Verbraucherzentrale NRW kritisiert Amazons „Cyber Monday Woche“

Die Verbraucherzentrale NRW kritisiert in einer aktuellen Meldung die „Cyber Monday Woche“ von Amazon, „das Feuerwerk der Rabatte erstrahlt vielfach als kleines Teelicht“, heißt es.

amazon.de

So entdeckten die Verbraucherschützer 50 Produkte, bei denen enorme Preisnachlässe von mehr als 40 Prozent auf einem Vergleich mit unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller (UVP) beruhten. Dazu zählten vor allem Technikprodukte, Schmuck und Spielzeug.

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Der Haken laut Verbraucherzentrale NRW: Kaum ein Händler, geschweige denn Amazon selbst, berechnet Kunden die als Mondpreise verschrienen UVP. Deutlich wird das anhand eines Damen-Ohrsteckers mit einem Nachlass von satten 74 Prozent. Der kostete statt der UVP von 85 Euro im Cyber-Deal 22,19 Euro. Tatsächlich aber kassierte Amazon – abseits der Cyber-Woche – für das Geschmeide nicht 85 Euro, sondern nur 26,17 Euro. So gesehen reduzierte sich der Rabatt auf magere 3,98 Euro statt angeblicher 62,81 Euro.

Für alle 50 Produkte in der Verbraucherzentralen-Stichprobe bedeutete das: Den verheißenen UVP-Rabatten von insgesamt rund 51 Prozent standen realistischere rund 18 Prozent gegenüber. Nötig hat Amazon solche Prozente-Tricksereien laut Ansicht der Verbraucherschützer eigentlich nicht. Denn als Schnäppchen gehen Cyber-Angebote meist durch. Ein Vergleich der Verbraucherzentrale mit Hilfe von Preissuchmaschinen jedenfalls bewies: Bei 50 Produkten aus der „größten Angebotsaktion des Jahres“ war Amazon stets mit dem besten Preis am Start.

Überraschende Nachricht der Verbraucherzentrale NRW? Ach was.

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Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

24 Kommentare

  1. Das macht doch jeder so, dass wenn es um % geht, dann auf Basis der UVP.
    Wer das nicht merkt… Solange Amazon trotzdem am günstigsten ist, so hat doch niemand den Schaden?!

  2. Man sollte auch Preissuchmaschinen beim Amazon Angebots-Check verwenden 🙂 Man kann ja vorher schon mal schauen was angeboten wird und wo der Marktpreis liegt. Sicher ist aber, dass man viele Dinge ein paar Euro günstiger bekommt. Gerade bei so Sachen wie Kabeln oder sonstigem Zubehör kann man recht schön sparen.. aber nur informierte Kunde gewinnt wie überall in unserer Welt.. leider!

  3. hab ich heute auch festgestellt. Ich hatte da 4 Samsung TVs im Auge. Aber im Vergleich zum Amazonpreis waren es oft nur 30-60€ Ersparnis. Im Vergleich zur UVP allerdings um die 400€ also zwischen 30 und 40%

  4. Das war mir so klar das es wirkliche kein wirkliche Angebote sind! Den das was ich bisher gesehen habe waren meist en paar Kröten gespart und dann dafür den Stress? Nein danke!

    Was ich besonders ekelhaft fand war die penetrante schleich Werbung. So gut wie jeder Blog hat auf diese Aktion hingewiesen, ohne ansatzweise zu reflektieren ob es wirklich ein Schnäppchen ist.
    Kriegt eigentlich dafür Geld?

  5. @Cadamdraft
    Meist ist Amazon halt schon recht günstig und da kommenbei „en paar Kröten“ weniger schon sehr gute Angebote raus.
    Habe mir die Samsung SSD Evo 500 GB für 239€ gekauft.

  6. Das schimpft sich Marketing. Egal ob Amazon oder Mediamarkt, es ist und bleibt Verarschung. Gut finde ich das nirgends. Es wird ja sogar groß mit dem Begriff UVP geworben. Die meisten Menschen sind sich doch gar nicht mehr bewusst, was für eine tiefere Bedeutung das U in UVP hat.

  7. Ich hatte mir eine Speicherkarte rausgesucht, die ich interessant fand. Am Tag vor dem Cyber-Deal war sie noch 2 € günstiger als außerhalb des Blitz-Deal-Zeitfensters am Angebotstag. DAS ist für mich Verarsche! Die Werbung mit der UVP hingegen kennt man ja von überall. (Finde ich auch nicht gut, aber dagegen kann man wohl kaum etwas machen als sich gut zu informieren.)

