausweis dafür nutzen zu können finde ich allerdings nicht ganz so gut – da das uns am Ende doch wieder sehr viel gläserner macht. Ich würde mir mein Jahresticket lieber doch anonym kaufen und mit Bargeld bezahlen können.

  13. Stephan Neth says:

    Bei den sonstigen unnützen Ausgaben wären die 10 Milliarden doch wirklich nur ein kleines Übel, vor allem bei dem Nutzen.

  14. „Keiner nutzt ÖPVN!!!!!“
    „Macht halt billiger, 9€ Ticket zeigt doch dass es die Leute nutzen wollen“
    „Was? Umweltschutz, soziale Gleichberechtigung und entlastete Strassen kosten kurzfristig Geld?? Ne nee, so gehts ja nun nicht! Und dann fahren nachher nochmal Punks nach Sylt!!!“

  15. Immer dieses bundesweit gültig. Wenn man von a nach b fährt gibt man das ein und bezahlt den Preis. Da gibt es kein Problem. Die Leute nutzen das Ticket nicht deshalb so häufig weil sie damit über Landesgrenzen hinweg fahren können, sondern weil es halt nur 9€ kostet. Die meisten Menschen die sich das Ticket geholt haben und normalerweise kein ÖPNV fahren, wissen nichts von den Problemen die es angeblich an Verkehrsverbund Grenzen gibt. Sie fahren normalerweise einfach nicht mit dem Zug. Möchte man die Menschen dauerhaft in den ÖPNV bekommen, hilft nur die Tickets so gros wie möglich zu subventionieren und das Schienennetz auszubauen und vor allem in Stand zu halten. Die Menschen lassen ihr Auto nicht stehen, wenn grundsätzlich alles im ÖPNV teurer ist als mit dem PKW zu fahren, was es halt ist. Selbst bei derzeitigen spritpreisen ist man weit unterhalb der normalen Preise im Bahnverkehr. Menschen kaufen oder nutzen Dinge nicht weil sie gerne den Planeten unterstützen möchten, sondern was am bequemsten und günstigsten ist, ist eigtl eine ganz einfache Sache. Die Politik muss das natürlich alles extrem kompliziert machen und dadurch auch keinen Erfolg bekommen. Solange Bus und Bahn teuer und unpünktlich ist, wird diese niemanden nutzen der sie bisher nicht nutzt. Als erstes müsste mal die subvention von den firmenfahrzeugen runter und die Menschen ihren Sprit und kosten selbst zahlen, dann würden die Autos auch länger gefahren, wodurch weniger Rohstoffe für neue Autos benötigt werden. Solange aber Autofahren relativ günstig ist, dafür die Alternative Bus und Bahn aber teuer, werden die Menschen weiterhin den individual Verkehr nutzen.

    • Da würde ich widersprechen. Gerade bei Zeitkarten ist es eben nicht so einfach, dass man die Strecke eingibt und das einfach kauft. Beispiel man pendelt von Düsseldorf nach Köln. Düsseldorf liegt im Gebiet des VRR und Köln im Gebiet des VRS. Muss man jetzt eine Monatskarte für ganz NRW kaufen weil die Tarifverbünde keine übergreifenden Monatsticket anbieten? Oder nimmt man die von der Bahn die nur für die gewählte Strecke gilt aber nicht für eine Zone wie sonst üblich? Was wenn man gelegentlich auch mal nach Duisburg oder Essen muss? Ist das im Ticket enthalten oder nicht?
      In NRW sind die Tarifverbünde und Ticketzonen so nervig kleinteilig, dass man wirklich jedesmal, wenn man ein neues Ziel anfährt, gucken muss, ob das nun innerhalb der gewählten Zone liegt oder nicht. Die bessere Verzahnung der Tarifverbünde wäre ein erheblicher Komfortgewinn und man könnte bestehende Zeitkarten eben auch sinnvoll für Ausflüge am Wochenende etc. benutzen.

    • Naja, Autofahren ist nicht günstig und garantiert nicht günstiger als die Öffis, aber eben sehr viel bequemer. Allein für den Anschaffungspreis eines Kleinwagens kann man sich Jahrestickets für den Regionalverkehr auf Jahrzehnte hinaus leisten.

