USB-C: Anker ruft Kabel zurück, die Geräte schädigen können

artikel_usbcUSB-C ist ein noch recht junger Anschluss, der aber immer mehr Verbreitung findet. Ein Stecker für alles, super praktisch, aber nicht immer nach Standards gefertigt. Probleme mit Kabeln hatten wir mehrfach im Blog, Benson Leung machte sich auf, um die Kabel dieser Welt zu prüfen. Mit nicht gerade tollen Ergebnissen für die Hersteller. Nathan K. prüfte ein Kabel von Anker, einem Hersteller, der eigentlich nicht in der „Ramschkabel-Ecke“ angesiedelt ist. Mit ebenfalls nicht gerade guten Ergebnissen. Das Kabel kann nämlich diverse Geräte einfach zerstören, wenn es auf bestimmte Weise genutzt wird.

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Woran man nun allerdings wieder merkt, warum man Anker eben nicht mit anderen in einen Topf werfen sollte, ist die aktuelle Rückrufaktion der USB-C-Kabel. Betroffen sind „Powerline 3.1Gen2“-Kabel des Herstellers. In diesem Google+-Post wird erklärt, was das Problem ist. Nutzt man ein starkes Ladegerät und lädt mit dem Kabel einen Empfänger, der mehr Volt verträgt (z.B. Chromebook Pixel mit 15 oder 20 Volt) und anschließend ein kleineres Gerät (z.B. Nexus 5X) ist der Vbus weiterhin auf 15 oder 20 Volt. Hier sollten nach Abziehen des Gerätes eigentlich 0 Volt anliegen. Die Folge: ein zerstörtes Gerät (im Beispiel wäre es das Nexus 5X).

Anker ruft die Kabel nun komplett zurück, erstattet Käufern den Kaufpreis und bietet gleichzeitig ein neues Kabel an. Einziger richtiger Schritt, wobei man sich durchaus auch wundern darf, wie so ein Kabel überhaupt in den Handel kommen kann. Hier die Mail im Wortlaut:

We’ve heard that some units of our Anker PowerLine USB-C A8185011 may present slight technical issues, which could prevent the cable from performing at its full capacity or even cause damage to devices when used. Therefore, to ensure that all of our customers are getting only the best quality products from Anker, we have decided to recall all units of our Anker PowerLine USB-C A8185011 immediately.

We are offering all of our PowerLine USB-C A8185011 users a full refund. In addition, we would like to offer a free Anker PowerLine USB-C cable to affected customers once we have improved Anker PowerLine USB-C A8185011.

Please reply to this email with your choice and we’ll process it as soon as possible. We will contact you regarding a free unit once the model has been released.

As we do not need to get the cable returned, please dispose of it accordingly and do not continue using it.

We want to assure you that we’ve taken all necessary measures to prevent this from happening again. We appreciate your preference and apologize for any inconveniences this has caused you.

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

13 Kommentare

  1. Hey Sascha. Der Link zu der Kabelprüfung scheint falsch zu sein. Der verweist bei mir auf irgendwas mit der 7TV App.

  2. Und dabei ist Anker eben ein renommierter Hersteller. Da kann man sich ja vorstellen, wie es um die NoName-Ware bei eBay oder Amazon bestellt ist.

  3. Sascha Ostermaier says:

    @Flo: Danke und gefixt. 🙂

  4. Ehrlich gesagt bin ich froh noch keine Geräte mit dem USB Type-C Anschluss zu besitzen. Derzeit sehe ich da deutlich mehr Nachteile gegenüber dem Micro USB Anschluss – zumindest bis die ganzen Kinderkrankheiten beseitigt sind und die Verbreitung etwas zugenommen hat.

  5. Das Bild am Anfang des Artikels zeigt ein A-auf-C-Kabel. Das betroffene Kabel ist aber ein C-auf-C-Kabel…

  6. Das Problem sind ja nicht die Kabel an der Sache USB A/C. Sondern zig Hersteller, die zig Eigenlösungen produzieren und vermarkten. PowerIQ, SmartIrgendwas, Quickcharge – alles für die Tonne. Nur weil ein Gerät QC3 zertifiziert ist muss das QC3 Ladegerät gar nicht die volle Leistung bringen. Und andererseits drosseln Smartphone Hersteller auch wieder die Leistungen, d.h. QC3 aber lässt sich trotzdem nur langsamer laden damit Akku-/Hitzeprobleme nicht auftreten.
    Dazu dann USB A auf C Adapter, die natürlich nicht die 3A bei 5V liefern.
    Und Anker mischt da ganz vorne mit beim Wirrwarr. Identische Kabel, das eine soll ein 5x schnell laden können, das andere nicht (Tatsache: Beide laden es nicht schnell).
    USB C würde einen Schlussstrich ziehen und das Marketing von Qualcomm wie auch den Akkuherstellern überflüssig machen.
    Und Anker liefert mittlerweile keine top Qualität mehr. Der gute Ruf rechtfertigt die hohen Preise noch, aber auf Dauer sollten sie nicht immer noch billiger produzieren lassen.

  7. Sollte ich wohl mal bei Anker anfragen, ob die mit ihren Micro-USB auf USB C Adaptern evtl. auch solche Probleme haben?
    Habe mir zwei davon bestellt. Einen für ins Auto, einen für den Schreibtisch. Aber da werden auch nur mit 2A/5V Ladegeräten Smartphone, Tablet und Kindle geladen. Nix mit mehr Volt. Da sollte ich doch erst mal auf der sicheren Seite sein.

    Ein USB C/C Kabel habe ich mir von Aukey bestellt. Das originale Kabel vom N5X ist mir zu kurz dafür, dass das Ladegerät hinter dem Nachttisch im Schlafzimmer eingesteckt ist. Da wird aber auch nix anderes mit geladen. Andere USB C Geräte habe ich auch noch gar nicht. Behalte das trotzdem mal im Hinterkopf. (Anker hatte kein Kabel mit dieser Nylonummantelung.)

  8. Von daher kommt mir kein USB-C Gerät ins Haus.
    Am besten nur je Kabel immer das eine Gerät damit Laden, gehts noch, sollte das Gerät durch solch einen Fehler Schaden nehmen sitz ich da und muss den Schaden selber bezahlen.
    Wie soll das denn ein Endverbraucher noch Kontrollieren?
    Tut mir Leid aber dieser USB-C „Standard“ ist was fürn A*****.
    Kaufen Sie Qualitätskabel von Firma X für Geräthersteller X für total überzogene Wucherpreise.

  9. Anker scheint ganz schöne Probleme mit ihrer Qualitätssicherung zu haben. Die sind mit in letzter Zeit schon öfter negativ aufgefallen, und das obwohl deren Produkte früher mal ein gutes Preis-/Leistungsverhaltnis hatten.

  10. Anker ist kein „renommierter Hersteller“, sondern pappt seinen Markennamen auf durchscnittliche chinesische no name Ware. Sie waren mit die ersten, die die Produkte dann mit westlichem Marketing über Amazon angeboten haben und haben sich einen guten Ruf über ihren Kundenservice aufgebaut.

    Ich habe selbst Anker Produkte und bin absolut zufrieden mit ihnen. Aber technisch sind die Produkte halt nichts besonderes, sondern setzen sich nur vom Ramsch ab. Mittlerweile gibt es dutzende Anbieter, die das gleiche Konzept (mit in der Regel schlechterem Kundenservice aber gleichwertigem Marketing) betreiben. Siehe die üblichen Plattformen, auf denen man „Chinaware“ bekommt. Taobao, Aliexpress und Co.

    Bei USB C macht es wohl Sinn, wirklich nur zu „renommierten Herstellern“ zu greifen. Auch wenn deren Produkte zu Mondpreisen verkauft werden.

  11. NOCH schlechteren Kundenservice wie Anker? Es ist nett das 18 Monate Garantie gegeben werden, von Gewährleistung und Entgegenkommen ist bei dem Service jedenfalls nichts zu sehen. Einmal Anker gekauft und war auch das letzte mal …

  12. Hier braucht es mal ein „Siegel“. Pappt doch sonst überall drauf.

  13. @Michael
    Das habe ich auch schon mal gedacht. Mag sein, dass die bei einigen Sachen vielleicht tatsächlich selbst etwas ‚entwickeln‘. Letztlich ist das Innenleben vieler Artikel wohl tatsächlich Massenware.
    Habe einen aktiven USB 3.0 von denen. Dessen Controller ist Massenware aus China. Da steckt so viel Innovation nicht hinter. Gut ist er trotzdem.