  8. Geiz ist geil. Auch bei Amazon. Das Hirn schaltet ab und es wird gekauft. Wieviele Händler danach als Wiederverkäufer auftreten und dann den Reibach machen; nicht auszudenken. Nicht alles ist wirklich immer so günstig wie dargestellt. Apropos. Wer darf wieder darunter leiden bei Amazon? Ich möchte da jetzt nicht arbeiten. Abgesehen davon sind andere Großhändler auch nicht unbedingt besser.
    Der Verbraucher hat es in der Hand, hier einen Riegel vorzuschieben, aber das wird nicht passieren. Solange es einem selber gut geht, interessieren andere nicht.
    Ich bin vom Verdienst unterer Durchschnitt und gehe lieber noch zum kleinen Händler um die Ecke, wo man noch den Service und die fachliche Auskunft bekommt und wo man bei keiner Hotline (mit zumeist unterbezahlten Kräften, die sich auf einen wirklichen Mindestlohn von 8,50 erst ab 2017 freuen dürfen) anrufen oder bestellen muss; leider sterben die Kleinen immer mehr aus. Der Verbraucher will es aber so anscheinend.
    Wir haben es in der Hand. Wer aber als Nichtwähler oder Wähler zulässt, dass SPD und CDU uns (den kleinen Mann auf der Straße) weiter in den Abgrund regieren, der mag auch diese Aktionen gerne und lacht innerlich über die armen Schweine, die nichts mehr in der Tasche haben. Denn wenn einer mehr hat, haben andere weniger.
    Nein, grundsätzlich habe ich nichts gegen diese Aktionen, aber warum bietet man nicht ständig adäquate Preise an und bezahlt alle Mitarbeiter (auch Leihmitarbeiter) anständig, damit diese ebenso kaufen können?

  9. @Andy
    Du hast die Sache mit dem Weltfrieden vergessen.

  10. Dafür braucht man nicht die Verbraucherzentrale. Darüber hatte ich letztes Jahr schon geschrieben:

    http://gedankenspielchen.blogspot.com/2012/11/cyber-monday-amazons-falsche-schnappchen.html

  11. Ich hab‘ schon gute Schnäppchen diese Woche gemacht, z. B. Paint Shop Pro X6 Ultimate von >70,- € auf 45,- € und damit sogar günstiger als der parallel Sale der DL-Version direkt bei Corel. Vergleichen sollte man immer!

  12. @ Goran:
    Am Thema vorbei. Setzen, sechs.

  13. Dieses Jahr ist aber auch fast nur Schrott mit dabei. Manche Sachen machen kaum Unterschied zum aktuellen Verkaufspreis, andere sind deutliche Vergünstigungen. Bei den farbigen Sektgläsern von 39 auf 19.99 runter hab ich schon überlegt, auch wenn es keine 52% sind.

    Ansonsten gilt für mich:
    Wenn einem der Ohrstecker die 22€ Wert ist ist es doch auch egal wieviel Prozent nun dabei stehen. Das Preisgefüge ist komplett transparent auf der Artikelseite. Da stehen UVP, Preis und Angebotspreis direkt untereinander und schön vergleichbar.

    Thalon

  14. Der Neid wird immer größer…
    Ich find‘ die Aktion gut, und habe schon ein gutes Schnäppchen gemacht! Das man nicht erwarten kann, dass ein Produkt was schon für die Hälfte des Markteinführungspreises gibt, nochmal um 50% reduziert wird ist für mich selbstverständlich. Das Ganze ist sehr transparent gestaltet und die Preise sind meistens deutlich unter den Marktdurchschnitt.
    Passt also!

  15. Bei Amazon fällt das doch so schnell auf… Schnäppchen gibt es doch die ein oder anderen, aber vieles, was mich auch interessiert, kaufe ich nicht, weil es nur wenige Euro nach unten ging. Man sieht ja auf der normalen Produktseite, welcher Rabatt vor der Aktion gültig ist… Mit der UVP ist das sowieso eine Verfälschung der Rabatt-Angabe, aber naja… Es ist doch so, wie es ist.

  16. Mehr als 10-20% sind eben nicht drin, Amazon ist kein Händler, der unter dem Einkaufspreis verkauft. Die versuchen das Zeug was keiner will mit äußerst scharf kalkulierten Preisen loszubringen, was dann schon häufig ein Bestpreis ist. Geschenkt bekommt man aber nichts, da sind meist die Erwartungen zu hoch.

  17. Amazon ist bei vielen Dingen doch schon ohne zusätzlichen Rabatt meist günstiger als andere Anbieter und in der Regel sowieso schon weit unter der UVP, die der Einzelhandel fast immer auch so nutzt… Im Internet schlägt Amazon dann spätestens bei der Rechnung Preis + Versand andere Anbieter, weil bei anderen Anbietern dann halt häufig der ziemlich teure Versand noch dazukommt.

    Bei größeren Summen dann sicher wieder fast irrelevant – aber im Service, gerade was Kulanz bei Rücksendungen angeht, ist Amazon halt auch weit voraus.

    Ansonsten wirbt halt jeder mit „Rabatten“ und das diese auf die UVP bauen ist ja auch nichts neues. Wieso man dann ausgerechnet Amazon rauspickt…

    Aber passt aktuell ja. Stehen ja in der Kritik, weil sie Mitarbeitern in der Logistik nicht nach Einzelhandel-Tarifvertrag bezahlen. Sollte man den Lageristen der ganzen Einzelhandelsketten auch mal stecken, dass Edeka ja durch den „Verkauf“ Geld verdient und man deshalb so bezahlen muss.

