USA: Streaming löst klassisches Fernsehen ab

In den USA hat es eine Wachablösung gegeben. Laut tagesschau hat das Streaming den bisherigen Platzhirsch Kabel-Fernsehen am TV-Markt abgelöst. Demnach macht das Streaming nun 34,8 Prozent aus, gefolgt vom Kabel-Fernsehen mit 34,4 Prozent und 21,6 Prozent beim Fernsehen. In absoluten Zahlen heißt das, dass pro Woche 190 Milliarden Minuten der Lebenszeit der Menschen in den USA für das Streaming bei Netflix, Disney+, Hulu, HBO Max, YouTube, Amazon Prime, Apple TV und Co. draufgeht. Das ist ein Anstieg um 22 Prozent, was die TV-Giganten wie ABC, CBS, Fix oder NBC nicht besonders freuen dürfte, denn die haben viele Jahre lang den Markt dominiert, ohne sich sonderlich anstrengen zu müssen.

Als Begründung für den rasanten Anstieg des Streamings gibt man an, dass die neuen Shows der TV-Anbieter keinen mehr vor den Fernseher locken und auch der Sport mittlerweile auf Streaming-Diensten zu Hause ist. Damit gibt es wohl genügend Gründe, um das 100 Dollar kostende Kabel-Fernsehen ad acta zu legen. Man will seinen Tagesablauf auch nicht mehr am Fernsehen ausrichten. Der eine oder andere vergisst aber dabei, dass die vielen Streaming-Abos über kurz oder lang auch in die 100 Dollar gehen. Die Anbieter erhöhen auch dort die Preise oder kommen mit werbefinanzierten Angeboten um die Ecke. Solange die TV-Anbieter jedoch nicht mit neuen Konzepten überzeugen, wird das Streaming wohl nicht mehr von der Spitze verdrängt werden.

In diesem Artikel sind Partner-Links enthalten, wir kennzeichnen ihn daher als Werbung. Durch einen Klick darauf ge­lan­gt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir ei­ne kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail. PayPal-Kaffeespende an den Autor

Neueste Beiträge

Mit dem Absenden eines Kommentars stimmst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

19 Kommentare

  1. Klassisches Fernsehen kann gar nicht schnell genug sterben, RTL2 bitte als erstes. IQ Killer schlechthin 🙂

    • Das die Streaminganbieter nur hochqualitatives Material zur Förderung des IQs in ihrem Fundus hätten wäre mir neu. Und das man mit mehazu ausschließlich Filmen und Serien seinen IQ fördern kann, wäre mir ebenfalls neu.
      Ansonsten bin ich bei Dir, dass es um Sender wir RTL2 sicherlich nicht schade wäre.

    • Der IQ-Killer und sonstige schlechten Serien von Netflix wird wohl er diese Firma in die Insolvenz schicken, als Nachrichten und Doku Sender der Kabel und linearen Medien wie Msnbc und Co. Ausserdem stremen die ihr Programm auch inzwischen und haben Mediatheken. Also nix mit Konkurrenz.

      Übrigens gehört ntv zu RTL und bringt sehr ausgewogene Nachrichten und bessere Dokus als der öffentliche Rundfunk.

    • Uhhh Netflix und hochwertiger Bildungscontent? Da lachen ja die Hühner.

      Das ist vielleicht bei Doku Streamingdienst Discovery plus möglich. Bei Amazon Prime und Netflix eher nicht, denn die sind das RTL2, Vox und pro7 von den Streamingdiensten.

    • Klassisches Fernsehen hat(te) auch den Charme, dass man irgendwann abgeschaltet hat – weil nichts vernünftiges kam. Und auf der anderen Seite hatten sich Rituale gebildet, wie das gemeinsame Schauen um 20h15.
      Heute kann man 24/7 scheinbar hochwertiges Material beziehen und muss sich selbst schon deutlich härter steuern.
      Wie sagt Peter Lustig „und denkt dran, abschalten.“

  2. Erschreckend zu sehen, dass noch 56% noch TV schauen und den ganzen Mist, der da läuft. Meine Kinder wissen schon nicht mehr was das ist.

