Anzeige

Untergeschobene Verträge: Vodafone unterliegt vor Gericht

War hier im Mai ein Thema: Die Verbraucherzentrale Hamburg hatte Vodafone vorgeworfen, teilweise Auftragsbestätigungen an Menschen herauszuschicken, die gar keine Leistungen beauftragt hatten. Im Kern lief es wohl darauf hinaus, dass das Unternehmen Angebote unterbreitete und z. B. auch Nicht-Reaktionen als Annahme auslegte. Das ist so in Deutschland aber nicht rechtens. Jetzt hat Vodafone vor dem Landgericht München I eine Niederlage kassiert.

Das Landgericht München I habe der Vodafone Kabel Deutschland GmbH laut der Verbraucherzentrale Hamburg nun verboten, Verbrauchern Vertragsabschlüsse zu Produkten wie „Red Internet & Phone Cable“ oder das „Vodafone Sicherheitspaket“ zu bestätigen, ohne dass eine Bestellung vorliege. Die Verbraucherzentrale Hamburg hatte das Telekommunikationsunternehmen auf Unterlassung verklagt. Es sei bereits das fünfte Verfahren, das die Verbraucherschützer gegen Vodafone eingeleitet hatten, um unrechtmäßige Auftragsbestätigungen zu unterbinden (Urteil vom 3. November 2020, Az. 1 HK O 14157/19).

Verstößt Vodafone Kabel Deutschland nun in Zukunft nach Rechtskraft gegen das Urteil des Landgerichts München I, dann kann ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro fällig werden. Verbraucher, die ebenfalls Probleme mit dem Telekommunikationsdienstleister haben, können sich an die Verbraucherzentrale Hamburg wenden. Weitere Informationen dazu findet ihr hier.

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

Neueste Beiträge

Mit dem Absenden eines Kommentars stimmst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

21 Kommentare

  1. Es sind bereits fünf Verfahen deswegen gegen Vodafone eingeleitet worden, aber das Ordnungsgeld wird erst beim nächsten Verstoß fällig – das ist doch lächerlich, deutsche Rechtssprechung.
    Das muss sofort fällig werden, damit gar keiner nur auf die Idee kommt, nochmal solche Praktiken anzuwenden und im Wiederholungsfall das Ordnungsgeld direkt verzehnfachen.

    • Ja die Strafen sind leider so niedrig, dass sich unseriöse Geschäftspraktiken immer noch deutlich für die TK-Firmen lohnen.

    • /vote

      Pauschal bei sowas mit nachweislich mit Absicht betrügerische Verhalten werden mit Strafen von 1.000.000 Pauschal belegt + bei weiteren Verstößen jeweils ebenso PRO FALL!!!

  2. Solche Aktionen werden leider nie aufhören, bis es den Firmen direkt beim ersten Verstoss weh tut. Weh tut im Sinne von mind. fünfstelligen Summen pro Fall. Klar, die Firmen sind ja immer unschuldig, sind die bösen Beauftragten von Drittfirmen/Freiberuflern auf Provisionsbasis. Aber auch diese Verträge kann man so gestalten, dass die Kosten für (meiner Meinung nach) Betrug durchgereicht werden.

  3. Ordnungsgeld ist auch ein Witz, warum orientiert sich das nicht am Jahresumsatz oder Jahresgewinn? 5% tun schon extrem weh und dann rollen auch mal die Köpfe der Verantwortlichen.

  4. therealThomas says:

    Ich kann meinen Vorrednern nur zustimmen.
    Wenn eine so große Firma hunderte, wenn nicht tausende, Betrugsfälle aufweist, dann muss die Strafe schon saftig sein. Ganz wichtig finde ich, dass die Strafe pro Fall abgerechnet wird.
    Wenn Vodafone also 1000 Verträge mit einem jeweiligen Auftragswert von knapp 1000€ (24 * 40€ = 960€) auf betrügerische Art „verkauft“, dann sollte das gesamte Auftragsvolumen zusammengerechnet und verzehnfacht werden. Wenn Vodafone für all die Betrügerverträge ab sofort jedes Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag hinlegen müsste, dann werden sie ganz schnell nochmal durchrechnen, ob sich das Geschäftsmodell wirklich lohnt.
    Anders lernen solche Firmen nicht.

  5. Ist das ein Alleinstellungsmerkmal von Vodafone oder gehen die anderen auch so vor?

    • Also bei der Telekom hatte ich einen Umzug beauftragt. Auf einmal hatte ich auch eine Zweitkarte für meinen mobilen Tarif zugeschickt bekommen. Wollte einen Beweis haben das ich das tatsächlich bestellt hatte. Hat man mir aber nicht gegeben, stattdessen die Zweitkarte storniert und fertig. Wenn ich zu viel Geld und Zeit hätte würde ich gerne mal einen Anwalt das durchchecken lassen.

    • KingKarl237 says:

      Ich hatte kürzlich einen Vertrag bei der Telekom über Check24 abgeschlossen. Nach der telefonischen Terminabsprache für einen Technikertermin erhielt ich mehrere Mails.

      „Stornierung ihres Auftrags“
      „Bestellbestätigung ihres neuen Telekomauftrages“

      Im neuen Auftrag waren zusätzlich 80€ Anschlussgebühr enthalten. Außerdem würde ich für den neuen Vertrag kein Cashback von Check24 kriegen.