      „Zu den fixen Kosten in der Kalkulation, zu denen etwa Inspektionen und Reifenwechsel gehören, kommen noch variable Kosten: vor allem der Benzinverbrauch. Als grobe Faustregel könnte man dem Experten zufolge durchaus von Gesamtkosten von 50 Cent pro Kilometer für einen neuen Kompaktwagen ausgehen – in der oberen Mittelklasse wären es nach seinen Worten schon 75 bis 80 Cent pro Kilometer.“

      Günstig ist das nicht, aber Menschen neigen dazu maximal den Benzinverbrauch in ihrem Kopf überhaupt einzukalkulieren. Hier könnte man Abhilfe schaffen, indem etwa Autohersteller diese Kosten bei den Fahrzeugen angeben müssen. Natürlich ist ein gut ausgebauter und möglichst rund um die Uhr verfügbarer ÖPNV eine wichtige Voraussetzung. Das ist aber nicht hinreichend. Wer will, dass viele Menschen ihre Gewohnheiten ändern, muss Autofahren gleichzeitig weniger attraktiv machen. Sei es durch höhere Steuern, City Mauts, teure Parkplätze etc. Es gab weltweite einige Experimente zu kostenfreiem ÖPNV und es sind kaum Autofahrer umgestiegen. Der höchste Zuwachs kam durch vormalige Radfahrer und Fußgänger. Autofahren ist eben für viele noch ein Symbol der Freiheit gegen das man nicht mit Logik ankommt.

      • Autofahren ist keihn Symbol der Freiheit, aber ein Mittel individueller Mobilitätsgestaltung. Denn – ich fahre in meinem eigenen „Luftraum“: in Zeiten von Pandemie ganz ganz wertvoll. Ich fahre alleine oder mit Menschen die ich mir ausgesucht habe. Ich fahre mit meinem bequemen Sitz, auf meine Körperproportionen eingestellt. Ich fahre los wann ich möchte und komme – Stau mal nicht mitgedacht – an wann es die Verkkehrsregeln und Entfernungen zulassen. Ich muß Gepäck /Traglasten nicht selber schleppen, nur vom und bis zum Kofferraum. Ich muß nicht umsteigen und mein Gepäck/Traglasten schleppen. Ich kann meine Fahrzeuginnentemperatur selber wählen . Ich mache Pausen wann ich möchte, gehe in Bistros/Restaurants meiner Wahl essen. Und nochmal: wir haben Pandemie. Vile Menschen in einen Großraumwagen u. U. auf Stunden zusammenzupferchen ist eine Idee von vor-Corona – diese kollektive Schreckenserfahrung wird vielen in den Knochen stecken bleiben – als Long-covid übrigens leider im wahrsten Wortsinne. All das spricht gegen Massentransport als Zukunftsvision.

        • Es ist auch ein Symbol der Freiheit, wenigstens für viele ältere Generationen. Für die Generation Z gilt das weniger. Da gibt es doch sehr viele, die nicht einmal mehr einen Führerschein haben. Über das mehr an Bequemlichkeit hab ich ja auch schon geschrieben. Ich fahre selbst extrem gerne Auto und das auch in Großstädten, die eigentlich einen gut ausgebauten ÖPNV haben. Weil ich in Berlin in 20 Minuten in einer Bar in einem anderen Kiez bin, wo die Öffis eine Stunde brauchen und ich es wohl gleich lassen würde. Corona halte ich für ein vorübergehendes Phänomen. Das wird langfristig nicht entscheidend sein. Das Wort Vision hat ja eine sehr positive Konnotation. Ich weiß nicht, ob ich mich auf diese Zukunft freue, auch wenn autofreie Städte sicherlich auch viele Vorteile haben. Die Klimakrise wird es wohl nur häufig notwendig machen, dass Staaten Autofahren massiv verteuern.

  16. Dieselsubvention und andere Umwelt Sünden weg, dann kann man auch solch ein Ticket finanzieren.

    • Flugbenzin wird nicht besteuert. Deshalb kann der CDU-Vorsitzende so billig mit dem Privatflieger durch’s Land jetten, wo andere Bundestagsabgeordnet die Bahncard 100 nutzen.

      • Machen Sie sich keine Sorgen. Deutschland steuert ab 2024 auf eine Flughäfen Katastrophe zu, wovon die Bundesregierung noch gar nichts richtig mitbekommen hat oder wissentlich ignoriert. Dann greift nämlich die EU Richtlinie aus 2014,die dann unmittelbar deutsches Recht ist und Subventionen für den laufenden Betrieb von Flughäfen untersagt. Nach Berechnungen des Branchenverbandes werden 50 bis 60 Prozent der Regionalairports im Deutschland verschwinden.