    • Der Verbreitungsweg sagt ziemlich genau Null über die Qualität der Inhalte aus. Ich finde es eher erschreckend, wenn man sich wie du über die TV Zuschauer erhebt und deren Konsum mit „Mist“ gleich setzt. Man findet nicht weniger Mist im „Stream“.

  3. Das erinnert mich an eine Folge StarTrek Enterprise. in der Leute aus der Vergangenheit irgendwie auf die Enterprise gerieten. Mir fällt leider nicht mehr die genaue Episode ein.

    Die wollten wissen, wo es einen Fernseher gibt. Crew: „Fernseher? Was ist das?“ Data: „Das Fernsehen ist eine lineare Form der Unterhaltung, die das Jahr 2040 nicht überlebt hat.“

    Ich hielt das immer für eine gewagte These, doch dieser Artikel dürfte tatsächlich der (sehr frühe) Anfang vom Ende sein.

    • Herr Hauser says:

      @Data

      Ich wüsste nicht das Data in „Star Trek: Enterprise“ dabei war. 😉 Es war „Star Trek: The Next Generation“ und die 26. Folge „Die neutrale Zone“ aus der 1. Staffel.

      Lineares TV wurde schon so oft in so vielen Jahren für Tot erklärt. Nichts ist passiert.

      Und auf Star Trek zurückzukommen: Einen Atomkrieg gab es bei denen. Das wünscht Du Dir doch hoffentlich nicht auch?

      • @Herr Hauser

        Entschuldige meine Ungenauigkeit; bin zwar ein großer, aber kein Hardcore Fan. Aber schau an, du hast die Folge ja trotzdem herausgefunden und gewusst, was ich meine 😉

        Mag sein, dass das Fernsehen schon oft für tot erklärt wurde. Mir ging es nur darum, dass dieser Artikel ja endlich mal Zahlen liefert, anhand derer man (erstmals?) den schleichenden Untergang des TVs auch wirklich nachvollziehen kann. Laut der Star Trek-These sind es ja nur noch 18 Jahre bis zur 0-%-Marke und ich bin einfach nur gespannt, ob das noch hinhauen wird. (Dabei möchte ich das TV nicht gut oder schlecht bewerten. )

        Einen Atomkrieg wünsche ich mir natürlich nicht. Doch Replikatoren, Raumschiffe, gescheite Kapitäne und fortschrittlichste Technik und Medizin – das wär was 🙂

  4. Was ist denn genau der Unterschied zwischen Kabel-Fernsehen (34,4%) und Fernsehen (21,6%)?
    Ich kenne mich da auf dem amerikanischen Markt nicht so wirklich aus, aber ist mit Kabel-Fernsehen das Pay-TV gemeint und mit Fernsehen das „normale“ TV? Oder geht es da wirklich um Empfangswege (Kabel vs. Satellit?).
    In beiden Fällen würde ich aber sagen: Es bleibt insgesamt bei über 50% TV und nur 34,8% Streaming –> also ist hier nichts überholt…
    Demnach müsste „Fernsehen“ also was anderes bedeuten?? @Olli kannst du das ggf. kurz erläutern?

  5. Halt Pech, wenn man sich der Konkurrenz stellen muss. Kann hierzulande dank des zwangsfinanzierten Systems nicht passieren. Hier reichen ein paar stets politisch korrekte Talkshows mit klarer Freund-Feind-Vorgabe, eine billig zu produzierende Trödelshow und ein Heile-Welt-Fernsehgarten und man muss sich keinerlei Zukunftssorgen machen. Höchtens, wann und wie hoch die Gebühr wieder erhöht werden könnte und welchen Dienstwagen man sich davon denn gönnen könnte…

  6. Streaming löst also klassisches Fernsehen ab. Das erklärt die neueste Entwicklung mit der Werbung vor und inmitten der Übertragung. Einziger Unterschied wird also sein, dass man beliebig Inhalte zum beliebigen Zeitpunkt starten kann.