  18. Auf alle Fälle bei Amazon Angeboten immer noch einmal eine Preissuchmaschine bemühen. Ich habe schon des Öfteren Artikel auf der Amazon Seite gesucht. Da wurden Angebote von Händlern auf der Amazon Verkaufsplattform nicht angezeigt, die in der Preissuchmaschine gefunden wurden. Diese waren noch einmal günstiger als die von Amazon selbst verkauften.
    Aber zum Thema, die angeblichen Rabattversprechen mit dem UVP kann man doch nicht mehr ernst nehmen. Man zahlt doch den Preis, der es einem Wert ist, etwas zu erwerben. So gesehen ist jeder Kauf ein Schnäppchen. Freut euch und schönes „Schnäppchenwochenende“.

  19. Also ich finde Amazon auch preislich doch meist sehr günstig. Immer wieder versuche ich auch mal dem Einzelhandel (nicht nur Elektrogroßmäkrte!) eine Chance zu geben, doch muss ich mit meinem Geld auch wirtschaftten. 10-15% mehr als bei Amazon würde ich im Einzelhandel bei guter fachlicher Beratung noch aktzeptieren, doch in letzter Zeit waren das meist deutlich mehr als 30% Mehrpreis und von fachlicher Beratung keine Spur! Da werde ich in den Informationen von Amazon und den Bewertungen besser beraten. Von daher bleib ich treuer Amazonkunde (nicht immer, da ich vergleiche, aber immer öfter 😉 ).

  20. Matthias Krüger says:

    Das Problem bei den Auktionen von Amazon ist nicht, dass die Prozent-Angaben falsch sind, sondern dass man sich unter Druck gesetzt fühlt, sofort zu bestellen, weil das Angebot sonst weg ist. Man hat manchmal den Eindruck – und das ist ja leider auch so – wenn ich erst mal z. Bsp. auf Idealo gehe und die Preise vergleich, kriege ich den Artikel nicht mehr. Das ist das eigentliche Problem.

  21. Unfassbar über was man sich hier aufregt. Schwachsinniger als hier kann man sich schon fast nicht mehr outen. Bei wieviel % der Rabatt liegt, interessiert hier doch absolut nicht die Bohne. Ich entscheide anhand meiner anderen (Online) Optionen ob das Angebot für mich gut ist oder nicht. Da Amazon ohnehin immer in einem sehr guten preislichen Bereich rangiert müssen die Rabatte vom Amazon Preis gar nicht hoch ausfallen um als sehr gutes Angebot durchzugehen. Ob dass dann am Ende 50% auf den UVP sind oder 20% auf den Amazon VK Preis interessiert mich keinen Meter und kann wohl nicht ernsthaft Gegenstand einer „Kritik“ der Verbraucherzentrale sein.

    Und wer sich durch eine rote Zahl zu einem Zwang auf Zeit genötigt sieht schnell irgendwas zu kaufen, der sollte mal mit seinem Arzt darüber sprechen und keine Kritik an Amazon äußern.

  22. @Matthias Krüger: Aber das ist im Einzelhandel doch genauso… Wenn ich hier bei uns Mittwochs zum Kaufland gehe, dann habe ich auch Probleme einige Angebote aus dem Prospekt noch zu bekommen, weil die teils schon am Montag direkt ausverkauft sind und die dann die ganze Woche wirklich nicht „nachliefern“ (bzw. das Lager bemühen). Angebote sind halt überall immer „Solange der Vorrat reicht“.

    Egal ob beim Einzelhandel die Prospektware – oder im Onlinehandel Angebote die durch Newsletter o.ä. bekanntgegeben werden.

    Ich hätte ja sofort bestellen können. Aber im Nachhinein sich aufzuregen, dass der Artikel 10 Minuten später halt ausverkauft ist, weil sich wer anders früher für den Kauf entschieden hat ohne vorher zu vergleichen oder halt schon früher vergleicht hat, dann ist das halt so. Wer zuerst kommt, der mahlt auch zuerst.

  23. Namenlos, weil Cookies gelöscht... says:

    Hey Konfuzius, früher warst Du irgendwie nicht so leicht aus der Haut zu bringen…und irgendwie hab ich Dich weiser in Erinnerung 🙂
    Egal, es ging dem Verbraucherschutz wohl eher darum, das mittels eines „virtuellen Sparerlebnis“ geworben wird, was so eher gut argumentiert, als relevant ist, wie Du ja schon festgestellt hast…
    Ich persönlich stelle fest, das sich heutzutage fast jeder ziemlich schnell und meistens auch schon provisorisch verarscht fühlt, wenn es irgendwo ein „Angebot“ gibt… muss wohl an den Erfahrungen liegen, die Mensch so gemacht hat… Keiner glaubt mehr niemanden, dennoch wollen alle die schnelle Mark machen, bzw. sparen…