        Es werden nur grosse Airporta wie München, Hamburg etc überleben.

        Dann erübrigt sich vieles. Egal ob Steuerbefreiung von Flugbenzin oder anwerben von Gastarbeitern aus der Türkei für Flughäfen…

        • Ich hab immer gedacht die Leute freuen sich hier wenn komische Subventionen gestrichen werden? Jetzt könnte man durchaus fragen wieso sollte sich der Steuerzahler an unwirtschaftlichen Airports beteiligen welche nur geringen Mehrwert für die Bevölkerung bieten.

        • Nicht alle jetzt subventionierten Airports verschwinden, nur die die überflüssig sind. Die anderen werden die Preise anheben müssen und wenn sie nicht überflüssig sind, werden sie auch weiterhin angeflogen werden. Dann kosten die Tickets eben ein paar Euro mehr… fliegen muss und wird sowieso viel teurer werden in Zukunft. Die heutigen Ferienzeit-Preise werden bald die neuen Schnäppchenpreise sein.

    • Oliver Müller says:

      Genau. Steuer auf Diesel und Kerosin hoch, Firmenwagen-Privileg streichen, Prämie von Plug-In Hybriden streichen. Sollte unterm Strich reichen, um einen kostenlosen ÖPNV zu finanzieren.

      • Das Dienstwagenprivileg alleine reicht ja schon fast, da kannst du dir eine der anderen Maßnahmen dazu nehmen und es ist vollbracht…

  17. ÖPNV ist mehr als die Bahn. Ein Deutschlandticket, das überall gilt, halte ich für eine gute Idee. Schluß mit dem Tarifdschungel und Schluß mit zig Verkehrsverbünden und Nahverkehrsorganisationen. Ein bundesweiter Verbund mit Regionaldirektionen um das was notwendig ist umzusetzen.

    • Das dumme ist halt, dass die Tarifhoheit im Nahverkehr rechtlich gesehen bei den Kommunen liegt. ÖPNV muss also deren Tarif anwenden. Durch das Subsidiaritätsprinzip können die Kommunen so etwas nur freiwillig abgeben. Freiwillig bedeutet der Bund muss es freikaufen. Dann gibt’s es Regionen in denen der ÖPNV weitgehend eigenwirtschaftlich erfolgt. Besonders in Bayern wo es keine Verbünde gibt und nur der Schülerverkehr des Busunternehmens mit Haustarif unterwegs ist. Alle anderen sollen Auto fahren. Das ist für die Kommunen einfach und billig, da die nur Ausgleichszahlungen für den Schülerverkehr durchreichen und sich mit nichts sonst beschäftigen müssen.
      Herr Wisisng kann das ohne Mitsprache der Länder und der Bürgermeister nur in den bundeseigenen Unternehmen für Relationen einführen auf denen kein anderer Tarif gilt. Doof und kompliziert und vor allem langatmig, wenn er den Kommunen ihre Rechte nicht teuer abkaufen will.

  18. Ich pendle einfach 50 Minuten mit dem Nahverkehrszug und und 15 Minuten U-Bahn. Zusätzlich habe ich noch einfach gute 20-25 Minuten Fußweg. Durch das 9-Euro Ticket spare ich zwar Geld, aber finde nun tatsächlich regelmäßig keinen Sitzplatz mehr. Besonders Freitags kommen noch die ganzen Ausflügler mit ihren Fahrrädern in der Bahn. All das nervt einen Pendler schon. Viel schlimmer aber. Im Schnitt habe ich seit Monaten täglich und pro Strecke zwischen minimum 30 und 1 ½ Stunden Verspätung. Die letzten 2 Wochen waren es in der Woche gesamt über 7 Stunden zusätzlich zu der Fahrtzeit. Mehrere Streckenabschnitte werden seit dem Zugunglück in GAP nur noch mit 20 km/h befahren und Fern- vor allem aber auch Güterverkehr hat Vorrang vor Nahverkehr. Für mich ist die Lebensqualität massiv gesunken. Ich fahre jetzt ab kommenden Montag täglich wieder mit dem Auto. Ich bin schnell und werde nicht im Regen stehen gelassen. Ich hoffe inständig, dass es kein weiteres 9-Euro Ticket mehr gibt, sondern wenn dann günstige Ticket für Schüler, Studenten und Berufspendler, damit die von de Straße weg sind.