    7 Tage warten auf die nächste Folge hat man ja schließlich auch vom erfolgreichen TV übernommen. Was kommt als nächstes?

    • Das mit dem beliebigen Zeitpunkt stimmt ja mittlerweile nur bedingt, da bspw. Serienstaffeln öfter auch nicht mehr auf einen Schlag veröffentlicht werden, da man erkannt hat, dass wenn alles zu jeder Zeit nicht gut für die Kundenbindung ist. Streaming entwickelt wird sich mehr und mehr in Richtung werbeverseuchtes Linear-TV verändern.

      • Aber so blöd sind die Kunden ja auch nicht. Dann warten die eben zwei oder drei Monate mit der Buchung und gucken die Staffel dann komplett.

        Und gerade jetzt bei den Teuerungen verliert man dadurch früher Kunden.

    • Das haben die nicht vom TV übernommen, so wurden Serien eigtl seit jeher ausgestrahlt. Netflix hat das mit den Serien eingeführt, was sie auch immer noch machen, bei Ihren eigenen Serien! Es bringt den Anbietern nicht viel das Ding auf einmal rauszuhauen und ne Woche später spricht niemand mehr drüber. Die Anbieter machen das nicht damit die Zuschauer schöne Unterhaltung genießen können, es geht einzig und allein ums Geld wie bei jeder normalen Firma. Deutschland hat eine gänzlich andere TV Struktur wie in den USA, wo seit jeher die Menschen für PayTV bezahlen, was hier kaum jemand macht. Streaming ist nur eine andere Übertragungsmöglichkeit, mit den Inhalten an und für sich hat das nichts zu tun. Du kannst auch die Sachen die im TV laufen streamen, es sind aber dieselben Inhalte. TV, Streaming, oder sonst eine Übertragung, ändert nichts an den Inhalten der jeweiligen Medien. Man konnte sich auch vor dem Flatrate Streaming bereits Digitale Inhalte streamen, auf Bluray kaufen, aus der Videothek(lokal oder Online) ausleihen, komischerweise hat das kaum jemand in Deutschland gemacht. Es kostet ja Geld. Wenn man dann aber ne Flatrate bezahlt, muss man damit zurecht kommen, was der Anbieter einem anbietet oder man kündigt das Abo und kauft sich die Sachen per Stream oder auf Disc. Dann hat man auch keinerlei Werbung. Wie in jedem Bereich des Lebens ist es die Frage wieviel sind einem die Inhalte wert, mit Geld lässt sich die Werbung „wegkaufen“

  7. Kein Wunder, die privaten Sender liefern nur Schund in noch beschissenerer SD-Qualität. Die aufgeblasenen Öffis zwangsfinanziert, woke und regierungstreu in 720p. Das macht Spaß.
    Leider entwickeln sich die Streaming Dienste auch eher negativ.

  8. eine andere interessante Facette: in den USA wird immer noch viel Radio gehört , linear und sogar auf Mittelwelle in klassischem AM, dort meist Talk-Radio – eine Radio-Gattung die hier erfolglos blieb von wenigen Einzelsendereihen wie „Domian“ mal abgesehen, Sport- und religösen Sendern die die Mitelwelle immer noch beleben , während man in Mitteleuropa die MW-Sendeanlagen weitgehend abgebaut hat. Ja, sowas wie „Radio maria“ läuft in den USA häufig auf AM auf Mittelwelle und ist furchbar … DAB ist dort überhaupt nicht vorhanden – passt mit seiner Multiplexstruktur nicht in die dortige Senderlandschaft – und der Versuch digitaler Koexistenz auf UKW – eine Art digital modulierter Unterträger zu den vorhandenen FM-Sendern (IBoC) hat sich auch nicht wirklich durchgesetzt. Also anscheinend doch nicht in allen Bereichen so „Spitze der Weiterentwicklung“. Dafür ist dort Pay-Radio über Satellit (Sirius XM oder so ähnlich) , auch fürs Auto , verbreitet , für Städte mit ihren Häuserschluchten dann mit Unterstützung durch lokale Füllsender. smile.

Es werden alle Kommentare moderiert. Lies auch bitte unsere Kommentarregeln:

Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen. Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte - gerne auch mit Humor.

Du willst nichts verpassen?

Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren.