US-Handelsminister will Huawei mit neuen Einschränkungen konfrontieren

Für den chinesischen Hersteller Huawei war 2019 trotz des Handelskrieges zwischen China und den USA laut eigenen Aussagen ein erfolgreiches Jahr. Trotzdem gab es erste Kollateralschäden: Das Honor 20 Pro musste zunächst verschoben werden und auch das Huawei Mate 30 Pro erschien erst mit Verzögerungen in Europa – und ohne Google-Dienste. Ein Ende der Probleme ist wohl aktuell noch nicht absehbar, wie Aussagen des US-Handelsministers Wilbur Ross nahelegen.

Ross erklärte laut Bloomberg, dass es bald neue Richtlinien für Zulieferer in den USA geben werde, welche die Geschäftsbeziehungen mit Huawei weiterhin bzw. noch strenger beschränken sollen. Die Details der Richtlinien wollte Ross aber noch nicht besprechen. Bekanntermaßen steht Huawei ja schon seit Monaten auf der schwarzen Liste der US-Regierung und ist daher erheblichen Einschränkungen in den Geschäftsbeziehungen mit Partnern aus den Vereinigten Staaten unterworfen.

Laut dem Minister gebe es bereits Entwürfe, die kurzfristig fertiggestellt werden. Eine offizielle Ankündigung solle schon bald erfolgen. Dabei betonte Ross, dass es keinesfalls das langfristige Ziel der US-Regierung sei, Huawei von allen nordamerikanischen Zulieferern abzuschneiden. Vielmehr gehe es um die nationale Sicherheit. In der ersten Phase der Verhandlungen um die Handelsbeziehungen mit China habe man sich bisher noch nicht dem Thema Huawei gewidmet.

Auch in der zweiten Phase werde man speziell Huawei wohl noch nicht zum Thema machen, so Ross. Huawei selbst hat noch keinen Kommentar abgegeben, betonte in der Vergangenheit aber stets sich keiner Schuld bewusst zu sein und entgegen der Vorwürfe der USA auch nicht für die chinesische Regierung zu agieren. Dabei gibt Ross zusätzlich zu Protokoll, dass man es nicht gerne gesehen habe, dass Huawei seine US-Partner dazu anrege die Richtlinien des Handelsministeriums zu umschiffen. Das sei ein gefährlicher Pfad, der am Ende allen Beteiligten nur schade. Mögliche Lücken in den Vorgaben werde man sich deswegen nun noch genauer ansehen und sie schließen.

Die strikteren Regeln des US-Handelsministeriums sollen etwa auch Produkte betreffen, die in den USA entwickelt, aber dann außerhalb des Landes hergestellt werden. Wie gesagt, hier fehlen aber noch konkretere Details, sodass man abwarten muss.

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7 Kommentare

  1. Ist schon erstaunlich, wie die USA alles Mögliche versuchen, um sich selbst immer weiter ins Abseits zu stellen.

  2. Samsung hat z.B. einen großen Forschungs- und Entwicklungskomplex in Kalifornien. Die High Tech Produkte die dort mit entwickelt wurden, dürften auch unter den US Beschränkungen fallen. Die neuen US Handelsbeschränkungen wird auch nicht US Tech Konzerne hart treffen. In den USA gibt es keinen Widerstand gegen Trumps ständig neuen Handels Beschränkungen.

    Für den Chinesischen Markt dürften wohl einige Smartphone Hersteller weniger auf das neuste vom neusten und mehr auf Produkte ohne US Wertschöpfungsanteil setzen.

  3. Vielleicht ist es jetzt endlich mal an der Zeit, dass sich der chinesische Staat doch mal einmischt…sowas kann doch nicht sein…
    Die US-Regierung scheint augenscheinlich keine Beweise für die Spionage durch Huawei zu haben und kommen trotz Allem damit durch, den Hersteller immer weiter zu drang­sa­lie­ren.

    Was würden wohl amerikanische Unternehmen und die amerikanische Regierung machen, wenn China den Spieß gnadenlos umdreht und den Export von sämtlichen Rohstoffen in die USA stoppt, die Technologie-Firmen für die Herstellung von elektronischen Gerärten benötigen…

    Oder was wäre, wenn China auf den Export von Waren, die durch amerikanische Unternehmen, die in China produzieren (was vor Allem wohl Apple betreffen würde), so hor­rende Zölle aufschlagen würde, dass die Gerätepreise in den USA explodieren würden?

    Das sind so Dinge, die gehen mir so durch den Kopf, wenn ich solche Berichte lese, in denen Handlungen stattfinden, die ich so absolut nicht nachvollziehen kann…

  4. Was diese Null-Nummer Trump da mittlerweile verzapft ist echt nicht mehr zu ertragen, sowas von „lächerlich“ das Ganze, sollte Huawei ein neues System herausbringen, werde ich es mir mal ansehen und dann ggf auch für bleiben.

    Trump schadet auch US-Firmen damit, aber dies sieht er in seiner Unfähigkeit nicht ein, so jemand mit solcher macht, omg!!!

    Im Freundeskreis haben mittlerweile „als Ausgleich“ viele angefangen, US-Produkte zu meiden, was gar nicht so leicht ist, auch ich habe schon das ein oder andere Produkt gemieden, nun ist wohl auch meine Lieblingslimo dran :-l , auch ein diese Firmen nichts dafür können, aber wenn es genug Leute machen, gibt es vielleicht ein Einsehen.

  5. Bob (der andere) says:

    Ich glaube die USA schießen sich langfristig mit der Politk bzw. dem Embargo gegen Huawei kräftig ins eigene Bein.
    Huawei hingegen handelt sehr klug in dieser Lage. Sie haben riesige Bestellungen für Hardware geordert, damit die Komponenten (vorwiegend für Smartphones) für min. ein Jahr reichen. Darüber hinaus versuchen sie derzeit alle möglichen Firmen für solche Hardware zum Bau von Fabriken in China zu bewegen (sofern der Anteil von US-Technologie/Patenten usw. nicht höher als 25% beträgt, ist das wohl ohne US-Sanktionen möglich).
    Und dann entwickeln sie auch ja noch ein eigenes Betriebssystem. Das sie das technisch schaffen, daran habe ich nicht den geringsten Zweifel. Wenn sie dann noch ein genügend großes und interssantes App-Angebot aufbauen können, könnte die Vormachtsstellung von Google/Android ganz schnell ins Wanken geraten.

  6. Die Sanktionspolitik, Google und iCloud treiben mich immer stärker weg von Google und Apple. Samsung und Huawei sind für mich noch neutral (Bootloader-Sperre bei Huawei und Samsung’s Speicherpreistreiberei aside). An sich traue ich japanischer Technik am Ehesten: Sony, Panasonic & Co. Die Technikbranche um CISCO, RSA und Amazon hat sich selbstverschuldet in übelsten Misskredit gebracht – da habe ich wirklich keinen Bock mehr auf deren Technikkram.

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