    • Oliver Müller says:

      Genau. Nur kein 9-Euro-Ticket mehr. Soll der Pöbel, der sich kein Auto leisten kann, doch daheim bleiben, damit du es bequemer hast!

      • Hast du einen anderen Kommentar gelesen als ich?

        • Oliver Müller says:

          Ich habe den Kommentar von Manuel gelesen, in dem er hofft, dass es kein weiteres 9-Euro-Ticket mehr geben wird.

      • Man beachte, dass das 9-Euro Ticket zur Entlastung der Pendler eingeführt wurde. Nicht, dass Gott und die Welt nun durch die Weltgeschichte fährt. Ich jedenfalls werde die Bahn so nicht mehr nutzen. Es ist halt so: des einen Freud, des anderen Leid und Gott sei Dank kann ich mir ein Auto leisten und wenn ich mit der Bahn verreisen will, auch ein ICE Ticket.

        • Es geht doch längst nicht bei allen darum, ob man sich das leisten kann oder auch nicht. Denn auch, wenn man sich sowas leisten kann, muss man das Geld doch nicht ausgeben, wenn es auch günstiger geht.

    • Im Moment fallen überall Züge aus wegen zu hohem Krankenstand beim Personal. Corona lässt grüßen. Und dass die Infrastruktur mangelhaft ist, haben wir Jahrzehnten der PKW-Orientierten Politik zu verdanken… aber daran kann man ja was ändern, wo bisher das Argument war, dass es doch für die vorhandenen Nutzer reicht, kann man mit den aktuellen Nutzerzahlen vielerorts deutlich sehen, dass ein Ausbau der Infrastruktur erforderlich ist und auch angenommen würde.

  19. Deutschland wirft so viel Geld in Richtung Ausland – vielleicht sollte man die Ausgaben hier einmal einschränken und zur Abwechslung mal was tun, was den Bewohnern dieses Landes zugute kommt.

    • Das 9 Euro-Ticket finde ich grundsätzlich gut, aber besser wäre eben doch ein 365-Euro-Ticket und ein Plan für die nächsten 3 Jahre.

      Nur 10 Mrd. pro Jahr?
      Der ukrainische President möchte 750 Mrd. also mehr als 2 Mrd. Euro pro Tag …

      Kann man da etwas einsparen?

      Im 1. Jahr (bis sich die Verkehrsverbünde geeinigt haben) könnte das 365€-Ticket ja z.B. erst einmal nur in jeweils 1 Verkehrsverbund gelten …
      Gut wäre es, wenn da kurzfristig ein Plan für die nächsten 3 Jahre erarbeitet würde.

      best regards

  20. Schön, daß hier alle das sooooo toll finden. Ich nehm mal an, so gut wie alle die hier bisher was geschrieben haben leben in der Stadt. Was bringt es mir denn, wenn ich auf dem Land wohne und am Tag nur 3 mal der Bus kommt. Der dann aber auch auf die Schulzeiten zugeschnitten ist?
    Die sollen das Geld mal lieber in den Ausbau der Öffentlichen auf dem Land pumpen, als die Leute in der Stadt zu subventionieren, die eh schon die Gelegenheit haben meist Rund um die Uhr mit den Öffis zu fahren. Auf dem Land ist man eben aufs Auto angewiesen.

    • Oliver Müller says:

      Ich lebe auf dem Land (ein Kaff mit unter 1000 Einwohnern, die nächste größere Stadt ist 40 km entfernt) und mein Auto steht, seit ich das 9-Euro-Ticket habe, fast nur noch rum. Tatsächlich habe ich das Auto seit Anfang Juni genau ein Mal bewegt, um beim Umzug einer Freundin zu helfen.

      Nein, auf dem Land ist man eben nicht aufs Auto angewiesen. Das ist, in dieser Pauschalität, einfach falsch. Ja, es gibt Gegenden, in denen ist es ohne Auto schwierig, aber hey, wer da hin zieht hat sich sicher vorher darüber informiert, wie es da um den ÖPNV steht, darf sich also jetzt nicht beschweren.

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