Umfrageergebnisse: 46 % wollen staatliche Grundversorgung in Sachen DSL

Neue Umfragen wollen bestätigen, was der geneigte Techblog-Leser eh schon weiss. Fast zwei Drittel der Internet-Nutzer (65 Prozent) sind gegen Pläne, die Tempo-Limits oder Extra-Kosten für besonders intensive Nutzung enthalten. Bei denjenigen, die mehrmals am Tag online sind und ein breites Nutzungsspektrum haben, liegt der Anteil noch höher: 79 Prozent dieser Gruppe lehnen jegliche Reduzierung der Internet-Geschwindigkeit oder zusätzliche Kosten ab.

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Das geht aus der jetzt vorgelegten Studie „Freiheit versus Regulierung im Internet“ hervor, die das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) veranlasst hat. Realisiert wurde die Untersuchung durch das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD). Bundesweit repräsentativ wurden 1.487 Personen ab 16 Jahren befragt.

Große Teile der Internet-Nutzer (46 Prozent) befürworten zudem, dass der Staat die Pflicht hat, einen flächendeckenden Zugang zu schnellen Internet-Anbindungen in Form von Breitband-DSL zu gewährleisten. Dies wird als Teil staatlicher Grundversorgung wie Strom- oder Telefonanschlüsse gesehen. Die Garantie eines schnellen Netzes ist besonders für alle selbstverständlich, die das Netz überdurchschnittlich breit nutzen.

„Die diskriminierungsfreie Internet-Nutzung ist ein wesentlicher Faktor dafür, dass alle gesellschaftlichen Gruppen sicher von den Vorteilen des Netzes profitieren. Außerdem wird nur so ein fairer Wettbewerb gewährleistet“, erklärt DIVSI-Direktor Matthias Kammer. „Die Erhaltung der Netzneutralität ist deshalb ein besonders wichtiges Ziel der Digitalen Agenda.“

In diesem Sinne – schönes Restwochenende und immer eine flotte Leitung!

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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15 Kommentare

  1. Das sehe ich genauso, eine gewisse Mindestbandbreite muss gesetzlich als Grundversorgung her. Sonst bleiben die Gebiete, die für Anbieter unwirtschaftlich sind, immer von der Außenwelt abgeschnitten.

    Ich wohne selbst in einem Dorf, indem dieses Jahr durch EU-Förderung ausgebaut wurde. Früher 0,384 Mbit/s, jetzt VDSL mit 25 Mbit/s. Der Bedarf an Bandbreite und Volumen nimmt durch Anwendungen wie VOD oder Cloud-Nutzung stetig zu.

  2. Hat ein bißchen was von Dealern.
    Erstmal durch Werbung zum Kauf verleiten und Abhängig machen.
    Dann hat der Kunde eventuell später keine andere Möglichkeit mehr als sich dem Preis zu beugen.

  3. naja der kunde kann immer noch zu einem anderen anbieter wechseln. ich würde mir wünschen das die anbieter endlich die versprochene leistung liefern müssen. seit einer woche bekomme ich von 16k kbit/s nur 2k kbit/s was einfach ein witz ist.

  4. 25k sollte Grundversorgung sein, bei 16 kommt man an das Limit was VOD angeht und 25k hätte man noch paar Reserven. Aber das wird wohl nicht so schnell werden (oder durch LTE mit 20gb inkl. Volumen -.- ).

  5. porscheproletos says:

    Offensichtlich haben viele die Zeiten der staatlich regulierten Telefonnetze nicht mitbekommen. Das waren Zeiten, in denen man sich das Telefon nicht kaufen aber mieten durfte. Das waren Zeiten, wo man auch gern mal ein paar Monate auf einen Anschluss gewartet hat. Das waren Zeiten, in denen keiner in einer anderen Stadt anrief, weil die Gebühren im Markbereich/Minute lagen.

    Ohne einen freien Markt, würden die User hier maximal BTX statt Internet kennen. Wenn man hier sozialistische Verhältnisse fordert, landet man auch unweigerlich im Sozialismus. Auf dem Weg dahin kommt es erst zu Warenverknappung, später zum völligen Verzicht auf das Produkt.

    Aber offensichtlich muss jede Generation erneut ihre Erfahrung mit den linken Rattenfängern der sozialistischen Internationale machen. Naja, Armut heilt bekanntlich. Wer es nicht glaubt, soll mal in den nächsten Jahren den Mietwohnungsmarkt beobachten. Nachdem hier eine Preisobergrenze und damit quasi staatlich garantierter Anspruch auf eine bestimmte Miethöhe besteht, wird es als Folge nicht nur zur Wohnraumverknappung kommen, nein..entgegen der Intention werden die Preise für gute Wohnungen richtig steigen!