      Auf nichts davon bin ich im Telefonat hingewiesen worden. Nach Rückfragen hieß es das ginge nicht anders da der Aufschalttermin so kurzfristig ist.

      Hab dann alles storniert und bei Vodafone einen Vertrag abgeschlossen 😀

    • Vodafone ist bekannt für solche Dinge, die Drückerkolone die man am Hals hat wenn man den Vertrag wechselt ist ja auch legendär. Support ist ja leider auch nur darauf ausgelegt neue Dinge zu verkaufen, alles andere ist nicht relevant.
      Privat spare ich meine Lebensrestzeit um mich mit solchen zwielichtigen Firmen zu beschäftigen, gibt ja genug Alternativen. Geschäftlich muss ich mich damit leider ab und zu beschäftigen und es ist ein furchtbar. Für den Normalo nicht zu bewältigen und das ist wahrscheinlich auch die Masche.
      Natürlich, alles bedauerliche Einzelfälle.

      • Vodafone ist sicherlich nicht der einzige Übeltäter, genauso sind andere Unternehmen und Branchen auch nicht besser – aber Vodafone fällt immer wieder damit negativ auf.
        Das hat schon fast System dort, ist meine Meinung.

        Wie oft kommen abends Vertreter von Vodafone an die Türe und wollen einen einen neunen DSL- oder Kabel-Vertrag andrehen – bei uns hier fast jeden Monat.
        Warum werde ich bei jedem Anruf der Ex-Unitymedia-Hotline ( heute Vodafone ) gefragt, ob ich nicht noch einen Mobilfunkvertrag im Super-Günstig-Kombi-Mega-Knebelpaket haben will ? Meine Antwort ist immer die selbe – ich bekomme bei der Telekom bessere Konditionen 🙂

  6. Vodafone, das sind auch die, die obwohl man dem Newsletterversand klar widersprochen hat, immer noch Einen fröhlich munter mit Werbung via Email vollmüllen. Bin da nur zwangsweise Kunde, Unitymedia ist ja Geschichte. Bitte schöne saftige Strafen, das muss wehtun.

  7. Ich habe Anfang des Jahres meinen Fall an die Verbraucherzentrale weitergereicht – und hoffe, meinen Teil dazu beigetragen zu haben.
    Hier in der Straße ist leider das einzige (schnelle) Internet, was einigermaßen ordentlich funktioniert, Vodafone Kabel, aber man hat mich nun schon zwei Mal verarscht. So konnte ich trotz Alternativlosigkeit vielleicht einen Nadelstich setzen.

  8. Na endlich… Hatte vor wenigen Monaten auch meinen Fall der Verbraucherzentrale Hamburg mitgeteilt.
    Echt ein undingen das soetwas hierzulande möglich war/ist…

  9. Ted Stryker says:

    Ich hatte mit Vodafone noch nie Probleme. Bin mit dem Festnetz auf die 2006 umgestiegen. Sie sind immer noch günstiger als die Telekom. Kein Generve wegen irgendwas. Ich nutze meinen eigenen Router. Ausfälle gibt es selten (die nutzen das Telekom-Netz). Es ruft auch niemand an oder steht vor der Tür. Ist mir unverständlich, was manche erlebt haben.

  10. Ich muss hier auch Pro Vodafone schreiben, bin seit 25 Jahren Mobilfunkkunde, begonnen mit Mannesmann Mobilfunk, der Service immer super, zwar nicht immer des deutschen ganz mächtig aber immer freundlich und bemüht! Auch mit Festnetz ehemals Arcor seit 14 Jahren ohne Probleme! Hatte mal selbst aus Dummheit ein Abo gedrückt, auch da wurde mir geholfen, ein defekter Router sofort kostenlos ausgetauscht!
    Mir wurde nie einfach etwas untergejubelt!
    Was mir aber nicht gefällt ist in Vodafone Shops zu gehen, was und wer da alles herum hängt und die Art und Weise wie man angesprochen wird ist unterirdisch!

  11. Ich habe mit Vodafone die Erfahrung gemacht, dass man durchaus gute Konditionen bekommt, wenn man aktiv dabei ist. Sprich man darf den Kollegen am Telefon nichts glauben und muss ständig hinterher sein, dass besprochene Dinge auch passieren. Immer wieder nerven, sonst geht’s schief. Das macht es leider sehr zeitaufwendig und frustrierend. Und niemals in den Shop gehen! Alles außer Neuverträge interessiert die Mitarbeiter dort nicht und durch das Franchise System fühlt dichy dort auch niemand für irgendwas verantwortlich.
    Daher muss jeder selber wissen, was er sich antut. Ich fürchte nur, dass es woanders auch nicht viel besser ist…

Schreibe einen Kommentar zu Lasse Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bevor du deinen Kommentar abschickst:
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen. Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte - gerne auch mit Humor.

Du willst nichts verpassen?
Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren. Alternativ könnt ihr euch via E-Mail über alle neuen Beiträge hier im Blog informieren lassen. Einfach eure E-Mail-Adresse hier eingeben, dann bekommt ihr 1x täglich morgens eine Zusammenstellung. Mit dem Absenden willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.