  6. @porscheproletos

    das eine Lupenreine Marktwirtschaft gut funktioniert sieht man ja an den USA. Die entwickeln sich ja zu einem 3. Welt Land zurück …

    Welche Marktwirtschaft hat gezeigt das sie überleben kann ? Die gehen genauso ein wie die Sozialistischen Staaten. Ein System das nur funktioniert wenn es eine Endlose Expansion gibt, kann nicht funktionieren (außer man beutet andere Quellen aus – siehe USA …).

    Der Staat muss ja nicht die ganze Sache verstaatlichen, aber es soll Spielregeln vorgeben. Wenn es einer Firma nicht passt danach zu arbeiten kann sie ja gerne gehen. Wenn man Geld erwirtschaften kann kommt auch einer und macht es.

  7. „Aber offensichtlich muss jede Generation erneut ihre Erfahrung mit den linken Rattenfängern der sozialistischen Internationale machen.“

    Bitte wer? 🙄

  8. First World Problems 🙂

  9. Gab es nicht sogar mal ein Gesetz, dass man für jeden Wohnsitz in DE einen ISDN Anschluss beantragen konnte und diesen auch realisiert bekommen musste? Bin mir nicht sicher, hab das meine ich mal in nem Technik-Podcast gehört.
    Ich selbst komme dank immer mehr online-Services und Web 2.0-Animationen kaum noch ohne aus. Sozialismus hin oder her – ich sehe da eher die Chancengleichheit für den Zugriff auf diese wichtige Ressource im Vordergrund.

  10. @Porscheproletos:
    Deinen Einwand kann ich verstehen, jedoch betreibst Du dabei Schwarzweißmalerei. Komplett in privater Hand bedeutet nur da Ausbau, wo es sich rentiert. Komplett staatliche Hand bedeutet wenig Entwicklung. Aber dazwischen gibt es viele Wege. Einer wäre z.B., daß die Leitungen staatlich gelegt werden und Provider sie anmieten können. Oder später auch ausbauen können.

  11. Namenlos, weil Cookies gelöscht... says:

    „grundversorgung“ und „internet“ und „dsl“ in in einem satz und dann auch noch das wörtchen „pflicht“. irgendwie emfpinde ich das als seltsam. naja, wir hungern ja nicht, und zeit nach der arbeit haben wir ja auch. da kann man sich um soetwas kümmern.

  12. Sind 54% dagegen?

  13. „Fast zwei Drittel der Internet-Nutzer (65 Prozent) sind gegen Pläne, die Tempo-Limits oder Extra-Kosten für besonders intensive Nutzung enthalten. Bei denjenigen, die mehrmals am Tag online sind und ein breites Nutzungsspektrum haben, liegt der Anteil noch höher: 79 Prozent dieser Gruppe lehnen jegliche Reduzierung der Internet-Geschwindigkeit oder zusätzliche Kosten ab.“

    Tolle Umfrage. Genauso relevant wie eine Umfrage zum Thema Benzinpreise. Sorry, aber was erwartet man denn da für ein Ergebnis? Zumal bei dieser Fragestellung:
    https://www.divsi.de/wp-content/uploads/2013/12/S14_Klare_Ablehnung_von_Geschwindigkeitseinschraenkungen.png

    Im Übrigen sagt die Studie noch viel mehr, vor allem auch viel interessanteres aus als nur die Meinung zu Grundversorgung und Kosten:
    https://www.divsi.de/publikationen/studien/divsi-studie-zu-freiheit-versus-regulierung-im-internet/

  14. Anette Schuett says:

    at tobi

    Warum sollte ich dafür zahlen, dass du preiswert auf dem Dorf wohnst, während ich für Immobilien/Wohnen das dreifache zahle.
    Natürlich würdest du gerne die Vorteile genießen und die Nachteile von jemand anderem zahlen lassen.
    Dass du nicht die gleiche Infrastruktur wie in der Stadt erwarten kannst, ist doch klar.
    Dass du mit dem Argument „Grundversorgung“ („es ist mein Grundrecht, dass du für mich zahlst!“ 😉 ) versuchst andere an den Kosten zu beteiligen, ist zwar verständlich, aber nicht gerecht.

    at namerp
    Was redest du da von reiner Marktwirschaft in „den USA“ – die Bundesstaaten handhaben das vollkommen unterschiedlich. Die Regulierungswut in z.B. New York ist weit höher und strenger als in jedem deutschen Bundesland, auch sozialistische Mindestlöhne wurde zuerst in Bundesstaaten der USA eingeführt (übrigens mit negativen Auswirkungen, weil sie einem Berufsverbot für Niedrigqualifizierten gleich kommt. Vor den Mindestlöhnen waren schwarze und weiße Jugendliche ungefähr gleich häufig ohne Job – nach den Mindestöhnen die Schwarzen doppelt so oft)

    Es wäre ungerecht und auch undemokratisch, wenn eine Minderheit ihre Kosten auf die Mehrheit abwälzt und gleichzeitig die Vorteile die Gebiete mit wenig Infrastruktur auch haben, für sich beanspruchen.

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